Moderator – Hofnarren der Moderne

Von Hans-Martin Barthold | 15. Mai 2013

Ein kleiner Ort nahe Bremen. Es ist 3 Uhr morgens und ein ganz normaler Arbeitstag. Der Wecker kennt auch heute keine Gnade. Sein Signalton wird zunehmend schriller. Endlich findet Daniela Sadris Hand den Knopf. Eine kurze Berührung und es kehrt wieder Stille ein. Gerne würde sie sich auf die andere Seite legen, die Augen schließen und noch eine Runde träumen. Doch das geht nicht. Die Arbeit ruft. Das, was jetzt folgt, ist eingeschliffene Routine. Da sitzt jeder Handgriff: Morgentoilette, Frühstück, Fahrt in die Bremer Innenstadt. Ihr Dienst beginnt um 4:30 Uhr.

Die Bremen-Vier-Morgenshow-Moderatoren: v. l. Roman Kanwicher, Ilke Pauli, Uwe Krause, Daniela Sadri (Foto: Radio Bremen)

Die Bremen-Vier-Morgenshow-Moderatoren: v. l. Roman Kanwicher, Ilke Pauli, Uwe Krause, Daniela Sadri (Foto: Radio Bremen)

Nein, Daniela Sadri stellt keine Zeitungen zu und sie lenkt auch keine Straßenbahn in der Frühschicht durch die Hansestadt. Daniela Sadri hat einen Job, um den sie viele – einzig mit der Einschränkung des frühen Aufstehens oder, bei den Spätdiensten, des erst mitternächtlichen Arbeitsendes – beneiden. Daniela Sadri ist Radiomoderatorin. Zusammen mit ihrem Kollegen Jens-Uwe Krause führt sie die Hörer von Bremen Vier durch die Morgenshow. Das bedeutet fünf Stunden volle Konzentration, fünf Stunden geballte Informationen, fünf Stunden zugewandte Unterhaltung. „Mein Ziel ist es“, formuliert Daniela Sadri ihren Anspruch, „die Hörer mit einem guten Gefühl in den Tag zu schicken.“

Frühes Aufstehen und lange Arbeitstage

Ortswechsel. München Anfang März. Gerade ist Malte Arkona aus Köln zurückgekehrt. Dort hat der ehemalige Moderator des Tigerenten Club die inzwischen fünfte Staffel des seit Ende April ausgestrahlten Fernsehquiz „Deutschlands beste Klasse“ abgedreht, 21 Folgen in lediglich vier Wochen. Das gelingt nur mit einem straffen Tagesplan. Und der ist nichts für Warmduscher. 7:30 Uhr Frühstück im Hotel, anschließend Fahrt ins Studio, dort Begrüßung und Bekanntmachung mit den Special Guests der Sendung, Probe des naturwissenschaftlichen Experimentes, Durchlauf der gesamten Sendung mit sogenannten Strohkandidaten, Mittagessen, Garderobe, Maske, Begrüßung der Schüler, Live-Aufnahme.

Malte Arkona moderiert Deutschlands beste Klasse (Foto: KiKA/Melanie Grande) © KiKA/Melanie Grande - Honorarfreie Verwendung gemäß AGB im redaktionellen Zusammenhang mit genannter Sendung bei Nennung "Bild: KiKA/Melanie Grande". Andere Verwendung nur nach Absprache. KiKA Marketing & Kommunikation - bildredaktion@kika.de Telefon: +49.361.218-1826

Malte Arkona moderiert Deutschlands beste Klasse (Foto: KiKA/Melanie Grande)

Bei den halbstündigen Formaten wiederholt sich dieser Ablauf gleich anschließend und werden, anders als bei den 45- und 90-minütigen Sendungen, am Tag zwei Folgen aufgenommen. Danach aber ist noch lange nicht Schluss. Bevor der Arbeitstag endet, muss Malte Arkona mit den Sendungs- und Fragenautoren die nächsten Folgen vorbesprechen. Für einen Gang um die Häuser oder ausgelassene Abende in den Szenelokalen der Kölner Altstadt bleibt da kaum Zeit. Als Moderator müsse man schließlich Ahnung haben von den Dingen, die es zu moderieren gelte, begründet er. „Denn nur das garantiert mir die erforderliche Souveränität, die Moderation an den spontanen Reaktionen der Schüler ausrichten zu können.“ Ja, das eigene Konzept sei unverzichtbar. Als Verpflichtung zum Augen-zu-und-durch dürfe es allerdings nicht missverstanden werden.

