Herzlich willkommen …

… liebe Leser! Hallo liebe Schüler, Eltern, Lehrer und alle, die auf die Welt der Arbeit und Berufe neugierig (geblieben) sind!

Auch in diesen arbeitsmarktpolitisch unübersichtlichen Zeiten lohnen sich die Mühen einer qualifizierten Berufswahl! Ich ahne freilich die Einwände auf meinen Optimismus. Warum der Aufwand, höre ich die Betroffenen, wo doch aktuell alle Zeichen auf Unternehmenspleiten, Arbeitsplatzabbau und einer schrumpfenden Ausbildungsbereitschaft der in die Krise taumelnden Unternehmen stehen? Meine Antwort: Weil die Passgenauigkeit von beruflichen Anforderungen und persönlichen Fähigkeiten in den Monaten einer Krise genauso wie danach nichts an Bedeutung verliert. Im Gegenteil. Betriebe, die sich mit einer geschrumpften Belegschaft im Wettbewerb behaupten müssen, brauchen qualifizierte Fachkräfte mehr denn je. Vor allem, weil die bisherigen Leistungsträger wegen der demografischen Entwicklung schon bald ersetzt werden müssen.

Doch wir wollen nichts beschönigen. Wir halten es, so wie Sie es von uns gewohnt sind, mit dem Gründungsvater des SPIEGEL Rudolf Augstein. Dessen journalistische Maxime hieß: Sagen, was ist, nicht aber, was man sich wünscht, dass es sein sollte. Ja, die Situation ist ernst, sehr ernst sogar. Marcel Fratzscher fürchtet für den Rest des Jahres einen steilen Absturz der Wirtschaft um über neun Prozent und einen  drastischen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen, verzögert allenfalls durch die verlängerte Aussetzung der Insolvenzmeldepflicht. Kommt es so, und viele teilen die Ängste des Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, wären die beschäftigungspolitischen Konsequenzen verheerend. Zwar versuchen die meisten Betriebe, ohne Stellenabbau durch die Krise zu kommen. Doch nach einer Befragung der Unternehmensberatung Willis Towers Watson haben 80 Prozent der Unternehmen immerhin schon einmal einen Einstellungsstopp verhängt, eine Maßnahme, die erfahrungsgemäß letzter Versuch vor den Entlassungen ist.

Schul- und Hochschulabsolventen bekommen die Dramatik auf dem Arbeitsmarkt schon in diesen Tagen zu spüren. Die Zahl der Einladungen zu Einstellungsgesprächen befindet sich im freien Fall. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Ausbildungsplätzen. Zwar verzeichnet die Bundesagentur für Arbeit bei den gemeldeten Ausbildungsstellen ihren eigenen Angaben nach nur ein Minus von zehn Prozent. Doch was heißt das schon. Denn entscheidend ist, wie viele Lehrstellen am Ende wirklich besetzt, wie viele Verträge eventuell noch während der Probezeit wieder aufgelöst und wegen Unternehmenspleiten unwiederbringlich verloren gehen und wie viele Azubis nach erfolgreicher Abschlussprüfung in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen werden. Aber all das vermag im Moment niemand vorauszusagen. Also gilt es, schulische und andere Überbrückungsmöglichkeiten auszuloten und sich auf bessere Zeiten vorzubereiten.

Die Hände in den Schoß zu legen und seine Bemühungen um eine Ausbildung einzustellen, scheint uns jedenfalls keine Alternative. Denn es verschlechtert die langfristigen Erwerbsperspektiven dramatisch. Wir wünschen Ihnen allen Mut und Zuversicht. Geben sie (sich) nicht auf. Bleiben Sie gesund und uns weiterhin gewogen. Herzlichst Ihr

Hans-Martin Barthold

 

Zum Thema …

Eine Informatikerin bei der Arbeit (Foto: Wikimedia/Joonspoon)

Frauen in MINT: Das Happyend lässt weiter auf 
sich warten

Es ist, wie es ist. Absichtserklärungen von Bildungspolitikern und Bildungspolitikerinnen zur Förderung von Frauen in MINT-Fächern sind das Eine, Taten das ganz Andere. Und was die Geschlechterverteilung in den MINT-Fächern angeht, ist die Schnittmenge zwischen beiden noch immer gering. Allen hehren Sonntagsreden, deren es landauf landab viele gibt, zum Trotz. Zwar von Fach zu Fach unterschiedlich erreicht der Frauenanteil weiterhin kein gleiches Niveau. Besonders eklatant ist das Missverhältnis in der Informatik. Was die Qualität der Absolventen in diesen Fächern und in der Informatik besonders negativ beeinflusst. Die Frauen, so zeigen es zwei einschlägige Untersuchungen, verfügen über ein höheres Leistungsniveau als ihre männlichen Kommilitonen. Und doch ist ihre Studienabbrecherquote erheblich höher. Worin die Wissenschaftler, die die Situation analysiert haben, Möglichkeiten zur Verbesserung sehen, können Sie hier lesen. Die Vorschläge könnten wohl auch so manche Studentin vor der Aufgabe des Studiums bewahren. Deshalb lohnt das Lesen.   Mehr >

