Hochschule Mittweida – Viel mehr Möglichkeiten

Von Helmut Hammer | 14. April 2022

Hinweis: Helmut Hammer arbeitet als Pressesprecher der Hochschule Mittweida.

 

Alle Wege führen in die Hochschulstadt Mittweida – Hier: Hinweistafel auf der Autobahn A4 bei Chemnitz (Foto: Wikimedia/PantheraLeo1359531)

Wer zum Studieren, Forschen oder aus schlichter Neugier an die Hochschule Mittweida kommt, trifft auf einen modernen Campus mitten in der Stadt. Wie eine kleine Uni irgendwo im mittleren Westen der USA, hat einmal jemand gesagt. Dass sie mit fast 6.900 Studierenden eine der größten Hochschulen in Sachsen ist, sieht man ihr nicht an. Wer kommt, verliebt sich spätestens auf den zweiten Blick und bleibt – für ein Studium oder auch ein Forscher:innenleben.

Ein Campus für Lehre, Forschung und Leben, eine Umgebung für Hightech und Kreativität, groß genug für die Vielfalt der Möglichkeiten und klein genug für die unkomplizierte Begegnung von Menschen. Die Wege sind kurz, das gilt räumlich, und es gilt auch für die Distanzen in den Köpfen und Strukturen. Man kennt sich, trifft sich, über Fakultäten und Disziplinen hinweg, und unabhängig davon, ob akademische Grade noch angestrebt oder schon angesammelt sind. Mag sein, dass es diese effiziente und kreative Kompaktheit ist, die in Mittweida mehr möglich macht als anderswo: weiter denken und auch machen. Gehen Sie mit auf einen kleinen Rundgang, der keineswegs vollständig ist, aber neugierig machen soll. Wenn Sie sich jung fühlen, überspringen Sie den ersten Abschnitt.

Soviel Historie darf sein

Fassade mit Botschaft – 150 Jahre Elektrotechnik und Maschinenbau in Mittweida (Foto: HS Mittweida)

In den 1860er Jahren kamen zwei Bildungsunternehmer auf die Idee, in der Stadt an der Zschopau im Dreieck zwischen Dresden, Leipzig und Chemnitz eine private Lehranstalt für Maschinenbauer zu gründen. Das „Technikum Mittweida“ verband innovativ Theorie und Praxis. Das Ausbildungskonzept kombiniert mit einem geschickten Marketing – auch wenn man das damals noch nicht so nannte – zog bald Söhne aus aller Welt ans Technikum Mittweida, von Skandinavien bis Südamerika. Die Geschichte mit den Stationen Ingenieurschule und Ingenieurhochschule machen wir kurz. Ab 1992 entwickelte sich die Hochschule für Technik und Wirtschaft (FH), später Hochschule für Angewandte Wissenschaften Mittweida aber rasant weiter. Der Praxisbezug der ersten Jahre und der Forscherdrang der späteren Jahre blieben, auch die Welt ist wieder zuhause in Mittweida. Und heute sind es nicht nur Söhne und nicht nur Maschinenbauer.

Vielfalt studieren

Wer heute nach Mittweida kommt, findet viele Möglichkeiten: Rund 50 Studienangebote mit Bachelor-, Diplom- und Masterabschluss und anwendungsnahe Forschung an fünf Fakultäten. Das Spektrum ist weit von Ingenieur- und Naturwissenschaften über Informatik, Wirtschafts- und Medienwissenschaften bis zur Sozialen Arbeit. Auch für die Kombination von Studium und Beruf oder Familie gibt es viele Möglichkeiten über berufsbegleitende, duale und Teilzeit-Modelle. Manche Studienangebote gibt es so nur an der Hochschule Mittweida, wie die Allgemeine und Digitale Forensik, die produktionsorientierten Studiengänge Medienmanagement und Medientechnik und das Masterprogramm Blockchain and Distributed Ledger Technologies. Diese Studiengänge stehen zugleich beispielhaft für typische Mittweidaer Tugenden: Neue Themen aufgreifen, Fächergrenzen überwinden, nah an den Herausforderungen von Wirtschaft und Gesellschaft sein, Forschung und Lehre eng verbinden, zum Weiterdenken, Experimentieren und Machen ermutigen.

