Wirtschaftsprüfer – Risiken erkennen und Chancen aufzeigen

Von Hans-Martin Barthold | 15. August 2014

Alexandra Gabriel/Partnerin bei der CURACON GmbH, Münster (Foto: privat)

Alexandra Gabriel/Partnerin bei der CURACON GmbH, Münster (Foto: privat)

Ein Beruf mit Zukunft soll es sein, klar doch. Ebenso etwas, bei dem man seine Interessen für Wirtschaft, für Management und Fremdsprachen, dazu ein bisschen Recht einbringen kann. Auch Reisen sowie hin und wieder mal Ausland wären nicht schlecht. Nach Möglichkeit nicht immer nur im Büro und selbstverständlich viel Abwechslung. So in etwa wünschen sich das zahlreiche Abiturienten. Doch viel mehr als eine Empfehlung für den Studiengang Wirtschaftsrecht fällt den Studien- und Berufsberatern der örtlichen Arbeitsagenturen regelmäßig nicht ein. Tatsächlich kann sich kaum ein Wirtschaftsprüfer erinnern, den Tipp für seinen Beruf dort bekommen zu haben. Dabei erfüllt er doch alle Kriterien, wie eben beschrieben, bis aufs i-Tüpfelchen. „Wirtschaftsprüfer“, formuliert es Alexandra Gabriel, Partnerin bei der Münsteraner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft CURACON GmbH, zutreffend, „sind keine Hakelmacher.“

Aber was dann? Zuallererst ist der Wirtschaftsprüfer ein Wirtschaftssachverständiger, der, öffentlich bestellt und vereidigt sowie zur Unabhängigkeit, Unparteilichkeit, Verschwiegenheit und Gewissenhaftigkeit verpflichtet, einen wichtigen Beitrag für das Funktionieren einer marktwirtschaftlichen Gesellschaft leistet. Am bekanntesten ist deshalb seine Funktion als gesetzlich bestellter Jahresabschlussprüfer großer Kapitalgesellschaften, Banken und Versicherungen. Allen voran Aktionäre, Investoren und Kreditgeber, aber auch die Aufsichtsräte als Kontrollgremium, benötigen für die meisten ihrer Entscheidungen eine neutrale, objektive und von Eigeninteressen freie Analyse der von den Vorständen vorgelegten Jahresabschlüsse. Freilich ist der Wirtschaftsprüfer jenseits der gesetzlich vorgegebenen Prüfungen auch Treuhänder, etwa in der Vermögensverwaltung oder als Testamentsvollstrecker, erstellt Gutachten, berät in Steuer- und Organisationsfragen, wird bei Kauf und Verkauf von Betrieben mit Unternehmensbewertungen beauftragt, analysiert die Kreditwürdigkeit, prüft die Sachlage bei geplanten Kapitalerhöhungen etc.

Für jeden Kunden ein maßgeschneidertes Prüfprogramm entwickeln

In der modernen Marktwirtschaft, wo die Eigentümer die Führung der Geschäfte in der Regel angestellten Managern übertragen, müsste der Wirtschaftsprüfer erfunden werden, gäbe es ihn denn nicht bereits. So widersprüchlich es klingen mag, gerade der Skandal um den ehemaligen US-amerikanischen Energieriesen Enron, in dem Wirtschaftsprüfer ihre gute Kinderstube vergaßen und mit krimineller Energie geschönte Abschlüsse und Bilanzen ohne Einschränkungen testierten, zeigen, dass sie in einer globalisierten Wirtschaftsordnung als Kontrollinstanz unverzichtbar sind. Ein geflügeltes Wort in der Community bringt das, was die Prüfer von Arthur Andersen, der mit Enron zusammen untergegangenen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, unterließen, flapsig auf den Punkt: „Wenn der Prüfer Verwesung riecht, muss er weitergraben, bis er die Leiche gefunden hat.“

Cornelia von Oertzen/Partnerin bei der Warth & Klein Grant Thornton AG in Hamburg (Foto: privat)

Cornelia von Oertzen/Partnerin bei der Warth & Klein Grant Thornton AG in Hamburg (Foto: privat)

