News aus der Welt der Berufe …

Zusammengestellt von Hans-Martin Barthold | 15. Februar 2020

 

Ausbildungs-News

Die Förderungsmöglichkeiten von Auslandsaufenthalten während einer Berufsausbildung haben sich deutlich verbessert. Ab sofort fördert das Bundesministerium Bildung und Forschung im Programm „AusbildungWeltweit“ nicht nur Azubis aus betrieblichen, sondern auch aus schulischen Berufsausbildungen. Gefördert werden Aufenthalte in Ländern außerhalb der Europäischen Union zwischen 3 Wochen bis zu 3 Monaten. Der Aufenthalt muss der praktischen Ausbildung dienen. Der Antrag muss durch den Ausbildungsbetrieb bzw. die schulische Ausbildungseinrichtung erfolgen, die auch den Kontakt zum ausländischen Partnerbetrieb herzustellen hat. Gefördert werden können auch Aufenthalte von Ausbildern über eine Zeitdauer von mindestens 2 Tagen bis zu maximal 2 Wochen. Die nächste Antragsfrist für einen Auslandsaufenthalt zwischen dem 01.10.2020 und dem 30.09.2021 endet am 18. Juni 2020. Alle weiteren Informationen finden sich unter: https://www.ausbildung-weltweit.de/index.html.

Freie Ausbildungsplätze für das kommende Jahr sind unter folgenden Internetportalen zu finden:

Die App „AzubiWelt“ bietet Jugendlichen alle wichtigen Informationen und Funktionen rund um die Ausbildungsstellensuche. Sie wird von der Bundesagentur für Arbeit betrieben. Sobald die Entscheidung für einen Ausbildungsberuf getroffen ist, werden die passenden Ausbildungsstellen angezeigt. Auch kann unbürokratisch der Kontakt mit der zuständigen Beratungsfachkraft der örtlichen Arbeitsagentur aufgenommen werden. Die App ist im Google Play Store und im Apple App Store kostenlos erhältlich.

Auszubildende erhalten ab 2020 einen Mindestlohn. Er wird unabhängig vom Beruf im ersten Lehrjahr 515 Euro betragen. Anfang 2021 soll die Vergütung dann auf 550 Euro steigen, 2022 auf 585 Euro und 2023 auf 620 Euro. Eine Untergrenze soll es auch für die weiteren Lehrjahre geben. Im zweiten Ausbildungsjahr wird sie 18 Prozent über der Vergütung im ersten Ausbildungsjahr liegen, im dritten Ausbildungsjahr 35 und im vierten Ausbildungsjahr 40 Prozent darüber. Ab 2024 soll der Azubi-Mindestlohn dann automatisch mit der Entwicklung der Lehrlingsgehälter steigen. Zudem sollen die betrieblichen Lernmittel komplett vom Arbeitgeber bezahlt werden. Ausnahmen von der Mindestvergütung sind künftig dennoch möglich, wenn Arbeitgeber und Gewerkschaften für einzelne Branchen eigene Vereinbarungen treffen. Der Bundesrat muss der Reform noch zustimmen. Weitere Informationen unter: http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/144/1914431.pdf.

Das neue Berufsbildungsgesetz (https://www.bmbf.de/upload_filestore/pub/Das_neue_Berufsbildungsgesetz_BBiG.pdf) ist zum 01. Januar 2020 in Kraft getreten. Neben dem für alle Ausbildungsbetriebe nun verbindlichen Azubimindestlohn (siehe vorherige Meldung) eröffnet es Fachpraktikern die Möglichkeit, anstelle oder zusätzlich zum Meistertitel auch die Bezeichnung Bachelor Professional tragen zu dürfen. Darüber hinaus gibt es zwei weitere Niveaustufen der Weiterbildung mit den Bezeichnungen Geprüfter Berufsspezialist sowie Master Professional. Die neuen Weiterbildungsbezeichnungen stoßen bei den Hochschulen auf breite Ablehnung.

