Strube GmbH & Co. KG – Arbeiten, wo Zukunft Tradition hat

Von Hans-Martin Barthold | 15. November 2017

Hauptsitz der Strube GmbH & Co. KG in Söllingen aus der Luft (Foto: Strube GmbH & Co. KG)

Hauptsitz der Strube GmbH & Co. KG in Söllingen aus der Luft (Foto: Strube GmbH & Co. KG)

Die Idylle ist verführerisch schön. Es sind jeweils nur wenige Kilometer. Im Norden der Elm, ein Höhenzug mit dem größten Buchenbestand Deutschlands, wo der Indian Summer wie kaum irgendwo sonst jedes Jahr ein verschwenderisches Farbenfestival zelebriert. Im Süden der Blick zum wildromantischen Brocken. Im Osten die fruchtbaren Böden der Magdeburger Börde. Im Westen schließlich die sanften Hügel des Harzvorlandes. Mittendrin der kleine Ort Söllingen, Hauptsitz der Strube GmbH & Co. KG. Mit 335 Beschäftigten ist der Saatgutproduzent einer der größten Arbeitgeber des Landkreises Helmstedt. Wer freilich Frauen und Männer in grünen Trachtenjankern erwartet, der Vergangenheit mehr verhaftet als der Zukunft zugetan, wird enttäuscht. Zwar sind die Menschen ganz nah an der Natur, die Mitarbeiter von Strube besonders. Aber dennoch stehen sie mitten in der Zeit. Wer ein Beispiel für die erfolgreiche Verbindung von Tradition und Moderne sucht, in Söllingen und dem hier ansässigen Saatzuchtunternehmen findet er sie.

Pflanzenzüchtung ist ein Geschäft, das sowohl den strategisch weiten Blick voraus wie einen aufs jetzt und heute konzentrierten Pragmatismus braucht. Die Entwicklung neuer Sorten bis hin zur Zulassung ist Aufgabe der Strube Research GmbH & Co. KG. Deren 130 Mitarbeiter, vorwiegend Agrarwissenschaftler, Biologen/Biotechnologen, Laboranten, Landwirtschaftlich-Technische und Agrartechnische Assistenten, Pflanzentechnologen sowie Landwirte, haben sich auf Zuckerrüben-, Weizen- und Sonnenblumensorten spezialisiert. Eine neue Sorte bis zur Marktreife zu bringen, dauert nicht selten bis zu fünfzehn (!) Jahre und bedarf neben besten naturwissenschaftlichen Qualifikationen eines großen Erfahrungswissens. Vor dem Hintergrund jahrzehntelanger Kreuzungen und Rückkreuzungen arbeiten in der Vermehrung, das ist die Produktion von Saatgut für den Verkauf, alle Zuchtbetriebe mit eigenen genetischen Linien. Das ist auch bei dem inzwischen in fünfter Generation geführten Söllinger Familienunternehmen so.

Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung erwünscht

Die Niederlassung in Schlanstedt (Foto: Strube GmbH & Co. KG)

Die Niederlassung in Schlanstedt (Foto: Strube GmbH & Co. KG)

Die meisten Zuchtgärten der Strube Research GmbH & Co. KG, so werden die Versuchsfelder von den Fachleuten genannt, für Weizen und Zuckerrüben befinden sich rund um den Hauptsitz in Söllingen sowie im sachsen-anhaltinischen Schlanstedt, dem ursprünglichen Stammsitz des Unternehmens. Dort findet heute wieder ein großer Teil der Züchtungsarbeit statt und dort befinden sich modernste Biotechnologielabore. Die sind im Übrigen der Grund, dass alle angehenden Pflanzentechnologen Teile ihrer Ausbildung dort erhalten. Wegen der günstigeren klimatischen Bedingungen werden für die Entwicklung neuer Sonnenblumensorten Flächen von Vertragslandwirten in Spanien als Zuchtgärten genutzt.

Aus den gleichen Gründen kooperiert die Strube GmbH & Co. KG in der Vermehrung des Zuckerrübensaatgutes mit landwirtschaftlichen Betrieben in Italien und Frankreich. Saatgutproduktion und Vertrieb ist indessen die Aufgabe der Mitarbeiter der Strube GmbH & Co. KG, weswegen hier Industriekaufleute, Hochschulabsolventen der Betriebswirtschaft, Lagerlogistiker, Fachinformatiker und IT-Systemelektroniker ausgebildet und beschäftigt werden. Frederik Denecke ist einer von ihnen. Und ein anschauliches Beispiel für die guten Karrieremöglichkeiten bei einem mittelständischen Unternehmen wie Strube gleich dazu. Vor fünf Jahren erst schloss er seine Ausbildung als Industriekaufmann ab. Heute ist er bereits stellvertretender Abteilungsleiter Zentraler Einkauf. Als wichtig erachtet der 27-Jährige, der sein Abitur in der benachbarten Kreisstadt Helmstedt ablegte, allerdings noch etwas anderes. „Ich fühle mich hier sehr wohl“, sagt er.

