Herzlich willkommen …

… liebe Leser! Hallo liebe Schüler, Eltern, Lehrer und alle, die auf die Welt der Arbeit und Berufe neugierig (geblieben) sind!

Die Digitalisierung macht auch um die Berufswahl keinen Bogen. Gleich drei Mal beleuchten wir in dieser Ausgabe die damit verbundenen Chancen und Risiken. Wie leistungsfähig die derzeit sowohl bei der Berufsberatung wie der Personalauswahl zum Einsatz kommenden Programme sind, haben wir uns vom Industriesoziologen Christian Pabsdorf erklären lassen. Davon, welch große Kluft oft genug noch zwischen Theorie und Praxis liegt, berichtet ein Fachmann aus der Berufsberatung. Etwas weiter weg und doch ganz eng damit verbunden ist das Thema des Datenschutzes. Der ehemalige Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar blickt dafür auf seinen Berufsweg zurück, erzählt von seinen Erfolgen und Misserfolgen, von Chancen und Risiken. Anderes Thema: Der automobile Individualverkehr wird immer mehr zum politischen Zankapfel. Die Umwelt schützen wollen alle. Auf ihr Auto verzichten mögen freilich nur die wenigsten. Und wer täglich zur Arbeit fahren muss, kann es oft gar nicht. Für uns Grund genug, den Beruf des Kfz-Mechatronikers anzuschauen, der sich mit Instandhaltung und Reparatur der vierrädrigen Gefährte befasst. Gesund zu bleiben, ist Wunsch von uns allen. Ärzte heilen die, die schon krank sind. Gesundheitswissenschaftler analysieren unsere Lebensverhältnisse und wollen sie so gestalten, dass wir erst gar nicht krank werden. Ein Beruf, der alles mit allem vernetzt denken kann. Wo wir sonst noch hinter die Kulissen geschaut haben? Bei denen, die die schönsten Filme erfinden, und die Drehbuchautoren heißen. Bei denen, die die Natur in ihrer Ursprünglichkeit bewahren wollen. Die Herz und Verstand gleichermaßen brauchen. Wir haben sie im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern besucht. Zum Schluss berichten wir von einem kleinen Heidelberger Unternehmen, dass Menschen ihr durch einen Unfall oder wegen einer Operation verlorenes Gesicht zurückgibt. Wie bei jeder Ausgabe können Sie mit uns die Vielfalt der Berufswelt erleben. Damit verabschiede ich mich bis zur nächsten Ausgabe im Februar. Bleiben Sie uns gewogen! Herzlichst Ihr

Hans-Martin Barthold

 

Zum Thema …

Funktionsbild des berühmten Rete-Algorithmus (Foto: Wikimedia/Razorbliss)

Berufs- und Personalauswahl im digitalen 
Zeitalter: Treffen Roboter die besseren 
Entscheidungen?

Nur Masochisten empfinden wohl Genugtuung angesichts langer und quälender Entscheidungsprozesse. Die Berufswahl ist so einer. Jeder weiß das. Da wird es verständlich, auf welch fruchtbaren Boden Programme fallen, die versprechen, in nur 30 Minuten den individuell passenden Wunschberuf  zu finden. Oder für die Unternehmen den Aufwand an Zeit und Manpower bei der Personalauswahl zu reduzieren. Und darüber hinaus sogar die besseren, weil objektiveren und dadurch genauer passenden Ergebnisse zu liefern. Berufswähler, Personalsachbearbeiter und Führungskräfte frohlocken. Doch Vorsicht! Die soziale Wirklichkeit ist komplex. Auch das weiß jeder. Weshalb sich die Frage stellt, ob Algorithmen, also Wenn-Dann-Handlungsanleitungen, auf denen die Programme basieren, diese Wirklichkeit auch mit all ihren Widersprüchen vollständig abzubilden vermögen. Genau damit beschäftigt sich Christian Pabsdorf, Industriesoziologe und Professor an der Technischen Universität Chemnitz, seit langem. Wir haben ihn gefragt, welchen Rat er für Berufswähler und Personalmanager hat. Hier sind seine Antworten.   Mehr >

 

Berufe unter der Lupe …

Kfz-Mechatroniker bei der Arbeit an der Hebebühne (Foto: Wikimedia/ANT Berezhnyi)

