Öffentlicher Dienst – Vater Staat ist als Arbeitgeber sehr beliebt

Von Peter Scheurer | 15. Februar 2019

Außenstehende lästern gerne über Beamte und Angestellte im Öffentlichen Dienst. Dabei rangiert gerade bei jungen Akademikern der Öffentliche Dienst ganz oben im Ranking beliebter Arbeitgeber. Und das, wo die Vielfalt der Beschäftigungsmöglichkeiten nur den wenigsten bekannt ist. Bestimmte Berufe kann man allein im Öffentlichen Dienst ausüben. Aber auch sonst gibt es kaum Berufe, die dort nicht anzutreffen und auszuüben wären. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes beläuft sich die Zahl der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst aktuell auf über 4,7 Millionen Beamte und Angestellte. Bei aller Verschiedenartigkeit in der Ausübung der Berufe und Aufgaben haben sie eines gemeinsam: Die Bezahlung, die bei den Beamten offiziell Besoldung und den Angestellten Gehalt/Entgelt genannt wird, ist für Männer und Frauen gleich. Bevor wir uns diese Einkommensstruktur näher anschauen, sei ein Blick auf die neueste Zahl der Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes aus dem Jahr 2017 gestattet.

Insgesamt

(in 1.000)

davon
Bundesbereich Landesbereich Kommunaler Bereich Andere Verwaltungen
4.738,6 493,4 2.387,5 1.487,6 370,1
davon: Vollzeitbeschäftigte
3.206,2 436,5 1.622,5 906,2 241,0
davon: Teilzeitbeschäftigte (ohne Altersteilzeit
1.470,0 49,8 737,4 560,7 122,1
davon: Altersteilzeitbeschäftigte
67,4 7,0 27,7 20,7 7,0
Quelle: Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2018

Für Berufswähler ist ein Blick auf die Verteilung dieser Beschäftigten nach Aufgabenbereichen hoch interessant, genauso wie der Blick auf das Verhältnis von Beamten und Angestellten, das sich von Aufgabenbereich zu Aufgabenbereich sehr unterschiedlich darstellt.

Aufgabenbereich Gesamt davon
Beamte Angestellte
Allgemeiner Verwaltungsdienst 1.572.510 61 % 39 %
Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur 1.629.475 44 % 56 %
Soziale Sicherung, Familie, Jugend und Arbeitsmarktpolitik 812.165 9 % 91 %
Gesundheit, Umwelt, Sport und Erholung 251.735 6 % 94 %
Wohnungswesen, Städtebau, Raumordnung und kommunale Gemeinschaftsdienste 129.010 14 % 86 %
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 44.660 31 % 69 %
Energie und Wasserwirtschaft, Gewerbe, Dienstleistungen 153.940 10% 90 %
Verkehrs- und Nachrichtenwesen 136.865 30 % 70 %
Finanzwirtschaft 8.240 19 % 81 %
gesamt 4.738.605 39 % 61 %
Quelle: dbb, Zahlen-Daten-Fakten 2019 (https://www.dbb.de/fileadmin/pdfs/2019/zdf_2019.pdf)

Transparente und planbare Einkommensstruktur

Die Münchner Staatskanzlei ist die Schaltzentrale in Bayern. Dort arbeiten 308.000 Beschäftigte in der Landesverwaltung, 222.000 in der Kommunalverwaltung und 97.000 bei anderen öffentlichen Arbeitgebern (Foto: Wikimedia/Julian Herzog)

Je nach Zuordnung des unmittelbaren Arbeitgebers – Kommunen, Länder oder Bund – gibt es unterschiedliche Tarife für Angestellte und Beamte, die eine große Auswirkung auf die Höhe des Netto-Einkommens besitzen. Einige Tarife unterscheiden zusätzlich zwischen Ost und West. Ein Vergleich der Einkommen ist aber auch deswegen nicht einfach, weil Angestellte Sozialabgaben in die Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung entrichten müssen, Beamte aber nicht. Damit erhalten Angestellte trotz eines vergleichsweise höheren Bruttogehaltes niedrigere Nettobezüge als Beamte. Die Vergütung der Beamten und Angestellten folgt dabei unterschiedlichen Strukturen. Bei den Beamten entscheidet die Qualifikation (Berufsausbildung, Bachelor- oder Masterabschluss) über die Zuordnung zu den einzelnen Laufbahnen. Das sind der Einfache, der Mittlere, der Gehobene und der Höhere Dienst. Angestellte müssen dagegen die für jede einzelne Tätigkeit definierte berufliche Befähigung nachweisen.

