Beschäftigte in internationalen Organisationen – Ein Job für Weltverbesserer mit Bodenhaftung

Von Hans-Martin Barthold | 15. August 2019

Sie sind über die ganze Welt verstreut. Sie arbeiten in New York, in Brüssel, in Genf, in Singapur, in Nairobi, in Conakry oder in Buenos Aires. Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Denn es könnten genauso gut auch Mexiko City, Durban, Rom, Bangkok oder Neu Delhi sein. Ihre Arbeitgeber sind internationale oder supranationale Organisationen, vor allem die Europäische Union und die Vereinten Nationen. Nach Informationen des Auswärtigen Amtes arbeiten bei der Europäischen Kommission, dem Sekretariat der UNO und Organisationen wie beispielsweise der Welthandels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD), der Internationalen Atom Energie Behörde (IAEA), der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) oder der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) rund 8.000 Deutsche. Insgesamt ist die Bundesrepublik nach Auskunft des Auswärtigen Amtes in mehr als 300 internationalen Organisationen Mitglied.

Cornelia Jarasch arbeitet beim Auswärtigen Amt als stellvertretende Koordinatorin für internationale Personalpolitik (Foto: privat)

Schon bevor es gelingt, die Frage zu formulieren, ahnt man angesichts einer derart großen Vielfalt bereits die Vergeblichkeit der eigenen Bemühungen. Und tatsächlich vermögen die Frage nach den Arbeitsinhalten und fachlichen Anforderungen selbst Insider nicht zu beantworten. „So viele Organisationen es gibt“, formuliert es Cornelia Jarasch, „so unterschiedlich sind deren Aufgaben und genauso vielartig die fachlichen Qualifikationen, die für die Jobs dort benötigt werden.“ Die stellvertretende Koordinatorin für internationale Personalpolitik im Auswärtigen Amt weiß, wovon sie spricht. „Gegenwärtig“, lässt sie sich dann aber doch noch eine Aussage entlocken, „sind vor allem Juristen, Ingenieure der verschiedensten Fachdisziplinen, Informatiker und Personalmanager gesucht.“ Bei Politologen und Fachleuten für internationale Beziehungen gibt es dagegen großes Interesse an diesem Tätigkeitsfeld und einen Bewerberüberhang. Im Übrigen aber sind nahezu alle akademischen Disziplinen willkommen. Freilich folge die Nachfrage stets den jeweils aktuellen Weltgeschehnissen. Und die veränderten sich in immer schnellerer Folge.

Hohe Frustrationstoleranz, ausgeprägtes Stehvermögen

Vor allem Weiteren sollen Interessenten an dieser Stelle auf zwei wesentliche Unterschiede zwischen den Organisationen der UNO und den Organen, Diensten und Agenturen der EU hingewiesen werden. Der erste: Im Gegensatz zur EU-Verwaltung besitzt die UNO keine administrative Entscheidungsgewalt. Die UNO-Organisationen arbeiten intergouvernemental. Sie fungieren als Diskussionsplattform, formulieren Standards und leisten im Kern Politikberatung. Die anschließende Umsetzung liegt dann allein in den Händen ihrer Mitgliedstaaten. Ganz anders zeigen sich die Dinge in der EU. Sie verfügt in vielen Bereichen über legislative und exekutive Kompetenzen. Die Bediensteten besitzen also je nach Verantwortungsniveau mehr oder weniger Gestaltungsmacht, mehr noch die Instrumente zur Durchsetzung. Vor dem Hintergrund vieler beteiligter Länder sind die Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse da wie dort allerdings systembedingt oft extrem langwierig.