Raum für mehr Möglichkeiten

Bibliothek und Mensa (Foto: Wikimedia/User:Kolossos)

Das Wachsen, ohne sich zu verwachsen, ist auch physisch erlebbar. Den außen und innen beeindruckend hergerichteten historischen Gebäuden gesellten sich in den 1990er bis 2010er Jahren fußläufig neue hinzu. Während anderswo auf der grünen Wiese außerhalb gebaut wurde, blieb die Hochschule Mittweida mitten in der Hochschulstadt Mittweida, auch zuletzt mit Europas modernstem akademischen Medienhaus, dem Institutsneubau für die Laserforschung und dem Laborneubau der Ingenieurwissenschaften für digitalisierte Produktionstechnologien und neue Werkstoffe. Eine neue Hochschulbibliothek und ein Haus der Zukunftstechnologien auf dem Campus sind in Planung.

Das Zentrum für Medien und Soziale Arbeit der Hochschule ist eines der modernsten akademischen Ausbildungszentren Europas im Medienbereich. Neben Hörsälen und Seminarräumen finden sich im „Schwarzen Palast“ mit seiner imponierenden Architektur ein hochmodernes Fernsehstudio, Regie- und Schnitträume, Tonstudios und der hochschuleigene Radiosender „99drei Radio Mittweida“. Der sendet nicht nur für den Campus, sondern rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche für die Stadt und ist damit der einzige von Studierenden betriebene Lokalsender Deutschlands. In vielen Live-Produktionen aus dem Fernsehstudio erproben Mittweidaer Medienstudierende vor und für reales Publikum neue medienübergreifende Formate für Kongresse, Unterhaltung und Information. Events wie das Campusfestival Mittweida sind Höhepunkte im Jahreskalender von Hochschule und Stadt – und gleichzeitig semesterübergreifendes, teambildendes Praxisprojekt im Studienablauf.

Die Studienrichtungen der beiden deutschlandweit einzigartigen produktionsorientierten Studiengänge Medienmanagement und Medientechnik zeigen, wo es für die Absolvent:innen einmal hingeht – und mit welch unterschiedlichen Interessen und Begabungen sie ein paar Jahre zuvor zum Studieren nach Mittweida gekommen waren: Digital Media and Journalism, Media and Business, Media Production, Esports and Games Marketing sowie Live Production und Digital Production. Die Namen der Mittweidaer Medien-Alumni finden sich vor, aber vor allem hinter der Kamera und den Kulissen vieler Medienproduktionen. Mit weiteren Studiengängen macht die Hochschule Mittweida heute „irgendwas mit Medien“ konkret: Global Communication in Business and Culture sowie Medieninformatik und Interaktives Entertainment sind nicht nur Beispiele für die neue Kombination von Inhalten, sondern auch für moderne Lehrformen, die Präsenz- und digitale Formate kombinieren – auch schon „vor Corona“ und ausgezeichnet: Zwei Preisträger des seit 2014 alle zwei Jahre vergebenen Sächsischen Lehrpreises sind Professoren der Hochschule Mittweida.

Leuchtturm Laserforschung

Zwei Studierende der Physikalischen Technik mit dem Studienschwerpunkt Biophotonik entdecken das Licht völlig neu (Foto: HS Mittweida)

Strahlkraft anderer Art hat der Forschungsbau des Laserinstitut Hochschule Mittweida. Der war bei seiner Eröffnung im Jahr 2016 der erste Forschungsneubau an einer Fachhochschule/Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), der vom Bund mitfinanziert wurde – eine Auszeichnung für die Exzellenz der Mittweidaer Laserforschung. Das Laserinstitut Hochschule Mittweida ist eines von sechs führenden Forschungsinstituten für Lasertechnik in Deutschland – und darunter das einzige an einer HAW. Die sieben Professoren und 40 Mitarbeitenden, die fast ausschließlich über Drittmittel finanziert werden, forschen auf internationalem Niveau an der Anwendung des Laserstahls in wichtigen gesellschaftlichen Bereichen und Zukunftsfeldern wie zum Beispiel Mobilität, Automotive, Life Science, Medizin und Energie.

