Herzlich willkommen …

… liebe Leser! Hallo liebe Schüler, Eltern, Lehrer und alle, die auf die Welt der Arbeit und Berufe neugierig (geblieben) sind!

Es ist erst wenige Tage her und es war eine Meldung unter vielen anderen. Statt sich auf die Berufe der neuen digitalen Welt zu orientieren, hieß es in den Medien landauf landab, dominierten bei deutschen Schulabgängern noch immer die althergebrachten Berufsbilder wie Arzt, Lehrer, Erzieher oder Pflegefachkraft. Wenn sich daran nicht schnell etwas ändere, sei nichts weniger als die Zukunft des Landes gefährdet. Die Quelle für derlei Behauptungen blieb freilich ungenannt, ebenso dass in all diesen Berufen nicht erst seit gestern allergrößter Personalmangel herrscht und ihre Ausbildungsinhalte regelmäßig den aktuellen Entwicklungen angepasst werden. Wie gehen wohl Schüler vor der Berufswahl und ihre Eltern mit derart undifferenzierten Informationen um? Und wer setzt hier die Zukunft des Landes am Ende wohl mehr aufs Spiel?

Zu allererst Eines. Es ist unbestritten, der Sog nach einschlägig qualifizierten Fachkräften durch die Digitalisierung ist real und unübersehbar. Zugleich aber ein Anderes. Ist die Digitalisierung wirklich die Zauberformel, die alle Schwierigkeiten im Nu löst? Kann die Digitalisierung die Empathie eines Arztes und dessen Kompetenz zur intelligenten Zusammenschau einer punktgenauen Diagnose ersetzen? Vermögen Apps und Lernsoftware die persönliche Ansprache eines Lehrers überflüssig zu machen? Welche digitalen Segnungen sollten wohl die liebevolle Betreuung eines Erziehers verdrängen? Und können noch nicht erfundene Pflegeroboter schwer kranken Menschen echten persönlichen Trost spenden?

Aber nein doch! Wie die Digitalisierung auch viele andere Probleme Deutschlands nicht lösen (können) wird. Daran zu glauben, wäre so naiv, wie die Geburtenrate in einer Abhängigkeit von der Storchenpopulation zu sehen. Helfen etwa selbstfahrende Autos gegen marode Straßen, hochgezüchtete Smartphones gegen Funklöcher und interaktive Whitboards gegen undichte Dächer in den Schulen? Natürlich nicht. Denn die Digitalisierungsexperten verfügen über keine Ausbildung für den Straßenbau, das Errichten von Funkmasten und die Reparatur kaputter Dächer. Da werden dann doch die guten alten Straßenbauer, Bauingenieure und Dachdecker gebraucht. Und das ganz sicher noch auf längere Zeit.

Im Übrigen ist für den Erfolg im Beruf am Ende nur Eines entscheidend: Passen die Begabungen der Person und die Anforderungen des Berufes möglichst gut zueinander? Das herauszufinden, wollen wir mit unseren Beiträgen helfen. Sollte uns das in dem einen oder anderen Fall gelingen, freuen wir uns. In diesem Sinn wünschen wir Ihnen einen schönen Frühling und ein angenehmes Osterfest. Ich verabschiede mich bis zur nächsten Ausgabe im Mai. Bleiben Sie uns gewogen! Herzlichst Ihr

Hans-Martin Barthold

 

Zum Thema …

Trotz Hightech brauchen Pflegefachkräfte auf der Frühchenstation viel Empathie (Foto: Klinikum Braunschweig/Jörg Scheibe)

Beruf(e) in der Pflege: Alles neu und vieles wie zuvor

Man hat es laut und vernehmlich hören können. Den Gesundheitspolitikern ist ein Stein vom Herzen gefallen. Nach endlosen Verhandlungen haben sie zum Jahresbeginn die drei bisherigen Pflegeberufe zu nur noch einem zusammen geführt. Die künftigen Pflegefachfrauen/Pflegefachmänner, wie die Pflegefachkräfte mit der Verabschiedung des Pflegeberufereformgesetzes nun heißen, dürfen dann je nach Vorlieben sowohl in der Akutpflege, der Kinderkrankenpflege und in der Altenpflege arbeiten. Gleichwohl erlaubt das Gesetz parallel auch weiterhin spezialisierte Ausbildungen zur Gesundheits- und Kinderkrankenschwester ebenso wie zur Altenpflegerin. Wie es mit beiden Berufen langfristig weitergeht, soll erst 2025 entschieden werden. Darüber hinaus können nun erstmals sogar Fachhochschulen primärqualifizierende Bachelorstudiengänge für eine Pflegetätigkeit anbieten. Doch muss sich zeigen, ob und wie es den Pflegeschulen und Trägern der praktischen Ausbildung gelingt, die guten Vorsätze der Gesundheitspolitiker in die Tat umzusetzen. Schließlich gibt es einige Stolpersteine. Neben der erkennbar knappen Finanzierung sind es vor allem die Qualifikationen von Lehrern und Praxisanleitern, für die das Pflegeberufereformgesetz eine zehnjährige (!) Übergangsfrist einräumt. Und es steht die Frage, wie schnell die Ausbildungseinrichtungen ihre Zusammenarbeit miteinander verzahnen können. Wir haben für Sie alle Fakten zusammengetragen.   Mehr >