 

Berufe unter der Lupe …

Gemüse gehört zu einer gesunden Ernährung (Foto: Wikimedia/Euro Slice)

Oecotrophologen: Experten für Ernährung und 
Lebensmittel

Unbelastete Lebensmittel und eine gesunde Ernährung sind heute buchstäblich in aller Munde. Die Fachleute dafür, die Oecotrophologen, profitieren davon freilich noch immer nicht im selben Maße. Ihr Sozialprestige könnte besser sein. Dabei gäbe es ohne sie keine Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel mit einer Ampel, kein Gebot zur Rückverfolgbarkeit von Lebens- und Futtermitteln, keine ökologische Landwirtschaft und wohl auch keine Ernährungstherapie. Tatsächlich sind Oecotrophologen beruflich in allen Bereichen vertreten, in denen es um Lebensmittel und Ernährung geht. Gesucht sind sie in der Produktentwicklung, der Herstellung, dem Vertrieb, aber auch der Ernährungsberatung und –therapie. Entsprechend naturwissenschaftlich präsentiert sich das Studium. Zur Chemie, Biologie und der Physik sollte man deshalb ein gutes Verhältnis haben. Allein die ernährungspolitisch richtige Haltung reicht nicht. Das zweite Standbein der Oecotrophologen, die Hauswirtschaftstechnik und das Hauswirtschaftsmanagement verlieren dagegen beschäftigungsmäßig an Bedeutung. Hält der Trend zur Fertig-nahrung allerdings weiter an, könnte sich das schnell wieder ändern. Wer mehr über die Fachleute für Lebensmittel und Ernährung erfahren möchte, findet es in unserem Bericht.   Mehr >

 

Einem würdigen Abschied die entsprechende Form geben (Foto: BDB)

Bestattungsfachkraft: Profis für Abschied, 
Trauer und Neubeginn

Es ist ein Beruf wie jeder andere. Und doch auch wieder unterscheidet sich die Tätigkeit einer Bestattungsfachkraft in so manchen Dingen von der in den übrigen Berufen. Es geht tagtäglich um den Tod, eine würdevolle Verabschiedung und ein getröstetes Weiterleben der Angehörigen. Die Bestattungsfachkräfte sind Fachleute für diese Situationen und können den Abschied der Angehörigen vom Verstorbenen professionell gestalten. Sie wissen, nur wer seiner Trauer angemessen Ausdruck zu geben vermag, findet anschließend zur Freude am Leben zurück. Eigene Erfahrungen mit Grenzsituationen helfen, sich den daraus ableitenden beruflichen Anforderungen gewachsen zu zeigen. So erstaunt es nicht, dass jeder fünfte Azubi bereits älter als 24 ist und jeder vierte schon über Berufserfahrungen in einem anderen Beruf verfügt. Doch ist die Eignung keine Frage des Alters, sondern der persönlichen Reife. Wer einen Beruf mit einer großen Aufgabenvielfalt sucht, findet ihn hier. Viel mehr noch entschädigt die ungekünstelte Dankbarkeit vieler Angehöriger für großen Einsatz. Es gibt noch viel mehr über diesen Beruf zu erfahren. Wir haben es für Sie recherchiert und aufgeschrieben.   Mehr >

 

Ein Glücksrad mit Ergebnismenge , Ereignisraum und Wahrscheinlichkeitsmaß (Foto: Wikimedia/Ziggystar)

Mathematiker: Intellektuelle Hochleister

Rechnen können sie auch. Meistens sogar sehr gut! Doch die Eignung für ihren Beruf bestimmt das nicht. Denn Mathematiker lernen in ihrem Studium allem voran, die Komplexität der Welt zu analysieren, zu systematisieren und anschließend zu organisieren. Wie sie das machen? Ganz einfach, sie beschreiben die entsprechenden Sachverhalte mathematisch. In der Fachsprache heißt das Modellieren. Was nichts anderes bedeutet, als ein Problem in seine kleinsten Problemeinheiten zu zerlegen und ihre Verknüpfungen beschreiben und priorisieren zu können. Mathematik ist deshalb Hochleistungssport und ihr Baumaterial sind Argumente. Denken sollte Mathematikern Spaß machen, genaues Denken noch viel mehr. Formulierungen wie „Ich sag jetzt einfach mal …“, „Ich glaube …“ oder „… keine Ahnung.“ wird man von Mathematikern nicht hören. Ihre Sprache zeichnet sich wie ihr Denken durch absolute Präzision aus. Schließlich geht es immer ums Verstehen, nicht ums Auswendiglernen. Was schweißtreibend ist und weshalb es Lust auf Mathematik braucht, um diese Anstrengung genießen zu können. Was Mathematiker, die nicht als Lehrer arbeiten, in ihrem Beruf so alles tun, können Sie in unserem Bericht finden.   Mehr >

