Städteranking – Wo am Monatsende am meisten vom Gehalt übrig bleibt

Der folgende, von uns überarbeitete Beitrag wurde uns freundlicherweise vom Informationsportal „Preis.de“ zur Verfügung gestellt. | 15. April 2021

 

Die Traumstadt vieler Berufseinsteiger: München (Foto: Wikimedia/Thomas Wolf)

Berufsanfänger haben es nicht leicht. Sie müssen gleich zwei Probleme auf einmal lösen. Da gilt es zunächst, einen attraktiven Job zu finden, dazu einen Standort mit günstigen Lebenshaltungskosten. Alle wissen es. In München sind die Gehälter zwar deutlich höher als in Rostock, die Mieten und zahlreiche andere Lebenshaltungskosten freilich ebenfalls. Unter Berufseinsteigern fragt man salopp: „Wie viel Netto bleibt vom Brutto?“ Das Informationsportal „Preis.de“ ist der Frage nachgegangen und zeigt mit Hilfe einer interaktiven Karte den prozentual berechneten Anteil der Kosten für Miete, Monatskarte oder auch einen Kitaplatz am durchschnittlichen Gehalt in 30 deutschen Städten. Die Stadt mit dem niedrigsten Wert ist die, in der man verhältnismäßig günstig lebt. Das heißt, dort muss man am wenigsten von seinem Durchschnittsgehalt dafür aufwenden, die Grundbedürfnisse zu decken. Die interaktive Karte ermöglicht es, zwischen fünf verschiedenen Lebensmodellen (zum Beispiel Single oder Familie) wählen zu können.

_____________________________________________

Die interaktive Karte findet sich unter: https://www.preis.de/Deutschlands-Ausgaben/
⇒ Button “Interaktive Karte”

_____________________________________________

Die Summe aller Kosten für die Grundbedürfnisse in den unterschiedlichen Lebensmodellen wurde anhand statistischer Daten ermittelt und in Bezug zum jeweiligen Durchschnittsgehalt gesetzt. Die Werte beziehen sich auf das Jahr 2020 und beruhen auf dem Durchschnittsgehalt je Stadt sowie gängigen Ausgaben, die je nach gewählter Lebenslage (eine der fünf Filtermöglichkeiten) berechnet wurden. Denn neben der Höhe des Gehalts entscheidet vor allem die Höhe der Ausgaben für Miete, Transportkosten (wie zum Beispiel eine Monatskarte) oder auch für einen Kitaplatz über den Lebensstandard. Daher berechnen sich die Ausgaben für einen Single-Haushalt im City Center anders als die einer vierköpfigen Familie, die eine größere Wohnung benötigt, Kitaplätze finanzieren muss, dafür aber mit zwei Einkommen wirtschaften kann.

Frankfurt besitzt das höchste Einkommensniveau

In Frankfurt wird am meisten verdient (Foto: Wikimedia/Thomas Wolf)

Nein, es ist nicht München. Zwar erreichen die Löhne auch in der bayerischen Landeshauptstadt ein hohes Niveau. Doch am meisten verdienen die Menschen in Frankfurt mit einem durchschnittlichen Nettogehalt von 2.969 Euro. Auf Platz zwei liegt, und das mag wirklich auch Kenner der Szene überraschen, Kiel (2.912 Euro). Erst auf Platz drei folgt München (2.834 Euro). Am niedrigsten sind die Gehälter in den neuen Bundesländern. Schlusslicht ist hier Gera mit einem Nettogehalt von durchschnittlich 1.350 Euro, dicht gefolgt von Leipzig mit nur 1.547 Euro monatlich.

München Spitzenreiter bei den Mieten

Wo München freilich zum Leidwesen aller Arbeitnehmer unangefochten an der Spitze liegt, sind die Mietpreise. Das hat sich zum Vorjahr 2019 nicht verändert. Dies gilt für alle Bewohner der bayerischen Landeshauptstadt, egal ob sie in einer Einraumwohnung im City Center oder außerhalb wohnen. Auch für eine Dreiraumwohnung zahlt man in München im Schnitt mehr als in anderen Städten, unabhängig davon, ob die Wohnung in zentraler Lage oder ein Stück außerhalb der City liegt. Am günstigsten wohnt man in Gera und Dessau. Hier kostet eine Dreiraumwohnung in zentraler Lage im Durchschnitt unter 600 Euro kalt. In München, Stuttgart und Frankfurt a. M. bekommt man dafür noch nicht einmal eine Einraumwohnung am Stadtrand. Wie heterogen sich der Wohnungsmarkt präsentiert, zeigt Kaiserslautern. Für Singles als kostengünstig gefeiert, ist die Stadt für Familien mit Kindern ein sehr teurer Wohnort.