Für die Besoldung der Beamten gelten unterschiedliche Besoldungstabellen, je nachdem welchem Bereich der Beamtenschaft sie zugeordnet sind. Für alle Beamten der Allgemeinen Verwaltung gilt die Tabelle A, für politische und Wahlbeamte die Tabelle B, für Richter die Tabelle R und für den Wissenschaftsbereich die Tabellen W und C. Die Grundgehälter der Beamten werden nach vom Dienstherrn zuvor festgelegten Berufsjahren und abhängig von der jeweiligen Besoldungsgruppe in unterschiedlichen zeitlichen Intervallen ohne Nachweis einer zusätzlichen Qualifikation oder einer besonderen Leistung erhöht. Hinzu kommen Funktions- und Orts-, das sind eigentlich Familienzuschläge, sowie im Krankheitsfall eine vom Familienstand abgängige Beihilfe, sodass der Beamte nur den Teil der Gesundheitskosten versichern muss, den der Dienstherr nicht übernimmt. Im Ruhestand erhalten Beamte bis zu 71,5% ihrer aktiven Bezüge als Pension, Angestellte hingegen eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung und gegebenenfalls eine Betriebsrente.

Tarifverträge für Angestellte

Die Zentrale der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg – Die BA stellt Beschäftigte nur noch im Angestelltenverhältnis ein (Foto: Wikimedia/Nicohofmann)

Auch für Angestellte ist der Öffentliche Dienst einer der größten Arbeitgeber mit den vielfältigsten Berufen in den unterschiedlichsten Qualifikationsstufen. Sie reichen vom angelernten Arbeiter im Entsorgungsbereich bis zum Vorstand einer Bundesbehörde. Jede dieser vielfältigen Tätigkeiten ist einer bestimmten Entgeltstufe zugeordnet oder wird im obersten Führungssegment individuell außertariflich vereinbart. Wobei sich diese Vereinbarungen an den entsprechenden Besoldungsgruppen der politischen oder Wahlbeamten (B-Besoldungen) ausrichtet. Für jeden Beschäftigungsbereich des Öffentlichen Dienstes haben die Tarifpartner einen jeweils speziellen Tarifvertrag verhandelt. Die wichtigsten sind:

Um den speziellen Anforderungen gerecht zu werden, gibt es für den Sozial-/ und Erziehungsdienst, für Pflegepersonal, für Sparkassen und viele andere Bereiche gesonderte Vereinbarungen beziehungsweise Tarifabschlüsse.

Um eine ungefähre Vorstellung von der Bezahlung zu erhalten, muss ich mindestens folgendes wissen:

  • Erfolgt die Beschäftigung als Beamter oder Angestellter.
  • Bewertung des Arbeitsplatzes, Qualifikationsebene und Entgeltgruppe (EG) für die Zuordnung einer entsprechenden Laufbahn.
  • Werden vorherige berufliche Erfahrungen, Ausbildung und Zusatzkenntnisse berücksichtigt, die Auswirkungen auf die Einstufung des Dienstalters, heute Erfahrungsstufen, haben? Unabhängig von Tariferhöhungen erhalten die Beschäftigten, sowohl Beamte als auch Angestellte, in regelmäßigen Zeitabständen unterschiedlicher Dauer eine höhere Erfahrungsstufe, früher ähnlich dem Dienstalter, und damit ein höheres Einkommen. Das heißt, je länger die Beschäftigungsdauer, umso höher der Verdienst.

 So funktioniert die Eingruppierung in eine Entgeltgruppe

Klein, aber fein – Das Neue Rathaus in der Fachwerkstatt Einbeck (Foto: Wikimedia/Dirk Godlinski)

Auf den ersten Blick wirken die Besoldungsgruppen für die Beamten und die Entgeltgruppen für die Angestellten recht unübersichtlich. Dahinter steht aber ein System, das auf zwei verschiedenen Aspekten aufbaut und darüber jeden Mitarbeiter in eine individuelle Kategorie einordnet. Ausschlaggebend ist dabei in erster Linie die Qualifikation. Je besser die Ausbildung und das Vorwissen, das mitgebracht wird, desto höher die Besoldungs-/Entgeltgruppe.

