Schnellecke Logistics – Automobil-Logistik weltweit

Von Hans-Martin Barthold | 15. Februar 2013

Die Weltkarte der Schnellecke-Standorte (Foto: Schnellecke Logistics)

Die Weltkarte der Schnellecke-Standorte (Foto: Schnellecke Logistics)

Ja nicht in Routine erstarren müssen. Stattdessen ständige Abwechslung, viele persönliche Kontakte, immer wieder neue Herausforderungen, gerne auch internationales Flair – so steht es auf dem Berufswunschzettel vieler Abiturienten. Im kleinen Wolfsburger Stadtteil Sandkamp, mitten zwischen der F&E von Volkswagen und dem InnovationsCampus der Wolfsburg AG gelegen, ist all das zu finden. Die Firma heißt Schnellecke Group AG & Co. KG.

Man sieht es schon von weitem. Rund um die Uhr kommen Lastzüge aus aller Herren Länder und gehen wenig später wieder auf Tour. Darunter auch die grünen mit der Aufschrift Schnellecke Logistics. Doch das Bild täuscht. Denn der Transportsektor ist heute nur noch eine Sparte dieses Wolfsburger Unternehmens. Hinzugekommen sind die Geschäftsbereiche Logistik und Produktion. Inzwischen beschäftigt die Schnellecke Gruppe an weltweit 47 Standorten mehr als 19.000 Mitarbeiter. Spezialisiert auf Kunden aus der Automobilindustrie, darunter Volkswagen der größte, hat sich das Familienunternehmen zu einem der führenden Mehrwert-Logistikdienstleister entwickelt.

Vom „bahnamtlichen Rollfuhrbetrieb“ zum Logistikdienstleister

Begonnen hat alles 1939 mit dem „bahnamtlichen Rollfuhrbetrieb“ Albert Schnellecke. Wenig später folgte die Erweiterung des Dienstleistungsangebots um den Umzugsservice. Noch heute erinnert sich Rolf Schnellecke, Sohn des Firmengründers, ehemaliger Wolfsburger Oberbürgermeister, seit 2008 Honorarprofessor an der Technischen Hochschule Wildau und jetziger Aufsichtsratsvorsitzende, wie er während seiner Schulferien am Theodor-Heuss-Gymnasium in den neu entstehenden Stadteilen Detmerode und Westhagen Möbel bis in die obersten Stockwerke tragen half. Ab 1967 dann die ersten Aufträge von Volkswagen.

Die Vielfalt von Schnellecke (Foto: Schnellecke Logistics)

Die Vielfalt von Schnellecke (Foto: Schnellecke Logistics)

Das aktuelle Leistungsspektrum reicht von der termingenauen Disposition und Materialabrufen bei den Zulieferern über die klassische Lagerung und Sequenzierung bis hin zur punktgenauen Bereitstellung der Teile unmittelbar an der Montagelinie des Herstellers. Die mit diesen Aufgaben verbundene Verantwortung ist groß. Ein Bandabriss (= Stillstand der Produktionslinie) beim Hersteller, weil einer der grünen LKWs zu spät zur Laderampe kommt, wäre eine Katastrophe. Damit das nicht passiert, ist für diese Prozesse in der modernen Industrie mit ihrer geringen Fertigungstiefe und hohen Arbeitsteilung eine Flut von Daten zu verarbeiten. Das erklärt, weshalb in der Wolfsburger Zentrale auch Fachinformatiker und Informatikkaufleute ausgebildet werden, man Abiturienten sogar die Möglichkeit eines dualen Studiums Informatik anbietet.

Darüber hinaus übernimmt Schnellecke mehr und mehr Aufgaben der Lieferanten und wird in der sogenannten Vormontage tätig. Gegenwärtig sind es zum Beispiel Mittelkonsolen für VW und komplette Achsen für Audi. Unter der Dachmarke KWD Automotive hat das Unternehmen darüber hinaus eine mittlerweile viel beachtete Ingenieurkompetenz für den automobilen Leichtbau erworben. Immer öfter auch werden die Logistikexperten von Schnellecke sowohl bei Herstellern wie Zulieferern in die frühen Planungsphasen eingebunden. Hier geht es insbesondere darum zu prüfen, ob Durchlaufzeiten und Bestände noch weiter reduziert, interne Prozesse verschlankt und das gesamte Lieferkettenmanagement (Supply Chain) optimiert werden können.