 

Talk about Job – Gespräch über Beruf und Karriere mit …

Jürgen Raps – Pilot mit Leib und Seele (Foto: Lufthansa Archiv)

Jürgen Raps: Der (Über-)Flieger

Sein Berufswunsch steht schon früh fest. Nach einem Rundflug zusammen mit dem Vater über die Dächer seiner Heimatstadt Bayreuth heißt der: Pilot. Zielstrebig und beharrlich arbeitet er die ganze Schulzeit darauf hin. Dass nur jeder zwanzigste Bewerber eine Ausbildungszusage erhält, schreckt ihn nicht ab. Er sieht es eher als sportliche Herausforderung. Tatsächlich gehört er am Ende des fünf Tage dauernden Auswahlverfahrens zu den Erfolgreichen. Die Lufthansa-Verkehrsfliegerschule in Bremen macht ihm ein Ausbildungsangebot. Zwei Jahre dauert es bis zum Erwerb der Airline Transport Pilot Licence (ATPL). Dann beginnt er bei der Fluggesellschaft mit dem Kranich-Logo auf der Kurzstrecke als Copilot. Dass ihn die Karriere einmal bis zum Chefpiloten und sogar in den Vorstand der Lufthansa Passage Airline führen wird, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Die, die ihn kennen, wissen freilich, Jürgen Raps kann nicht nur gut fliegen, sondern genauso gut organisieren und Mitarbeiter führen. Aber Fliegen bleibt seine Leidenschaft. Und so übernimmt er trotz seiner Managementfunktion bis zu seinem Ausscheiden immer wieder Linienflüge, bevorzugt auf der Langstrecke und der A380. Wer mehr über den Weg des Jürgen Raps erfahren möchte, sollte hier weiterlesen.   Mehr >

 

Unternehmen und Hochschulen aus der Bewerberperspektive …

Vom Arbeitsplatz eines Tower-Lotsen wie hier in München hat man einen guten Überblick über das Geschehen auf dem gesamten Flugfeld (Foto: DFS Deutsche Flugsicherung GmbH)

Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS): Cleared 
for take-off

Täglich leiten die Männer und Frauen der Deutschen Flugsicherung GmbH mehr als 10.000 Flugbewegungen über Deutschland. Und das seit nahezu drei Jahrzehnten ohne einen einzigen Unfall. Doch wer meint, das sei das alleinige Werk der Fluglotsen, der irrt. Nur zwei von fünf DFS-Mitarbeitern üben diesen Beruf aus, entweder als Centerlotse in einem der vier Kontrollzentren oder als Towerlotse in der Platzkontrolle auf einem der 16 internationalen deutschen Flughäfen. Nein, ohne ihre Kollegen im Backoffice wären die Fluglotsen wie ein Tennisspieler ohne Racket. Sicherheitsingenieure, Informatiker, Safetyspezialisten, Luftverkehrsmanager, Wirtschaftswissenschaftler und Juristen arbeiten ihnen zu. Was auch für die Mitarbeiter in der Forschung & Entwicklung gilt, die ab diesem Monat auf den Flughäfen Frankfurt und München verschiedene Drohnen-Detektionssysteme auf ihre Einsatzfähigkeit prüfen. Neben der Einstellung extern qualifizierter Fachkräfte, bildet die DFS nicht lediglich für den Beruf der Fluglotsen, sondern auch für die meisten anderen Arbeitsbereiche selbst aus. Zumeist in Form eines dualen Studiums. Anschließend winken attraktive Gehälter und moderne Beschäftigungsstrukturen. Wer neugierig auf den Arbeitgeber Deutsche Flugsicherung GmbH geworden ist, findet hier alle gewünschten Informationen einschließlich der Kontaktdaten der jeweiligen Ansprechpartner.   Mehr >

 

Rankings bestätigen regelmäßig den Erfolg der JMU auch im internationalen Vergleich (Foto: JMU)