Im Berlaymont-Gebäude in Brüssel hat die Europäische Kommission ihren Sitz (Foto: Wikimedia/Zinneke)

Die Beschäftigten in internationalen Organisationen benötigen deshalb überall viel Stehvermögen und eine hohe Frustrationstoleranz. Schließlich sind die Ergebnisse ihrer Arbeit bei der oft sehr späten Beschlussfassung dann gar nicht selten schon veraltet und müssen sie wie Sisyphos bei vielen Projekten wieder von vorne beginnen. Der zweite Unterschied zwischen den Organisationen der UNO und EU ist ein beschäftigungspolitischer, dabei ein kaum weniger gravierender. Trotz auch hier einiger Zeitangestellter und Vertragsbediensteter sind die meisten Bediensteten der EU Beamte auf Lebenszeit. Die Besoldungsstruktur der EU ist auch für Deutsche attraktiv. Ebenso wichtig: Bei entsprechenden Leistungen ist die Karriereperspektive gut planbar. Die Entscheidung für die EU ist mithin in aller Regel eine Verbindung auf Dauer. Die Frage der späteren Verwertbarkeit hier erworbener Qualifikationen stellt sich deshalb nur für wenige freiwillige Rückkehrer.

Wettbewerbsintensives Arbeitsumfeld

Genau das aber will beim Berufseinstieg in eine der UNO-Organisationen unbedingt bedacht werden. Denn hier sind die Beschäftigten aus aller Herren Länder Vertragsmitarbeiter. Eine berufslebenslange Beschäftigungsperspektive gibt es nach Informationen des Verbandes deutscher Bediensteter bei internationalen Organisationen (VDBIO) immer seltener. Weshalb die Anschlussoptionen für die Zeit nach Ende des Beschäftigungsverhältnisses stets schon zu Vertragsbeginn mit bedacht werden sollten. In keiner einzigen UNO-Organisation gibt es so etwas wie eine automatische Karriereprogression oder Beförderung als Anerkennung  für gute Arbeitsleistungen. Zwar können Arbeitsverträge durchaus verlängert werden, doch nur wenn finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Bei der chronischen Geldknappheit der UNO ähnelt die Hoffnung darauf dem Traum vom Gewinn des Jackpots in der Lotterie. In dem einen wie dem anderen Fall gilt es, sich stets neu bewerben zu müssen.

UNHCR-Mitarbeiterin in einem Lager für syrische Flüchtlinge im Norden Jordaniens (Foto: Wikimedia/DFID – UK Department for International Development)

Hundert und mehr in- wie externe Bewerber weisen auf eine immens hohe Wettbewerbsintensität hin. Diesem Druck müssen die Beschäftigten standhalten (können). Daran manifestiert sich ein wesentlicher beschäftigungspolitischer Unterschied zwischen EU und UNO. Setzt das für die EU zuständige Europäische Amt für Personalauswahl (EPSO) vor allem auf persönlich-fachliches Entwicklungspotential, suchen die UNO- und anderen internationalen Organisationen nach dem für eine bestimmte Stelle jetzt und sofort passenden Qualifikationsprofil, also nach berufsfertigen Leuten. Da wird statt der Expertise eines normalen Bankkaufmanns nach einem Bewerber mit Berufserfahrung als Agrofinanzexperte inklusive Spezialkenntnissen im Kreditwesen für Kleinbauern in Entwicklungsländern gesucht. Gerade die technisch-naturwissenschaftlich ausgerichteten Sonderorganisationen der UNO sind auf einen ständigen Zustrom neuesten Know-hows angewiesen. Einen guten Überblick über entsprechende Stellen, Aufgabenbeschreibungen und Anforderungsprofile bietet die Plattform www.jobs-io.de.