Sonnenblumenfeld in Spanien - Für eine erfolgreiche Kreuzung von zwei Pflanzen müssen Selbstbefruchtung und unkontrollierte Fremdbestäubung gleichermaßen ausgeschlossen werden(Foto: Strube GmbH & Co. KG)

Sonnenblumenfeld in Spanien – Für eine erfolgreiche Kreuzung von zwei Pflanzen müssen Selbstbefruchtung und unkontrollierte Fremdbestäubung gleichermaßen ausgeschlossen werden (Foto: Strube GmbH & Co. KG)

Und erinnert sich seines damaligen Vorstellungsgespräches. „Bei Strube hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass hier nicht nur die Nummer 321 gesucht wird, sondern auch der Mensch hinter dem Mitarbeiter interessiert.“ Das bewahrt natürlich nicht vor beruflichen wie persönlichen Herausforderungen. Und von denen gibt es in einem Unternehmen, dessen Kunden in jahreszeitlich bedingten Wachstumszyklen denken und über viele Länder verstreut sind, eine ganze Menge. Doch bleibt die Verbundenheit zum Unternehmen am Ende immer stärker. „Das wird beim Erntebier und der Weihnachtsfeier deutlich. Da sitzen wir in gemütlicher Runde zusammen, klönen und lachen“, schmunzelt Frederik Denecke.

Grün „denken“ können

Personalchefin Stefanie Wyrembeck verzichtet genau aus diesen Gründen auf die sonst allerorts üblichen Testverfahren. „Wir setzen auf das Gespräch“, erklärt die zierliche Frau, „das gibt uns den besten Einblick, welcher Bewerber nicht nur fachlich, sondern auch menschlich gut zu uns passt.“ Die Ergebnisse geben ihr Recht. Ausbildungsabbrüche bei Strube sind so selten wie Platzregen in der Sahara. Ich möchte wissen, ob landwirtschaftliche Vorkenntnisse bei einem Saatzuchtunternehmen wie Strube zwingende Einstellungsvoraussetzung sind. „Ja und nein“, lautet die freundliche Antwort der Personalchefin. Ich möchte es etwas genauer wissen. „Das ist abhängig vom angestrebten Beruf“, konkretisiert Stefanie Wyrembeck ihre Aussage. Soll heißen, für Bewerber um einen Ausbildungsplatz als Pflanzentechnologe mehr, für angehende Industriekaufleute mit dem Wunsch, später im Rechnungswesen tätig werden zu wollen, eher weniger. Bewerber aus der Region sind gerne gesehen. Doch entscheidet am Ende allein die Qualifikation.

Personalchefin Stefanie Wyrembeck (Foto: Strube GmbH & Co. KG)

Personalchefin Stefanie Wyrembeck (Foto: Strube GmbH & Co. KG)

„Natürlich sehen wir es gerne“, so noch einmal Stefanie Wyrembeck, „wenn Bewerber sich für das interessieren, was wir tun.“ Warum? Weil man dann den Pulsschlag des Unternehmens wie der Kunden und Kollegen besser verstehen und darauf eingehen kann. Frederik Denecke nickt. Auch wenn es für seine tägliche Arbeit nicht erforderlich ist, eine Kreiselegge von einem Grubber unterscheiden zu können. Denn er ist zuständig für die Bestellung der Dinge, die ein Saatgutunternehmen so benötigt. „Von der Stecknadel über Paletten und Säcke bis zum Mähdrescher“, wie er es humorvoll formuliert. Als Schüler war er oft auf dem Hof seines Onkels und hat bei der Ernte mitgeholfen. Der damit verbundene Einblick in das, was moderne Landwirtschaft heute ausmacht, lässt ihn manche Prozesse besser verstehen. Wer mit einer Ausbildung bei Strube liebäugelt, kann in einem Schülerpraktikum herausfinden, ob es passen könnte. Studierenden der Agrarwissenschaften bietet sich darüber hinaus die Möglichkeit zur Kooperation bei der Anfertigung von Bachelor- und Masterarbeiten.

