Herzlich willkommen …

… liebe Leser! Hallo liebe Schüler, Eltern, Lehrer und alle, die auf die Welt der Arbeit und Berufe neugierig (geblieben) sind!

Corona und kein Ende! Die negativen Folgen für Arbeiter und Angestellte werden inzwischen immer stärker spürbar. Da ist es gut, dass sich die Politik um die in Lohn und Brot stehenden Beschäftigten kümmert. Die Regeln für eine mögliche Kurzarbeit und das entsprechende Kurzarbeitergeld werden großzügig erweitert und verlängert. Auch Selbständige und Freiberufler erhalten nun endlich Hilfe. Das alles ist gut so, auch wenn sich die Frage stellt, wie es in der Nach-Corona-Zeit weitergehen wird. Schon jetzt aber bleibt ein gravierender Schönheitsfehler. Junge Menschen, die im Sommer ihre Ausbildung oder ihr Studium abgeschlossen haben, sind in die aktuelle Fürsorglichkeit nicht eingeschlossen. Noch nicht! Auch weiterhin nicht? Zwar erhalten die Jungfacharbeiter, wenn sie nicht übernommen werden, Arbeitslosengeld. Doch mit Blick auf die Ausbildungsvergütung als Berechnungsgrundlage erweist sich dessen Höhe als zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben. Hochschulabsolventen erhalten noch nicht einmal das und stehen deshalb mit völlig leeren Händen da. Für die einen wie die anderen aber gilt: Wer schon stellt in der Krise neue Mitarbeiter ein? Gewiss, ein paar Vorzeigeunternehmen mag es geben. Die Mehrheit hat freilich mit sich selbst und dem eigenen Überleben genug zu tun.

Glücklich, wer sich in einer solchen Zeit der Unterstützung seiner Familie sicher sein kann. Ansonsten bleibt nur der Gang zur Arbeitsagentur oder zum Jobcenter. Eine Lobby und politische Schutzmacht besitzen diese jungen Menschen jedenfalls nicht. Das ist für jeden Einzelnen, aber auch gesamtgesellschaftlich fatal. Einige wenige Soziologen und Politiker sprechen deshalb bereits von der Corona-Generation als einer verlorenen Generation. Weil Jungfacharbeiter und Hochschulabsolventen, denen der Einstieg in den Beruf nur mit Verzögerung, zu ungünstigen Bedingungen oder gar nicht gelingt, dieses Handicap allen bisherigen Erfahrungen aus ähnlichen Zeiten nie mehr ganz überwinden können. Und Ökonomen fürchten, dass sich die Situation im nächsten Jahr noch einmal verschlechtern könnte. Dann nämlich, wenn dem Staat die derzeit großzügig verteilten Milliarden irgendwann ausgehen und Unternehmen wegen Überschuldung sowie ausbleibender Aufträge dem Gang zum Insolvenzgericht am Ende doch nicht mehr ausweichen können.

Unser Herz zittert mit den jungen Menschen. Wir drücken die Daumen. Und fürchten dennoch, dass es kaum helfen wird. Wir haben eine Weile gebraucht, uns von diesem Szenario nicht herunterdrücken zu lassen und eine neue interessante Ausgabe des „Berufsreport“ zusammenzustellen. Wir hoffen, dass uns das gelungen ist. Genauso hoffen wir, dass die hier vorgestellten Informationen für die Zeit nach Corona und nach der Krise von Nutzen sind, auch wenn die Welt dann vielleicht eine andere ist  als die, die wir bisher kennen. Wir hoffen, dass Sie alle trotz so mancher Sorgen Freude beim Lesen haben. Wir wünschen Ihnen eine gute Adventszeit, schöne Weihnachten und Zuversicht für das neue Jahr. Bleiben Sie gesund und uns weiterhin gewogen. Bis zur nächsten Ausgabe im neuen Jahr herzlichst Ihr

Hans-Martin Barthold

 

Zum Thema …

Zuwendung macht glückliche Gesichter (Foto: Bettina Harms GmbH)