Kosten für Mobilität in Köln und Bonn am höchsten

Köln hat den teuersten Personennahverkehr (Foto: Wikimedia/Raimond Spekking)

Die teuerste Monatskarte für die Fahrt mit Bus und Bahn gibt es in Köln und Bonn – hier kostet sie 98,50 Euro. In Marburg zahlt man für die gleiche Leistung nur 30 Euro monatlich. Interessant wird es, wenn das Durchschnittseinkommen in Relation zu Ausgaben wie Miete oder Transportkosten gesetzt wird. Ein Beispiel: Die Menschen in Leipzig verdienen verhältnismäßig wenig (1.461,43 Euro netto), aber bezahlen dafür auch relativ niedrige Mieten. Allerdings ist die Monatskarte mit 78,25 Euro in Relation zum Einkommen die teuerste in allen 30 Städten.

Der kostengünstigste und schnellste Netzzugang

Den günstigsten Internetzugang erhält man in Gera, Kassel und Rostock. Hier ist man schon für unter 28 Euro monatlich vernetzt, jedoch musst man dafür zurzeit noch auf einige Megabits verzichten. Das schnellste und günstigste Internet findet man in Hamburg. In der Hansestadt haben 94 Prozent der Haushalte bereits einen Zugang zu einer Breitbandversorgung mit bis zu 1.000 Mbit/s bei einem durchschnittlichen Preis von 31,80 Euro im Monat. Die Hauptstadt Berlin folgt in dichtem Abstand. Hier haben 85 Prozent der Haushalte die schnellste Breitbandverbindung mit einem Kostenfaktor von 31,90 Euro im Monat.

Wer wo am günstigsten lebt

Bleibt zum Schluss eine letzte Frage. Wer lebt wo am günstigsten? Die Antwort: Das ist sehr unterschiedlich. „Preis.de“ klärt auf.

Kiel bietet Singles die besten Lebensbedingungen (Foto: Wikimedia/Bundesanstalt für Wasserbau)

Singles haben es in Dessau, Kaiserslautern und Kiel am besten. Obwohl Dessau zu den Städten mit Niedrigverdienern gehört, machen dies die günstigen Mieten wieder wett. Anders dagegen in Kiel. Hier sind die Mieten etwas höher, jedoch ist Kiel auch die Stadt mit den höchsten Gehältern. Aufgrund der niedrigen Mietpreise mit vergleichsweise hohem Einkommen ist auch Kaiserslautern einer der besten Städte zum Leben für Singles. In Dresden betragen die Kosten für die Grundbedürfnisse als Single ebenfalls weniger als 30 Prozent des Einkommens.

Familien mit Kindern zahlen in München, Frankfurt a. M., Bonn und Aachen mit über 450 Euro monatlich die höchsten Gebühren für einen privaten Kitaplatz (Ganztagsbetreuung). Am günstigsten – neben Oldenburg und Dessau – sind in dieser Hinsicht die Großstädte Berlin und Leipzig: Hier liegen die Kosten für einen privaten Ganztags-Kitaplatz bei unter 150 Euro im Monat. Zusammen mit den günstigen Mieten macht das Leipzig trotz niedrigen Lohnniveaus zu einer preiswerten Stadt für Familien mit Kindern – vorausgesetzt es arbeiten beide Elternteile. Auch Berlin eignet sich im Vergleich zu anderen Städten, insbesondere durch das relativ hohe Einkommen, gut für Familien.

Stuttgart präsentiert sich als eine der teuersten Studienstädte (Foto: Wikimdia/FoxR)

Da die meisten Studenten noch über kein eigenes Einkommen verfügen, sind neben der Qualität der Universität der Anschluss zur Hochschule und die niedrigen Mietpreise ausschlaggebend für die Wahl des Universitätsstandortes. Sechs der Top 10 der erschwinglichsten Städte befinden sich im Osten Deutschlands, was die perfekte Grundlage für Studenten bietet. Mit den höchsten Mieten müssen Studenten in den Metropolen Deutschlands rechnen. Spitzenreiter ist München, dicht gefolgt von Frankfurt a. M., Stuttgart, Hamburg und Berlin. Zur WG-Gründung – eine Dreiraumwohnung in zentraler Lage – bieten neben Gera und Dessau Saarbrücken und Erfurt attraktive Mietpreise.

Alleinerziehende leben in den Städten Dessau, Oldenburg und Kiel am günstigsten. In allen drei Städten machen die Ausgaben weniger als 40 Prozent der Einnahmen aus. In Oldenburg und Dessau liegt das vor allem an den niedrigen Mieten, den günstigen Monatsgebühren für den Kitaplatz sowie den erschwinglichen Preisen der öffentlichen Verkehrsmittel.

____________________________________________

Die interaktive Tabelle findet sich unter: https://www.preis.de/Deutschlands-Ausgaben/
⇒ Button “Städte-Ranking”

____________________________________________

 


Vollständiger Bericht

Der vollständige Bericht findet sich unter dem Link: https://www.preis.de/Deutschlands-Ausgaben/ 

 

Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik? Dann schreiben Sie dem Autor eine Mail: info@berufsreport.com