Aber noch immer haftet diesem Beruf ein Langweiler-Image zum Gähnen an. Wirtschaftsprüfer, so die allgemeine Vorstellung, arbeiten irgendwelche öden Checklisten ab und zählen am Ende aus, wie oft die Ampel dabei auf rot oder grün stand. Und je nach Endergebnis erteilen sie anschließend einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk, Testat genannt, einen Bestätigungsvermerk mit Einschränkungen oder verweigern das Testat im schlimmsten Fall. Der Ruf von Wirtschaftsprüfern ist deshalb in der öffentlichen Wahrnehmung weithin ähnlich dem der Beamten. Cornelia von Oertzen, Partnerin der Warth & Klein Grant Thornton AG in Hamburg, zuvor viele Jahre bei KPMG, weiß um diese Vorbehalte. Und amüsiert sich darüber.

Unternehmerisch denken ohne Ärmelschoner

Die gebürtige Münchnerin mit Abitur am Luisengymnasium, das auch das Gymnasium von Rockmusiker Jesper Munk und Schauspielerin Hanna Schygulla war, liebäugelte zunächst mit der Philosophie, entschied sich dann aber doch für die handfestere Betriebswirtschaft. In die Wirtschaftsprüfung gelangte sie wie viele ihrer Kollegen eher zufällig. Geblieben ist sie, weil sie diesen Beruf auch zwanzig Jahre später noch immer spannend findet. Schließlich seien die Abschlussprüfungen keine stumpfen Vollprüfungen sämtlicher Geschäftsvorfälle und der Wirtschaftsprüfer somit auch kein Staatsanwalt. Vielmehr lege der Prüfer die jeweiligen kritischen Prüfungsfelder entsprechend einem sogenannten risikoorientierten Prüfungsansatz eigenverantwortlich und maßgeschneidert für den einzelnen Kunden, der hier Mandant heißt, fest.

„Um ein Gespür für die relevanten Prüfungsbereiche zu erhalten“, erzählt sie, „muss ich mich mit dem Unternehmen jedes Mandanten intensiv auseinandersetzen. Vor allem muss ich seine Geschäftsprozesse verstehen, ich muss erfassen, wo seine besonderen Fehlerrisiken liegen.“ Und das in schneller Folge, denn bei einer mittelständischen Kundenstruktur wie der von Warth & Klein Grant Thornton wartet schon nach wenigen Wochen der nächste Mandant, gar nicht selten aus einer völlig anderen Branche. „Mein Schreibtisch steht alle paar Tage woanders“, kommentiert Alexandra Gabriel diesen Umstand zutreffend. „Der Beruf des Wirtschaftsprüfers ist ein klassischer Projektjob, damit ständige Abwechslung inklusive.“ Der risikoorientierte Prüfungsansatz wird auch von Thomas Orth praktiziert. Er ist Partner bei Deloitte & Touche, einer der zu den Big Four zählenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Neben zahlreichen Mittelständlern zählt Deloitte & Touche vor allem international aufgestellte Großkonzerne zu seinen Mandanten.

Unternehmensrisiken transparent machen

Dr. Thomas Orth/Partner bei der Deloitte & Touche GmbH in Düsseldorf (Foto: privat)

Dr. Thomas Orth/Partner bei der Deloitte & Touche GmbH in Düsseldorf (Foto: privat)

„Neben den unternehmerischen Risiken und der Prüfungsstrategie“, ergänzt Orth, „müssen wir auch eine Wesentlichkeitsgrenze festlegen.“ Wir machen uns also ein Bild davon, ob die Forderungen der zu prüfenden Gesellschaft marktkonform bewertet, Lagerbestände vorhanden und entsprechend werthaltig sind, oder ob die Rechnungslegungsprozesse die Produktions- und Distributionsvorgänge adäquat abbilden. „Im Kern schauen wir also nicht allein nach irgendwelchen Unternehmensergebnissen, sondern checken auch das Management“, bringt es Cornelia von Oertzen auf den Punkt. Schließlich steuere die Geschäftsleitung die Prozesse, sie müsse die entsprechenden Kontrollsysteme installieren und stets auf Effizienz überprüfen.