Für die Fachleute: Klassische Forschungsfelder sind unter anderem die Mikro- und Nanobearbeitung, die Hochrate-Laserbearbeitung, die Oberflächenbearbeitung und die Lasermesstechnik. Neu hinzu gekommen in der jüngeren Zeit sind der Laser-3D-Druck, die Laser-Bionik und die Biophotonik, also die Wechselwirkung mit organischem Material. Für die, die noch Fachleute werden wollen: Das Arbeiten mit Licht kann man in Mittweida selbstverständlich auch studieren, eine ebenso anspruchsvolle wie faszinierende Kombination aus Natur- und Ingenieurwissenschaften. Studierende im Studiengang Lasertechnik/Physikalische Technik haben ideale Möglichkeiten, schon früh in die Spitzenforschung mit Licht einzusteigen. Das ist auch in anderen Disziplinen an der Hochschule Mittweida mit weniger Hürden verbunden als einer großen Uni.

Licht ins Dunkel

Mitten in der Stadt – Blick auf den Technikumplatz und das Hauptgebäude der Hochschule (Foto: HS Mittweida)

Zum Beispiel dort, wo man sich weniger mit Licht als vielmehr mit den dunklen Seiten der Wirklichkeit beschäftigt: Die Forensik, eine recht junge Disziplin an der Hochschule Mittweida, aber auch schon seit 2017 Standort von Fraunhofer mit einem Lernlabor Cybersicherheit. Die Fachgruppe Forensik hat sich aus zwei anderen Disziplinen an der Hochschule Mittweida entwickelt: der Biotechnologie und der Informatik. Sie ist eine echte Querschnittswissenschaft. Die Hochschule ließ die jungen Forschenden machen. Es geht darum, die vielen einzelnen und immer besser und umfangreicher bestimmbaren Teile einer Spurenlage als Ganzes zu betrachten, unabhängig davon, ob Blut oder nur Daten geflossen sind. Einer der Mittweidaer Forensik-Experten ist Professor Dirk Labudde.

Seit vielen Jahren schult Labudde mit seinem Team Polizei und Staatsanwaltschaften, wird als Sachverständiger in Gerichtsprozessen oder als Gutachter in laufenden Verfahren hinzugezogen, wie bei der Videoanalyse vom Raub im Grünen Gewölbe. Solche Außeneinsätze von einem der „klügsten Köpfe Mitteldeutschlands“, so der MDR, und die Kontakte zu den Ermittlungsbehörden sind direkter Input für Forschung und Lehre, zum Beispiel im einzigartigen Studiengang Allgemeine und digitale Forensik. Das (freigegebene) reale Material aus den Fällen macht Vorlesungen dort und den beiden anderen Forensik- und Cybercrime-Studiengängen anschaulich aktuell und hilft, die forensischen Methoden zu verfeinern: zum Beispiel die Gesichtsweichteilrekonstruktion und die biometrische Identifizierung von Personen über deren Gangbild.

Künstliche Intelligenz smarter machen

Lebens- und liebenswert – Der Marktplatz von Mittweida (Foto: HS Mittweida)

Es ist ein Buzzword, an dem man nicht vorbeikommt, gerade nicht in Sachsen, wo in Mittweida menschliche Intelligenz in vielen Köpfen daran arbeitet: Künstliche Intelligenz (KI). Die Mathematiker:innen an der Hochschule forschen an neuen Algorithmen, die Informatiker:innen und Ingenieur:innen an intelligenten Implementierungen. Anwendung(en) finden sie in allen Disziplinen. Das Institut für Computational Intelligence und Machine Learning (SICIM) ist Vorreiter in Sachsen in Sachen interpretierbarer KI und mathematischer Methodenentwicklung. Maschinen sollen nicht einfach programmierte Befehle ausführen, sondern wie der Mensch über Erfahrung selbständig dazulernen: zum Beispiel in der Forensik beim Identifizieren von Verdächtigen, im Maschinenbau für die vorausschauende Wartung von Anlagen, im Automobilbau für das autonome Fahren oder die intelligente Lichtsteuerung, in der Landwirtschaft für den effizienten Einsatz von Düngern, in der Medizin für die Entwicklung von Medikamenten und Diagnoseassistenzsysteme, in der Sozialen Arbeit für intelligent zusammengestellte Unterstützungsangebote und in der Arbeitsforschung für die KI-gestützte sichere Gestaltung von Arbeitsplätzen. Die Beispiele zeigen, wie KI in Mittweida in Forschung und Studium hinaus weitergedacht wird. Die Hochschule Mittweida macht KI smart, transparent und anwendungsnah, und KI bringt die Disziplinen zusammen.

