Notfallsanitäter – Von Beruf Lebensretter

Von Hans-Martin Barthold | 15. August 2017

Alle Rettungsmittel im Einsatz (Foto: Wikipedia/Jansenj)

Alle Rettungsmittel im Einsatz (Foto: Wikipedia/Jansenj)

Rettungswache in einer norddeutschen Großstadt. Es ist Samstagnacht und Schmuddelwetter. Die Mannschaft eines Rettungswagens kommt soeben von ihrem fünften Einsatz zurück. Verdacht auf Herzinfarkt. Nichts Besonderes also. Davor ein Verkehrsunfall mit Schädel-Hirn-Trauma. Zu Dienstbeginn ein Kind, dass sich mit einem Topf voll kochendem Wasser verbrüht hatte. Zwei Einsätze, die auch Notfallsanitätern länger nachhängen. Der Zeiger der Uhr im Aufenthaltsraum zeigt bereits den neuen Tag an. Damit liegt die Hälfte ihres Zwölf-Stunden-Dienstes hinter den beiden Notfallsanitätern. Zeit zum Ausruhen bleibt ihnen allerdings nicht. Denn schon ruft der nächste Einsatz. In einer Chemiefabrik im benachbarten Stadtteil ist während der Nachtschicht ein Feuer ausgebrochen. Offensichtlich sind dadurch giftige Substanzen frei gesetzt worden. Jedenfalls klagen die Arbeiter nach den Informationen der Einsatzleitstelle über Übelkeit, Schwindel und Sehstörungen, vereinzelt auch über Lähmungserscheinungen.

Vergiftungen gehören für Notfallsanitäter zu den schwierigsten Einsätzen. Denn oft ist unklar, um welche Substanzen es sich handelt, wie komplex sie wirken und welche Körperfunktionen betroffen sind. Da bleibt es dann eine Gratwanderung, das wirksamste Gegenmittel zu finden. Und auch in dieser Nacht, das ahnt die Besatzung des Rettungswagens, während sie mit Blaulicht und Höchstgeschwindigkeit zum Einsatzort unterwegs sind, wird es so sein wie sonst meist auch. Sie werden die ersten in der Rettungskette sein, die vor Ort ankommen, noch vor dem Notarzt. Wie immer gilt es dann, die Lage so schnell als möglich zu erfassen, den Gesundheitszustand der verletzten Personen richtig einzuschätzen, die Erstversorgung vorzunehmen, nach dem Eintreffen des Notarztes diesem zu assistieren, eventuell weitere Rettungsmittel anzufordern, das am besten geeignete Krankenhaus ausfindig zu machen, zu kontaktieren und vorzuinformieren, während des Transports schließlich die Vitalfunktionen des Notfallpatienten zu überwachen, gegebenenfalls durch geeignete Maßnahmen aufrecht zu erhalten.

Die Ersten in der Rettungskette

Marco König ist 1. Vorsitzender des Deutschen Berufsverbandes Rettungsdienst/DBRD (Foto: privat)

Marco König ist 1. Vorsitzender des Deutschen Berufsverbandes Rettungsdienst/DBRD (Foto: privat)

Zugegeben, nicht jede Schicht birgt so viele und so komplizierte Einsätze wie eben beschrieben, unterscheiden sich die Notfalllagen, Arbeitsbedingungen sowie die Einsatzfrequenz zwischen Großstädten und ländlichen Regionen. Was aber bleibt, sind die Anforderungen an die Notfallsanitäter. Unter zumeist schwierigen, gar nicht selten sogar chaotischen Bedingungen und manchmal hohem Zeitdruck müssen sie die Gesamtsituation zutreffend erfassen, die richtigen Schlussfolgerungen ziehen und zügig die notwendigen Entscheidungen treffen. Gerade wenn die Zeit drängt, muss der Kopf klar sein und jeder Handgriff sitzen. „Notfallsanitäter“, ist Marco König denn auch überzeugt, „sollten deshalb neben einer entsprechenden Empathie eine schnelle Auffassungsgabe besitzen, über gute analytische Fähigkeiten verfügen, entscheidungsfreudig und durchsetzungsstark sein.“ König ist 1. Vorsitzender des Deutschen Berufsverbandes Rettungsdienst (DBRD) und besitzt langjährige eigene Berufserfahrungen.