„All das erfordert eine breite betriebswirtschaftliche Kompetenz, unternehmerisches Denken und viel, viel Erfahrung“, fasst Thomas Orth zusammen. Mit 25 Jahren Berufserfahrung, seit einiger Zeit im National Office zuständig für fachliche Grundsatzfragen sowie die Qualitätssicherung, weiß er, wovon er spricht. In manchem ähnelt der Job dem der Unternehmensberater. Und unterscheidet sich doch grundsätzlich. Anders als Unternehmensberater trimmen Wirtschaftsprüfer ihre Mandanten nicht gnadenlos auf Effizienz und koste es auch tausende Arbeitsplätze. Hier geht es um die Wahrung von Transparenz, Glaubwürdigkeit und Vertrauen.

Unter hohem Zeitdruck flexibel arbeiten

In den Berichten über die Abschlussprüfung muss der Wirtschaftsprüfer auch eine Stellungnahme zum sogenannten Lagebericht der Geschäftsleitung über die zukünftige Entwicklung des Unternehmens abgeben. Hellseherische Fähigkeiten sind dafür, anders als zu vermuten, gleichwohl nicht gefordert. Die Aufgabe besteht vielmehr darin, die einschlägigen Aussagen der Geschäftsleitung des Mandanten auf Plausibilität zu kontrollieren. „Ich muss prüfen, ob deren Zukunftsaussagen in die ununterbrochene Kette der Vergangenheit passt“, beschreibt es Cornelia von Oertzen. „Und wenn sie davon abweicht, ob die Begründung ebenso stichhaltig wie überzeugend ist.“ Doch nicht nur deswegen wird insbesondere bei den großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften eine Spezialisierung nach Branchen sowie Unternehmensgrößen unumgänglich.

Immer in der Nähe des Mandanten – Die Standorte der CURACON GmbH (Foto: CURACON GmbH)

Immer in der Nähe des Mandanten – Die Standorte der CURACON GmbH (Foto: CURACON GmbH)

Aber selbst dann muss ein Wirtschaftsprüfer häufig zusätzlich die Dienste von Experten in Anspruch nehmen, um das Innenleben eines Unternehmens verstehen und einordnen zu können. Je nach Wirtschaftszweig sind in solchen Fällen etwa Ingenieure, Informatiker, Finanzfachleute, Medienmanager oder Logistiker gefragt. „Eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit in Verbindung mit einer ebenso hohen Sozialkompetenz sind in unserem Beruf deshalb unerlässlich“, zieht Alexandra Gabriel an dieser Stelle ein Zwischenfazit. Belastbarkeit komme hinzu, denn die Projekte seien überall eng getaktet. „Zeit für irgendwelche Nacharbeiten besteht da kaum.“ Dazu kommt, dass die Arbeitsbelastung übers Jahr sehr ungleich verteilt ist. Der größte Druck besteht im ersten Halbjahr, in dem die Jahresabschlüsse geprüft werden müssen. Die Überstunden bummelt man dann oft im Spätherbst ab.

Höchste fachliche und moralische Anforderungen

Teilzeitbeschäftigungen lassen sich aber nicht nur deshalb, sondern auch wegen der vielen Dienstreisen zum Mandanten nur schwer organisieren. Die Wirtschaftsprüfung setzt schließlich eine überdurchschnittliche Teamfähigkeit voraus, denn geprüft wird immer gemeinsam mit Kollegen. Was sonst noch gebraucht wird? Ein enges Verhältnis zu Zahlen natürlich. Darüber hinaus sollte die Logik des Handelsgesetzbuches (HGB) einem Wirtschaftsprüfer in Fleisch und Blut übergegangen sein. Und wenn er international tätige oder börsennotierte Unternehmen prüft, muss er die International Financial Reporting Standards (IFRS), das sind die internationalen Rechnungslegungsvorschriften für Unternehmen, auch noch im Tiefschlaf wiedergeben können.

