Universität Rostock – 600 Jahre Erfahrung in Forschung und Lehre

Von Kristin Nölting | 15. Mai 2020

Hinweis: Kristin Nölting nimmt an der Universität Rostock die Funktion einer Pressereferentin und der stellvertretende Pressesprecherin wahr. Nach einem Studium der Geschichte und Germanistik promovierte sie in Zeitgeschichte. Bevor sie in die Presse- und Kommunikationsstelle der Universität Rostock eintrat, arbeitete sie am Institut für Informatik an Themen des E-Learning.

 

Neugier ist auch an der Uni Rostock die wichtigste Ressource (Foto: Uni Rostock)

Seit 1419 hat die Universität Rostock als älteste und traditionsreichste Universität im Ostseeraum die Zukunft im Blick. Im interdisziplinären Zusammenwirken der verschiedenen Fachkulturen von insgesamt neun Fakultäten liegt die Stärke dieser Universität. Die große Vielfalt der zukunftsorientierten Studiengänge bietet ein breites Spektrum an Studienmöglichkeiten. Eine Besonderheit bildet die Interdisziplinäre Fakultät. Sie bringt als zentrale wissenschaftliche Einrichtung Forschende und Studierende aller Fachrichtungen zur Lösung drängender Gegenwartsfragen zusammen.

170 Studiengänge in 7 Studienfeldern

 In einer alten Hafen- und Hansestadt gelegen, ist die Universität Rostock mit ihrer Fächervielfalt und bester Betreuungsrelation ein echter Geheimtipp. Die Ostsee, breite Sandstrände und eine dünnbesiedelte Naturlandschaft bieten viel Raum für Freizeitaktivitäten in und am Wasser. Die Stadt hält ein vielfältiges Kultur- und Sportangebot bereit. Fernab von einer Massenuniversität wird dennoch in internationaler Kooperation Spitzenforschung betrieben. Wer eine traditionsreiche Universität und den Mut zu Innovationen gleichermaßen zu schätzen weiß, der ist an der Universität Rostock genau richtig. Ob Naturwissenschaften, Jura oder Geisteswissenschaften, mit über 170 Studiengängen in sieben Studienfeldern an neun Fakultäten ist das Angebot für eine Universität in familiärer Größe mit nur 13.000 Studierenden sehr umfangreich. Aus den folgenden Studienfeldern können Studiengänge gewählt werden:

  • Agrar- und Umweltwissenschaften
  • Ingenieurwissenschaften und Informatik
  • Mathematik und Naturwissenschaften
  • Medizin und Life Sciences
  • Sprach- und Geisteswissenschaften
  • Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaften
  • Lehramt.

In nur zehn Fahrradminuten von einem Uni-Standort zum anderen – Hier: Ulmencampus (Foto: Uni Rostock)

Das breite Fächerspektrum beinhaltet zukunftsorientierte Bachelor-, Master- und Lehramtsstudiengänge, wie beispielsweise Kommunikations- und Medienwissenschaft, Medizinische Informationstechnik, Medizinische Biotechnologie, Good Governance, Bildung und Nachhaltigkeit oder Meeresbiologie mit Forschungstaucherausbildung. Studierende der Universität Rostock werden durch den Lehrkörper und die wissenschaftlichen Mitarbeiter in ganz hervorragender Weise betreut, so dass die meisten Studierenden ihr Studium in der Regelstudienzeit abschließen können. An unseren vier Universitätsstandorten unmittelbar im Stadtzentrum gelegen oder mit dem Fahrrad in nur zehn Minuten zu erreichen, finden unsere Studierenden moderne Studienbedingungen vor. Modernste Lehr- und Forschungsgebäude sind in der Rostocker Südstadt entstanden. Der Ulmencampus im Szeneviertel Kröpeliner-Tor-Vorstadt wird derzeit saniert. Dort entsteht demnächst auch eine weitere moderne Bibliothek. Die Universität Rostock ist selbstverständlich systemakkreditiert. Damit ist die Qualität ihrer Studiengänge sicherstellt.

 Forschung – interdisziplinär und zukunftsweisend

 Die Universität Rostock hat in den letzten Jahren mit einer fakultätsübergreifenden interdisziplinären Profilierung deutliche Veränderungen vollzogen, um sich innovativ und wettbewerbsorientiert den zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen. Sie bündelt Kompetenzen und Forschungsaktivitäten in den fakultätsübergreifenden interdisziplinären Departments der Interdisziplinären Fakultät, um die vor Ort vorhandenen interdisziplinären Potentiale effizient nutzen zu können. Die in den Departments der Interdisziplinären Fakultät organisierten Schwerpunkte sollen nachfolgend kurz vorgestellt werden.