 

Berufe unter der Lupe …

Beispiel für gelungenes Marketing(Foto: Wikimedia/Sir James)

Marketingfachleute: Die Kundenversteher

Marketingfachleute besitzen die Rolle eines Seismografen. Nein, nicht für die Vorhersage von Erdbeben oder Vulkanausbrüchen. Marketingfachleute sorgen mit dem, was sie tun, fürs wirtschaftliche Überleben ihrer Betriebe. Ihr Job ist es, die Wünsche und Bedürfnisse der langjährigen wie neu zu gewinnender Kunden herauszufinden. Damit gleichen sie angestellten Unternehmern – mit viel Gestaltungsspielraum, aber auch einer hohen Verantwortung. Das ist berufliche Faszination und persönliche Herausforderung zugleich. Die Aufgaben von Marketingfachleuten sind schnell beschrieben. Sie sollen die Nachfrage nach einem Produkt oder einer Dienstleistung erhöhen. Und sie müssen versuchen, die Preisbereitschaft der Kunden auf das von ihrem Unternehmen gewünschte Niveau zu bringen. Nur so lässt sich schließlich Gewinn generieren. Freilich scheinen die Zeiten vorbei, als sie ebenso weltläufig wie lässig im teuren Nadelstreifen jederzeit Zugang zum Büro des Vorstandsvorsitzenden besaßen. Trotz vieler weicher Faktoren im Tätigkeitsfeld Marketing wird von ihnen wie von den Mitarbeitern in der Produktion oder dem Vertrieb inzwischen auch der Nachweis über die Wirkung ihres Tuns eingefordert. Die Digitalisierung und neue Formen der Kommunikation werden ihren Beruf verändern. Wie? Unser Bericht gibt die Antwort.   Mehr >

 

Jeder selbst verdiente Dollar stärkt die Unabhängigkeit der Frauen in Timor Leste, wo Inge Lempp Projekte zum Anbau und zur Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte koordinierte (Foto: Wiiimedia/Ludwig Müller)

Entwicklungshelfer: Zuhören, Vertrauen schaffen, gemeinsam nach Lösungen suchen

Nur die wenigsten Entwicklungshelfer bleiben es ein Berufsleben lang. Die meisten gehen für zwei bis drei Jahre nach draußen und setzen dann ihre für diesen Zeitraum unterbrochene Berufskarriere fort. Alle aber kommen sie als ein anderer zurück: Mit einem weiten kulturellen Horizont, mit wachem Sinn für Gerechtigkeit und Solidarität, mit großer Menschenkenntnis, mit einer gewachsenen Konflikt-, Kompromiss- und Organisationsfähigkeit, kurzum als Persönlichkeit. Arbeitgeber wie die UNO und auch die EU-Institutionen schätzen das. Wirtschaftsunternehmen gehen daran leider noch viel zu oft achtlos vorbei. Was aber brauchen Fachkräfte in der Entwicklungszusammenarbeit, was macht sie so besonders? Natürlich eine fachlich exzellente Ausbildung, möglichst einen Hochschulabschluss, sichere Fremdsprachenkenntnisse. Gefragt sind Experten aus allen Berufsfeldern. Zugleich benötigen sie Neugier auf Menschen, fremde Kulturen, den Willen, die Welt für alle ein bisschen gerechter und lebenswerter zu machen. Aber auch die Bereitschaft zum partnerschaftlichen Dialog über alle Bildungsgrenzen hinweg und Widerstandsfestigkeit gegenüber vielen Ansprüchen und Interessen. Wir haben uns berichten lassen, was das konkret bedeutet, und für Sie aufgeschrieben. Die, die mehr wissen wollen, sollten hier weiterlesen.    Mehr >

 

Stromautobahnen (Foto: Wikimedia/Ibagli)