  • Die unteren Besoldungs-/Entgeltgruppen 1 bis 4 kommen für ungelernte oder angelernte Mitarbeiter in Anwendung.
  • Für eine Zuordnung in die Besoldungs-/ Entgeltgruppen 5 bis 8 wird eine mindestens dreijährige erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung
  • Um in die Besoldungs-/Entgeltgruppen 9 bis 12 eingruppiert werden zu können, wird ein Bachelorabschluss (früher Fachhochschuldiplom) benötigt.
  • Für eine Zuordnung im die Besoldungs-/Entgeltgruppen 13 bis 15 (Angestellte) beziehungsweise 16 (Beamte) ist zwingend ein Masterabschluss (früher Universitätsdiplom) erforderlich.

Laufbahnen und Qualifikationsebenen

 Anders als in der Privatwirtschaft gibt es im Öffentlichen Dienst für die Beamten sogenannte Laufbahnen. Der Einstieg in die einzelnen Laufbahnen, das sind der Einfache, der Mittlere, der Gehobene und der Höhere Dienst, erfolgt, wie bereits erläutert, nach vorhandener Qualifikation. Die Angestellten werden zwar nicht rechtlich, wohl aber in der praktischen Umsetzung, vergleichbar behandelt. Die Endstufen vom Mittleren und Gehobenen Dienst sind meist sogenannte Überlappungsämter zur nächsthöheren Laufbahn des Gehobenen und Höheren Dienstes. Diese Details sollen aber hier nicht weiter ausgeführt werden.

Laufbahn/Qualifikationsebene Beamte Angestellte
Einfacher Dienst A1 – A4 EG 1 – EG 4
Mittlerer Dienst A5 – A9 EG 5 – EG 9
Gehobener Dienst A9 – A13 EG 9 – EG 12
Höherer Dienst A13 – A16 EG 13 – EG 15Ü

Wobei bestimmte Beschäftigungsbereiche im Öffentlichen Dienst, z.B. die Polizei, diese Unterscheidung nicht streng anwenden, sondern eine Einheitslaufbahn vorsehen. Einheitslaufbahn heißt: Die Stufen zwischen den einzelnen Laufbahnen sind durchlässig. So kann durch Bewährung oder durch zusätzliche Prüfungen der berufliche Aufstieg vom z.B. Mittleren Dienst in den Gehobenen Dienst oder vom Gehobenen Dienst in den Höheren Dienst gelingen. Auch innerhalb einer Laufbahn bzw. Qualifikationsebene kann die Einstufung bzw. die tarifliche Bewertung des Arbeitsplatzes und damit die Besoldung je nach Arbeitgeber und Anforderung des Arbeitsplatzes unterschiedlich ausfallen.

Das Stadthaus Deutz ist Arbeitsplatz eines großen Teils der 17.000 Mitarbeiter der Stadtverwaltung Köln (Foto: Wikimedia/Raimond Spekking)

Um die Verwirrung vollständig zu machen, muss auf ein Weiteres hingewiesen werden. In zahlreichen Verwaltungen gibt es neben dem Allgemeinen Verwaltungsdienst ((siehe dazu auch: Verwaltungsbeamte – Generalisten mit dem Blick fürs Spezielle) noch einen Technischen Verwaltungsdienst. Das gilt insbesondere für die Laufbahnen des Gehobenen und Höheren Dienstes. Voraussetzung hierfür ist ein abgeschlossenes naturwissenschaftliches oder Ingenieurstudium. Für den Gehobenen Dienst ist der Bachelorabschluss Eingangsvoraussetzung, für den Höheren Dienst der Masterabschluss. Im Angestelltenverhältnis wird meist direkt on the Job, eventuell über ein Traineeprogramm, eingestellt. Beamte müssen indessen zunächst ein technisches Referendariat von ein bis eineinhalb Jahren Dauer absolvieren.

Einkommen von Beamten und Angestellten im Vergleich

Unabhängig von Funktions- oder Familienzulagen sollen die nachstehenden Tabellen eine grobe Orientierung über die Grundeinkommen im Öffentlichen Dienst geben. Dabei bleiben die spezifischen Besonderheiten von Laufbahnen oder Bundesländern und Kommunen sowie eventuelle Zuschläge unberücksichtigt. Die Beträge geben das Bruttoeinkommen an.