SAGE-Berufe: Trotz Systemrelevanz wenig Aner-
kennung und Wertschätzung

Wie systemrelevant die Berufstätigkeit der vielen tausend SAGE-Beschäftigten ist, weiß nach der Corona-Krise inzwischen jedes Vorschulkind. SAGE steht für Soziale Arbeit, Gesundheit sowie Erziehung und Bildung. Auf eine angemessene finanzielle Anerkennung warten Kranken- und Altenpfleger, Erzieher, Hebammen und Lehrer, aber auch Therapeuten und Sozialpädagogen noch immer vergebens, ebenso wie ihnen die entsprechende soziale Wertschätzung weiter vorenthalten wird. Noch aber scheint es schwierig, die SAGE-Berufstätigen vom Erfolg konzertierter Aktionen über enge Berufsgrenzen hinweg überzeugen zu können. Dabei wussten es schon die Mitglieder des 1863 gegründeten Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins, aus dem später die heutige SPD hervorging. „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will!“, sangen sie in ihrer Vereins-Hymne. Stattdessen bevorzugen die Beschäftigten die verschämte stille Revolution. Immer öfter und immer mehr wechseln den Beruf schon nach wenigen Jahren. Schlimmer noch, oft sind es gerade die Besten, die gehen. Zaghaft erst bricht sich die Erkenntnis Bahn, dass überholte Strukturen verändern muss, wer den einzelnen Menschen wirklich helfen will. Dafür braucht es Leute, die bereit sind, gegen den Strom zu schwimmen. Wer wissen will, was das heißt, sollte hier weiterlesen.   Mehr >

 

Berufe unter der Lupe …

Tiefenbohrung für die Errichtung eines Geothermiekraftwerkes in Trebur zwischen Frankfurt und Darmstadt 2016 (Foto: Wikimedia/Ben Benzin)

Geowissenschaftler: Die Zukunftsgaranten

Ohne sie würde die Digitalisierung ausfallen müssen. Ohne sie würden wohl bald viele Regionen ohne Trinkwasser dastehen. Ohne sie würden die Menschen in Zonen, wo Erdplatten kollidieren oder auseinanderdriften, Vulkanausbrüchen und Erdbeben noch immer schutzlos ausgeliefert sein. Die Rede ist von Geowissenschaftlern, allen voran Geologen, Geophysikern, Hydrogeologen und Mineralogen. Doch bei vielen sind sie weiterhin die „Ölis“ oder die „Hardrocker“, die für den Aufschluss neuer Ölfelder, Kohlelagerstätten oder Goldminen, damit für ungehemmten Raubbau und Umweltzerstörung, verantwortlich sind. Dieses Bild stimmt schon lange nicht mehr, wenn es denn je gestimmt haben sollte. Wir haben Geologen gesprochen, die kontaminierte Böden rekultivieren. Die den Baugrund für Wohnhäuser, Brückenpfeiler und Windenergieanlagen auf ihre Standfestigkeit prüfen. Die Regenrückhaltebecken berechnen. Die das Ganze dieser Erde im Blick haben und deshalb dem zwar gut gemeinten, am Ende aber nur ein Problem durch ein anders abhelfenden Geoengineering kritisch gegenüberstehen. Wie man Geowissenschaftler wird, was für Begabungen man braucht und welche beruflichen Möglichkeiten sich nach dem Studienabschluss bieten, haben wir für sie erkundet.   Mehr >

 

Industriekletterer können auch das: Montage eines Werbebanners an einer Windenergieanlage (Foto: AERMAX GmbH)

Industriekletterer: Arbeiten ohne Netz und 
doppelten Boden

Nein, der Job ist nicht gefährlicher als der eines Informatikers. Denn Sicherheit hat in allen Planungen und Ausführungen von Industriekletterern oberste Priorität. Es gibt deshalb nicht mehr Arbeitsunfälle als bei den Kaufleuten für Büromanagement. Aber spektakulär sind die Bilder ihrer Einsätze schon. Und ganz ohne Mut geht es natürlich auch nicht. Der Beruf ist eine zweite Karriere. Industriekletterer und die noch immer sehr wenigen Industriekletterinnen haben vor der Karriere im Seil einen anderen Beruf erlernt, die meisten von ihnen im Handwerk. Viele Aufträge verlangen ihnen dennoch auch Kenntnisse aus anderen Gewerken ab. Und den Willen, sich die entsprechenden Kenntnisse schnell anzueignen. Allerdings arbeiten Industriekletterer nicht nur in luftigen Höhen, sondern immer wieder und genauso oft in tiefsten Tiefen. Für den Beruf braucht es eine gute Fitness, dazu einen klaren Kopf und der Bereitschaft zur Montagearbeit. Nur wenige Wochen im Jahr liegen die Baustellen im Tagespendelbereich, viel öfter weit weg von zu Hause, gar nicht selten auch im Ausland. Wer mehr über diesen Beruf erfahren und tolle Bilder von ihrer Arbeit sehen möchte, findet beides in unserem Bericht.  Mehr >

 

Arbeitsplatz vieler Kunsthistoriker: Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg (Foto: Wikimedia/KaterBegemot)