Der Notfallsanitäter ist ein junger Beruf. Es gibt ihn erst seit 2014. Da löste er das Berufsbild des Rettungsassistenten ab. Der NotSan, wie er in Fachkreisen genannt wird, gehört zu den sogenannten Gesundheitsfachberufen und ist die höchste nichtärztliche Qualifikation im Rettungswesen. Denn natürlich beschäftigen die Rettungsdienste auch weiterhin Rettungsassistenten, Rettungssanitäter mit einer 520-Stunden-Qualifikation und Rettungshelfer aus dem Bundefreiwilligendienst oder einem Freiwilligen Sozialen Jahr, deren Handlungsspektrum freilich starken Einschränkungen unterliegt. Betrug die Ausbildungszeit zum Rettungsassistent nur zwei Jahre, zollt man in der beim Notfallsanitäter nunmehr auf drei Jahre verlängerten Ausbildung der medizinischen Entwicklung den notwendigen Tribut. Endlich, wie es in Fachkreisen heißt. Um Menschenleben zu retten, NotSans sprechen in diesem Zusammenhang lieber von einer vitalen Bedrohung, sind sie nun auch bis zum Eintreffen des Arztes oder der Übernahme durch die Klinik eigenständig zu erweiterten Maßnahmen befugt.

Ohne Möglichkeit für fachliche Rückfragen

Dora Weyhe wird in wenigen Tagen ihre Abschlussprüfung als Notfallsanitäter ablegen (Foto: privat)

Dora Weyhe wird in wenigen Tagen ihre Abschlussprüfung als Notfallsanitäter ablegen (Foto: privat)

Unter erweiterten Maßnahmen ist insbesondere die Verabreichung von Medikamenten, erforderlichenfalls auch intravenös, zu verstehen. Zur Aufrechterhaltung der Lungenfunktion dürfen Notfallsanitäter sogar einen Tubus legen. Beides Dinge, die im Normalfall Ärzten vorbehalten sind und zur sicheren Beherrschung des immer wiederholenden Übens bedürfen. Denn auch hier gilt, Erfahrung macht den Meister. Die eigentliche Herausforderung besteht freilich in der zutreffenden Interpretation der beim Notfallpatienten wahrzunehmenden Symptome. „Und die“, weiß Dora Weyhe, „sind oft nicht eindeutig.“ Schwieriger noch, in der Hektik des Einsatzes besteht keine Möglichkeit, sich fachlich bei einem Notfallmediziner rückzuversichern. Die junge Frau aus dem Ammerland lernt das Handwerkszeug des Notfallsanitäters bei den Maltesern in Oldenburg und wird Ende dieses Monats ihre Ausbildung abschliessen.

Die Arbeit im Büro war der gelernten Kauffrau für Büromanagement zu eintönig. Das ist jetzt anders. „Als Notfallsanitäterin“, erzählt Dora Weyhe, „weiß ich zu Schichtbeginn nie, was mich erwartet.“ Marco König fasziniert noch eine andere Seite seines Berufes. „In der präklinischen Notfallmedizin“, formuliert er es, „kann man die Erfolge seiner Arbeit sofort und unmittelbar sehen.“ Gleichwohl umgekehrt genauso die Grenzen seiner beruflichen Möglichkeiten. Zwar besitzen nach Einschätzung Königs lebensbedrohliche Notfälle unter allen Einsätzen nur einen Anteil von weniger als zehn Prozent. Doch bleiben die meisten lange haften. Nicht nur mit Wunden, Blut und gebrochenen, hin und wieder sogar abgetrennten Gliedmaßen, sondern auch mit Tod und Sterben sollten Lebensretter deshalb unbedingt umgehen können. Beides gehört zu ihrem Beruf, der für viele Berufung ist. Besonders nahe gehen Notfallsanitätern Einsätze, in denen die Gesundheit und das Leben von Kindern auf dem Spiel stehen.