Die Leichtigkeit des Moderierens bedarf intensiver Vorbereitung

Dritter Schauplatz Berlin. Wie Daniela Sadri und Malte Arkona entspricht auch der Business-Moderator Stephan Pregizer so gar nicht dem Klischee des fröhlichen, unablässig quasselnden, aber nur Plattitüden aneinanderreihenden Moderators. „Meine Aufgabe ist ja keine geringere, als den Dialog zwischen der Geschäftsführung eines Unternehmens und seinen Mitarbeitern oder seinen Kunden zu fördern“, erklärt er. „Und dafür muss ich sachkundig sein.“ Denn diese Kompetenz sei zwingende Voraussetzunge für die Leichtigkeit des Moderierens.

Stephan Pregizer moderiert “Berlin Airport” mit Matthias Platzeck/Ministerpräsident Brandenburg (Foto: Stephan Pregizer)

Stephan Pregizer moderiert “Berlin Airport” mit Matthias Platzeck/Ministerpräsident Brandenburg (Foto: Stephan Pregizer)

Das kostet ihn, wie allen in diesem Beruf Tätigen, viel Vorbereitungszeit. Die ist gefüllt mit unzähligen Gesprächen, konzentriertem Zuhören, und einer meistens sehr umfangreichen Lektüre. „Erst wenn sich die Liebe zur Sprache und zum Sprechen mit der Leidenschaft zum Lesen, dazu der unbedingten Neugier auf Menschen wie Sachverhalte verbindet, wird aus dem mittelmäßigen ein guter Moderator“, bringt es Daniela Sadri von Bremen Vier auf den Punkt.

Wahrhaftigkeit mit diplomatischem Geschick verbinden

Moderatoren sind die Hofnarren der Moderne. „Ich bin privilegiert“, formuliert es Stephan Pregizer spitzbübisch, „ denn ich darf den ‚Königen’ den Spiegel vorhalten.“ Doch auch für Pregizer und Kollegen gibt es Grenzen, deren Überschreitung ihresgleichen früher den Kopf gekostet hätte, heute die Quote sinken und die Aufträge ausbleiben lässt, das eine wie das andere Existenz gefährdend für Moderatoren. Wichtig dabei ist, die Grenzlinien bestimmt noch immer der „König“.

„Unsere Profession ist somit eine Moderation, die den ‚Herrscher’ die Botschaft annehmen lassen kann“, formuliert es Pregizer. Deshalb sei das oberste Gebot für Leute in seinem Job, nie jemanden bloß zu stellen oder gar vorzuführen, zugleich aber wahrhaftig zu bleiben, sich nicht anzubiedern, keinem nach dem Mund zu reden. Der Versuchung der eigenen Macht dürfe ein Moderator seiner Glaubwürdigkeit wegen nicht erliegen. „Wenn ich lache“, wird der Business-Moderator plötzlich sehr ernst, „dann nur über mich selbst, allenfalls noch über die Komik der Situation!“

Schlagfertig, witzig, zugewandt

Auf eine Besonderheit der Arbeit von Moderatoren lenkt Daniela Sadri den Blick. „Unsere Hörer sind beim ‚Produktionsprozess’ immer live dabei.“ Weshalb es hier keine Möglichkeit für Schnitt, Korrektur und Wiederholung gibt. Das erklärt die wichtigsten Voraussetzungen an all jene, die diesen Job zu dem ihren machen wollen. Es sind zu allererst eine schnelle Auffassungsgabe, die Fähigkeit, spontan formulieren zu können, in der Lage zu sein, schlagfertig, witzig und flexibel zu reagieren, in Zeiten der Globalisierung all das auch in sicherem Englisch. Als Moderator halte man schließlich, so Daniela Sadris Fazit, stets viele Bälle gleichzeitig in der Luft. Kein Platz also für zwar gutwillige, gleichwohl etwas verpeilte Zeitgenossen, die in Mathe keinen Fuß auf den Boden bekommen, naturwissenschaftlich uninteressiert sind und einzig endlos labern können. Das Gegenteil stimme, sagt Sadri. „Ich muss überdurchschnittlich gut organisiert sein.“ Genau so wichtig: „Ich muss wissen, wann ich zu schweigen habe!“

Daniela Sadri (Foto: Christian Staehle)

Daniela Sadri (Foto: Christian Staehle)

Dazu sollte sich unbedingt Demut und Bescheidenheit gesellen. Man sei schließlich nur Mittler für Hörer, Zuschauer und Gäste, weisen Sadri, Arkona und Pregizer völlig unabhängig voneinander auf den gleichen Punkt. „Mein Ehrgeiz darf es nicht sein, mich selbst in Szene setzen zu wollen“, argumentiert der Business-Moderator. „Die Stars sind meine Gäste, das Wichtigste ist die Veranstaltung. Ich bin nur das Medium, das beides zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen hat.“ Den Namen des Moderators müsse indessen niemand erinnern. Ein geflügeltes Wort unter Radiomoderatoren weist denn auch in die gleiche Richtung: „Your name is big, your station is bigger!“

Neugier plus Verantwortung gleich Professionalität

Moderatoren bedürfen zusätzlich zu all dem einer gewissen Lebenserfahrung. Denn ihre Kommunikation findet die Interviewpartner stets in einer Ausnahmesituation, in der Öffentlichkeit vor Publikum, immer wieder auch – bei Katastrophen, Unfällen, persönlichen Missgeschicken, aber genau so überraschenden Glücksmomenten – in Situationen emotional eingeschränkter Kontrolle. Die Aufgabe von Moderatoren dabei ist deshalb stets eine doppelte. Sie müssen ihr Gegenüber gesprächsfähig machen, zugleich aber auch schützen.