 

Besoldungstabelle für Beamte in Bundesbehörden
(Stand: 01. April 2019)

Besoldungs-gruppe Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Stufe 4 Stufe 5 Stufe 6 Stufe 7 Stufe 8
A 2 2.193,09 2.241,94 2.292,11 2.329,71 2.368,58 2.407,44 2.446,28 2.485,15
A 3 2.277,07 2.328,45 2.379,84 2.421,22 2.462,58 2.503,94 2.545,32 2.586,68
A 4 2.323,72 2.386,12 2.447,54 2.496,43 2.545,32 2.594,21 2.643,08 2.688,23
A 5 2.342,24 2.418,70 2.480,11 2.540,31 2.600,49 2.661,92 2.722,07 2.780,99
A 6 2.392,38 2.481,41 2.571,63 2.640,58 2.712,04 2.780,99 2.857,45 2.923,89
A 7 2.511,48 2,590,46 2.694,53 2.801,04 2.905,09 3.010,39 3.089,37 3.168,34
A 8 2.656,89 2.752,17 2.886,28 3.021,69 3.157,05 3.251,07 3.346,34 3.440,36
A 9 2.867,47 2,961,50 3.109,43 3.259,85 3.407,74 3.508,29 3.612,89 3.714,89
A 10 3.069,30 3.198,41 3.385,21 3.572,83 3.763,94 3.896,95 4.029,92 4.162,96
A 11 3.508,29 3.705,84 3.902,11 4.099,86 4.235,24 4.370,82 4.506,40 4.642,01
A 12 3.761,38 3.995,09 4.230,09 4.463,79 4.626,49 4.786,59 4.948,00 5.112,00
A 13 (gD) 4.154,43 4.361,18 4.566,70 4.773,45 4.915,75 5.059,26 5.201,53 5.341,39
A 13 (hD) 4.410,86 4.630,37 4.848,75 5.068,09 5.219,17 5.371,54 5.522,59 5.671,08
A 14 4.536,10 4.818,87 5.102,96 5.385,72 5.580,68 5.776,98 5.971,94 6.168,23
A 15 5.544,54 5.800,22 5.995,18 6.190,17 6.385,16 6.578,83 6.772,52 6.964,89
A 16 6.116,56 6.413,57 6.638,22 6.862,90 7.086,29 7.312,27 7.536,93 7.759,03
Quelle: https://www.beamtenbesoldung.org/besoldungstabellen/beamtengehaelter.html

Der Aufstieg innerhalb der jeweiligen Besoldungsgruppen (A1 – A16) von Stufe 1 bis Stufe 8 wird von der Berufserfahrung, das sind im Regelfall die Beschäftigungszeiten, abhängig gemacht. Durch eine stetig wachsende Berufserfahrung im alltäglichen Dienst wird ein Stufenaufstieg automatisch nach 2, 3 oder 4 Jahren vorgenommen. Zusätzliche Qualifikationen werden angerechnet und können zu einem schnelleren Aufstieg führen. Ebenso Berücksichtigung finden Kindererziehung und Pflegezeiten. Höhergruppierungen von einer Besoldungsgruppe (A1 – A16) in die nächsthöhere werden im Gegensatz dazu von besonderen Leistungen abhängig gemacht.

 

Entgelttabelle für Angestellte von Bundesverwaltungen (TVöD – Bund)
(Stand: 01. April 2019)

Entgeltgruppe Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Stufe 4 Stufe 5 Stufe 6
E 1 ./. 1.903,09 1.935,39 1.975,78 2 013,43 2.110,33
E 2 2.122,60 2.316,97 2.366,14 2.432,35 2.577,86 2.730,08
E 2Ü 2.148,83 2.368,88 2.447,93 2.553,33 2.625,77 2.679,82
E 3 2.293,39 2.488,41 2.537,24 2.642,50 2.721,49 2.793,85
E 4 2.329,99 2.514,19 2.663,27 2.755,21 2.847,13 2.900,97
E 5 2.445,99 2.630,06 2.748,57 2.873,03 2.985,28 3.045,87
E 6 2.549,58 2.739,94 2.866,46 2.990,93 3.107,94 3.173,47
E 7 2.598,38 2.822,59 2.958,18 3.089,21 3.209,21 3.279,17
E 8 2.769,15 2.971,27 3.102,32 3.231,30 3.370,30 3.439,92
E 9a 2.952,16 3.167,80 3,222,84 3.398,61 3.751,33 3.877,90
E 9b 2.952,16 3.196,80 3.451,45 3.764,11 4.088,70 4.358,55
E 9c 2.952,16 3.416,40 3.689,63 4.022,45 4.365,60 4.498,65
E 10 3.331,93 3.613,93 3.915,01 4.238,32 4.628,44 4.749,89
E 11 3.457,10 3.803,91 4.119,43 4.477,63 4.972,55 5.242,43
E 12 3.582,23 3.956,45 4.407,89 4.890,86 5.465,08 5.734,95
E 13 3.996,72 4.335,42 4.685,32 5.093,03 5.586,51 5.842,91
E 14 4.335,98 4.655,42 5.025,89 5.451,94 5.950,88 6.293,73
E 15 4.788,35 5.141,23 5.481,38 6.004,84 6.517,61 6.854,95
E 15Ü 5.869,17 6.513,78 7.124,44 7.531,57 7.626,56 ./.
Quelle: https://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tvoed/bund?id=tvoed-bund-2019&matrix=1