Fachliche und menschliche Führungskompetenz

Notarzteinsatzfahrzeug der Feuerwehr Hannover (Foto: Wikipedia/Sven Storbeck)

Notarzteinsatzfahrzeug der Feuerwehr Hannover (Foto: Wikipedia/Sven Storbeck)

„NotSans benötigen für den Umgang mit solchen Situationen eine Firewall aus Professionalität und guter Kontrolle über die eigenen Emotionen“, formuliert König eine für seinen Beruf wichtige Kompetenz. Deshalb stellt die Ausbildung neben den notfallmedizinischen Inhalten auch verstärkt auf die Vermittlung sozialer Kompetenzen ab. Immerhin gilt es nicht allein, sich selbst im Griff zu haben. Genauso wichtig ist es, auf das Umfeld eines Verunfallten oder medizinischen Notfalls beruhigend einwirken und Akzeptanz für das medizinisch Unumgängliche herstellen zu können. Das scheint nicht immer leicht, wie das lustige Beispiel eines hier ungenannten Notfallsanitäters zeigt. Notruf einer alleinstehenden Rentnerin. Als die NotSans wenige Minuten später eintreffen, geht es ihr bereits wieder besser. Blutdruck und Puls deuten auf eine kurze Kreislaufschwäche, damit nichts Ernstes. Die Notfallsanitäter empfehlen ihr, am nächsten Tag vom Hausarzt noch einmal alle Funktionen genau untersuchen zu lassen.

Da wird die Frau ärgerlich. Ihren Nachbarn hätte der Rettungsdienst vor kurzem bei ähnlichen Symptomen ins Krankenhaus gebracht. Darauf bestehe sie jetzt auch. Wofür bezahle sie schließlich Krankenkassenbeiträge? Aber nicht nur in solchen Situationen erweist sich neben einer fundierten Ausbildung auch Lebenserfahrung als sehr hilfreich. „Pöbeleien“, sagt Dora Weyhe, „habe ich bisher zwar noch nicht erlebt.“ Gleichwohl sei sie überrascht, wie ungeübt und wenig souverän die meisten Menschen im Umgang mit medizinischen Notfällen seien. Genau darauf stellt die Ausbildung zum Notfallsanitäter ab und unterscheidet sich in dieser Spezialisierung deutlich von der Ausbildung der Gesundheits- und Krankenpfleger. Dora Weyhe wusste, worauf sie sich einlässt. Mit elf trat sie der Jugendfeuerwehr bei, mit sechzehn wurde sie aktives Mitglied der freiwilligen Feuerwehr ihres Heimatortes. Da entwickelt man ein gutes Gespür für Handlungshierarchien, die Notfallsanitätern in Fleisch und Blut übergehen müssen.

Gute berufliche Infrastruktur

So sieht es im Inneren eines Notfallkoffers aus (Foto: Wikipedia/Flothi)

So sieht es im Inneren eines Notfallkoffers aus (Foto: Wikipedia/Flothi)

Das auch deswegen, weil die Handlungssicherheit der Notärzte in dem einen oder anderen Fall systembedingt zu wünschen übrig lässt. Da ist der Notfallsanitäter dann weitgehend auf sich allein gestellt. Zwar spricht darüber niemand öffentlich, auch meine Gesprächspartner nicht. Insider aber wissen um die Crux der NotSans. Denn lange nicht jeder Notarzt verfügt über die nach einer zweijährigen Weiterbildung erworbene Zusatzgebietsbezeichnung Notfallmedizin. Viele besitzen lediglich einen sogenannten Fachkundenachweis Rettungsdienst. Den erhält jeder Arzt, der 18 Monate Berufspraxis in der Anästhesiologie, Inneren Medizin und Chirurgie samt einer überschaubaren Anzahl Intubationen, venösen Zugängen, Thoraxdrainagen, einem Reanimationsstandard am Phantom, zehn Einsätzen im Notarztwagen sowie einem 80-Stunden-Kurs über allgemeine und spezielle Notfallbehandlung nachweisen kann. Angesichts des ständig größer werdenden Ärztemangels wird sich daran wohl so schnell nichts ändern.