Energieingenieure: Die Zukunft sichern

Niemand kommt ohne Energie und deswegen auch nicht ohne Energieingenieure aus. Das gilt für moderne Industriegesellschaften ebenso wie für Entwicklungsländer. Energie zu jeder Zeit, an jedem beliebigen Ort in unbegrenzter Menge verfügbar zu haben, ist überall der Schlüssel für Entwicklung. Wenn also ein Beruf das Prädikat Zukunftsberuf verdient, dann der des Energieingenieurs. Seine Aufgaben sind schnell beschrieben: Energie erzeugen, genauer gesagt umwandeln, und sie anschließend bis in die entlegensten Winkel der Erde transportieren. Was so einfach klingt, ist in der Umsetzung oft schwierig. Schließlich müssen Energieingenieure stets vielen Erwartungen genügen – technischen, wirtschaftlichen, umweltpolitischen. Und natürlich müssen die Erzeugung, der Transport wie auch die Handhabung von Energie sicher sein. Das fachliche Herkommen der Energieingenieure ist abhängig von ihrem jeweiligen Arbeitsbereich breit gestreut. Immer aber steht das Prozesswissen im Vordergrund. Die Zukunft der Arbeitsplätze in Deutschland ist freilich dennoch ungewiss, ganz besonders bei den Energieerzeugern. Die letzten Kernkraftwerke werden 2022 vom Netz genommen, die letzten Kohlekraftwerke 2038. Energieingenieur also immer noch ein Zukunftsberuf? Wir sind der Frage nachgegangen. Die Antworten finden Sie hier.   Mehr >

 

Talk about Job – Gespräch über Beruf und Karriere mit …

Walther Ch. Zimmerli  (Foto: BTU)

Walther Ch. Zimmerli: Wie Begegnungen eine Karriere formen

Die Erfolgsgeheimnisse einer großen Karriere sind so vielfältig wie Menschen zahlreich. Neben Intelligenz, Fleiß und Zielstrebigkeit bestimmten Walther Ch. Zimmerlis Weg vor allem Begegnungen. Doch nicht etwa im Sinn von Netzwerken, früher etwas unmissverständlicher Beziehungen genannt. Und schon gar nicht dem „Hilfst Du mir, helfe ich Dir“. Sondern im Sinne seines Faches, der Philosophie, also bewusstseinserweiternd und damit die Welt wieder ein Stück besser verstehend. So wurde der geborene Schweizer und gelernte Deutsche ein Philosoph, der nicht ängstlich im Elfenbeinturm seiner Wissenschaft verharrte, sondern sich mitten ins Leben hinein begab und noch immer begibt. Der an vielen Universitäten lehrt(e), der im obersten Führungszirkel internationaler Konzerne arbeitete, der im „Spiegel“ ebenso veröffentlicht(e) wie in der Neuen Züricher Zeitung, der noch immer ein gefragter Keynote Speaker ist. Der sich nach Tschernobyl zu den Risiken der Kerntechnik äußerte, der schon früh die Mobilität zu seinem Thema machte, der die Bildungsfrage diskutierte, der heute über die Digitalisierung nachdenkt. Der wissen will, wie Mensch und Technik zusammen passen. Wer über Walther Ch. Zimmerlis Weg und den Menschen, denen er dabei begegnete, mehr erfahren möchte, findet es in unserem Porträt.    Mehr >

 

Unternehmen und Hochschulen aus der Bewerberperspektive …

Die Cheerleaders des VfL Wolfsburg e.V., die „Royals Deluxe“, in Aktion (Foto: VfL Wolfsburg e.V.)

VfL Wolfsburg e.V.: Ein Verein denkt Sport ganzheitlich

 Der VfL Wolfsburg e.V. ist ein Sportverein mit einem großen Namen. Für Sportinteressierte wie auch für Sportmanager, Übungsleiter und Trainer. Auch wenn die Volkswagen AG ihr Sponsoring inzwischen vorrangig auf die in eine GmbH ausgegliederten Bundesligafußballer und Bundesligafußballerinnen konzentriert, bietet der Verein mit 29 Sportabteilungen ein nach wie vor attraktives Spektrum an Sportmöglichkeiten. Dass dies auch künftig so bleibt, darum kümmern sich 15 hauptamtliche Mitarbeiter in der Geschäftsstelle vis-à-vis des Volkswagenwerkes auf der einen Seite und der VW Arena auf der anderen. Ihre vornehmste Aufgabe besteht darin, den vielen nebenamtlichen Abteilungs- und Übungsleitern organisatorisch den Rücken frei zu halten. Beim VfL Wolfsburg e.V. sind das zusammen ungefähr 310 Männer und Frauen. In der Geschäftsstelle geht es um die Mitarbeiterverwaltung, das Anmieten von Hallen und Plätzen, die Organisation von Großsportveranstaltungen, die Abrechnung und Buchführung, Verhandlungen mit der Kommune über finanzielle Fördermöglichkeiten und noch vieles andere. Unser Bericht gibt einen tiefen Einblick in die Arbeitsstrukturen eines Sportvereins.   Mehr >

