Neuland Wohnungsbaugesellschaft – Hier wird Leistung belohnt

Von Hans-Martin Barthold | 15. Februar 2015

Irina Helm – Bereichsleiterin Immobilienmanagement (Foto: Neuland)

Irina Helm – Bereichsleiterin Immobilienmanagement (Foto: Neuland)

Wie immer bin ich auch dieses Mal auf der Suche nach dem besonderen Spirit des Unternehmens, das wir in der „Berufswelt“ vorstellen wollen. Heute ist es die Wolfsburger Wohnungsbaugesellschaft Neuland. Dann treffe ich Irina Helm. Und ich ahne schnell, dieser Spirit steht mir ganz lebendig in der Person der Bereichsleiterin Immobilienmanagement gegenüber. Die Bereichsleitung ist bei der Neuland, wie die Wolfsburger ihre kommunale Wohnungsgesellschaft liebevoll nennen, die zweithöchste Führungsetage, darüber kommt nur noch die Geschäftsleitung. Irina Helm lacht ein freundliches Lachen trotz meiner Verspätung, sie spricht unbefangen, reagiert spontan, ist gleichwohl konzentriert, überlegt und gut vorbereitet. Typisch Neuland eben, bedeutet sie mit einem Augenzwinkern. Was sie damit noch sagen möchte? „Neben dem partnerschaftlichen Zusammenhalt der Mitarbeiter“, formuliert sie es schnörkellos, „haben wir hier ein Arbeitsklima, in dem Leistung belohnt wird.“

Fast hätte sie diese Philosophie die berufliche Ehe mit der Neuland und ihre steile Karriere dort gleich zu Beginn gekostet. Denn als sich die Schülerin der Henri-Dunant-Realschule am Ende ihres Schülerpraktikums schüchtern nach den Bewerbungschancen auf einen Ausbildungsplatz als Immobilienkauffrau erkundigt, folgt die Ernüchterung auf dem Fuß. Man bevorzuge für diesen Beruf eigentlich Abiturienten, heißt es. Realschüler kämen nur ins Auswahlverfahren, wenn sie in Deutsch und Mathe mindestens eine „2“ aufwiesen. Für jemand, der wie Irina Helm gerade einmal vor wenigen Monaten mit ihren Eltern aus Kasachstan nach Deutschland gekommen war, scheinen damit alle Träume abrupt beendet. Doch sie gibt nicht auf. Auch wenn sie nur eine klitzekleine Chance hat, will sie die nutzen. Mit Fleiß und Ehrgeiz erreicht sie die geforderten Noten. Die Neuland hält Wort. Nach einem erfolgreichen Auswahlverfahren bietet sie ihr den begehrten Ausbildungsvertrag an. Zehn Jahre später schon ist sie zur Prokuristin aufgerückt und führt selbstständig Geschäftsverhandlungen.

„Der Kunde bezahlt unsere Gehälter“

Sandra Hötzendorfer – Angehende Malerin und Lackiererin (Foto: Neuland)

Sandra Hötzendorfer – Angehende Malerin und Lackiererin (Foto: Neuland)

Manuela Eltner, Leiterin des Personalmanagements, bringt auf den Punkt, worauf sich die Bewerber und Bewerberinnen um einen Ausbildungsplatz bei der Neuland einzustellen haben. Aber nicht nur das. Sie müssen dem auch gerecht werden. Es ist die absolute Kundenorientierung, denn „unsere Mieter zahlen schließlich unsere Gehälter“. Das gilt nicht nur für Azubis wie Serhat Ertegi, der eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann macht. Auch die angehende Malerin und Lackiererin Sandra Hötzendorfer musste schnell lernen, wie wichtig es ist, mit den Mietern als ihren kritischen Kunden ein gutes Einvernehmen herzustellen. Typisch für die Handwerker des Bauhofs der Neuland ist nämlich, sie arbeiten vorwiegend im eigenen Bestand. Bei den momentan zahlreichen Neubauprojekten und Modernisierungen werden die Aufträge indessen an externe Handwerksbetriebe vergeben.

Sandra Hötzendorfer empfindet das als Privileg, bewahrt es sie und ihre Kollegen doch vor Fließbandarbeit und abstumpfender Routine. Aus Gesprächen mit Azubis anderer Ausbildungsbetriebe weiß sie, was es bedeutet, im Herbst auf dem Gerüst zu stehen und Quadratmeter um Quadratmeter Fassade unter knappen Zeitvorgaben mit einem wetterfesten Anstrich versehen zu müssen. „Bei uns dagegen ist jeder Auftrag anders“, erlebt sie ihren Beruf. Es mache ihr Spaß, in jedem Einzelfall mit einem hohen Maß an Selbstständigkeit nach der handwerklich besten Lösung suchen zu dürfen, sagt sie. Gleiches gilt für Tischler, Elektroniker, die Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie die Gärtner. Und noch etwas schätzt sie. Die Freude der Mieter über eine wieder schicke Wohnung lassen sie an vielen Tagen mit einem guten Gefühl den Feierabend genießen.