Agrobusiness ist international und Hightech

Söllingen liegt zwar im ländlichen Raum. Bewerber werden jedoch schnell erkennen, dass hier der Blick über den eigenen Tellerrand alltägliche Normalität ist. Nicht nur verkauft das niedersächsische Saatgutunternehmen seine selbst gezüchteten Sorten an Kunden in vielen Ländern. Nein, es vermehrt und vertreibt darüber hinaus in Europa exklusiv Speiseerbsensaatgut des US-amerikanischen Züchters Crites Seed sowie Zuckermaissorten der australischen Firma Snowy River Seeds. Da ist es nur konsequent, dass nicht bloß die international agierenden Mitarbeiter, sondern auch alle Auszubildenden, von der Ausbildungsleitung organisiert, zusätzlichen Englischunterricht erhalten. Doch auch sonst hat Stefanie Wyrembeck ein Auge auf die Bedürfnisse und Sorgen ihrer Schützlinge. Für die Azubis, die von weiter weg zur Ausbildung nach Söllingen kommen, stellt sie Wohnungen im benachbarten Schöningen bereit.

Mitarbeiterinnen bei der Saatgutqualitätskontrolle (Foto: Strube GmbH & Co. KG)

Mitarbeiterinnen bei der Saatgutqualitätskontrolle (Foto: Strube GmbH & Co. KG)

Die Kosten für Bücher übernimmt sie ebenso wie die für die Unterkunft beim berufsschulischen Blockunterricht der Pflanzentechnologen im 130 Kilometer entfernten Einbeck. Doch damit nicht genug. Wer sich mit Landwirtschaft auskennt, weiß, dass das heute ein Hightech-Business ist. Das gilt umso mehr für die Pflanzenzüchter. Ihnen kommt für die Sicherstellung ausreichender Nahrungsmittel eine Schlüsselfunktion zu. In der Vergangenheit standen bei der Selektion neuer Sorten der Ertrag der Pflanzen sowie deren Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge, Pilzbefall und allerlei Pflanzenkrankheiten im Mittelpunkt. Das Ziel einer Reduzierung der Nitratbelastung des Grundwassers lässt heute allerdings die Nährstoffeffizienz einer Sorte immer wichtiger werden. Auch die Söllinger Züchter entwickeln Sorten, die die im Boden vorhandenen Nährstoffe für das eigene Wachstum besser, heißt umfänglicher erschließen können.

Pflanzenzüchtung ist angewandter Umweltschutz

„Ziel ist, dass die Pflanzen auch bei geringem Nährstoffangebot qualitativ hochwertige Erträge liefern“, erklärt der promovierte Agrarwissenschaftler und bei Strube als Weizenzüchter tätige Andreas Jacobi. In einem Satz, der Einsatz von Dünger könnte verringert werden. Mit Blick auf den Klimawandel werden darüber hinaus Nutzpflanzen gesucht, die widerstandsfähiger sind gegenüber zunehmenden Wetterextremen innerhalb einer Vegetationsperiode, insbesondere gegen Hitze und Trockenheit. Aber nicht allein die genetischen Eigenschaften der Sorten müssen hervorragend sein, sondern auch die Qualität des Saatgutes. Eines der wichtigsten Merkmale für gutes Saatgut ist dessen Keimfähigkeit. Denn nur wenn alle Samen keimen, stehen im Feld anschließend dichte, gleichmäßige Pflanzenbestände, die ebenso gut zu pflegen wie zu ernten sind.

Die drei Geschäfstführer der Strube GmbH & Co. KG: Christian Putensen-Strube (v.l.n.r.), Sina Isabel Strube und Christoph Hauser (Foto: Strube GmbH & Co. KG)

Die drei Geschäfstführer der Strube GmbH & Co. KG: Christian Putensen-Strube (v.l.n.r.), Sina Isabel Strube und Christoph Hauser (Foto: Strube GmbH & Co. KG)

Damit sind Pflanzenzüchtung und Saatgutproduktion mindestens so spannend wie die Entwicklung einer neuen Raumstation. Wer wie die Pflanzenzüchter für die Entwicklung neuer Sorten einen mehr als zehnjährigen Vorlauf benötigt, ist für seine Planungen auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen. „Die politischen Ungewissheiten hier“, formuliert es Geschäftsführerin Sina Isabel Strube diplomatisch, „machen uns das unternehmerische Leben derzeit nicht leicht.“ Die an der Universität Göttingen diplomierte Agrarwissenschaftlerin weiß, wovon sie spricht. Seit 2013 leitet sie zusammen mit ihrem Ehemann, dem promovierten Agrarbetriebswirt Christian Putensen-Strube, und dem ebenfalls promovierten Fachkollegen Christoph Hauser, zuvor sechs Jahre gemeinsam mit ihrem Vater, die Geschicke des Unternehmens.