Der Aufstieg von Stufe 1-6 innerhalb der jeweiligen Entgeltgruppen erfolgt aufsteigend nach jeweils 1, 2, 3, 4 und 5 Jahren Berufstätigkeit in der jeweils niedrigeren Stufe.

Einkommensbeispiele

Für den beamteten Mitarbeiter einer Bundesbehörde in der Besoldungsgruppe A 9 (Inspektor) und für einen vergleichbaren Angestellten in der Entgeltgruppe 9a, beide bei einer Bundesbehörde beschäftigt, erreichen nach einem Bachelorabschluss im Eingangsamt des Gehobenen Dienstes beziehungsweise nach einem Masterabschluss im Eingangsamt des Höheren Dienstes jeweils folgendes Grundeinkommen brutto (ohne Funktions- und familienstandsbezogene Zulagen). Auf die stark abweichenden Nettoeinkommen von Beamten und Angestellten in einer vergleichbaren Besoldungs- beziehungsweise Vergütung-/Entgeltgruppe war schon zuvor verwiesen worden. Was es aber im Öffentlichen Dienst seit Jahrzehnten gibt: Für Männer und Frauen für gleiche Arbeit gleiches Geld.

Besoldungs-/Vergütungsgruppe Berufsanfänger ohne Berufserfahrung Langjährig Beschäftigte in der Endstufe
Beamter Angestellter Beamter Angestellter
A 9 bzw. EG 9c (Bachelor) 2.867,47 € 2.952,16 € 3.714,89 € 4.498,65 €
A 13 bzw. EG 13 (Master) 4.410,86 € 3.996,72 € 5.671,08 € 5.842,91 €

Wer arbeitet in welcher Besoldungs- und Entgeltstufe?

Deutsche Rentenversicherung Bund – Dienstgebäude am Ferbelliner Platz in Berlin (Foto: Deutsche Rentenversicherung Bund/Armin Okula)

Ein besonderes Kapitel beim Arbeitgeber Öffentlicher Dienst ist die schier unüberschaubare Menge an unterschiedlichen Berufsbezeichnungen und ihre Zuordnung zu den einzelnen Besoldungs- und Entgeltgruppen. Die nachfolgende Aufstellung, die sich auf den Gehobenen und Höheren Dienst beschränkt soll nur beispielhaft der groben Orientierung dienen und erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.

Beamte A9/Angestellte EG9: Inspektor, Hauptbrandmeister, Polizeihauptmeister, Obergerichtsvollzieher, Oberschwester, Bibliothekar, Archivar, Revierförster, Betriebsleiter einer Badeanstalt, Stabsfeldwebel

Beamte A10/Angestellte EG10: Oberinspektor, Polizeioberkommissar, Bibliothekar, Archivar, Revierförster, Oberleutnant, Ingenieure und Naturwissenschaftler mit Bachelorabschluss

Beamte A11/Angestellte EG11: Amtmann, Polizeihauptkommissar, Fachlehrer, Hauptmann, Kapitänleutnant, Lehrer an Grund- und Hauptschulen (in einigen Bundesländern; in anderen Bundesländern wie etwa Bayern und Niedersachsen werden Grund- und Hauptschullehrer dagegen in die Besoldungsgruppe A12 eingestuft)

Beamte A12/Angestellte EG12: Amtsrat, Lehrer an Realschulen (in einigen Bundesländern), Major

Beamter A13/Angestellter EG13: Oberamtsrat, Verwaltungsrat, Erster Polizeihauptkommissar, Stabshauptmann, Ingenieure und Naturwissenschaftler mit Masterabschluss, Doktorranden und Postdocs an Universitäten und Forschungsinstituten, Lehrer an Förderschulen, Gymnasien, Berufsbildenden Schulen und Gesamtschulen (Studienrat)

