Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) – Studium im Wechsel von Theorie und Praxis

Von Clara Baker | 15. Februar 2020

Hinweis: Clara Baker arbeitet in der Hochschulkommunikation der Zentrale der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart

 

Auch in der Elektrotechnik studiert man an der DHBW anwendungsorientiert (Foto: DHBW Präsidium/K. Mellenthin)

Bei der Dualen Hochschule Baden-Württemberg gehen Wissenschaft und Praxis Hand in Hand. Die Studierenden wechseln über das gesamte Studium zwischen Hörsaal und Ausbildungsunternehmen. Sie lernen den Berufsalltag nicht erst nach dem Studium kennen. Er ist bereits von der Immatrikulation an Teil ihres Studienalltags. Die DHBW verknüpft als erste staatliche Hochschule in Deutschland theoretisches Fachwissen mit kontinuierlicher Praxiserfahrung in Unternehmen sowie sozialen und gesundheitsnahen Einrichtungen.

Hier lernen Studierende neben den Kommilitonen im Hörsaal auch direkt den Arbeitsalltag kennen – und zwar bei Unternehmen und Einrichtungen ihrer Wahl: von urbaner Jugendsozialarbeit, über kleine und mittlere Unternehmen im ländlichen Raum bis hin zu internationalen Weltkonzernen. Der Grundgedanke dabei ist, theoretisches Wissen praktisch nutzbar zu machen und es nicht im Hörsaal hinter verschlossenen Türen zu verstecken. Zugleich bringen die Studierenden praktische Erfahrungen zurück in den Hörsaal und reflektieren die dort gelehrte Theorie. Um dieses erfahrungsbasierte Lernen zu unterstützen, lehren neben vielen Hochschulprofessoren auch zahlreiche Dozenten aus der Praxis und geben Einblicke in ihren Berufsalltag.

Schritt für Schritt in die Arbeitswelt

Im Praxissemester bei KUKA (Foto: DHBW/K. Mellenthin)

Das Zusammenspiel der einzelnen Fächer und Module in den theoretischen Phasen an der Hochschule mit den praktischen Ausbildungsabschnitten im Unternehmen verschafft den Studierenden nach und nach ein vollständiges Bild vom zukünftigen Arbeitsalltag und gibt den Absolventen ein besonderes Kompetenzprofil. Studierende lernen bereits während des Studiums, wie das theoretische Wissen aus dem Hörsaal praxisnah im Unternehmen angewandt werden kann. Alle drei Monate wechseln sie zwischen Hochschule und Berufsalltag, lernen und arbeiten im jeweiligen Partnerunternehmen und erhalten dafür ein regelmäßiges Gehalt. Viele Studierende nutzen die Chance, bei der DHBW nicht in überfüllten Hörsälen sitzen zu müssen und ihre Fragen direkt an Dozenten aus der Praxis richten zu können, die sie durch alle Studienphasen begleiten.

Acht von zehn Studierenden unterschreiben noch vor Ende ihres Studiums einen festen Arbeitsvertrag. Oder anders formuliert. Acht von zehn Studierenden gelingt ein nahtloser Übergang von der Hochschule ins Berufsleben. Eine lange Einarbeitungszeit zur vollen Handlungsfähigkeit brauchen sie nicht. Das verschafft ihnen gleichzeitig optimale Entwicklungschancen. Alle zwei Jahre zeichnet die DHBW die besten Praxisphasen aus. Hierfür reichen die Dualen Partner ihre Konzepte für die Arbeitsphasen der Studierenden in ihrem Unternehmen ein und erklären, welche Besonderheiten das Duale Studium bei ihnen birgt.

Praxisnahe Studiengänge

Teamarbeit macht das Lernen leichter (Foto: DHBW Präsidium/K. Mellenthin)

Studieninteressierte bewerben sich direkt beim jeweiligen Unternehmen oder der sozialen Organisation, bei der sie dual studieren wollen. Die DHBW kooperiert mit rund 9.000 Unternehmen und sozialen sowie gesundheitsnahen Einrichtungen, die selbst Mitglieder der Hochschule sind. Studienbewerber können aus den Bereichen Wirtschaft, Technik ebenso wie aus den Bereichen Sozialwesen und Gesundheit aus 27 Bachelor-Studiengängen und rund 100 Studienrichtungen wählen (siehe „Hochschulsteckbrief“). Da sollte jeder das passende Unternehmen und die richtige Studienrichtung finden können. Die DHBW stellt auf ihrer Homepage eine detaillierte Übersicht zum Bewerbungsverfahren und das Netzwerk der Dualen Partner vor. Außerdem berät jeder DHBW Standort auch gerne zu den angebotenen Studiengängen.

In vielen Regionen Baden-Württembergs verwurzelt

Studieren im Schloss oder an einem vernetzen Bildungscampus, jeder Standort hat seinen ganz eigenen Charme. Inhaltlich orientiert sich das örtliche Studienangebot an den Bedürfnissen der regional ansässigen Dualen Partner. Die Angebote werden laufend den Anforderungen des Arbeitsmarktes angepasst und ausgebaut. Viele Studienrichtungen können an mehreren Standorten studiert werden. Ein Studium in direkter Nähe zum Ausbildungsunternehmen ist also in den meisten Fällen ohne aufwändiges Pendeln möglich.