Erforderlich: starke Nerven, kommunikative Fähigkeiten und Bescheidenheit

Sabine Krüger (Foto: Schnellecke Logistics)

Sabine Krüger (Foto: Schnellecke Logistics)

Zu Zahlen, Daten und Kosten müssen also alle Schnellecke-Mitarbeiterinnen und alle Schnellecke-Mitarbeiter ein ungestörtes Verhältnis haben. Etwas effizient organisieren zu wollen, sollte ihnen Herzensanliegen sein, prozessorientiert denken und handeln zu können, zu ihren starken Seiten zählen. Unverzichtbar für alle Logistiker: ein robustes Nervenkostüm. Schließlich kommt es oft anders als geplant. Da steht ein LKW im Stau, ein Zulieferer kann den vereinbarten Termin nicht halten, der Kunde hat unvorhergesehen Änderungswünsche. Immer heißt es dann, kühlen Kopf bewahren, ergebnisorientiert handeln, mit Auftraggebern, Kunden und den eigenen Mitarbeitern zielgerichtet kommunizieren. Und bescheiden sein, wenn es doch noch geklappt hat. Für persönliche Eitelkeiten ist kein Platz. Denn das Gesicht dessen, der das Gelingen sichert, bleibt dem Kunden verborgen. Im Übrigen hat in der Logistik der Erfolg stets viele Väter, ist er immer der des ganzen Teams!

Neben den bereits erwähnten Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten im IT-Bereich bildet Schnellecke Logistics schwerpunktmäßig vor allem Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung aus, als konventionellen Lehrberuf mit dreijähriger Ausbildungszeit, aber auch im dualen Studium, wo das Unternehmen mit der Ostfalia Hochschule kooperiert. Über den nationalen Tellerrand zu schauen, sind die einen wie die anderen gut beraten. Immerhin hat ein Logistikdienstleister im Zeitalter der Globalisierung seinem Auftraggeber zu folgen, wenn es sein muss bis ans Ende der Welt, zunächst aber nur an die automobilen Zukunftsmärkte China, Brasilien, Indien und Russland.

Internationale Perspektive

Noch fehlt dort das, was die Sandkämper im Übermaß zu bieten haben – Automobillogistikkompetenz! Die spannende Aufgabe ist eine doppelte. Zunächst müssen die Methoden und Prozessstandards den lokalen Gegebenheiten angepasst werden, ohne dass es zu Qualitätsverlusten kommt. Parallel dazu gilt es, den Knowhow-Transfer zu den einheimischen Mitarbeitern vor Ort zu bewerkstelligen. Wie sehr man die Arbeit der Schnellecke-Leute weltweit schätzt, zeigt einer der letzten Aufträge. Hyundai hat der Schnellecke-Jeena-Logistics in Chennai/Indien den Zuschlag erteilt, in dessen indischem Werk produzierte Fahrzeuge zum Transport per Container nach Übersee zu verladen.

Bewerbungen um Ausbildung wie duales Studium werden in der Zeit von September bis Ende Dezember des Vorjahres entgegengenommen. Das Abitur beziehungsweise die Fachhochschulreife ist für das duale Studium zwingende Voraussetzung, für die konventionellen Ausbildungsplätze wird es ebenso gerne gesehen wie der Besuch einer einschlägigen Berufsfachschule von Vorteil ist. Auch ein Schülerpraktikum erweist sich als gute Vorbereitung. Bewerber für das duale Studium sollten über solide Englischkenntnisse verfügen und sehr gute Mathematikergebnisse auf Leistungskursniveau besitzen.