Mittweida ist Schaufenster

Noch ein Buzzword: Blockchain! Wir versuchen hier erst gar nicht, das Prinzip zu erklären, versprechen aber, dass es an der Hochschule Mittweida im Blockchain Competence Center (BCCM) Menschen gibt, die das können und auch Ideen dafür haben, was man jenseits von Bitcoin damit Sinnvolles anfangen kann. Der Leiter des BCCM Professor Andreas Ittner berät unter anderem die Sächsische Staatsregierung bei ihrer Digital-Strategie. Im europaweit ersten Blockchain-Masterstudiengang Blockchain and Distributed Ledger Technologies und in zwei jährlichen Tagungen des BCCM teilen die Mittweidaer ihr Wissen mit anderen Expert:innen aus dem In- und Ausland. Ganz nah kommt die Blockchain den Laien über die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Blockchain-Schaufensterregion Mittweida. Hier sollen vor Ort blockchainbasierte Anwendungen in der (kommunalen) Verwaltung und in der Wirtschaft erprobt werden, zum Beispiel für Blockchain-Anwendungen in der Mobilität, manipulationssichere Wahlen und einfachere Zugänge zu Energie und Mobilität.

Vier gewinnt

Auf dem Lehrplan der Medienmanager – Events wie das Campusfestival (Foto: HS Mittweida)

Blockchain, Machine Learning und digitale Forensik gehören zum Forschungsschwerpunkt Angewandte Informatik der Hochschule Mittweida. Mit drei weiteren Schwerpunkten ist sie auf der Forschungslandkarte der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) vertreten: Lasertechnologien, Produkt- und Prozessentwicklung, Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft. Die Hochschule Mittweida ist hier eine von nur drei Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Deutschland mit mehr als drei Forschungsschwerpunkten, an die deshalb durch die HRK noch einmal strengere Kriterien angelegt werden. Mittweidaer Forscher:innen werben im Durchschnitt mehr Forschungsgelder ein als ihre Kolleg:innen an anderen HAW. Das Geld geben sie natürlich auch wieder aus. Sie geben damit dem wissenschaftlichen Nachwuchs Chancen, investieren in die Forschungsinfrastruktur der Hochschule und geben der Wirtschaft und der Gesellschaft viel Knowhow zurück.

Dem Ingenieur …

Mit den Ingenieuren fing vor über 150 Jahren alles an an der Hochschule Mittweida. Die Disziplin brachte viele Erfinder hervor, gleichzeitig musste sie sich selbst immer neu erfinden. Die Studiengänge Maschinenbau und Elektrotechnik sind Klassiker, die sich geöffnet und weiterentwickelt haben. Weil nicht nur Ingenieur:innen dringend gebraucht werden, sondern auch Industrie und Handwerk es insgesamt am technisch interessierten Nachwuchs fehlt, hat die Fakultät Ingenieurwissenschaften der Hochschule Mittweida jüngst die Studienrichtung Ingenieurpädagogik ins Portfolio aufgenommen. Ziel ist, gemeinsam mit der TU Dresden Lehrer:innen für die technischen Fächer an Berufsschulen auszubilden, denn die fehlen auch, gerade im ländlich geprägten Raum.

Die Studierenden kennen die Welt und die Welt kennt den Campus Mittweida (Foto: HS Mittweida)

Mobilität ist an einer Hochschule, an der mit August Horch und Jørgen Skafte Rasmussen sozusagen drei der vier „Audi-Ringe“ studierten, ein aktuelles Thema: Angefangen von der Forschung und Lehre zu – vor allem zweirädriger – Mikromobilität bis zu neuen Technologien für ein paar Räder mehr: Gegenstand einer Kooperation mit IAV, einem der weltweit führenden Engineering-Dienstleister der Automobilindustrie, sind die Zukunftshemen dieser im Umbruch befindlichen Branche. Weiter gedacht und gemacht in Mittweida bedeutet hier nicht nur die Aufnahme von Forschungsaufgaben aus der Industrie: Im Masterprogramm Vernetzte Intelligente Systeme qualifiziert die Hochschule Ingenieur:innen von IAV zum Beispiel für die Entwicklungsarbeit am autonomen Fahren. Dafür ist auch ein Forschungsprojekt mit dem neuen Institute for AI Safety and Security des DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) am Start.