  • Im Department „Leben, Licht und Materie“ werden grundlegende Fragestellungen zu Energie-, Material- und Lebenswissenschaften bearbeitet. Dazu werden atomare und molekulare Prozesse untersucht sowie Laser-Optik bei medizinischen Fragestellungen eingesetzt, um die Grundlagen moderner therapeutischer Verfahren zu schaffen. Auch die Grundlagen quantenoptischer Computer und Kommunikationstechnik werden hier erarbeitet.
  • Das Department „Maritime Systeme“ untersucht den Einfluss globaler und regionaler Veränderungen auf die Küstenzonen, die Nutzung maritimer Systeme sowie Methoden zur nachhaltigen Entwicklung und zum Management von Küsten- und Meeresgebieten. Im Fokus stehen die Küstenzonen der Ostsee, aber auch die Ostsee selbst als größtes Binnenmeer mit internationalen stark genutzten Küstenzonen. Es wird an Lösungen geforscht, die dazu beitragen, Umwelt und Wirtschaft besser miteinander zu vereinbaren.
  • Im Department „Altern des Individuums und der Gesellschaft“ wird nach neuen Wegen gesucht, um ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben im Alter zu ermöglichen, in Gesundheit und mit voller gesellschaftlicher Teilhabe.
  • Das Department „Wissen – Kultur – Transformation“ widmet sich Fragestellungen zum Verhältnis und zur Entwicklung von Kultur und Wissen sowohl in historischer als auch in globaler Perspektive. Fragen der Nachhaltigkeit, der Deutungsmacht und des künftigen gesellschaftlichen Zusammenlebens in einer pluralen multireligiösen Welt werden modellhaft diskutiert und analysiert.
  • Der Sonderforschungsbereich SFB 1270 „ELAINE“ konzentriert sich auf neuartige, elektrisch aktive Implantate. Das interdisziplinäre Vorhaben vereint Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Bereiche Elektrotechnik, Informatik, Maschinenbau, Materialwissenschaften, Physik, Biologie und Medizin.
  • Dem Schriftsteller Uwe Johnson widmet sich ein Akademievorhaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. An der Universität Rostock entsteht mit der „Uwe Johnson-Werkausgabe“ eine historisch-kritische Edition der Werke, Schriften und Briefe des berühmten norddeutschen Schriftstellers des 20. Jahrhunderts in gedruckter und digitaler Form.

Traditionsreiche rote Backsteinfassaden und moderne Glasfronten ergänzen sich in Rostock ganz natürlich (Foto: Uni Rostock)

Darüber hinaus dienen gemeinsame Forschungsprojekte mit anderen Hochschulen im In- und Ausland der Vernetzung und vertiefen sie die internationale Expertise der Universität Rostock. Auch regional existiert in Rostock ein starkes Forschungscluster durch Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für demografische Forschung, dem Leibniz-Institut für Ostseeforschung, dem Leibniz-Institut für Katalyse, dem Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik, dem Leibniz-Institut für Nutztierbiologie, dem Fraunhofer IGP, dem Fraunhofer IGD und dem Thünen-Institut für Ostseefischerei Rostock werden zusammen mit der Wirtschaft verschiedene Forschungsprojekte realisiert.

Wissenschaftliche Karriere beginnt früh

 Die Universität Rostock ist bestrebt, herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler für die Universität zu gewinnen und an der Universität zu halten. Deshalb bietet sie dem wissenschaftlichen Nachwuchs ein attraktives Umfeld und eine umfassende Förderung durch Stipendien, Graduiertenkollegs, Nachwuchsgruppen, Mentoring-Programme und die Angebote der Graduiertenakademie. Die Graduiertenakademie schafft ideale Bedingungen für die Forschungsqualifizierung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Aktuell verfügt die Universität Rostock über die drei folgenden Graduiertenkollegs:

  • Deutungsmacht – Religion und Belief Systems in Deutungsmachtkonflikten
  • „Die deutsche Ostseeküste als terrestrisch-marine Schnittstelle für Wasser- und Stoffflüsse (Baltic TRANSCOAST)“
  • Elektrisch-aktive Implantate (ELAINE)

Weltweit vernetzt

Beste Studienvoraussetzungen – Modernes Labor der Interdisziplinären Fakultät (Foto: Uni Rostock)

Internationale Zusammenarbeit und Dialog sind eine wesentliche Grundlage für eine ebenso erfolgreiche Forschung wie eine zukunftsorientierte Lehre. Die Universität Rostock kooperiert in der Forschung für den Studentenaustausch mit mehr als 60 Hochschulen aus aller Welt. Ein Schwerpunkt in der internationalen Zusammenarbeit ist der Ostseeraum. Im Rahmen des ERASMUS-Programms arbeitet die Universität Rostock mit 280 Hochschulen zusammen. Die Universität Rostock bietet fünf internationale Studiengänge auf Englisch an. Zudem gibt es zwei Double-Degree-Programme, die einen doppelten Abschluss mit Partneruniversitäten im Ausland ermöglichen. So verwundert es nicht, dass die Universität Rostock bei internationalen Studierenden immer populärer wird. Ihr Anteil liegt zurzeit bei 12 Prozent. Bei den internationalen Studierenden sind Informatik, Elektrotechnik und Wirtschaftswissenschaften sowie die englischsprachigen Masterprogramme Electrical Engineering und Computational Science and Engineering besonders beliebt.