Julius-Maximilians-Universität Würzburg: 
Wissenschaft für die Gesellschaft

In Franken heißt ein geflügeltes Wort: „Nicht gemeckert ist auch schon gelobt.“ Die Würzburger Julius-Maximilians-Universität (JMU), malerisch an den Ufern des Main und zwischen steilen Weinbergen gelegen, hält es ganz offenkundig ähnlich. In jedem Fall gibt man sich vornehm zurückhaltend und pflegt das Understatement. Dabei kann die JMU auf viele vorzeigbare Erfolge verweisen. Besonders in den forschungsorientierten internationalen Rankings schneidet sie im Vergleich mit anderen deutschen Universitäten hervorragend ab. Wovon auch die Studierenden profitieren. Immerhin werden sie frühzeitig in entsprechende Projekte eingebunden. Aber mehr noch begleitet man sie unaufgeregt, dennoch sehr effizient, über das gesamte Studium hinweg. Und in der Lehre zeigt man sich offen für alle neuen Entwicklungen. Digitale Formate werden ausgebaut, ohne dass das Primat der persönlichen Begegnung zwischen Studierenden und Professoren allerdings aufgegeben wird. Und auch für die Nöte von vielen Studienanfängern hat man in Würzburg ein offenes Ohr. Ein einsemestriges Orientierungsstudium erlaubt den Besuch von Lehrveranstaltungen in unterschiedlichen Fachbereichen. Kompatible Prüfungsleistungen werden später angerechnet. Wer noch mehr Informationen über die Universität Würzburg sucht, findet sie hier.   Mehr >

 

Bericht über …

Werbung für das Literaturmagazin „#Pausezuhause: Denkraum und Literatur“ des Goethe-Instituts Chile (Foto: Goethe-Institut Chile)

Praktikum am Goethe-Institut in Chile:
Digitale Wege der Kulturvermittlung

Es ist derzeit Winter in Santiago de Chile. Die Kälte und Covid19 halten die südamerikanische Millionenmetropole fest im Griff. Wegen der Pandemie ist das Goethe-Institut in diesen Tagen geschlossen. Julia Günther wollte im März nach Santiago fliegen. Sie hatte mit Alexander Schultheis, dem Leiter der Abteilung Information und Bibliothek, ein Jahrespraktikum vereinbart. Die Finanzierung hatte sie sich über das UNESCO-Programm „kulturweit“ gesichert. Doch das war plötzlich nicht mehr möglich. Aber die Kulturarbeit muss(te) dennoch weitergehen. Alexander Schultheis, der bereits seit 16 Jahren im Goethe-Institut Chile arbeitet, hatte eine Idee. Eine Idee, wie Julia Günther ihr Praktikum doch noch retten könnte, ohne persönlich nach Santiago kommen zu müssen. Wo möglich, werden die Veranstaltungen nun nicht analog, sondern digital durchgeführt. Julia Günther hat mit dem Hashtag „#Pausezuhause: Denkraum und Literatur“ ein neues Vermittlungsformat entwickelt, mit dem sie vierzehntäglich deutsche Autoren und ihre Literatur für chilenische und deutsche Interessenten vorstellt. Ihr Mentor Schultheis könnte sich vorstellen, das auch in normalen Zeiten zu einem dauerhaften Angebot zu machen. Wie ein Praktikum in einem der vielen Gothe-Institute aussieht, erfahren sie hier.   Mehr >

 

News aus der Welt der Berufe …

+++ Ausbildungsprämie +++ Studienplatzbörse geöffnet +++ Studienmöglichkeiten in den USA eingeschränkt +++ „Justizassistent“ für Rechtsrefendare +++ Medizinstudium ohne Abitur +++ Masterstudium „Bioeconomy“ +++ Bachelorstudium „Ingenieurpsychologie“ +++ Aufstiegs-BAföG +++ Bachelorstudium „Autonomous Vehicle Engineering“ +++ Uni Frankfurt/Main: „Goethe-Orientierungsstudium“ +++ Duales Studium „Technisches Facility Management“ +++ Universität Witten/Herdecke: Berufsbegleitender „Master of Business Administration“ +++ Bachelorstudium „Digital Transformation in Business and Society“ +++ Masterstudium „International Organisation and Crisis Management“ +++ Bachelorstudium „Angewandte Wirtschafts- und Medienpsychologie“   Mehr >

 

Veranstaltungskalender für Berufswähler …

+++ Hochschulinformationstage +++ Berufsinformationsveranstaltungen +++ Bildungsmessen +++ Überbrückungsmöglichkeiten +++ Berufseinstiegsmessen +++   Mehr >

 

Archiv

Hier finden sie die Themen und Beiträge der vergangenen Ausgaben.   Mehr >