Kunsthistoriker: Die Vergangenheit zur Iden-
tifikation fürs Heute ausleuchten

Kunstgeschichte ist etwas Wunderschönes. Kaum ein anderes Studienfach und kaum ein anderer Beruf als der des Kunsthistorikers lassen so sinnlich menschliche Lebenswelten aus vorvergangenen Jahrhunderten erleben. Kunstgeschichte aber ist nichts für verhinderte Künstler, auch nichts für Träumer und schon gar nichts für Menschen, die es gerne etwas ruhiger angehen lassen. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Kunstgeschichte ist ein Job, der die ganze Frau und den ganzen Mann fordert. Vom ersten Studientag an. Dass dem ganz offensichtlich viele nicht gewachsen sind und die Vorstellungen von so manchem weitab der Wirklichkeit liegen, belegen die hohen Studienabbrecherzahlen. Kunstgeschichte ist freilich auch ein Job für Leseratten und für Theoretiker. Kunsthistoriker legen nirgendwo selbst Hand an. Sie recherchieren, ergründen und analysieren, sie beschreiben und erklären, sie konzipieren und verwalten, sie schätzen den (Kunst)Wert eines Objektes, sie kümmern sich um Sponsoren und die Öffentlichkeitsarbeit, aber sie erschaffen nichts mit den eigenen Händen. Sie sind Interpreten der Vergangenheit, selten nur der Gegenwartskunst. Noch viel mehr Informationen über diesen Beruf haben wir in dem folgenden Bericht zusammengetragen.   Mehr >

 

Talk about Job – Gespräch über Beruf und Karriere mit …

So kennt man Michael Wolffsohn – Nicht belehrend, sondern faktenorientiert diskutierend (Foto: Wikimedia/Heinrich-Böll-Stiftung)

Michael Wolffsohn:  Vom Weg eines geradlinig 
Unangepassten

Noch immer, inzwischen 73 Jahre alt, ist Michael Wolffsohn neugierig auf Gott und die Welt. Seit Kindertagen geht es dem in Tel Aviv/Israel geborenen Mann um Erkenntnisse über das Weltgeschehen. Das sind beste Voraussetzungen für seinen Beruf. Michael Wolffsohn lehrte mehr als dreißig Jahre Neuere Geschichte an der Universität der Bundeswehr in München. Ein Militarist war er dennoch nie. Im Gegenteil. Schließlich wusste er nach seinem dreijährigen Militärdienst in der israelischen Armee im Anschluss an den sogenannten Sechs-Tage-Krieg zu gut, was Bomben auf beiden Seiten der Front anrichten. Gleichwohl, besser: gerade deswegen, ist er fest überzeugt, dass eine Demokratie zum Schutz des Friedens wehrhaft sein müsse. Die Mittel seiner ersten Wahl dafür sind bis heute Fakten und Argumente. Die bewahrten ihn freilich nicht vor schweren Krisen auf seinem Berufsweg. Er sah mehrere Verteidigungsminister kommen und gehen. Zwei davon, Volker Rühe und Peter Struck, der eine CDU-, der andere SPD-Mitglied, versuchten, ihn aus dem Amt zu drängen. Erfolglos allerdings. Wolffsohn konnte kämpfen, wenn es sein musste. Doch nicht nur hier saß er zwischen allen Stühlen. Welche das sonst noch waren, erfahren Sie, wenn Sie hier weiterlesen.   Mehr >

 

Unternehmen und Hochschulen aus der Bewerberperspektive …

Eine Mannschaft, die zusammenhält (Foto: Autoplus)

AUTOPLUS AG: Von der Kfz-Werkstatt zum 
Automobil-Dienstleister

Der Weg der AUTOPLUS AG vom Ersatzteileverkäufer zum Werkstattdiscounter mit inzwischen 26 Filialen war einer mit vielen Herausforderungen. Die Bilanz am Ende ist freilich positiv. Neben einer klugen Unternehmensführung war die Begeisterung und Leidenschaft der Mitarbeiter dafür wichtigste Voraussetzung. Sie zu finden, zu bewahren und zu fördern ist die Aufgabe der Personalchefin Karoline Hecker. Sie tut es mit Hingabe. Zeugnisnoten sind bei ihrer Suche nach Bewerbern um eine Ausbildungsstelle nicht das ausschlaggebende Einstellungskriterium. Auch auf anonyme Testverfahren verzichtet sie. Stattdessen sucht sie nach der Durchsicht der schriftlichen Bewerbungsunterlagen sofort das Gespräch. „Ich möchte wissen, ob die Bewerber das, was sie in unseren Werkstätten und an den Verkaufstresen erwartet, wirklich interessiert. Und zwar so sehr, dass sie sich dem ganz und gar verschreiben wollen.“ Umgekehrt aber erhalten alle Azubis, die angehenden Kfz-Mechatroniker ebenso wie die künftigen Automobilkaufleute, eine ebenso umfassende wie qualitätsorientierte Ausbildung. Mehr dazu erfahren Sie im folgenden Bericht.   Mehr >