Unterschiedliches Personalmanagement

Was heißt das nun für die Bewerber? Vor allem eines. Gut vorbereitet an den Start gehen. Bei den Organisationen unter dem Dach der UNO erfolgt die Bewerbung stets auf eine konkret ausgeschriebene Stelle. Was die internationalen Organisationen der UNO-Familie auszeichnet sind flache und weniger ausdifferenzierte Hierarchien als man es von deutschen Unternehmen und Verwaltungen gewohnt ist. Es wird in der Regel nur nach fünf Karriereebenen unterschieden. Hochschulabsolventen ohne Berufserfahrung steigen oftmals zunächst als Consultants ein. Die Laufzeit ihrer Verträge umfasst in den meisten Fällen nur wenige Monate. Akademiker mit geringer Berufspraxis beginnen auf der untersten Hierarchiestufe als Administratoren beziehungsweise Associate experts und erhalten zumeist Jahresverträge. Sie arbeiten den Referenten zu, die neben einem Hochschulabschluss unbedingt auf stellenspezifische Berufserfahrung verweisen können müssen. Ebenfalls noch zum operativen Bereich zählen die Teamleiter.

Das International Center in Wien ist Sitz der Internationalen Atomenergie Behörde/IAEO (Foto: Wikimedia/Sarajevo)

Stellen auf der darüber stehenden Direktoren- und Abteilungsleiterebene sind gewissermaßen politische Ämter. Ihre Besetzung folgt je nach Organisation anderen Spielregeln als denen, die für die Arbeitsebene gelten. Wie eben schon beschrieben, präferieren die EU-Institutionen stattdessen ein davon abweichendes personalpolitisches Leitbild. So verwundert es nicht, dass auch ihr Auswahlverfahren von dem abweicht, was die UNO-Organisationen praktizieren. Wie die Organisationsstruktur ähnelt auch die Bewerberauswahl viel eher denen einer deutschen Behörde. Das Level AD entspricht dem deutschen höheren Dienst, das Level AST dem gehobenen Dienst. Direktbewerbungen auf eine konkrete Stelle sind in beiden Levels freilich nicht möglich. Bewerbungen werden nur im Rahmen eines öffentlichen Auswahlverfahrens, eines Concours, entgegengenommen. Die finden in unregelmäßigen Abständen statt.

Der lange Weg zum Arbeitsvertrag

Ein solcher Concours besteht aus mehreren Teilen. Dieses Auswahlverfahren erfolgreich abgeschlossen zu haben, bedeutet indessen noch lange kein Übernahmeangebot. Denn die Bewerber, nun Laureaten genannt, finden sich zunächst auf einer sogenannten Reserveliste wieder, aus der sich die Generaldirektionen bei Bedarf, heißt Stellenvakanzen, bedienen. Zuvor aber haben sie jedoch zu prüfen, ob diese Stelle nicht mit internen Mitarbeitern (Beamten und Bediensteten auf Zeit) besetzt werden kann. Anders als in früheren Jahren brauchen Bewerber daher einige Geduld. Fachlich gut qualifizierte und an einer EU-Tätigkeit stark interessierte Laureaten haben gleichwohl gute Chancen auf eine Einstellung. Trotz allem bleiben einige Laureaten am Ende des Tages allerdings ganz ohne Angebot. Neben der Europäischen Kommission könnten Übernahmeangebote auch vom Europäischen Parlament, vom Rat der Europäischen Union, vom Europäischen Gerichtshof, vom Europäischen Rechnungshof, vom Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss, dem Ausschuss der Regionen oder (derzeit noch eher die Ausnahme) vom Europäischen Auswärtigen Dienst kommen.

Viele Seiten Informationen für deutsche Bedienstete in internationalen Organisationen und die, die es werden wollen, vom VDBIO (Foto: VDBIO)