Beamter A14/Angestellter EG14: Verwaltungsoberrat, Polizeioberrat, Realschulkonrektor, Rektor einer Grund- und Hauptschule, Oberstleutnant, Fregattenkapitän, Ärzte und Apotheker in staatlichen Krankenhäusern und Gesundheitsämtern, promovierte Wissenschaftler an Universitäten in der Projektleitung

Beamter A15/Angestellter EG15: Verwaltungsdirektor, Regierungsdirektor, Polizeidirektor, Chefarzt, Studiendirektor/Stellvertretender Schulleiter eines Gymnasiums oder einer Berufsbildenden Schule, Oberstleutnant, Botschafter (abhängig von der Größe der Botschaft)

 

Stellen- und Einkommensstruktur im Öffentlichen Dienst

Die nachfolgende Aufstellung zeigt die ungleiche Verteilung der Beschäftigten in den einzelnen Vergütungs- und Entgeltgruppen ebenso wie die oft stark voneiander abweichenden Anteile von Beamten und Angestellten sowie die sehr unterschiedlichen Frauenquoten. Der Kegel der Stellen und Beschäftigungsmöglichkeiten verjüngt sich vom Mittleren Dienst zum Höheren Dienst immer mehr. Der Einfache Dienst verliert arbeitsplatzmäßig mehr und mehr an Bedeutung.

 

Einstufung Insgesamt
(Frauen)
Bund
(Frauen)
Länder
(Frauen)
Kommunen
(Frauen)
Andere
(Frauen)
Besoldung B 11.565
(21,3 %)
3.310
(21,5 %)
4.305
(27,2 %)
3.850
(14,5 %)
100
(25 %)
Besoldung R 29.135
(48,3 %)
555
(29,7 %)
28.580
(48,1 %)
0 0
Besoldung W, C 38.000
(22,8 %)
335
(19,4 %)
37.650
(22,8 %)
0 20
(25 %)
Höherer Dienst
Gesamt 900.040
(52,1 %)
58.000
(31,4 %)
743.825
(52,8 %)
79.070
(42,4 %)
19.145
(43,7 %)
Beamte
(A13 – A16)
531.790
(53,3 %)
45.400
(17,0 %)
447.445
(57,6 %)
34.560
(32,8 %)
4.385
(39,1 %)
Angestellte
(EG13 – EG15Ü)
368.250
(50,5 %)
12.600
(47,1 %)
296.380
(51,0 %)
44.510
(49,8 %)
14.760
(45,1 %)
Gehobener Dienst
Gesamt 1.567.270
(58,3 %)
154.610
(26,9 %)
857.330
(58,6 %)
427.150
(58,5 %)
178.175
(67,4 %)
Beamte
(A9 – A12)
803.485
(50,2 %)
118.655
(20,2 %)
557.830
(56,1 %)
102.775
(50,1 %)
24.225
(60,8 %)
Angestellte
(EG9 – EG12)
763.785
(66,9 %)
38.955
(48,6 %)
299.500
(63,3 %)
324.375
(61,1 %)
153.950
(68,4 %)
Mittlerer Dienst
Gesamt 1.267.185
(62,8 %)
217.450
(26,7 %)
401.600
(61,3 %)
636.310
(63,3 %)
109.975
(81,1 %)
Beamte
(A5 – A8)
295.325
(30,1 %)
151.235
(17,4 %)
106.330
(45,2 %)
36.835
(37,7 %)
925
70,8 %)
Angestellte
(EG5 – EG8)
971.860
(72,8 %)
66.215
(48,0 %)
295.270
(67,0 %)
599.475
(64,5 %)
(81,1 %)
Einfacher Dienst
Gesamt 304.295
(60,4 %)
35.520
(28,7 %)
56.960
(58,0 %)
199.910
(66,2 %)
10.905
(74,6 %)
Beamte
(A1 – A4)
18.875
(14,8 %)
17.710
(13,7 %)
1.145
(38,4 %)
15
(0,0 %)
5
(100,0 %)
Angestellte
(EG1 – EG4)
285.420
(63,4 %)
17.810
(44,0 %)
56.815
(57,3 %)
199.895
(66,2 %)
10,900
(74,5 %)
Quelle: dbb, Zahlen-Daten-Fakten 2019          Details zu den einzelnen Laufbahnen unter: https://www.dbb.de/fileadmin/pdfs/2019/zdf_2019.pdf