Kfz-Mechatroniker: „Wir machen Mobilität 
möglich“

Ihr Dresscode ist der Blaumann. Auch die E-Mobilität wird daran nichts ändern. Hammer und Schraubenschlüssel gehören zwar weiterhin zu den wichtigsten Werkzeugen. Immer öfter aber tritt inzwischen der Laptop an ihre Stelle. Ein moderner Kfz-Mechatroniker muss heute das eine wie das andere souverän beherrschen. Der Beruf des Kfz-Mechatronikers hat sich stets der Veränderung des Automobils anpassen müssen. Dessen einzige Konstante, witzeln seine Pro-tagonisten, seien seine vier Räder. Alles andere befinde sich stets und ständig im Wandel. Lebenslanges Lernen war für Kfz-Mechatroniker deshalb schon Alltag, als die allermeisten den Begriff noch nicht einmal buchstabieren konnten. Wer indessen denkt, im Zeitalter der Elektronisierung des Automobils müssten die Kfz-Mechatroniker nur noch die Diagnosegeräte auslesen und anschließend die defekten Teile oder Baugruppen austauschen, der irrt. Und zwar gewaltig. „Diagnosegeräte benennen Fehler, aber keine Ursachen“, bringt es Innungsobermeister Oliver Schatta auf den Punkt. Warum Kfz-Mechatroniker also auch und besonders im digitalen Zeitalter umfangreiche Systemkenntnisse benötigen, lesen Sie in unserem Bericht.   Mehr >

 

„rauchfrei! Bist Du dabei?“ (Foto: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA, Köln)

Gesundheitswissenschaftler: Gesundheit strategisch denken

Gesundheitswissenschaftler halten keine Sprechstunden ab, stellen keine Diagnosen, verordnen keine Therapien und sie stellen auch keine Rezepte aus. Ihr Job ist es stattdessen, die Lebensumstände bestimmter Bevölkerungsgruppen und/oder Regionen auf gesundheitsgefährdende Strukturen hin zu analysieren. Immerhin ist bekannt, dass Gesundheit und Krankheit nicht nur mit bestimmten Zuständen des einzelnen Körpers zu tun haben, sondern das eine wie das andere in enger Beziehung zu psychischen und gesellschaftlichen Bedingungen steht. In einem Satz: Gesundheitswissenschaftler versuchen, die Entstehungsgründe von Krankheiten zu ermitteln und durch Aufklärung Verhaltensänderungen anzustoßen. Statistiken auszuwerten und aus dem Datenmaterial statistische Modelle zu entwickeln, prägt ihre Arbeit deshalb in ganz besonderer Weise. Damit einher geht die Interdisziplinarität der Gesundheitswissenschaften. Die reicht von der Medizin über die Soziologie bis hin zur Ökonomie. Wir haben mit Gesundheitswissenschaftlern gesprochen und für Sie aufgeschrieben, was sie uns über ihre Arbeit erzählt haben.   Mehr >

 

Szene mit Nadja Uhl und Martin Wuttke aus dem von Kerstin Ramcke 2017 für das ZDF produzierten Film „Ich werde nicht schweigen“ (Foto: Václav Sadílek)

Drehbuchautoren: Die Geschichtenerfinder

Für diesen Beruf braucht man als allererstes Ideen und das Talent zum Geschichtenerzählen. Noch mehr bedürfen Drehbuchautoren und Drehbuchautorinnen der Bereitschaft, sich aufs pralle Leben einzulassen. Denn das schreibt bekanntlich die besten Geschichten. Wie es gleichzeitig Mut braucht, die Einsamkeit des Schreibens aushalten zu wollen. Denn Schreiben ist mehr als nur labern. Viel mehr! Tatsächlich steht am Anfang der Arbeit von Drehbuchautoren stets ein weißes Blatt Papier. Das Ende ihrer Mühen ist dann ein Film, dessen Szenen die Zuschauer noch lange erinnern und die ihre Herzen anrühren. Vielleicht ist es aber auch nur eine der täglichen und in wenigen Stunden schon wieder vergessenen Folgen einer Daily Soap. Doch so oder so sind Drehbuchautoren die wahren Kreativen der Filmproduktion. Drehbücher zu schreiben, heißt Geschichten filmisch zu erzählen.  Es reicht nicht der Satz: „Ich bin ja so glücklich.“ Glück, Trauer und Angst müssen in einer Szene, in einer Handlung sichtbar werden. „Show don’t tell!“ heißt das in den Studios von Hollywood. Und natürlich gilt, ein gutes Drehbuch ist Teamarbeit. Welche Anforderungen das Schreiben von Drehbüchern darüber hinaus noch alles stellt, finden Sie in unserem                   Beitrag.   Mehr >