Dank einer systematischen Vorbereitung durch das Auswärtige Amt schlagen sich die deutschen Bewerber in den Auswahlverfahren überaus gut. Zwar besaß in den EU-Concours zuletzt nur jeder fünfzehnte Bewerber einen deutschen Pass. Von denen aber, die es zur sofortigen Einstellung oder wenigstens doch bis auf die Reserveliste schafften, war immerhin jeder achte Deutscher. Worum es in diesen Concours geht? In der ersten Runde um sprachlogisches Denken, Zahlenverständnis, Abstraktionsvermögen, analytische Fähigkeiten und ein situationsangepasstes Urteilsvermögen. In der letzten Runde (einem Assessment Center) schauen die Prüfer auf analytische Fähigkeiten, das Kommunikations-, Interaktions- und Führungsverhalten. Vor allem aber heißt es, unter Zeitdruck die Nerven zu behalten. Mit dem Young Professionals Programme (YPP) bedient sich das Sekretariat der Vereinten Nationen eines ähnlichen Auswahlverfahrens wie die EU mit ihren Concours. Allerdings hat das UNO-Sekretariat damit gleichzeitig die regionale Ausgewogenheit der Beschäftigten sicher zu stellen. Deshalb dürfen nur Staatsangehörige von unterrepräsentierten Mitgliedsländern am YYP teilnehmen, zu denen Deutschland aktuell nicht gehört.

Sprachfähigkeit und Kommunikationsstärke

Neben dem Stammpersonal (staff member), beschäftigen sowohl manche UNO-Organisationen wie die EU- Organe, Agenturen und Dienste auch zugewiesenes Personal, die sogenannten Abgeordneten Nationalen Sachverständigen (Seconded National Experts). Die kommen meistens aus einer Bundes- oder Länderverwaltung und von dieser sekundiert. Das heißt, sie bleiben Bedienstete ihres deutschen Dienstherrn oder Arbeitgebers, der sie auch weiterhin bezahlt. Alternativ können sie aber auch einen Arbeitsvertrag einer deutschen Entsendeorganisation wie dem Zentrum für internationale Friedenseinsätze (https://www.zif-berlin.org) erhalten. „Für Friedensmissionen und Wiederaufbauprojekte von staatlichen Verwaltungsstrukturen werden zur Zeit vor allem Richter und Staatsanwälte gesucht“, gibt Cornelia Jarasch ein Beispiel. Bleibt immer noch die Frage, was Bewerber an fachlichen Qualifikationen und persönlichen Kompetenzen für die Tätigkeit in einer internationalen Organisation mitbringen müssen. Natürlich Sprachkenntnisse. Zwei Fremdsprachen sollten sicher beherrscht werden. Je mehr umso besser. Englisch ist in beiden Organisationsfamilien die Lingua franca und wird es bleiben. In der EU folgen Französisch, in der UNO Französisch und Spanisch mit Abstand. Die EU fordert weiter die Staatsbürgerschaft eines der EU-Mitgliedsländer.

Die Europäische Zentralbank in Frankfurt beschäftigt inzwischen mehr als 3.000 Mitarbeiter (Foto: Wikimedia/ArcCan)

Doch ist die fremdsprachliche Kompetenz nur das unverzichtbare Handwerkszeug. Das A und O einer Berufstätigkeit in internationalen Organisationen, welche es auch immer sein mag, ist die Kommunikation. In der Programmplanung, im Projektmanagement und in der Präsentation der Arbeitsergebnisse ist eine permanente Abstimmung innerhalb und außerhalb des eigenen Hauses erforderlich. Internationale Organisationen, weist das Büro des VDBIO auf einen Zentralpunkt, seien schließlich Foren, wo alle Länder dieser Erde am Tisch sitzen. Entsprechend benötigen die Mitarbeiter viel Einfühlungsvermögen und Toleranz sowie Verständnis für fremde Kulturen, individuelle Arbeitsweisen, unterschiedliche Denkansätze und politische Problemlösungsstrategien. Zugleich aber sind fachliche Souveränität, Ausdauer, emotionale Stabilität, die Bereitschaft zur Selbstreflektion wie auch das Vermögen zur Selbstmotivation unverzichtbare Persönlichkeitsmerkmale. Berufliche Erfolge jedenfalls stellen sich oft erst langsam und nach geraumer Zeit ein. Vor diesem Hintergrund wird auch eine im Vertrauen auf die Richtigkeit der Ziele gründende Loyalität gegenüber der eigenen Organisation zu einer unverhandelbaren Verpflichtung für jeden Mitarbeiter.