 

Bild mit Symbolcharakter: Der Blick auf den DHBW-Standort Heidenheim weist auf die Verbindung von Tradition und Moderne (Foto: Wikimedia/KiriSte)

Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW): Studium im Wechsel von Theorie und Praxis

Die Studienangebote der DHBW sind etwas für intelligente Macher, die auf die Arbeitswelt nicht erst bis nach Studienabschluss warten wollen. Kontinuierlich wechseln sich im Vierteljahresrhythmus Vorlesungen und Seminare an der DHBW mit praktischen Ausbildungsabschnitten direkt in einem der gut 9.000 Praxisunternehmen ab. Die Praxisbetriebe müssen ihren Sitz nicht in Baden-Württemberg haben. Sie können auch in Sachsen oder Schleswig-Holstein beheimatet sein. Das Studium unterscheidet sich von dem an Universitäten und Fachhochschulen freilich noch in einem anderen Punkt. Überschaubare Lerngruppen erlauben eine seminaristische Lehre. Der Dialog mit den Professoren ist erwünscht und keine lästige Pflicht. Ständige Lernzielkontrollen geben jedem Studierenden ein stets zeitnahes Feedback über den persönlichen Wissensstand. Die jährlich rund 11.000 Studienanfänger an den 12 über das gesamte Ländle verteilten Standorten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg können gegenwärtig unter 27 Bachelorangeboten und mehr als 100 Studienrichtungen auswählen. Auch ein Studienaufenthalt im Ausland wird angeboten. Weitere Details sind hier zu finden.   Mehr >

 

Bericht über …

Junge Compagnons während der Compagnonnage – Neugierig auf ihren Beruf und die Welt (Foto: Thierry Caron/Divergence)

Compagnons du Devoir: Wo aus Handwerkern Fachleute und mündige Bürger werden

Die Compagnons du Devoir gehören zur Elite des Handwerks. Ihnen macht so schnell keiner etwas vor! Sie beherrschen Ihre Gewerke aus dem Effeff. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Der steht auch interessierten deutschen Gesellen offen. Die sich an die Ausbildung anschließende Compagnonnage dauert im Durchschnitt fünf Jahre. Bei einigen Berufen wie etwa den Steinmetzen können es aber auch schon einmal zehn Jahre werden. Während dieser Zeit wechseln die Teilnehmer in der Regel alle sechs Monate, mindestens aber jedes Jahr, den Ort und den Betrieb. Eine Auslandsstation ist zwingend vorgeschrieben. Compagnons gibt es inzwischen in 66 Ländern und auf allen fünf Kontinenten. Die Compagnonnage formt Handwerker mit einem geografisch, fachlich und sozial weiten Horizont. Sie kennen alle Techniken und haben gelernt, für unbekannte Probleme eine perfekte Lösung zu entwickeln. Bevor sie die Insignien der Compagnons du Devoir überreicht bekommen, müssen sie eine dem Meisterstück vergleichbare Arbeit erstellen. Dann erst gibt es Wanderstab und Schärpe. Wir haben mit vier Compagnons gesprochen. Was die Compagnonnage von der deutschen Walz unterscheidet, wo und wie man sich bewirbt, erfahren Sie, wenn Sie hier weiterlesen.    Mehr >

 

News aus der Welt der Berufe …

+++ Auslandsaufenthalte während Ausbildung förderfähig +++ Ressourcenmanagement Wasser +++ „Studium Generale“ zur Studienorientierung +++ Security and Industrial Internet of Things +++ Anzahl zulassungsbeschränkter Studiengänge schwankt von Bundesland zu Bundesland +++ Angewandte Informatik mit Doppelabschluss +++ Cyber Security +++ Digital Biomedical and Health Sciences +++ Approbation von Absolventen polnischer Universitäten nur noch unter bestimmten Voraussetzungen +++ Zugang zum Beruf Psychotherapeut neu geregelt +++ Schleswig-Holstein bietet Quereinsteigern für Lehramt an Berufsbildenden Schulen attraktives Angebot +++ Zusatzweiterbildungsmöglichkeit „Homöopathie“ in immer mehr Bundesländern ersatzlos gestrichen +++   Mehr >

 

Veranstaltungskalender für Berufswähler …

+++ Hochschulinformationstage +++ Berufsinformationsveranstaltungen +++ Bildungsmessen +++ Überbrückungsmöglichkeiten +++ Berufseinstiegsmessen +++   Mehr >

 

Archiv

Hier finden sie die Themen und Beiträge der vergangenen Ausgaben.   Mehr >