 

Talk about Job – Gespräch über Beruf und Karriere mit …

Peter Schaar (Foto: Wikimedia/Alexander Klink)

Peter Schaar: Unverbesserlicher Anhänger der Aufklärung

Für Datenschutzinteressierte ist sein Name Programm. Immer noch! Zehn Jahre lang, von 2003 bis 2013, nahm Peter Schaar das Amt des Bundesdatenschutzbeauftragten wahr. Zweimal wählten ihn die Abgeordneten des Bundestages dazu. Stets an der Sache orientiert, galt er wohl gerade deshalb in den Augen mancher Politiker als sperrig, nicht selten sogar als schwierig. Seine fachliche Kompetenz schätzten sie gleichwohl alle. Und seine Wirkungskreise beschränkten sich nicht nur auf Deutschland. Auch innerhalb der Europäischen Union wurden ihm wichtige Funktionen anvertraut. Peter Schaar war einer der ersten, der Datenschutz nicht lediglich als informationstechnisches oder juristisches Klein-Klein verstand, sondern als den Kernpunkt selbstbestimmten Lebens in einer modernen digitalisierten Welt. Statt der politischen Brechstange bevorzugte der gelernte Volkswirt und, wie er sich selbst bezeichnet, unverbesserliche Anhänger der Aufklärung das Argument. Damit feierte er viele Erfolge. Doch gab es auch Dinge wie die Vorratsdatenspeicherung, an denen der gebürtige Berliner scheiterte. Bei Anderem, wie dem großen Lauschangriff, bedurfte es zur Wiederherstellung seiner Reputation erst eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts. Mehr über Peter Schaar können Sie hier lesen.   Mehr >

 

Unternehmen und Hochschulen aus der Bewerberperspektive …

Hinweisschild auf den Müritz-Nationalpark an der Autobahn A19 (Foto: Wikimedia/Milka 11)

Müritz-Nationalpark: Naturschutz mit Hand, 
Herz und Verstand

Die Landschaft des Müritz-Nationalparks gleicht einem Traum. Hier, zwischen Wäldern, Seen und Mooren, arbeiten zu dürfen, gilt bei naturbegeisterten jungen Menschen mit und ohne Studium als die Erfüllung aller Träume. Und tatsächlich präsentiert sich die Arbeit als ebenso spannend wie abwechslungsreich. Schließlich geht es darum herauszufinden, was passiert, wenn die natürlichen Prozesse auf den Flächen des Nationalparks ungestört ablaufen und was wir daraus für unser Leben in einer Kulturlandschaft lernen können. Beobachten, Messen und Auswerten heißen deshalb die wichtigsten Aufgaben, egal ob von Beruf Förster, Biologe, Landschaftsökologe/-planer, Umweltwissenschaftler, Geograf, Mediendesigner oder Schutzgebietsbetreuer (Ranger). Ein Paradies ist freilich auch der Müritz-Nationalpark nicht. Denn ganz ohne Eingriffe des Menschen geht es auch hier (noch) nicht. Da muss jede Fachdisziplin ihre Argumente schärfen und jeder zum Kompromiss bereit sein. Und immer gilt es, die Öffentlichkeit mitzunehmen. Was uns die Mitarbeiter im Schloss Hohenzieritz, dem Sitz der Nationalparkverwaltung, noch erzählt haben, können Sie hier sehen.   Mehr >

 

Der Studiengang „Ton und Bild“ kombiniert Musik und Technik (Foto: Susanne Diesner)

Robert Schumann Hochschule Düsseldorf: 
Irgendetwas mit Musik

Die Welt der Musikhochschulen ist eine ganz eigene. „Über die klassischen Studiengänge (Anm. d. Red.: gemeint sind solche Studiengänge wie Klavier, Gesang, Orchesterinstrumente, Komposition, Musiktheorie, Musikwissenschaft oder Kirchenmusik) müssen wir nicht informieren. Da wissen die interessierten Studienbewerber bereits alles“, ist der Pressesprecher der Hochschule Matthias Schwarz trotz vieler Hochschulen mit dem gleichen Studienrepertoire überzeugt. Deshalb rückt er im Porträt seiner Hochschule die Studiengänge „Ton und Bild“ sowie „Musik und Medien“ des gleichnamigen Instituts in den Vordergrund. Während die Düsseldorfer bei „Ton und Bild“ einen bundesweiten Alleinstellungsanspruch besitzen, müssen sie sich bei „Musik und Medien“ inzwischen zunehmender Konkurrenz stellen. Bislang erfolgreich. Begründung dafür ist unter anderem ein sehr familiäres Studienumfeld. Die Zahl aller Studierenden ist in Düsseldorf nicht größer als die Schülerzahl eines Gymnasiums. Einzigartig ist auch die Kooperation mit der Bundeswehr für die Ausbildung der Soldaten des Militärmusikdienstes. Mehr können Sie hier lesen.   Mehr >