Praxisorientierte Ausbildung mit interessanten Aufstiegsmöglichkeiten

Nadine Voigt (Foto: privat)

Nadine Voigt (Foto: privat)

Praxisbezug und individuelle Betreuung sind das, was Azubis und Studenten bei Schnellecke besonders schätzen. Schon drei Monate vor Ausbildungsbeginn lädt sie das Unternehmen das erste Mal zu sich in die Stellfelder Straße zu einer Präsentation, einem Workshop sowie der Begegnung mit Auszubildenden und Ausbildern ein. Nach Test und Vorstellungsgespräch begegnet man hier dem „Schnellecke-Spirit“ echt, unverfälscht und hautnah. Die Ausbildung selbst erfolgt vor allem über das ins spannende, manchmal freilich auch hektische Tagesgeschäft eingebundene mitarbeitende Lernen. Nach jeweils sechs Monaten erfolgt der Wechsel in eine neue Abteilung. Danach kennt jeder „sein“ Unternehmen in- und auswendig.

Hochschulabsolventen – gesucht vor allem solche aus den Fachbereichen Betriebswirtschaft/Logistik, Maschinenbau/Fertigungstechnik und Informatik – steigen bei Schnellecke in der Regel über ein zwölfmonatiges Traineeprogramm ein. Nadine Voigt kam nach ihrem Studium der Betriebswirtschaft/Schwerpunkt Logistik an der Technischen Universität Dresden 2010 zu Schnellecke. Heute ist sie Project Management Expert. „Die Mischung aus strategisch-planerischen und operativen Aufgaben ist genau das, was ich gesucht habe“, formuliert sie und macht dabei einen rundum zufriedenen Eindruck. Im Übrigen lobt sie das kollegiale Arbeitsklima sowie die große Eigenverantwortung in ihrer Tätigkeit.

Nach der Ausbildung oder der Traineezeit steht allen der Weg zur individuellen beruflichen Weiterentwicklung über das Talentmanagement-Programm offen. „Unser Familienunternehmen bietet vielfältige Karrierechancen“, erklärt die Konzernbereichsleiterin für Personal-/Organisationsentwicklung Sabine Krüger. „Talenten, die initiativ und mutig neue Wege gehen, stehen in unserem Haus alle Türen offen. Um ihre individuellen Potentiale zu fördern, entwickeln wir sie systematisch bereichs- und hierarchieübergreifend.“

 


Unternehmenssteckbrief
(Stand: 01.01.2013)

Firmengründung: 1939 von Albert Schnellecke als „bahnamtlicher Rollfuhrbetrieb“
Unternehmensform: AG & Co. KG (Aktiengesellschaft & Compagnie Kommanditgesellschaft)
Sitz der Unternehmenszentrale: 38442 Wolfsburg, Stellfelder Straße 39
Niederlassungen/Tochtergesellschaften: 47 weltweit (www.schnellecke.com/standorte)
Mitarbeiter: 19.000 weltweit (in Deutschland: 4.700)
Umsatz: 744 Mio. € (2011)
Ausbildungsmöglichkeiten an den Standorten Wolfsburg und Braunschweig:

  • Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung
  • Fachkraft für Lagerlogistik
  • Fachinformatiker/in Fachrichtung Anwendungsentwicklung
  • Informatikkaufmann/-frau
  • Machatroniker/in.

Duales Studium am Standort Wolfsburg:

  • Logistik im Praxisverbund
  • Informatik im Praxisverbund

Bewerbungen für Ausbildung und duales Studium: vom 01. September bis 31. Dezember des Vorjahres online über ausbildung@schnellecke.com
Bewerbungen für Hochschulabsolventen (Traineeprogramm): online über trainee@schnellecke.com
Bewerbungen für Studenten (Praktika u. Abschlussarbeiten): praktikum@schnellecke.com
Internet: www.schnellecke.com   und   (www.schnellecke.com/karriere/einstiegsmoeglichkeiten/schulabsolventen/studium-im-praxisverbund)

 

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