Steuerberatungsgesellschaft Bienert, Klein und Partner – Die Steuerprofis

Von Hans-Martin Barthold | 15. August 2016

Arbeiten in einem schönen Ambiente – Bienert, Klein und Partner in Fallersleben (Foto: hmb)

Arbeiten in einem schönen Ambiente – Bienert, Klein und Partner in Fallersleben (Foto: hmb)

Ortstermin. Wolfsburg, Stadtteil Fallersleben, gewissermaßen die Urzelle der Volkswagenkapitale. Erstmals in einer Urkunde Otto I. 942 erwähnt, wurde hier vor knapp 220 Jahren August Heinrich Hoffmann geboren, der sich später „von Fallersleben“ nannte und die deutsche Nationalhymne schrieb. In der Bahnhofstraße befindet sich der Hauptsitz der Steuerberatungsgesellschaft Bienert, Klein und Partner. Ich bin ein paar Minuten zu früh und nehme deshalb in einem bequemen Sessel im sonnendurchfluteten Foyer des imposanten Fachwerkhauses Platz. Kunden kommen und gehen. Darunter sind Handwerksmeister mit Händen, denen man das Zupacken ansieht, Geschäftsführer im teuren Nadelstreifen, ein stadtbekannter Arzt, ganz normale Arbeitnehmer, Rentner. Der Empfangstresen ist mit moderner Informationstechnik bestückt. Die Mitarbeiterin dahinter begrüßt und verabschiedet alle Kunden freundlich. Bei den meisten ist der Ton vertraut, man kennt sich offensichtlich schon länger. Zwischendurch klingelt in kurzen Abständen das Telefon und kündigt der Laptop mit einem dezenten Pling den Eingang der nächsten Mail an.

Der von mir erwartete Aktenstaub scheint sich verflüchtigt zu haben, Ärmelschoner entdecke ich nirgendwo mehr. Aber wer wüsste es nicht: Vorurteile sind zählebig. Steuerberater und Steuerfachangestellte seien davon besonders betroffen, ärgern sich Detlef Klein und Markus Schecke, zwei von drei Gesellschaftern der Steuerberatungsgesellschaft Bienert, Klein und Partner. Immer wieder erleben sie auf Ausbildungsmessen, dass Eltern und Schüler an ihrem Stand mit der Bemerkung „langweiliger Bürojob“ achtlos vorbeigehen. Doch wenn die wüssten … „Unser Beruf hat sich stark gewandelt“, sagt Steuerberater Klein, der auch über die Zulassung als Wirtschaftsprüfer verfügt. Der Chef von über fünfunddreißig Mitarbeitern, seit über zwanzig Jahren im Geschäft, weiß, wovon er spricht. Die genauere Erklärung übernimmt sein Partner Markus Schecke. „Natürlich erstellen wir auch weiterhin die traditionellen Jahressteuererklärungen“, sagt der. „Doch unsere Aufgaben reichen viel weiter. Für unsere Geschäftskunden, das sind vor allem Handwerks- und mittelständische Betriebe, dazu viele Selbständige, optimieren wir aus der Perspektive eines Steuerberaters die Finanzen.“

Immer im Mittelpunkt: der Mandant

Markus Schecke (li.) und Detlef Klein (Foto: Bienert, Klein und Partner)

Markus Schecke (li.) und Detlef Klein (Foto: Bienert, Klein und Partner)

Ich verstehe. Wer im Bereich von Steuern und damit verbunden Investitionsentscheidungen, Förder- sowie Abschreibungsmöglichkeiten tätig wird, braucht neben einem gesunden Verhältnis zu Zahlen und soliden Rechtskenntnissen vor allem eines, den Blick auf den Mandanten. Den gilt es in allen seinen Bezügen zu verstehen. „Bei jedem liegen die Dinge anders“, formuliert es Detlef Klein. „Unsere wichtigste Aufgabe ist es deshalb, schnell die jeweils individuelle Situation zu erfassen.“ Dröge Erbsenzähler, als die man Steuerberater und Steuerfachangestellte an den Stammtischen oft fälschlich bezeichnet, sind für die Arbeit in einer Steuerberatungsgesellschaft deshalb ganz und gar ungeeignet. „Für unsere Ausbildungsplätze suchen wir junge Menschen mit Interesse an wirtschaftlichen Fragestellungen sowie einer ausgeprägten Dienstleistungsbereitschaft“, nennen Klein und Schecke die wichtigsten Eigenschaften, über die jemand verfügen sollte, der sich bei ihnen um einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz bewerben möchte.