Ein Unternehmen, viele Einsatzmöglichkeiten

Serhat Ertegi – Als künftiger Immobilienkaufmann ganz nah an den Mietern (Foto: Neuland)

Serhat Ertegi – Als künftiger Immobilienkaufmann ganz nah an den Mietern (Foto: Neuland)

Die Neuland ist mit einem Bestand von rund 11.200 Wohnungen der Vermieter in Wolfsburg. Sie bietet mit Arztpraxen und Einzelhandelsgeschäften aber auch etwa 250 Gewerbeimmobilien an. Darüber hinaus hat die Wohnungsgesellschaft im Einzelfall sogar schon Industriehallen geplant, gebaut und verkauft, trägt schließlich für solche Renommierobjekte wie Badeland und Phaeno die Verantwortung. Und Wolfsburg will weiter wachsen! Das wird auch den knapp 250 Mitarbeitern der Neuland noch so manches neue Projekt und viel Arbeit bescheren. Leerstände gibt es derzeit kaum, die Wohnungen gehen weg wie warme Semmeln. Da macht der Job eines Immobilienkaufmanns richtig Freude. Serhat Ertegi strahlt jedenfalls eine große Zufriedenheit aus. Als Dienstleister mit Kunden umgehen, das scheint fast eine Berufung, ebenso wie er umgekehrt bei den Kunden gut ankommt, am Telefon genauso wie im persönlichen Gespräch.

Der Weg von Sandra Hötzendorfer, ein Übernahmeangebot vorausgesetzt, ist mit einem Ansatz in der Instandhaltung klar vorgezeichnet. Serhat Ertegi weiß indessen noch nicht so genau, welchem Funktionsbereich er nach der Ausbildung den Zuschlag gibt. Die Möglichkeiten sind für den künftigen Immobilienkaufmann breit gestreut und reichen im operativen Bereich vom Vertrieb über den Kundenservice und das Marketing bis hin zum Mahnwesen. Aber auch der Einsatz in einer der Stabsabteilungen wie dem Rechnungswesen oder dem Risikomanagement kämen infrage. Genau das mache die Neuland als Arbeitgeber so attraktiv, lenkt Irina Helm den Blick auf die Vorzüge ihres Unternehmens. „Wir begleiten eine Immobilie und ihre Mieter ein ganzes (Produkt)Leben lang“, formuliert sie es. Das beginnt bei den ersten Planungen, setzt sich in einer anschließenden jahrzehntelangen Nutzung fort und endet irgendwann bei ihrem Abriss.

Vertrauen durch fachliche Kompetenz und persönliche Integrität

Manuela Eltner – Leiterin Personalmanagement (Foto: Neuland)

Manuela Eltner – Leiterin Personalmanagement (Foto: Neuland)

Eine Wohnung zu vermieten oder eine Immobilie zu verkaufen, ist freilich etwas anderes, als beim Bäcker hinter dem Verkaufstresen zu stehen. Fachleute verweisen auf das hohe Preisniveau des Produktes Wohnung. Für das Mitarbeiter-Kunden-Verhältnis steht deshalb Vertrauen über allem anderen. „Es muss beim Kunden ankommen, dass er sich auf unsere Mitarbeiter verlassen kann“, drückt es Irina Helm ganz bodenständig aus. Aber Glaubwürdigkeit, wissen sie und Manuela Eltner, wächst nur auf dem Boden von Selbstreflektion und Kritikfähigkeit. Das einzuüben, erhalten die Auszubildenden während ihrer Ausbildung deshalb in zahlreichen künstlerisch-sozialen Projekten Gelegenheit. „Als städtischer Wohnungsgesellschaft kann es uns nicht gleichgültig sein“, sagt die Personalleiterin, „wenn ein Kunde in Mietrückstand gerät. Vor einer Zwangsräumung sollten deshalb zusammen mit dem Mieter alle anderen Problemlösungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden.“