Wenigsten aber sind die Rettungsdienste und Notfallsanitäter den leidigen und im Gesundheitssystem sonst allgegenwärtigen Diskussionen um Kosten und Finanzen enthoben. Nicht nur, weil sie mit ein bis zwei Prozent an den Gesamtausgaben kaum ins Gewicht fallen. Unterhalb des Radars sind sie auch, weil die Träger des Rettungsdienstes, die Landkreise und kreisfreien Städte, für die Luftrettung die Länder, per Gesetz zur Vorhaltung entsprechender Ressourcen verpflichtet sind. Der Gesetzgeber schreibt ihnen neben den sogenannten Hilfsfristen auch die Qualifizierung des Personals vor. So müssen die Rettungswagen stets mit zwei Mitarbeitern besetzt sein, einer davon zwingend ein Notfallsanitäter. Für die Hilfsfristen werden ihnen in den einzelnen Bundesländern allerdings unterschiedliche Höchstwerte vorgegeben. Der Korridor liegt zwischen 8 bis 17 Minuten. Innerhalb dieser Zeit muss ein Notfallsanitäter den Einsatzort erreichen. Werden diese Hilfsfristen dauerhaft und flächendeckend verfehlt, ist der Träger zur Verbesserung der Rettungsinfrastruktur verpflichtet, muss zusätzliche Rettungsmittel anschaffen und einschlägig qualifiziertes Fachpersonal einstellen.

Anspruchsvolle Ausbildung

Der österreichische Rettungshubschrauber Christophorus 9 bei einem Einsatz (Foto: Wikipedia/Thomas Ankerl)

Der österreichische Rettungshubschrauber Christophorus 9 bei einem Einsatz (Foto: Wikipedia/Thomas Ankerl)

Die Ausbildung von Notfallsanitätern ist intellektuell wie körperlich durchaus anspruchsvoll. Neben dem Nachweis der mittleren Reife, alternativ Hauptschulabschluss und Berufsausbildung, haben die Bewerber deshalb bei den meisten Rettungsdiensten ihre Fitness in einem Test unter Beweis zu stellen. Die Ausbildung kann sowohl in Vollzeit (3 Jahre) als auch in Teilzeitform (bis zu 5 Jahre) absolviert werden. Sie besteht aus theoretischem und praktischem Unterricht an einer Schule sowie einer praktischen Ausbildung an einer dazu berechtigten Lehrrettungswache und entsprechend geeigneten Krankenhäusern. Vom gesamten Ausbildungsumfang, er beträgt 4.600 Stunden, entfallen auf die Ausbildungsabschnitte in der Lehrrettungswache 1.960 Stunden, auf das Krankenhaus 720 Stunden. Im Krankenhaus lernen die angehenden Notfallsanitäter außer der Pflegeabteilung auch die Notfallaufnahme, die Anästhesie- und OP-Abteilung, die intensivmedizinische Abteilung, die Geburtshilfe, Pädiatrie oder Kinderchirurgie, dazu die Psychiatrie und Gerontologie kennen.

Trotz hoher fachlicher Ansprüche ist die Abbrecherquote in der Ausbildung zum Notfallsanitäter gering. Im Ausbildungsjahrgang von Dora Weyhe hat kein einziger das Handtuch geworfen. Das spricht für eine hohe Motivation ebenso wie für eine gute Betreuung. Angesichts massiver Nachwuchsprobleme ist die freilich auch unverzichtbar. Dazu kommt, dass die körperlichen Belastungen trotz modernster Rettungstechnik noch immer hoch sind. Einer Studie des rheinland-pfälzischen DRK zufolge waren nur 1,3 Prozent der bisherigen Rettungsassistenten älter als sechzig Jahre, ihre krankheitsbedingten Ausfallzeiten deutlich länger als in anderen Berufen. Und noch etwas ist der Erwähnung wert. Von 26 Auszubildenden sind neben Dora Weyhe weitere 12 Azubis Frauen. „Bei gynäkologischen Notfällen“, so die Erfahrungen der Oldenburgerin, „sind die Frauen oft dankbar, wenn der Notfallsanitäter eine Notfallsanitäterin ist.“

Weiterbildungsmöglichkeiten auch an Hochschulen

Eine Rettungswache in der Marsch/Schleswig-Holstein (Foto: Wikipedia/Nightlfyer)

Eine Rettungswache in der Marsch/Schleswig-Holstein (Foto: Wikipedia/Nightflyer)