Tatsächlich betreuen die 35 Mitarbeiter von Bienert, Klein und Partner Mandanten aus den unterschiedlichsten Wirtschaftsbereichen. Mandanten orientiert zu arbeiten, ist so für jeden Mitarbeiter, sei er Steuerberater oder Steuerfachangestellter, oberstes Gebot. Das schließt eine entsprechende Loyalität ebenso ein wie die Bereitschaft zur Verschwiegenheit. Steuerberatung ist Vertrauenssache. Kein Mandant möchte die Interna seines Unternehmens oder seiner privaten Finanzen auf dem öffentlichen Marktplatz ausgebreitet sehen. Freilich endet die Wunschliste damit noch nicht. „In kaum einem Rechtsgebiet“, erklärt Detlef Klein, „gibt es jedes Jahr so viele Änderungen wie im Steuerrecht. Man benötigt deshalb auch eine überdurchschnittliche Neugier, sonst hat man fachlich schnell den Anschluss verloren.“ Dazu kommen Zuverlässigkeit und Genauigkeit. „Die meisten unserer Vorgänge sind fristbehaftet“, weist Markus Schecke auf einen wichtigen Punkt der Tätigkeit seiner Mitarbeiter. „Ein Termin verpasst, ein Beleg falsch zugeordnet, ein Komma zu weit links können für den Mandanten den Verlust hunderter Euro bedeuten.“ Der Blick ins Fristenkontrollbuch steht deshalb am Beginn eines jeden Arbeitstages.

Dienstleistungsbereitschaft und IT-Kompetenz

Ein Blick ins Bundesteuerblatt erleichtert die Arbeit (Foto: Bienert, Klein und Partner)

Ein Blick ins Bundesteuerblatt erleichtert die Arbeit (Foto: Bienert, Klein und Partner)

Bleiben zwei weitere Dinge, auf die die beiden Steuerprofis Klein und Schecke unbedingten Wert legen. „Die steuerberaterische Betreuung unserer Kunden“, argumentiert Detlev Klein, „bedeutet immer und zu jeder Zeit die permanente Abstimmung mit dem Mandanten.“ Weshalb man kommunikationsstarke Bewerber und solche, die auf Menschen zugehen könnten, bevorzuge. „Zugleich“, ergänzt Markus Schecke, „brauchen unsere Mitarbeiter aber auch Freude am Analysieren, Ordnen und Systematisieren.“ Das führt zu den letzten beruflichen Anforderungen. Immerhin werden die früheren Aktenschränke schon bald endgültig der Vergangenheit angehören. Die Aktenführung erfolgt schon heute weitgehend PC-gestützt. Ohne einen unkomplizierten Zugang zur IT ist moderne Steuerberatung nicht mehr denkbar. Das betrifft den Datenaustausch mit den Finanzämtern wie auch zu den Mandanten. Immerhin übernimmt Bienert, Klein und Partner für viele Mandanten die Lohn- und allgemeine Buchhaltung, wenn gewünscht aber auch das Mahnwesen, den Zahlungsverkehr und andere Büroarbeiten.

Infolge des aktuellen großen Mandantenzulaufs planen Klein und Schecke für dieses Jahr die Einstellung drei neuer Azubis. Wichtig für alle Newcomer, Bienert, Klein und Partner bilden mit der festen Absicht zur Übernahme nach Ende der Ausbildung aus. Die Berufschancen beurteilen die Fallersleber Steuerspezialisten als sehr gut. Was die Azubis bei BKP, wie die eigenen Beschäftigten ihr Unternehmen liebevoll nennen, erwartet? Eine breite Ausbildung und eine sehr persönliche Betreuung. „Alle unsere Auszubildenden durchlaufen alle Abteilungen“, beschreibt Klein die Vorzüge einer Ausbildung in seinem Unternehmen, „und in jeder Fachabteilung erhält jeder einen persönlichen Coach als Ansprechpartner.“

Garantie für beste Ausbildungsqualität

Detlef Klein informiert seine Mitarbeiter kontinuierlich über Neuentwicklungen im Steuerrecht (Foto: Bienert, Klein und Partner)

Detlef Klein informiert seine Mitarbeiter kontinuierlich über Neuentwicklungen im Steuerrecht (Foto: Bienert, Klein und Partner)