An der DHBW zu studieren, heißt in kleinen Gruppen dialogisch lernen (Foto: DHBW/K.Mellenthin)

Die Duale Hochschule Baden-Württemberg ist derzeit an zwölf verschiedenen Campus im ganzen Bundesland vertreten. Im Einzelnen sind das die Standorte: Karlsruhe, Heidenheim, Heilbronn, Lörrach, Mannheim, Mosbach mit einem weiteren Campus in Bad Mergentheim, Ravensburg mit einem weiteren Campus in Friedrichshafen, Stuttgart mit einem weiteren Campus in Horb und Villingen-Schwenningen.

Gemeinsam vernetzt und international angesehen

Obwohl die starke regionale Verwurzelung mit ihren Dualen Partnern ein großer Vorteil der DHBW ist, gibt es dennoch auch zahlreiche Möglichkeiten, über die Grenzen von Baden-Württemberg hinaus Erfahrungen zu sammeln. Durch die starke Vernetzung, sowohl innerhalb der DHBW als auch mit ausländischen Bildungsträgern und Unternehmen, ist es sogar möglich auf vielfältige Weise internationale Luft zu schnuppern. Über ein Drittel der DHBW Studierenden nutzen die Möglichkeit während ihrer Theoriephase ein Auslandssemester an einer der vielen Partnerhochschulen zu absolvieren. Alle DHBW-Standorte bieten Auslandskooperationen an, einige Standorte darüber hinaus auch mehrsprachige oder trinationale Studiengänge.

Geschafft! – Absolventen der DHBW freuen sich über ihre Bachelor-Urkunden (Foto: DHBW Präsidium/J. Biniasch)

Viele Studierende wagen im Rahmen verschiedener Austauschprogramme innerhalb des eigenen Unternehmens, in den Praxisphasen internationale Kollegen in anderen Abteilungen oder den Auslandsniederlassungen ihrer Ausbildungsbetriebe kennen zu lernen. Welche Möglichkeit in Frage kommt, können die Studierenden während ihres Studiums selbst entscheiden und jederzeit den Rat des International Office oder der Dualen Partner heranziehen. Diese Vernetzung ermöglicht eine maßgeschneiderte Vorbereitung und individuelle Eindrücke für die zukünftige Zusammenarbeit in einer global immer näher zusammenrückenden Arbeitswelt.

Auch studentische Projekte sind ein wichtiger Bestandteil des praxisnahen Studiums und ermöglichen es den Studierenden, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen. Gemeinschaftlich entwickeln die Studierenden beispielsweise elektrische Fahrzeuge, designen landesweite Kommunikationskampagnen, forschen zu Gesundheitsanwendungen oder vernetzen sich mit erfahrenen IT-Experten bei Hackathons und Tech-Events. All diese Projekte leben vom Engagement der dualen Studierenden, die durch die Mitarbeit in ihrem Unternehmen auf vielfältige Art gesellschaftlichem Wandel begegnen. Das duale Studium bietet genau diesen Freiraum und diese Mobilitätschancen, um eigene Ideen sowohl an der Hochschule als auch im Unternehmen voran zu treiben und auszuprobieren.

Die DHBW kann auch Master – Das Center for Advanced Studies bietet duale Masterstudiengänge an (Foto: DHBW/Schmidtworks)

Auch Master!

Nach dem Bachelor muss nicht Schluss sein. Am Center for Advanced Studies (CAS) der DHBW können sich Absolventen der DHBW aber auch aller anderen Hochschulen für ein Studium in den Bereichen Wirtschaft, Technik und Sozialwesen entscheiden. Dieses berufsintegrierende und berufsbegleitende Modell ermöglicht es, unterbrechungsfrei im Job und somit flexibel zu bleiben. Studieninhalte können dabei maßgeschneidert angepasst werden. Alle Infos zum Masterstudium gibt es unter https://www.cas.dhbw.de.

 

 


Hochschul-Steckbrief
(Stand: 15.01.2020)

Gründung: 2009 entstand die Duale Hochschule Baden-Württemberg als Nachfolgerin der Berufsakademie Baden-Württemberg

Standorte: 12

Studienbereiche:

  • Wirtschaft
  • Technik
  • Sozialwesen
  • Gesundheit

Mitarbeiter: rund 2.000

Studierende: rund 35.000

Absolventen: seit 2009 ca. 180 000

Studienmöglichkeiten: 27 Bachelor-Studiengänge mit rund 100 Studienrichtungen und 17 berufsintegrierende Master-Studienangebote. Übersicht unter: https://www.dhbw.de/studienangebot/bachelor.html

Kontakt für Studienbewerber: Zentrale Studienberatung. Kontaktdaten unter: https://www.dhbw.de/informationen/studieninteressierte.html#Studienberatung

 

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