Biotechnologie mit Augenmaß

Die moderne Pflanzenzüchtung profitiert schon länger von biotechnologischen Fortschritten. Die sogenannte Marker-gestützte Selektion hilft den Züchtern dabei, die Pflanzen mit den gewünschten Eigenschaften schneller zu identifizieren. „Früher mussten wir die Pflanze erst ‚erwachsen‘ werden lassen, um dann optisch die Resistenzeigenschaften und im Labor die Qualitäten der Zuckerrüben beziehungsweise der Weizenkörner auswerten zu können. Heute benötigen wir für viele Eigenschaften nur einige wenige Zellen der frisch gekeimten Pflanzen und analysieren das Erbgut im Labor“, erklärt Katja Kempe, Leiterin Molekulare Züchtungstechniken bei Strube. Das Thema Gentechnik ist für Pflanzenzüchter in Europa indessen tabu. Zumindest das, was traditionell darunter verstanden wird. „Ich plädiere allerdings für eine differenzierte Betrachtung“, wünscht sich Katja Kempe. Denn der Unterschied zwischen der Gentechnik von vor dreißig Jahren zur heutigen hochmodernen Genschere CRISPR/Cas9 sei kaum weniger groß als der zwischen einer Operation im Mittelalter und minimalinvasiven Eingriffen der modernen Chirurgie, ist die promovierte Biotechnologin überzeugt.

Chlonieren einer In-vitro-Kultur (Foto: Strube GmbH & Co. KG)

Chlonieren einer In-vitro-Kultur (Foto: Strube GmbH & Co. KG)

Der Europäische Gerichtshof will jedoch erst im kommenden Jahr über den Status der neuen Züchtungsmethoden entscheiden. Bis dahin ist offen, inwieweit die EU-Kommission diese sogenannten Genomeditierungsverfahren gesetzlich regeln wird. Die Züchter bei Strube Research sind mit der modernen Technologie vertraut. Diese für die Züchtung neuer Sorten einzusetzen, scheuen sie sich aber, solange die Entscheidung in Brüssel auf sich warten lässt. Sollte die nämlich negativ ausfallen, hätten die Neuzüchtungen keine Chance, in Europa zugelassen zu werden. Die ganz großen wie Monsanto und DuPont können solche dann verlorenen Investitionen im schlimmsten Fall wegstecken. Für mittelständische Unternehmen aber ist das Risiko zu groß.

Qualität als unternehmerische Lebensversicherung

Doch auch mit den bisherigen Sorten hat Strube bei seinen Kunden einen guten Leumund. Allein für die Zuckerrübenanbauer bereitet das Unternehmen in der modernen Söllinger Anlage mehr als 3.000 Tonnen Saatgut auf. Das sind etwa einhundert Lastzüge. Jedes Jahr. Höchste Priorität kommt dabei der Qualitätskontrolle zu. Wie wichtig, lernen die Auszubildenden gleich vom ersten Tag an. Immerhin verlangen die landwirtschaftlichen Betriebe das, was die Fachleute homogene Saatgutpartien nennen. Was das in der Praxis heißt, wird schnell deutlich. Nur etwa ein Fünftel der ursprünglichen Rohware erfüllt die gewünschten Standards. Das als verkaufsfähig eingestufte Saatgut wird anschließend von dem darauf spezialisierten Dienstleistungsunternehmen SUET Saat- und Erntetechnik GmbH in Eschwege pilliert. Bei der Pillierung werden die einzelnen Samenkörner zunächst mit einer sogenannten Hüllmasse überzogen, die vor allem die einheitliche, glatte Oberfläche garantieren soll.

Elisabeth von Westarp ist fürs Marketing und die Kommunikation zuständig (Foto: Strube GmbH & Co. KG)

Elisabeth von Westarp ist fürs Marketing und die Kommunikation zuständig (Foto: Strube GmbH & Co. KG)