 

Studien-News

Einen Studiengang „Ressourcenmanagement Wasser“ bietet die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg an. Das Studium umfasst die naturwissenschaftlichen und technischen Grundlagen der Wasserver- und –entsorgung. Als Arbeitsfelder nennt die Hochschule neben einer Tätigkeit bei Stadtwerken und Umweltbehörden auch Beschäftigungsmöglichkeiten in der Entwicklungshilfe, der Politikberatung sowie dem Tourismus. Das Studium schließt nach sieben Semestern mit dem Bachelor of Science (B.Sc.) ab. Weiterführende Informationen unter: https://www.hs-rottenburg.net/informationen-fuer/studieninteressierte/studienangebote/bsc-ressourcenmanagement-wasser/.

 Ein jeweils einjähriges „Studium Generale“ zur Unterstützung fachlich noch unentschlossener Studienbewerber bieten zusammen mit der Universität Tübingen zwei voneinander unabhängige Einrichtungen an. Es handelt sich hierbei um das Leibniz Kolleg Tübingen sowie um das Ambrosianum College Tübingen. Informationen über Inhalte, Bewerbungsfristen, Auswahlverfahren und Studiengebühren finden sich unter: https://ambrosianum-tuebingen.de/was-ist-das-ambrosianum-college/ (Ambrosianum College) und https://uni-tuebingen.de/einrichtungen/verwaltung/stabsstellen/leibniz-kolleg/das-leibniz-kolleg/ (Leibniz Kolleg).

Einen Master-Studiengang „Technische Informatik: Security and Industrial Internet of Things“ bietet die Hochschule Mannheim an. Die Studierenden erwerben Kenntnisse aus dem Bereich der IT-Security, die durch Inhalte aus Embedded Systems und maschinellem Lernen ergänzt werden. Die Studiendauer umfasst einschließlich eines Semesters zur Anfertigung der Masterarbeit 3 Semester. Weiterführende Informationen unter: https://www.hs-mannheim.de/einzelansicht/neuer-master-studiengang-fuer-security-und-industrial-internet-of-things-an-der-hochschule-mannhe.html.

Der Anteil zulassungsbeschränkter Studiengänge verharrt nach Informationen der Hochschulrektorenkonferenz bei rund 40 Prozent aller grundständigen Studienangebote. Vor zehn Jahren noch lag dieser Anteil bei 52 Prozent. Zwischen den Ländern gibt es allerdings erhebliche Unterschiede. In Berlin unterliegen 70 % aller grundständigen Studienangebote Zulassungsbeschränkungen. Der Anteil zulassungsfreier Studienangebote ohne Zulassungsbeschränkungen ist am höchsten in den Ländern Thüringen (83 %), Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt (jeweils 74 %) sowie Mecklenburg-Vorpommern und Bayern (jeweils 70 %).

Die Anteile von Männern und Frauen nach Studienfächern hat die Wochenzeitschrift „Die Zeit“ untersucht. Die Ergebnisse bestätigen bereits Bekanntes, weisen aber auch auf Veränderungen hin. Die Details sind zu finden unter: https://www.zeit.de/campus/2019-10/geschlechterverhaeltnis-studiengaenge-frauen-maenner-studium-universitaet?wt_zmc=nl.int.zonaudev.zeit_online_campus_zeit_campus_nl_kw_43.nl_ref.zeitde.bildtext.link.20191021&utm_medium=nl&utm_campaign=nl_ref&utm_content=zeitde_bildtext_link_20191021&utm_source=zeit_online_campus_zeit_campus_nl_kw_43_zonaudev_int.

Einen Master-Studiengang „Angewandte Informatik“ mit Doppelabschluss bietet die Hochschule Hannver an. Dazu kooperiert sie mit den Universitäten Hiroshima City University in Japan sowie der Universidad Rey Juan Carlos in Madrid/Spanien. Die Studiendauer beträgt vier Semester. Der Studienbeginn kann sowohl im Winter- wie im Sommersemester erfolgen. Weiterführende Informationen unter: https://f4.hs-hannover.de/studium/master-studiengaenge/angewandte-informatik-min/.

Einen Bachelor-Studiengang „Cyber Security“ bietet die Universität Bonn an. Neben Kenntnissen aus der Informatik und der Cyber Security vermittelt das Studium auch Qualifikationen aus den Rechtswissenschaften und Psychologie. Die Studiendauer beträgt sechs Semester. Als Abschluss wird der Bachelor of Science (B.Sc.) erworben. Einen entsprechenden Masterstudiengang plant die Universität Bonn für das Wintersemester 2022/23. Weiterführende Informationen unter: https://www.uni-bonn.de/studium/vor-dem-studium/faecher/cyber-security/cyber-security-bachelor-of-science.