Große Herausforderungen im Umfeld

Was viele Beschäftigte in internationalen Organisationen darüber hinaus noch auszeichnet, strukturbedingt in denen der UNO wohl mehr als in denen der EU, sind Idealismus und Abenteuergeist. Die Bereitschaft zum ständigen Wechsel der Arbeitsaufgaben wie auch der Lebensorte, die Hinnahme der permanenten Veränderung des kollegialen Umfeldes, die Verpflichtung zum nie endenden beruflich veranlassten Reisen, die Akzeptanz arbeitsvertraglicher Unsicherheiten bedürfen allesamt einer starken Persönlichkeit. Denn auch das sei gesagt. Die Arbeitsorte der internationalen Organisationen beschränken sich nicht nur auf die großen Metropolen dieser Welt. Gar nicht selten liegen sie in abgelegenen und unsicheren Regionen, in Krisen- und/oder ländlichen Gebieten. Da kann es schon sein, dass Strom nur stundenweise zur Verfügung steht, die Wasserversorgung mangelhaft ist und die nächste Arztpraxis hunderte Kilometer weit weg liegt.

Arbeit mit zeitweise hohem Sicherheitsrisiko – Nach einem Bombenangriff zerstörtes UNO-Hauptquartier in Bagdad (Foto: Wikimedia/ MSGT JAMES M. BOWMAN, USAF)

Was also für Berufsanfänger nach Horizonterweiterung, Abwechslung und kalkulierbarem Abenteuer klingt, wird manchmal schneller als gedacht zur Herausforderung. Dann etwa, wenn der Partner keine Arbeit findet oder keine Arbeitserlaubnis erhält. Wenn Kinder wegen fehlender Schulen in Internaten in Deutschland zurückbleiben müssen. Wenn die Bewegungsfreiheit wegen rigider Sicherheitsbestimmungen stark eingeschränkt ist. Wenn bei der Rückkehr die berufliche Wiedereingliederung trotz eines vielfältigen Kompetenzaufbaus nicht recht gelingen will. Insider berichten jedenfalls, dass Quereinsteigern wie ihnen oft große Zurückhaltung entgegenschlägt. Und selbst entsandte Mitarbeiter müssen nicht selten wieder in die alte Funktion zurück, obwohl ihnen während des Auslandseinsatzes eine sehr viel umfänglichere Verantwortung übertragen war.

Für Multilateralisten der berufliche Goldstandard

Eine letzte Erkenntnis haben schließlich alle Bediensteten von internationalen Organisationen früher oder später vor sich. Dann, wenn offenbar wird, dass man zwar die ganze Welt kennt, aber nach der Rückkehr soziale Kontakte erst wieder mühsam geknüpft werden müssen. Zum letzten Mal also die Frage, für wen könnte die Tätigkeit in einer internationalen Organisation empfehlenswert, vielleicht sogar die Erfüllung seiner Träume sein? Der Verband deutscher Bediensteter bei internationalen Organisationen (VDBIO) gibt eine klare Antwort. „Wessen Herz für Multilateralismus und internationale Beziehungen schlägt, für den ist eine Tätigkeit in internationalen Organisationen der Goldstandard!“ Wohl wahr! Doch prüfe, wer sich (ewig) bindet … Und informiere sich rechtzeitig auch über die ganz alltäglichen Dinge wie Steuern, Meldebestimmungen, Kranken- und Arbeitslosenversicherung. Eine gute Hilfe dafür bietet eine Broschüre des VDBIO (https://www.vdbio.org/infobroschuere).