Angst, bei Bienert, Klein und Partner verloren zu gehen, braucht also niemand zu haben. Umgekehrt besteht freilich auch keine Gelegenheit zum anonymen Untertauchen. „Nach einer Einführungswoche binden wir alle Azubis vom ersten Tag an behutsam in unsere Arbeitsprozesse ein“, erzählt Markus Schecke. Für den Papierkorb müsse hier auch im ersten Ausbildungsjahr niemand arbeiten. Sich freilich nicht bloß sechs Schulstunden, sondern einen ganzen Arbeitstag lang auf eine Aufgabe zu konzentrieren, daran müssen sich die meisten jungen Nachwuchskräfte erst gewöhnen. Gescheitert ist daran gleichwohl noch niemand. Gute Erfahrungen hat man bei BKP mit Studienabbrechern, Berufswechslern und Frauen, die nach der Familienphase wieder ins Berufsleben einsteigen wollen. Ihre Motivation sei über alle Zweifel erhaben. Im Übrigen, wovon Politiker bislang nur reden, ist bei Bienert, Klein und Partner bereits Alltag. Gemeint ist die Integration von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund.

Was setzt BKP bei Bewerbern voraus? Realschulabschluss oder Abitur, dazu gute Noten in Deutsch und Mathematik. „Den Scheitelpunkt einer Kurve muss bei uns zwar niemand berechnen können“, lacht Detlef Klein, „Lücken in den Grundrechenarten akzeptieren wir allerdings nicht.“ Der obligatorische schriftliche Auswahltest trennt bereits frühzeitig die Spreu vom Weizen. Wer sein Schülerpraktikum bei BKP gemacht und einen guten Eindruck hinterlassen hat, besitzt für das anschließende Auswahlgespräch einen  gewissen Vorsprung, aber noch lange keine Einstellungsgarantie. Sehr wichtig für Markus Schecke und Detlef Klein sind ein enger Bezug zur Region sowie gute Umgangsformen. „Unsere Mitarbeiter“, sagen sie, „müssen die Sprache unserer Mandanten sprechen.“ Neben der Zentrale in Fallersleben gehören zum Unternehmen Bienert, Klein und Partner auch noch zwei Filialen in Gifhorn und Haldensleben mit je vier Mitarbeitern. „Wir geben uns allergrößte Mühe, die Quote zu erreichen“, gibt Detlef Klein einen letzten Hinweis. „Im traditionell frauendominierten Beruf des Steuerfachangestellten warten wir auf die Bewerbungen von Männern leider oft vergeblich.“

Gute Weiterbildungsmöglichkeiten

Der Empfang – Für den Kunden stets ein freundliches Wort (Foto: Bienert, Klein und Partner)

Der Empfang – Für den Kunden stets ein freundliches Wort (Foto: Bienert, Klein und Partner)

Wenn schon Steuerfachangestellte oder Steuerberater, warum dann gerade Bienert, Klein und Partner? „Weil wir ein Unternehmen mit langer, vor allem aber kontinuierlicher Ausbildungserfahrung sind“, lautet Detlef Kleins prompte Antwort. Das ist für die kleinständig geprägte Branche tatsächlich ein Qualitätsmerkmal. Immerhin verteilen sich die knapp 86.000 berufstätigen Steuerberater auf immer noch rund 37.500 Einzelpraxen. Die bilden regelmäßig nur bei Bedarf und deshalb in zeitlich großen Abständen aus. Diesen Einzelpraxen stehen bislang lediglich 9.500 Steuerberatungsgesellschaften gegenüber mit einer Mitarbeiterzahl ähnlich wie bei BKP. Es ist aber nicht allein die Erfahrung, es ist auch die Überzeugung, im Wettbewerb nur mit guten Mitarbeitern bestehen zu können. Das beginnt bei der Ausbildung und hört mit einer stetigen Fortbildung noch lange nicht auf. „Auf Weiterbildung legen wir großen Wert und unterstützen unsere Mitarbeiter bei entsprechenden Bemühungen“, sagt Markus Schecke.