Mit einigen Jahren Berufserfahrung und einer entsprechenden Weiterbildung bieten sich, wenngleich zahlenmäßig in eher geringem Umfang, interessante Aufstiegsmöglichkeiten. Etwa die zum Praxisanleiter oder Dozenten, zum Leiter einer Rettungswache, gegebenenfalls auch in eine Stabsfunktion zur Planung der regionalen Notfallvorsorge. Fachhochschulen in Wolfsburg und Düsseldorf bieten für bereits ausgebildete Notfallsanitäter mit den Studiengängen Paramedic und Pädagogik für den Rettungsdienst hoch spezialisierte Weiterbildungsmöglichkeiten auf wissenschaftlicher Basis an. Von der im Rettungsdienstgesetz festgeschriebenen Regelung, den theoretischen Unterricht statt von einer Berufsfachschule von einer Hochschule erteilen zu lassen, macht bislang keine einzige Gebrauch. Lediglich die Akko-Hochschule Berlin bietet den Studiengang Management in der Gefahrenabwehr inzwischen auch ausbildungsbegleitend an.

Über die Akzeptanz der Absolventen dieser Studiengänge ist aufgrund deren geringer Zahl (noch) keine Aussage möglich. Doch ist zu hören, dass Berufserfahrung so oder so unerlässlich bleibt. Für die bisherigen Rettungsassistenten stellt sich dagegen eine ganz andere Frage. Wie können sie die Befähigung zum Notfallsanitäter erwerben. Bis Ende 2020 bietet ihnen der Gesetzgeber je nach vorhandener Berufserfahrung Übergangsmöglichkeiten. Fachkräfte, die bereits fünf Jahre als Rettungsassistent gearbeitet haben, können sich ohne weitere Vorbereitung einer Ergänzungsprüfung stellen. Fachkräfte mit drei bis fünf Jahren Berufspraxis müssen sich zuvor einer nochmaligen Ausbildung von 480 Stunden unterziehen. Bei Fachkräften mit geringerer Berufserfahrung sind es 960 Stunden. Gesundheits- und Krankenpfleger müssen sich indessen der vollen Ausbildung unterziehen mit der Möglichkeit, inhaltlich gleiche Ausbildungsleistungen im Einzelfall anrechnen zu lassen.

Chancen und Risiken

Zuletzt ein Blick in die Zukunft. Die scheint für Rettungsdienste wie Notfallsanitäter in einer rapide alternden Gesellschaft und immer mehr weißen Flecken in der hausärztlichen Versorgung günstig. Der ärztliche Notdienst erfüllt schon heute kaum mehr als eine Feigenblattfunktion. Patienten wissen das und wählen deshalb lieber gleich die 112. Freilich liegt genau hierin auch eine besondere Gefährdung. Die Zahl der Bagatellfälle dürfte steigen, was der Handlungssicherheit der Fachkräfte im Rettungsdienst nur wenig zuträglich wäre. Eine Intubation nur alle zwei Jahre ist nach Meinung aller Experten zur Wahrung professioneller Fertigkeiten viel zu wenig. Vor diesem Hintergrund erweist sich auch das heute überall noch gebräuchliche Mehrzwecksystem, in dem Rettungsdienste auch normale Krankentransporte fahren, als Schwachstelle. Freilich sind diese Transporte für viele Dornröschenwachen wirtschaftlich überlebenswichtig, für Notfallsanitäter aber klar unter ihrer Berufsqualifikation.

 


Daten, Fakten & Links
(Stand: 01.05.2017)

Berufstätige Notfallsanitäter: ca. 40.000 (inklusive Rettungsassistenten).

Altersstruktur berufstätiger Notfallsanitäter: keine Daten vorhanden.

Arbeitslose Notfallsanitäter: keine Daten vorhanden.

Ausbildungsvergütung (brutto): 1.040,69 € (1. Ausbildungsjahr), 1.102,07 € (2. Ausbildungsjahr), 1.203,38 € (3. Ausbildungsjahr).

Einkommen (brutto): abhängig von Arbeitgeber, Region, Berufserfahrung und Funktion:

  • Berufsanfänger: 2.150 € bis 2.400 €
  • Berufserfahrene: 2.600 € bis 3.200 €

Weiterführende Informationen: https://berufenet.arbeitsagentur.de

 

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