In der Wiener Hauptverwaltung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) arbeiten rund 550 Mitarbeiter, in den Feldoperationen noch einmal 2.330 (Foto: Wikimedia/Andrew Bossi)

Für einen ersten Einblick wie auch eine unbürokratische Einstiegsmöglichkeit empfiehlt sich das Junior Professional Officer-Programm (JPO). Es wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und vom Auswärtigen Amt gemeinsam gesteuert und vom Büro Führungskräfte zu internationalen Organisationen (www.bfio.de) der Bundesagentur für Arbeit durchgeführt. Jährlich können darüber 50 bis 60 Nachwuchskräfte für ein Jahr gefördert werden und so fundierte Einblicke sowie erste Berufserfahrungen in internationalen Organisationen erwerben. Das Programm kann um ein oder zwei Jahre verlängert werden, wenn die internationale Organisation sich bereit erklärt, die Finanzierung für ein weiteres anschließendes Programmjahr zu übernehmen. Tatsächlich erhalten am Ende vier von fünf Teilnehmern einen Arbeitsvertrag. Das Carlo-Schmid-Programm (CSP) und das Mercator Kolleg bieten ähnliche Möglichkeiten. Grundsätzlich stehen die Chancen auf einen Vertrag und einen Arbeitsplatz in der Zukunft nicht schlecht. Denn trotz aller Sparzwänge wird in den kommenden Jahren eine hohe Zahl deutscher Beschäftigter in internationalen Organisationen ausscheiden. Eine große Chance für Weltverbesserer mit Augenmaß.

 


Daten, Fakten & Links
(Stand: 01.07.2019)

Berufstätige Beschäftigte in internationalen Organisationen: Eine Aufstellung der Zahl deutscher Beschäftigter in internationalen Organisationen enthält der Sechste Bericht der Bundesregierung zur deutschen Personalpräsenz in internationalen Organisationen aus dem Jahr 2019. Zu finden unter: https://www.auswaertiges-amt.de/blob/215550/3bd619914d3c4c511dd92a5798265872/berichtbregpersonalio-data.pdf

Altersstruktur berufstätiger Beschäftigter in internationalen Organisationen :  keine offiziellen Angaben vorhanden. Nach Angaben des VDBIO liegt der Altersmedian aller in internationalen Organisationen Beschäftigten bei über 40 Jahren.

Arbeitslose Beschäftigte in internationalen Organisationen: keine offiziellen Angaben vorhanden. Ein Grund dafür ist, dass die internationalen Organisationen in der Regel keine Arbeitslosenversicherung kennen und deshalb auch keine entsprechenden Beiträge entrichten.

Einkommen:
Europäische Union: Das Grundgehalt eines Berufsanfängers im höheren Dienst (AD 5) liegt bei etwa 4.500 Euro pro Monat. Ein Spitzenbeamter des höheren Dienstes (AD 16) kann über 18.000 Euro monatlich verdienen.
Das Grundgehalt eines Berufsanfängers im gehobenen Dienst (AST 1) liegt bei etwa 2.300 Euro pro Monat.
Dazu erhalten die Beschäftigten der EU eine Auslandszulage in Höhe von 16% und abhängig vom Familienstand eine Familienzulage (Haushaltszulage, Zulage für unterhaltsberechtigte Kinder, Erziehungs- und Vorschulzulage).
Die Einkommen sind von der nationalen Einkommenssteuer befreit. Stattdessen unterliegen die Gehälter einer sogenannten Gemeinschaftssteuer, die einen Umfang von 8% bis 45% erreicht.
Organisationen der UNO: https://icsc.un.org/Home/SalaryScales

Weiterführende Informationen:

und   https://www.tbd.community/de/a/un-vereinte-nationen-job-tipps
und   https://www.unric.org/de/arbeitsmoeglichkeiten-und-praktika

und   https://bewerbung.com/concours-auswahltest-eu/
und   https://www.karriere.de/mein-naechster-job/bewerben-bei-der-eu-nur-ein-prozent-schafft-den-concours/23043468.html

 

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