Einen Studiengang „Digital Biomedical and Health Sciences“ bietet erstmals in diesem Studienjahr die Universität Siegen an. Die Absolventen sollen, so die Hochschule, die moderne digitale Gesundheitsversorgung erforschen und entsprechende Strukturen umsetzen. Die Studierenden haben in dem sechssemestrigen Studiengang einen der folgenden drei Schwerpunkte zu wählen: Digital Public Health, Digital Medical Technology oder Biomedical Technology. Weiterführende Informationen unter: http://www.uni-siegen.de/lwf/studium/bachelor/?lang=de.

 

„Cross-boarder“-News

In Polen approbierte Medizinabsolventen können in Deutschland weiter als Arzt tätig werden. Allerdings sind dafür zwei Bedingungen zu erfüllen. Zum Einen müssen die Absolventen in Polen nach ihrem universitären Studienabschluss ein 13-monatiges Postgraduierten-Praktikum („Staz“) absolviert haben sowie eine zusätzliche mündliche Prüfung („LEK“) erfolgreich bestehen. Erst wenn diese beiden Voraussetzungen erfüllt sind, gilt in Polen die ärztliche Ausbildung als abgeschlossen. Eine nach Landesrecht abgeschlossene ärztliche Ausbildung ist entsprechend der Richtlinie 2005/36/EG der Europäischen Union zwingende Voraussetzung für die automatisierte Anerkennung der Approbation in Deutschland.

Der Zugang zum Beruf des „Psychotherapeuten“ ist zum 01. Januar diesen Jahres gesetzlich neu geregelt worden. Die Approbation als Psychotherapeut erfolgt nun bereits nach Abschluss des Studiums an einer Universität. Das Studium gliedert sich in ein polyvalentes Bachelorstudium Psychologie sowie ein sich daran anschließendes Masterstudium mit Schwerpunkt Klinische Psychologie und Psychotherapie. Das Studium schließt mit einer psychotherapeutischen Prüfung ab. Ein Fachhochschulstudium wird nicht anerkannt. Um als Psychotherapeut entsprechende Behandlungen direkt mit den gesetzlichen Krankenversicherungen abrechnen zu können, ist im Anschluss an das Studium und die Approbation eine jeweils nach Landesrecht organisierte Weiterbildung in stationären oder ambulanten Einrichtungen zu absolvieren. Erst nach Abschluss dieser Weiterbildung sind Psychotherapeuten berechtigt, sich ins Arztregister eintragen zu lassen. Weiterführende Informationen unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/psychotherapeutenausbildung.html.

Schleswig-Holstein bietet Bachelorabsolventen eine neue Möglichkeit zum Zugang ins Lehramt an Berufsbildenden Schulen an. Voraussetzung sind ein abgeschlossenes Masterstudium in den Fachrichtungen Elektro-, Fahrzeug-, Informations- oder Metalltechnik sowie ein einjähriges Berufspraktikum oder eine abgeschlossene Ausbildung. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Das erste Jahr dient dem Vollzeitstudium in der bereits vorliegenden beruflichen Fachrichtung sowie dem Fach Wirtschaft/Politik am Berufsbildungsinstitut Arbeit und Technik der Europauniversität Flensburg. Im zweiten Jahr reduziert sich das Studium auf zwei Tage. Dazu treten Lehrveranstaltungen am Landesseminar Berufliche Bildung in Kronshagen bei Kiel (ein Tag) sowie praktischer Unterricht an der jeweiligen Ausbildungsschule (zwei Tage). Für die Zeit dieser dreijährigen Ausbildung erhalten die Teilnehmer eine Ausbildungsvergütung in Höhe der Referendarsbezüge. Weiterführende Informationen unter: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Schwerpunkte/LehrkraefteSH/QuerSeiteneinstieg/documents/dualesStudium.html.

Die Zusatzweiterbildungsbezeichnung „Homöopathie“ ist in den Bezirken der Ärztekammern Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Niedersachsen abgeschafft worden. Homöopathie sei nicht mit der Naturheilkunde gleichzusetzen, die nach entsprechender Weiterbildung auch künftig als Zusatzgebietsbezeichnung geführt werden darf.

 

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