Es soll zunächst die Lern-Fortschritte beim sicheren selbständigen Fahren von Robotern erleichtern und so die Koexistenz von Mensch und Maschine konfliktfreier machen. Ein weiteres aktuelles Projekt an der Fakultät Ingenieurwissenschaften hat ebenfalls das Miteinander von Mensch und Maschine zum Gegenstand, aber vor einem ganz anderen Hintergrund: Das Institut „InnArbeit“ ist federführend im BMBF-Projekt „Perspektive Arbeit Lausitz – PAL“. Für eine ganze Region im Strukturwandel entwickeln, erproben und demonstrieren Mittweidaer Wissenschaftler:innen mit Kolleg:innen dreier weiterer Hochschulen und vielen Partnern aus der Wirtschaft Modelle für künftige Arbeit, die durch KI sicherer und attraktiver gestaltet werden kann.

… ist nichts zu schwer

Nachhaltiges Immobilienmanagement verbindet Ökonomie mit Ökologie und Soziologie (Foto: HS Mittweida)

Auch nicht über den Tellerrand zu blicken. Wie wollen und können wir in Zukunft leben? Lebenswelten zu gestalten und die Umwelt zu schützen, sind ebenso notwendige wie spannende Aufgaben. Sie verlangen persönliches Engagement von jedem einzelnen, bieten aber auch vielfältige und anspruchsvolle Arbeitsfelder für Profis. In der Natur der Sache liegt, dass hier viele Disziplinen zusammenkommen: Ingenieur-, Natur- und Sozialwissenschaften. An der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen sind zwei Studiengänge zuhause, die hinten mit „…management“ aufhören und vorn wesentliche Arbeitsfelder benennen: Energie- und Umweltmanagement und Nachhaltiges Immobilienmanagement. Typisch für die Hochschule Mittweida gilt auch dort: Die Kooperation mit Unternehmen und Kommunen lässt Studierende schon während des Studiums nah dran sein an der Praxis.

Energie- und Umweltmanager:innen treiben den Einsatz erneuerbarer Energien voran, kümmern sich um die zuverlässige Verteilung – und auch den effizienten Einsatz. Spätestens hier begegnen sie Immobilienmanager:innen. Im Mittweida haben sie gelernt, Immobilien von ihrer Entwicklung über den Bau und eine sich wandelnde Nutzung bis zum Abriss zu betreuen. Dabei die bestmöglichen Lösungen zu finden, die Bedarfe von Menschen, Umwelt und Wirtschaft berücksichtigen, spielt eine entscheidende Rolle. Sie haben das praktisch gelernt – in Projekten mit großen Unternehmen wie Siemens Real Estate oder ganz hautnah beim nachhaltigen Bauen mit traditionellen Materialien wie Stroh, Lehm und Holz.

Nah an den Menschen

Der Rundgang endet, wo er angefangen hat: am Zentrum für Medien und Soziale Arbeit. Medien und Soziale Arbeit – beide den Menschen und ihren Themen zugewandt, beide Disziplinen passen gut unter ein Dach in Mittweida. Soziale Arbeit ist Beruf(ung) und Wissenschaft. Darauf legt man Wert im gleichnamigen Studiengang mit Bachelor- und Masterabschluss. Für beide gibt es eine Variante, die sich auch neben einer Berufstätigkeit studieren lässt. Kritisches Hinterfragen des Bestehenden und unterstützende Zuwendung zu den Menschen – das bringt Ausbildungsziel und -konzept auf den Punkt.

Agiles Projektmanagement bei den Immobilienmanagern (Foto: HS Mittweida)

An der Mittweidaer Fakultät sind dabei alle Lebensalter und ganz verschiedene Lebenslagen im Blick. Wissenschaftler:innen wirken mit an der regionalen Sozialbericherstattung, erkunden alternative Beschäftigungsmöglichkeiten in landwirtschaftlichen Betrieben für Menschen mit Behinderungen, forschen zu Integration und Diversität und nehmen dabei ihre Studierenden mit auf den Lösungsweg für aktuelle Herausforderungen unseres Miteinanders. Fast unnötig zu betonen, dass das Studium ganz praktisch an die Menschen und Institutionen heranführt: Studierende der Sozialen Arbeit begleiten und organisieren zum Beispiel ein Outdoor-Camp für Schüler:innen ebenso wie den Mittweidaer Seniorenball.