Thomas Orth ergänzt diese Aufzählung um einen weiteren wichtigen Aspekt. Als Wirtschaftsprüfer müsse man unbedingt auch führen können, personalmäßig ebenso wie fachlich. „Im Übrigen“, setzt er hinzu, „bedürfen wir zur Erledigung unserer Aufgabe einer klaren ethischen Grundeinstellung.“ Wirtschaftsprüfer müssten den Willen und die Bereitschaft haben, Transparenz herstellen zu wollen, was in einigen Fällen die Überwindung von Widerständen erforderlich mache. Zwar reagiert die Mehrzahl der Mandanten auf negative Prüfungsfeststellungen konstruktiv, doch hin und wieder bedarf der Prüfer auch eines robusten Durchsetzungsvermögens. „Diesen Konflikten“, sagt Orth auf dem Hintergrund umfangreicher Berufserfahrung, „können wir mit Blick auf die uns vom Gesetzgeber auferlegten Berufspflichten nicht ausweichen.“

Die meisten beginnen mit einem BWL-Studium

Cornelia von Oertzen: businesslike (Foto: privat)

Cornelia von Oertzen: businesslike (Foto: privat)

Obwohl die Wirtschaftsprüferordnung (WPO) nicht zwingend ein wirtschaftswissenschaftliches Studium vorschreibt, haben Thomas Orth wie Cornelia von Oertzen, Alexandra Gabriel und achtzig Prozent der Wirtschaftsprüfer Betriebswirtschaft studiert. Das Studium ist allerdings nur die erste Etappe zur Berufszulassung. Ähnlich wie bei Lehrern oder Juristen schließt sich eine praktische Ausbildungsphase je nach Studiendauer von mindestens drei oder vier Jahren in einer Prüfungstätigkeit an. Freilich gilt ein Studium der Betriebswirtschaft nach wie vor als die beste Vorbereitung auf das daran anschließende Wirtschaftsprüfungsexamen, das als eine der härtesten Prüfungen im deutschen Bildungswesen gilt. Immerhin sind sieben vier- bis sechsstündige Klausuren zu schreiben und eine zweistündige mündliche Prüfung erfolgreich zu bestehen. Die Themenpalette reicht von der Angewandten Betriebswirtschaftslehre über Volkswirtschaft, das wirtschaftliche Prüfungswesen, Unternehmensbewertung und Berufsrecht bis hin zum Wirtschafts- und Steuerrecht. Steuerberater, bei Wirtschaftsprüfern eine häufig zu findende Doppelqualifikation, werden von den Klausuren sowie der mündlichen Prüfung im Steuerrecht befreit.

Angesichts dieser Prüfungsdichte verwundert es nicht, dass bei nahezu der Hälfte der Prüfungsteilnehmer der Erfolg im ersten Anlauf ganz ausbleibt und jeder sechste sich nur mit einer Zusatzprüfung ins Ziel retten kann. „Es ist in der Prüfungsvorbereitung wie später im Beruf“, meint Cornelia von Oertzen, „man braucht einen wachen Verstand sowie eine schnelle Auffassungsgabe und im Übrigen geht nichts ohne ein gerüttelt Maß an Selbstdisziplin.“ Manch einer spricht stattdessen lieber von Leidensfähigkeit, der eigenen wie auch der des persönlichen Umfeldes. Cornelia von Oertzen nickt vielsagend. „Der Partner, der in der Zeit der Prüfungsvorbereitung zu ihnen hält“, formuliert sie mit einem offenen Lachen, „den kann man beruhigt heiraten, das hält ein Leben lang.“ Wenn es eine Statistik über die Scheidungsrate von Wirtschaftsprüfern gäbe, würde sie das gewiss bestätigen. Weitere Wege zur Prüfung und in den Beruf des Wirtschaftsprüfers einschließlich der Hochschulen, deren berufseinschlägige Masterstudiengänge von Teilen des Wirtschaftsprüferexamens befreien, sind den Daten, Fakten & Links am Ende des Artikels zu entnehmen.