So sollten Bewerber neben einer ausgeprägten Kommunikationskompetenz über soziales Fingerspitzengefühl und die Immobilienkaufleute wegen der vielen vertraglichen Regelungen mit Mietern wie Käufern auch über ein ausgeprägtes Verständnis für Rechtsfragen verfügen. Nicht zu vergessen gute Umgangsformen! Alles komplettiert durch einen unbedingten Leistungswillen sowie eine gut entwickelte Selbstständigkeit. „Schon unsere Azubis sind für ihr Tun eigenverantwortlich“, lässt Manuela Eltner keinen Zweifel an den hohen Ansprüchen der Neuland. Natürlich unterstützen Eltner und ihre Kollegen alle Auszubildenden mit großem persönlichen Aufwand, und wenn erforderlich auch darüber hinaus. „Aber“, betont Eltner, „der Aufwand muss bei unseren begrenzten Personalressourcen handhabbar bleiben. Aus diesem Grund ist jeder für seine berufliche Entwicklung erst einmal selbst verantwortlich.“ Und das vom ersten Ausbildungstag an! Serhat Ertegi etwa fährt jeden Monat für eine Woche zum Berufsschulunterricht nach Bochum. Das fördert gleich von Beginn an die Selbstständigkeit der jungen Nachwuchskräfte.

Einsatz steht vor dem Erfolg

Neuland Wohnungsgesellschaft Wolfsburg – Zentrale am Erfurter Ring (Foto: hmb)

Neuland Wohnungsgesellschaft Wolfsburg – Zentrale am Erfurter Ring (Foto: hmb)

Den allermeisten Azubis gelingt das Erwachsenwerden im kollegialen Klima am Erfurter Ring weitgehend problemlos. Irina Helm und ihre Karriere sind bestes Beispiel. Freilich weiß Manuela Eltner, Meister fallen nicht vom Himmel. Die brauchen Raum zur Entwicklung. Fehler machen zu dürfen, ist deshalb erlaubt, wenngleich nicht immer wieder denselben. „Auch Prüfungsunfälle“, sagt die Personalleiterin freimütig, „sind keine Katastrophe.“ Nur eines werde nicht akzeptiert: die Hände in den Schoß zu legen und zu hoffen, dass die Lösung ohne eigene Anstrengung vom Himmel fällt. In solchen Situationen kommt das Feedback unverzüglich, direkt und unmissverständlich. Das bleibt auch nach der Ausbildung so. Regelmäßige Mitarbeitergespräche und Potentialanalysen loben und anerkennen das Erreichte, helfen aber auch, den Blick zu schärfen, in welchen Bereichen man noch eine Schippe drauflegen muss. „Das fordern wir aber nicht nur, das fördern wir auch“, formuliert die Personalchefin wie immer lösungsorientiert.

Dass hoch gesteckte Ziele einen großen Einsatz erfordern, keiner weiß es besser als Irina Helm. Gleichzeitig steht sie aber auch dafür, wie weit die Karriere bei einem Unternehmen wie der Neuland dann führen kann. „Ich wollte keine Zeit verlieren“, blickt sie zurück, „und habe mich deswegen schon bald nach der Ausbildung für eine berufsbegleitende Weiterbildung am Europäischen Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Bochum zur geprüften Immobilienfachwirtin entschieden.“ Anschließend wechselt sie in den Verkauf. Und stellt bei zahlreichen Kundenkontakten fest, wie wichtig grundlegende bautechnische Kenntnisse sind. Sie analysiert Nachholbedarf und bucht im Haus der Technik Essen mit Facility Management die nächste berufsbegleitende Weiterbildung. Aber noch immer nicht genug. Für eine Führungsposition werden strategische Kompetenzen unerlässlich. 2004 erwirbt sie an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Gelsenkirchen den Bachelor. Typisch Neuland? Typisch Neuland!

 


Unternehmenssteckbrief
(Stand: 30.01.2015)

Firmengründung: 1938.
Sitz der Unternehmenszentrale: Erfurter Ring 15, 38444 Wolfsburg.
Weitere Geschäftsstellen: drei (Stadtmitte, Nordstadt, Mitte-West).
Mitarbeiter: 240.
Umsatz (2013): 77 Millionen Euro.
Ausbildungsmöglichkeiten:

  • Anlagenmechaniker/-in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik
  • Elektroniker/-in, Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik
  • Gärtner-/in, Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau
  • Immobilienkaufmann/-frau
  • Maler/-in und Lackierer/-in, Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung
  • Tischler/-in

Bewerbungen: bis Ende Januar.
Schülerpraktika: ja.
Kontaktmöglichkeiten: personalabteilung@nld.de
Internet: http://www.nld.de/unternehmen/jobs/  und    https://www.youtube.com/user/NEULANDWolfsburg (Vorstellung der Ausbildung)

 

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