Hochschule in der Stadt

Mittweida ist die erste offizielle „Hochschulstadt“ in Sachsen. Große Hochschule in der eher kleinen Hochschulstadt zu sein, heißt auch, das kulturelle und soziale Miteinander mitzuprägen. Studieren, lehren, forschen – und leben – lässt es sich gut in Mittweida. Man ist wenig abgelenkt, jedenfalls durch kaum etwas, was man nicht selbst auf die Beine stellt. Die Studierenden sind erfinderisch, und das nicht nur zum Vergnügen. Von hohen Mieten und langen Wegen verschont, bleibt mehr übrig für Engagement in Projekten, die Teamgeist fördern, Praxiserfahrung vermitteln und auch noch über die Hochschule hinaus wirken.

Glücklich und gut gerüstet für den Berufsstart (Foto: HS Mittweida)

Jedes Jahr im Winter wird das Herbert-E.-Graus-Studio im Zentrum für Medien und Soziale Arbeit zur Bühne für das fakultätsübergreifende studentische „Theater am Schwanenteich“ und dessen immer ausverkaufte Vorstellungen. Im Sommer verwandelt sich der Technikumplatz vor dem Hauptgebäude der Hochschule in die Open-Air-Arena von Campusfestival Mittweida” und Mittelsächsischem Kultursommer. Hochschule und Hochschulstadt betreiben ein gemeinsames Info-Büro. Das informiert auch darüber, was in der landschaftlich reizvollen Umgebung – Stichwort: Sachsens schönste Ritterburg – los ist. Und wenn es denn sein muss: Chemnitz, die Kulturhauptstadt Europas 2025, erreicht man in ein paar Minuten mit der Straßenbahn. Auch Leipzig und Dresden sind nicht weit.

Hochschule in der Welt

Die meisten sind gerne in Mittweida – und manche wollen gar nicht mehr weg. Aber oft schicken wir Mittweidaer Studierende und Wissenschaftler:innen in die Welt hinaus oder laden internationale Gäste zum Studieren und Forschen nach Mittweida ein. Über 100 internationale Universitäten zählen zum Partnerinnennetzwerk. Doppelabschlussprogramme sind attraktive Möglichkeiten für deutsche wie für ausländische Studierende, sich international zu qualifizieren. Die Hochschule Mittweida ist auch Mitinitiatorin der europäischen Hochschulallianz EURECA-PRO und einzige HAW in diesem Verbund für die wissenschaftliche Förderung von nachhaltiger Produktion. Die Idee dahinter: Sieben Hochschulen aus sechs europäischen Ländern tun sich zusammen, um gemeinsam zu lehren, zu lernen und zu forschen, um zu helfen, eines der wichtigsten Ziele der Vereinten Nationen zu realisieren: Wirtschaft und Industrie so auszurichten, dass nachhaltig und verantwortungsvoll produziert und konsumiert wird.

 


Steckbrief
(Stand: 01.11.2021)

Studierende: 6.849, davon 1.594 internationale Studierende (23 Prozent)
Professor:innen: 110
Fakultäten:

  • Ingenieurwissenschaften
  • Angewandte Computer- und Biowissenschaften
  • Wirtschaftsingenieurwesen
  • Medien
  • Soziale Arbeit

Ausgewählte Studienangebote (aus insgesamt ca. 50 Studiengängen):

  • Allgemeine und Digitale Forensik
  • Angewandte Informatik
  • Applied Mathematics
  • Audio and Acoustical Engineering
  • Biophotonik
  • Biotechnologie
  • Blockchain and Distributed Ledger Technologies
  • Cybercrime/Cybersecurity
  • Elektrotechnik-Automation
  • Energie- und Umweltmanagement
  • Global Communication in Business and Culture
  • IT-Sicherheit
  • Ingenieurakustik
  • Lasertechnik/Physikalische Technik
  • Medieninformatik und Interaktives Entertainment
  • Medienmanagement
  • Medientechnik
  • Nachhaltiges Immobilienmanagement
  • Soziale Arbeit
  • Vernetzte intelligente Systeme

Kontakt:
Allgemeine Studienberatung
www.hs-mittweida.de/studienorientierung
E-Mail: studienberatung@hs-mittweida.de
Tel: +49 37 27 58-13 09
WhatsApp +49 151 11542900

Weitere Informationen:
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