Als Lohn der Mühe(n) winken beste Berufschancen

Brigitte Rothkegel-Hoffmeister/Leiterin der Aus- und Fortbildung des IDW (IDW)

Brigitte Rothkegel-Hoffmeister/Leiterin der Aus- und Fortbildung des IDW (Foto: IDW)

Doch die Mühe lohnt sich. Und wie! Zwar hat die Zahl der Wirtschaftsprüfer in den letzten zehn Jahren um knapp zwanzig Prozent zugenommen. Sättigungstendenzen sind dennoch nicht zu erkennen, im Gegenteil. „Allein der Ersatzbedarf in den nächsten fünf Jahren wird bei gut 5.000 Wirtschaftsprüfern liegen“, schätzt Brigitte Rothkegel-Hoffmeister mit Blick auf die Altersstruktur der derzeit berufstätigen Wirtschaftsprüfer. Die Leiterin der Aus- und Fortbildung des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland (IDW) weiß, wovon sie spricht. Denn tatsächlich ist die Überalterung in diesem Berufssektor unübersehbar. 35 Prozent der berufstätigen Wirtschaftsprüfer sind über 55 Jahre alt. Diese Entwicklung trifft mit einem eher verhaltenen Interesse am Beruf zusammen. Im letzten Jahr nahmen lediglich 686 Nachwuchskräfte an der Prüfung teil, von denen aber nur 405 durchkamen. Wirtschaftsprüfer aus anderen EU-Mitgliedsländern fallen als Konkurrenz weitgehend aus. Sie können erst nach einer sogenannten Ergänzungsprüfung, die in deutscher Sprache abzulegen ist, zum Beruf zugelassen werden. 2013 belief sich deren Zahl lediglich auf 8 Personen.

Brigitte Rothkegel-Hoffmeister verweist noch auf einen weiteren Aspekt. „Als Folge der Finanzkrise hat der Gesetzgeber die Liste der prüfungspflichtigen Unternehmen erweitert“, sagt sie, „unsere Arbeit wird also mehr und nicht weniger.“ Entsprechend attraktiv sind die Karrieremöglichkeiten für Wirtschaftsprüfer. Nach Studienabschluss beginnt man in der Regel als Professional und steigt nach etwa zwei Jahren zum Senior auf. Auf das Wirtschaftsprüfungsexamen folgt die Beförderung zum Manager, anschließend Senior Manager. Der Director besitzt bereits Personalentscheidungsgewalt und führt Gehaltsverhandlungen. Der Karrieregipfel ist mit der Ernennung zum Partner erreicht. Die meisten Karrieren beginnen bei den Big Four, also Deloitte, PricewaterhouseCoopers, Ernst & Young oder KPMG und führen von dort häufig zu mittelständischen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, selten ist der Weg umgekehrt. Für zahlreiche Wirtschaftsprüfer ist das Nonplusultra freilich der Schritt zur Gründung einer eigenen Wirtschaftsprüfungspraxis oder die Aufnahme als Gesellschafter in eine bestehende Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

 


Daten, Fakten & Links
(Stand: 31.05.2014)

Berufstätige: 14.390 (Frauenanteil: 15 %).
Davon sind:

  • in eigener Praxis selbständig: 28 %
  • angestellt: 72 %

Altersstruktur berufstätiger Wirtschaftsprüfer:

  • älter als 55 Jahre: 35 %
  • jünger als 35 Jahre: 6 %

Arbeitsmarktstrukturdaten: Die Zahl der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften stieg in den letzten zehn Jahren um 27 % auf 2.821. Rund 40 % der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften beschäftigen nur 1 Wirtschaftsprüfer. Lediglich 0,5 % der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften beschäftigen mehr als 50 Wirtschaftsprüfer. Etwa 22 % aller Wirtschaftsprüfer sind bei den großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften beschäftigt.
Eine besondere Bedeutung im Sektor der Wirtschaftsprüfung spielen insbesondere für die klein- und mittelständischen Gesellschaften Netzwerke. Insgesamt sind laut Wirtschaftsprüferkammer 445 Wirtschaftsprüfergesellschaften in 184 Netzwerken registriert.
Arbeitslose Wirtschaftsprüfer: es liegen keine Zahlen vor.
Vorbildung von Wirtschaftsprüfern:

  • Betriebswirtschaft: 79,8 %
  • Volkswirtschaft: 4,5 %
  • Rechtswissenschaft: 5,4 %
  • technisches Studium: 0,3 %
  • agrarwissenschaftliches Studium: 0,3 %
  • anderes Studium: 5,2 %
  • ohne Studium: 4,7 %

Wirtschaftsprüfer verfügen teilweise über mehrere Berufsqualifikationen:

  • Zulassung als Wirtschaftsprüfer: 13 %
  • Zulassung als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater: 83 %
  • Zulassung als Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwalt: 1 %
  • Zulassung als Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwalt: 4 %

Zulassung zur Prüfung durch die Wirtschaftsprüferkammer:

  • Hochschulstudium und eine mindestens dreijährige Berufspraxis, die sich bei einer Regelstudienzeit von weniger als acht Semestern auf vier Jahre verlängert. Davon müssen mindestens zwei Jahre in der Wirtschaftsprüfung absolviert sein.
  • (Für Praktiker ohne Hochschulstudium) Zehn Jahre Berufstätigkeit in der Wirtschaftsprüfung oder fünfjährige Tätigkeit als Steuerberater.
  • (Für Staatsangehörige eines Mitgliedstaates der EU, die in ihrem Heimatland bereits eine Zulassung zur Durchführung von Abschlussprüfungen gemäß der Richtline 2006/43/EG besitzen) Eignungsprüfung in Form zweier Klausuren in Wirtschafts- und Steuerrecht sowie mündlicher Prüfungen im Wirtschaftlichen Prüfungswesen, Berufsrecht und einem Wahlfach.

Die Prüfung vor der Wirtschaftsprüferkammer kann unter folgenden Voraussetzungen verkürzt werden:

  • Steuerberater sind von den beiden Klausuren im Steuerrecht befreit.
  • Hochschulen können für einschlägige Prüfungsleistungen in den Bereichen Angewandte Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft sowie Wirtschaftsrecht die Gleichwertigkeit mit Prüfungsgebieten der Wirtschaftsprüferprüfung beantragen. Hochschulabsolventen werden bei Vorliegen solcher Nachweise von den entsprechenden Klausuren und mündlichen Prüfungen befreit.

Eine Auflistung entsprechender Hochschulen mit derartigen Studienleistungen ist zu finden unter: http://www.wpk.de/uploads/tx_templavoila/WPK_Gesamtliste-Hochschulen_01.pdf.

  • Der erfolgreiche Abschluss eines durch die Wirtschaftsprüferkammer akkreditierten Masterstudiengangs berechtigt zur sofortigen Teilnahme am Wirtschaftsprüfungsexamen und befreit von den Prüfungsgebieten Angewandte Betriebswirtschaft und Volkswirtschaft sowie Wirtschaftsrecht. Gegenwärtig werden diese kostenpflichtigen und mehrheitlich sechsemestrigen Masterstudiengänge ausschließlich berufsbegleitend angeboten. Die Bestellung zum Wirtschaftsprüfer erfolgt allerdings erst beim Nachweis einer dreijährigen Berufspraxis in einer prüfenden Tätigkeit, worauf die studienbegleitende Berufstätigkeit angerechnet wird.

Eine Auflistung entsprechender Studiengänge ist zu finden unter: http://www.wpk.de/uploads/tx_templavoila/WPK–Examen–Studiengaenge_nach_8a_WPO.pdf.
Einkommen:

  • Berufsanfänger: (abhängig von der Vorbildung) 40.000 – 55.000 Euro
  • Berufserfahrene: erfolgsabhängig bis in den sechsstelligen Bereich
  • Partner: teilweise bis in den siebenstelligen Bereich.

Weiterführende Informationen:
http://www.idw.de/idw/portal/n281334/n582402/index.jsp
und
http://www.wpk.de/nachwuchs/
und
http://www.beruf-wirtschaftspruefer.de/

 

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