Traditio et Innovatio

 Die Geschichte der Universität Rostock reicht weit zurück. Sowohl die Geistlichkeit in Person des Bischofs von Schwerin als auch die eigentlichen Gründer und Stifter der Universität, die Herzöge Johann IV. und Albrecht V. von Mecklenburg-Schwerin, sowie die Bürgermeister und Ratsherren der Stadt Rostock wandten sich bereits 1418 an das kirchliche Oberhaupt. Am 13. Februar 1419 stellte Papst Martin V. die Bewilligungsurkunde in Ferrara aus und gab somit seinen Segen für ein „studium generale“ in Rostock. Die feierliche Eröffnung der Universität mit der Juristischen und der Medizinischen Fakultät sowie der Facultas Artium erfolgte dann am 12. November 1419 in der St. Marienkirche zu Rostock. Magister Petrus Stenbeke aus Erfurt wurde zum Rektor gewählt. Er immatrikulierte 160 Studenten. 1433 vervollständigte die Theologie den klassischen Fächerkanon des historischen studium generale.

Prof. Konrad Engel lehrt in Rostock Diskrete Mathematik und Mathematische Optimierung (Foto: Uni Rostock)

Allem Widerstand Rostocks zum Trotz wurde am 1. April 1531 die Reformation gesetzlich proklamiert, die Universität wurde evangelisch, es folgte eine schwierige Aufbauphase. Erst längere Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg 1648 gelangte die Universität Rostock zu Beginn des 18. Jahrhunderts wieder zu einer bescheidenen Blüte. Wie vielen anderen Universitäten gleicher Größenordnung auch, bot sie zu dieser Zeit das Bild einer kleinen Landesuniversität mit durchschnittlichem Niveau. Ab 1827 folgte ein umfangreicher Ausbau der Universität, Institute und Kliniken wurden gegründet. So erfolgte am 11. Juni 1858 die Gründung des deutschlandweit ersten „Deutsch-Philologischen Seminars“. Anlässlich der Fünfhundertjahrfeier der Universität Rostock am 12. November 1919 erhielten Max Planck und Albert Einstein die Ehrendoktorwürde.

Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die Agrarwissenschaftliche, die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche, die Mathematisch-Naturwissenschaftliche und 1950 – seinerzeit ein Novum unter den klassischen deutschen Universitäten – eine Ingenieurwissenschaftliche Fakultät gegründet. Aus dieser entstanden schließlich zu Beginn des Jahres 2004 eine Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik und eine Fakultät für Informatik und Elektrotechnik. 1976 wurde die Universität Rostock in „Wilhelm-Pieck-Universität“ umbenannt. 1990 wurde die Rückbenennung in Universität Rostock vorgenommen. Seither erfolgt mit reger Bau- und Sanierungstätigkeit und Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe der Aufbau einer modernen Volluniversität an vier Standorten. Im Jahre 2019 feierte die Universität Rostock ihr 600-jähriges Jubiläum ein ganzes Jahr lang mit Ausstellungen, Performances, einer Oper und einem interdisziplinären Festsymposium sowie vielen weiteren Events.

 


Steckbrief
(Stand: Mai 2020)

Gründung: 1419

Anschrift: 18051 Rostock

Fakultäten (Zahl der Studierenden im Wintersemester 2018/2019):

  • Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät (595)
  • Fakultät für Informatik und Elektrotechnik (1.465)
  • Juristische Fakultät (262)
  • Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik (1.237)
  • Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät (1.893)
  • Philosophische Fakultät 3.395)
  • Theologische Fakultät (352)
  • Universitätsmedizin 2.370)
  • Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät 1.651)
  • Interdisziplinäre Fakultät

Mitarbeitende: 2.800 (ohne Universitätsklinikum)

Studierende im Wintersemester 2018/2019: 13.323 (Frauenanteil: 49%)

Studienanfänger erstes Fachsemester im Wintersemester 2018/2019: 4.185 (Frauenanteil: 46%)

Absolventen im Wintersemester 2018/2019: 2.178 (Frauenanteil: 51%)

Studienmöglichkeiten: 170 Studiengänge in sieben Studienfeldern; zu finden unter: https://www.uni-rostock.de/studium/studienangebot/alle-studiengaenge-und-abschluesse/

Betriebliche Ausbildungsmöglichkeiten:    

  • Chemielaborant/-in (Institut für Chemie in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Katalyse e. V.)
  • Fachangestellte(r) für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtungen Bibliothek und Archiv (Universitätsbibliothek)
  • Fachinformatiker/-in, Fachrichtung Anwendungsentwicklung (IT- und Medienzentrum)
  • Fachinformatiker/-in, Systemintegration (IT- und Medienzentrum)
  • Feinwerkmechaniker/-in (Institut für Physik)
  • Industriemechaniker/-in (Institut für Physik)
  • Kaufmann/Kauffrau für Bürokommunikation

Zu finden unter: https://www.uni-rostock.de/einrichtungen/vertretungen-und-beauftragte/jugend-und-ausbildungsvertretung/ausbildungsmoeglichkeiten-an-der-universitaet-rostock/

Internet:  https://www.uni-rostock.de/

 

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