 

Einbringen der Magnete für eine Augenepithese (Foto: Brom Epithetik)

Brom Epithetik: Wenn das Gesicht verloren ist

Die Laborräume unweit der Heidelberger Altstadt sind ganz unspektakulär. Doch setzen die Menschen, die hier herkommen, ihre ganze Hoffnung auf Jörn Brom und seine Mitarbeiter. Ein Unfall oder eine Krankheit hat sie ihres Gesichts und damit ihrer Identität beraubt. Eine Epithese von Jörn Brom soll ihnen beides wiedergeben. Jeder Fall liegt anders. Zwar besitzen Jörn Brom und seine Mitarbeiter ein hohes Maß an Erfahrungen, und brauchen sie für ihre Arbeit auch. Routine aber kommt selbst bei den weniger komplizierten Fällen nicht auf. Schließlich ist die Anfertigung von Epithesen (Heil)Kunst und (Filigran)Handwerk in einem. Keine Epithese ist wie die andere. Wiederholung ist in dieser Branche ein Fremdwort. Und wird es trotz allen technischen Fortschritts, den auch die Epithetiker nutzen, bleiben. Der Weg zum Beruf ist lang und will gut überlegt sein. Nicht allein, weil es sich um einen Nischenberuf handelt. Die meisten Epithetiker arbeiten als Selbständige. Je nach Standort, Bekanntheit und Kliniknetzwerken ist das betriebswirtschaftliche Risiko mal größer und mal kleiner. Wer mehr erfahren möchte, sollte in unseren Bericht schauen.   Mehr >

 

Bericht über …

Tests erfordern die volle Aufmerksamkeit (Foto: Wikimedia/Ralf Rolletschek)

Berufsberatung am Scheideweg: Digitalisierung 
statt Dialog und Lenkung statt Entscheidung?

Die Schatten der Digitalisierung reichen immer weiter und weiter. Inzwischen sind sie auch bei der Berufsberatung der Agenturen für Arbeit angekommen. Eigentlich ein Grund zum Jubeln. Schließlich könnten die Berufs- und Studienberater damit zum Wohle von Schülern, Eltern und Betrieben zu neuen Höhenflügen ansetzen. Durch moderne Tools von Routineaufgaben entlastet, hätten sie endlich Zeit, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren, die zielorientierte individuelle Beratung. Im Alltag der Berufsberater aber schaut es, wieder einmal, ganz anders aus. Der Erlebnisbericht unseres Autors zeigt es. Kein Ziel, kein Konzept, mangelnde Professionalität, fragwürdige Partner(schaften). Die zunehmend häufiger eingesetzten Tests scheinen weniger zur Qualitätsverbesserung der Berufsentscheidung junger Menschen gedacht, als unter Kosten- und Lenkungsgesichtspunkten eingeführt. So wird an der zeit- wie personalintensiven Vor- und Nachbereitung gespart. Transparenz fehlt nahezu vollständig. Nicht einmal die Berater kennen die Algorithmen, die den Programmen zugrunde liegen. Immer öfter beauftragen die örtlichen Arbeitsagenturen darüber hinaus Dritte mit der Durchführung entsprechender Veranstaltungen. Was Schüler da zu erwarten haben, davon berichtet unser Autor.         Mehr >

 

News aus der Welt der Berufe …

+++ Visuelle Kommunikation +++ Human Factors +++ Digitales Studium Medizin +++ Nachhaltige Rohstoff- und Energieversorgung +++ Wege für Seiteneinsteiger ins Lehramt +++ Bauinformationstechnologie +++ Barrierefreie Kommunikation +++ Lehrstellenbörsen +++   Mehr >

 

Veranstaltungskalender für Berufswähler …

+++ Hochschulinformationstage +++ Berufsinformationsveranstaltungen +++ Bildungsmessen +++ Überbrückungsmöglichkeiten +++ Berufseinstiegsmessen +++   Mehr >

 

Archiv

Hier finden sie die Themen und Beiträge der vergangenen Ausgaben.   Mehr >