Nicht alle Steuerfachangestellte streben die Zulassung zum Steuerberater an. Viele vertiefen sich auf bestimmte Fachgebiete. Haben sie die Tätigkeit als Steuerberater aber zu ihrem Ziel gemacht, können sie zur einschlägigen Prüfung nach zehn Jahren Berufspraxis zugelassen werden. Weiterbildungen zum Steuerfachwirt und zum Bilanzbuchhalter verkürzen die erforderliche Berufspraxis auf sieben Jahre. Einige Azubis entscheiden sich nach der Ausbildung auch für ein Studium der Betriebswirtschaftslehre oder des Wirtschaftsrechts. Mit einer anschließenden dreijährigen Berufspraxis können sie sich ebenfalls zur Steuerberaterprüfung anmelden. Seit kurzem eröffnen die Steuerberaterkammern noch eine weitere Möglichkeit. Wer nach einem wirtschaftswissenschaftlichen Hochschulabschluss eine auf 32 Wochen komprimierte Ausbildung zum Steuerfachangestellten abschließt, wird bereits nach zwei Jahren Berufspraxis zur Prüfung eingeladen.

Einsatz auch in der Wirtschaftsprüfung möglich

Auch für eine Steuerberaterkanzlei hat in Wolfsburg alles irgendwie mit Autos zu tun (Foto: Bienert, Klein und Partner)

Auch für eine Steuerberaterkanzlei hat in Wolfsburg alles irgendwie mit Autos zu tun (Foto: Bienert, Klein und Partner)

Was über all diese Pluspunkte hinaus noch für Bienert, Klein und Partner spricht, ist das Angebot von Wirtschaftsprüfungsleitungen über die hierfür eigens gegründete ConTAC GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Hier werden Jahresabschlüsse von mittelständischen Unternehmen nach gesetzlichen Vorgaben geprüft. Denkbar sind auch freiwillige Jahresabschlussprüfungen, Erstellung von Gutachten, u. a. Wenn erforderlich, vertreten Markus Schecke und Detlef Klein ihre Mandanten selbstverständlich auch vor Gericht. Freilich nimmt das, wie die beiden Gesellschafter betonen, nur einen geringen Teil ihrer Arbeitszeit ein. Nicht weil sie diese Tätigkeit lieber an Fachanwälte für Steuerrecht abgeben. Die Begründung ist eine andere und ebenso einfach wie einleuchtend. „Nur in seltenen Fällen folgt uns das Finanzamt nicht“, lacht Detlef Klein und ist doch zugleich stolz auf die Qualität der Arbeit seiner Beschäftigten. Es mag aber auch daran liegen, dass Klein weiß, wie Finanzbeamte ticken. Schließlich begann er dort vor vielen Jahren seine Berufslaufbahn als Diplom-Finanzwirt (FH).

Gegenwärtig prüfen Detlef Klein und Markus Schecke das Modell dualer Studiengänge, wie sie von den Fachhochschulen in Wolfsburg, Magdeburg-Stendal und der Welfenakademie in Braunschweig angeboten werden, auf Tauglichkeit für ihr Unternehmen. Eine Entscheidung steht freilich noch aus. „Bevor wir entsprechende Ausbildungsplätze anbieten, wollen wir eine gute Qualität sicherstellen. Nur so kann es gelingen, unseren Ansprüchen treu zu bleiben“, geben Schecke und Klein zu bedenken. Was sie jedoch bereits seit langem anbieten, sind Schüler- und Studentenpraktika. Bienert, Klein und Partner ist ein Unternehmen mit Ansprüchen, nicht nur an steuerinteressierte Nachwuchskräfte, sondern vor allem an sich selbst. Damit ist man über die Jahre gewachsen. Damit hat man sich in der Region zwischen der A2 und den südlichen Ausläufern der Lüneburger Heide einen guten Ruf erworben. Der soll nicht leichtfertig verspielt werden.

 


Unternehmenssteckbrief
(Stand: 01.08.2016)

Firmengründung: 1982

Sitz der Unternehmenszentrale: Bahnhofstraße 8-9, 38442 Fallersleben.

Niederlassungen: Gifhorn, Haldensleben.

Mitarbeiter: 35. Sechs Personen einschließlich der Partner verfügen über die Qualifikation als Steuerberater. Die übrigen Mitarbeiter sind ausgebildete Steuerfachangestellte, Steuerfachwirte und Bilanzbuchhalter.

Ausbildungsmöglichkeiten: Steuerfachangestellte(r).

Duales Studium: in Planung.

Bewerbungen: bis zum 30.04. eines jeden Jahres.

Schülerpraktika: ja.

Kontaktmöglichkeiten: info@bienert-klein-partner.de

Internet: Bienert, Klein und Partner

 

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