 

Uni-Gebäude am Schlossplatzquartier (Foto: Dtelev Müller/TU Freiberg)

Technische Universität Bergakademie Freiberg: 
Zukunftsthemen und Ressourcen im Fokus

Die Technische Universität Bergakademie Freiberg ist ein Kompetenzzentrum für die Moderne. Das mag manchen überraschen. Allerdings nur die, die meinen, der Strom kommt aus der Steckdose … In Freiberg wissen es Professoren wie Studenten besser. Industrie 4.0, die Energie- und Verkehrswende, das Bemühen gegen den Klimawandel bedürfen schließlich vieler Ressourcen, großer Energiemengen und zahlreicher neuer Materialien. Als Technische Universität stellt sich die TU den Themen einer nachhaltigen Stoff- und Energiewirtschaft und vereint mit den Ingenieur-, Natur-, Geo-, Material- und Wirtschaftswissenschaften alle Bereiche der modernen Rohstoffforschung unter einem Dach.  Die 1765 gegründete und damit älteste noch aktive montanwissenschaftliche Universität der Welt organisiert sich in vier Kernfeldern: Geologie, Material, Energie und Umwelt. Dieses einmalige Lehr- und Forschungsprofil lohnt ein Studium in der sächsischen Kreisstadt. Die Laborausrüstungen sind auf dem neuesten Stand, die Zahl der Kommilitonen überschaubar, das Freizeitangebot zielgruppenspezifisch. Mehr über ein Studium für die Zukunft gibt es hier.   Mehr >

 

Bericht über …

(Logo: Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland/BÖB)

Bündnis Ökonomische Bildung Deutschland: 
Allianz mit bildungsökonomischen Ambitionen

Wirtschaftliche Sachverhalte und Zusammenhänge sind für viele Schüler ein Buch mit sieben Siegeln. Und bleiben es leider viel zu oft bis zum Schulabschluss. In schwierigen Zeiten wie diesen erweist sich das für ein exportorientiertes Industrieland wie dem unseren als besonderes Handicap. Die Basis für derlei ökonomische Kompetenzen müssen während der Schulzeit gelegt werden, sind die beiden Vorsitzenden des neu gegründeten Bündnisses für Ökonomische Bildung Deutschland (BÖB) überzeugt. Und auch, dass ohne wirtschaftliches Wissen keine ausreichend solide Berufsorientierung gelingt. Wohl wahr! So fordert das Bündnis zweierlei. Ökonomische Bildung müsse endlich nicht nur dem Namen nach, sondern realiter in ausreichendem Umfang in den Lehrplänen verankert werden. Darüber hinaus sei die Ausbildung der dafür eingesetzten Lehrkräfte deutlich zu verbessern. Bislang erfolge die Vermittlung entsprechender Inhalte allzu oft durch fachfremdes Personal. Inzwischen unterstützen bereits fünfzig Organisationen die Ziele des BÖB. Wir haben geschaut, was es sonst noch zu berichten gibt.   Mehr >

 

News aus der Welt der Berufe …

+++ Lufthansa stellt Pilotenausbildung ein +++ „Hochschullexikon“ online +++ Studiengang „Green Engineering“ +++ Neue Daten über Studierende und Absolventen +++ „Spitzensport-Stipendium“ +++ Duale Studiengänge im Aufwärtstrend +++ „Digitale Medizin“ +++ Studiengang „Smart City Engineering“ +++ Anteil der BAföG-geförderten Studierenden sinkt weiter +++ Studiengang „Integrierte Orts- und Sozialraumentwicklung“ +++ Studiengang „Romanistik – Wirtschaft – Geographie“ +++ CHE-Studienkredit-Test 2020 +++ Masterstudiengang „Intercultural Leadership and Technology“ +++ Studie „Private Hochschulen“ +++   Mehr >

 

Veranstaltungskalender für Berufswähler …

+++ Hochschulinformationstage +++ Berufsinformationsveranstaltungen +++ Bildungsmessen +++ Überbrückungsmöglichkeiten +++ Berufseinstiegsmessen +++   Mehr >

 

Archiv

Hier finden sie die Themen und Beiträge der vergangenen Ausgaben.   Mehr >