Sämaschinen zum Einzelkornaustrag müssen schließlich auf den Millimeter genau eingestellt werden. Jedes Saatzuchtunternehmen hat (s)eine bestimmte Farbe. Zuckerrübensamenkörner von Strube sind blau. „Die ‚blaue Pille‘ ist zum einen unser Markenzeichen. Manchmal hilft sie aber auch, ungerechtfertigte Regressforderungen abzuwehren“, erklärt Elisabeth von Westarp diese Praxis. Dann nämlich, wenn jemand die Qualität des Saatgutes von Strube beklagt, aber das eines anderen Anbieters verwendet hat. Die studierte Germanistin mit Berufserfahrung in einer Werbeagentur ist bei Strube zuständig fürs Marketing und die Kommunikation. Mit der Vermarktung der Weizensorten von Strube ist unter anderem die Saaten-Union beauftragt. Die Vertriebslogistik mit fachgerechter Lagerung und termingenauer Auslieferung liegt gleichwohl in den Händen der Industriekaufleute in der Söllinger Zentrale. Damit ist das tägliche Aufgabenspektrum vorgegeben. Das heißt vor allem: Organisation. Die sollte jemandem liegen, der sich für eine Ausbildung zum Industriekaufmann oder zur Fachkraft für Lagerlogistik bewerben möchte.

Schnell auf eigenen Füßen stehen

Doch müssen beide auch bereit und fähig sein zu improvisieren und mitzudenken. Da müssen Transport- und Anlagekapazitäten vorgehalten und synchronisiert, Verpackungsmaterial bereitgestellt sowie die entsprechenden Fachkräfte eingeteilt werden. Das Ausbildungsjahr für jeweils elf junge Menschen beginnt, wenn Erntezeit und damit bei Strube Hochsaison ist. Kein Grund für Ängste, wohl aber dezenter Hinweis auf absolute Konzentration vom ersten Tag an. Alle Azubis werden bereits während der Ausbildung schnell in Alltagsprojekte eingebunden. „Da kann man sich beweisen und Selbstbewusstsein tanken“, erinnert sich Frederik Denecke seiner eigenen Lehrzeit. Deneckes Rat für die angehenden Nachwuchskräfte? Selbständigkeit gepaart mit Respekt vor der Erfahrung der schon langjährigen Mitarbeiter, sagt er, helfe, den Kopf über Wasser zu halten. „Wenn aber doch einmal die Wellen über einem zusammenzuschlagen drohen“, ergänzt Stefanie Wyrembeck, „stehen die Kollegen und unsere Jugendlichen- und Auszubildendenvertretung mit Rat und Tat zur Seite.“

Diese Auszubildenden begannen vor wenigen Monaten (Foto: Strube GmbH & Co. KG)

Diese Auszubildenden begannen vor wenigen Monaten (Foto: Strube GmbH & Co. KG)

Kundenbeziehungen im Saatgutgeschäft sind in der Regel langfristiger Natur. Weil sie ertragsstärker sind, wird in der modernen Landwirtschaft schon seit vielen Jahren mit hybridem Pflanzengut gearbeitet. Dessen Qualität können nur noch Saatgutproduzenten wie Strube garantieren. Angst, dass ihnen die Arbeit ausgehen könnte, braucht also keiner der vielen Strube-Mitarbeiter zu haben. Und im Übrigen sind Nutzpflanzen, laienhaft ausgedrückt, nie ausgezüchtet. Die Optimierung an Standortbedingungen wie die individuellen Bedürfnisse der Anbauer wird weiter großer Anstrengungen bedürfen. „Uns geht die Arbeit nicht aus“, blickt Sina Isabell Strube trotz nicht eben geringer Herausforderungen deshalb auch voller Zuversicht in die Zukunft. Im Zeitalter der Digitalisierung sollte das für jeden Bewerber eine gute Botschaft sein.

 


Unternehmenssteckbrief
(Stand: 01.10.2017)

Unternehmensgründung: 1877.

Sitz der Unternehmenszentrale: Hauptstraße 1, 38387 Söllingen.

Mitarbeiter: 335 (ohne Saisonkräfte).

Ausbildungsmöglichkeiten:

  • Fachinformatiker/-in, Fachrichtung Anwendungsentwicklung (jedes zweite Jahr 1 Ausbildungsplatz)
  • Fachkraft für Lagerlogistik (jährlich 3 Ausbildungsplätze)
  • Industriekaufmann/-frau (jährlich 3 Ausbildungsplätze)
  • IT-Systemelektroniker/-in (jedes zweite Jahr 1 Ausbildungsplatz)
  • Pflanzentechnologe/-in (jährlich 4 Ausbildungsplätze)

Duales Studium: nein.

Stellenangebote: aktuelle Angebote zu finden unter: https://www.strube.net/karriere/ausbildung-und-praktika.html

Bewerbungen: ganzjährig.

Schülerpraktika: ja.

Kontaktmöglichkeiten: s.wyrembeck@strube.net

Internet: www.strube.net

 

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