Stephan Pregizer gibt ein Beispiel. „Wenn ich Vorstandsvorsitzende großer Unternehmen durch eine Mitarbeiterversammlung führe, ist es notwendig, um die Zwänge und Begrenzungen von Managern zu wissen, die oft wie der Riese Gulliver von tausend Seilen gefesselt sind.“ Im Übrigen gehe es nicht allein um Zahlen zu Umsatz und Gewinn. Vielmehr müsse es einem Moderator gelingen, den Chef als Menschen mit all seinen Erwartungen, Sehnsüchten, persönlichen Empfindungen, vielleicht sogar seinen Befürchtungen zu zeigen. Nur dann nämlich werde er die Herzen seiner Leute berühren und sie für die Ziele des Unternehmens motivieren können. Dafür sei viel Menschenkenntnis erforderlich, denn auch Führungskräfte stünden in Rollenkonflikten. Als Moderator helfe man ihnen, häufig ungeübt in der Kommunikation vor Publikum in großen Sälen, ihren Mitarbeitern davon zu erzählen. „Meine Lebenserfahrung gibt mir die Sensibilität zu spüren, wann ein Vorstand dafür zugänglich und bereit ist.“

Kritische Analyse und viel Feedback

Malte Arkona moderiert die Münchner Philharmoniker – Im Gespräch mit dem US-amerikanischen Dirigenten Lorin Maazel (Foto: Malte Arkona)

Malte Arkona moderiert die Münchner Philharmoniker – Im Gespräch mit dem US-amerikanischen Dirigenten Lorin Maazel (Foto: Malte Arkona)

Die Arbeitsmittel eines Moderators sind vor allem die Sprache, bei Liveveranstaltungen und im Fernsehen auch Bewegung, Mimik und Gestik. Das alles sollte er sicher beherrschen – und immer wieder analysieren, wenn notwendig korrigieren und weiterentwickeln. „Denn hauptberuflich zu moderieren“, stellt Malte Arkona klar, „ist etwas anderes als durch die Goldene Hochzeit der Großeltern zu führen.“

Daniela Sadri beispielsweise nutzt regelmäßig das Feedback aus den kollegialen Moderatorensitzungen wie auch des professionellen Moderationstrainers. Stephan Pregizer bittet indessen ausgesuchte und themenvertraute Freunde um ihre Einschätzung und analysiert Aufnahmen mit eigener Kamera. Wo war er zu schnell, in welcher Situation zu unaufmerksam, wann hatte er seine Gefühle nicht unter Kontrolle, wo passte die tonliche Stimmlage nicht. Entscheidend sei ein Doppeltes: „Ich muss von meiner eigenen Leistungsfähigkeit überzeugt, aber gleichzeitig kritikfähig sein.“ Arkona wiederum verlässt sich auf die Hinweise seines Regisseurs und Kameramanns. Und von manchem Moderator wird erzählt, dass er seinen Coach zu jedem Set mitnehme. Am Ende aber läuft alles in einer zentralen Aussage zusammen. „Das eigentliche Kapital eines Moderators ist seine Person, besser seine Persönlichkeit“, formuliert sie Stephan Pregizer.

Natürlichkeit statt Perfektion

Eine überzeugende Moderation strebt deshalb auch keineswegs die Fehlerlosigkeit an. „Das wäre nicht mehr als eine Fernsehkonserve, perfekt gewiss, allerdings auch künstlich und steril“, argumentiert Pregizer. „Ich jedoch mache eine Liveveranstaltung.“ Malte Arkona, der seit zwei Jahren auch Auftritte der Münchener Philharmoniker moderiert und der deswegen noch einmal ein Studium der Musikwissenschaften an der Universität Tübingen aufgenommen hat, pflichtet Pregizer bei. Ja, man dürfe sich durchaus auch einmal verhaspeln, nachfragen und sogar sprachlos sein. Das Publikum wolle doch spüren, dass auf der Bühne ein Mensch aus Fleisch und Blut stehe, Profi natürlich, aber kein Roboter, der wegmoderiert, was immer sich ihm in den Weg stellt. Der so cool ist, dass es selbst im Hochsommer um ihn herum noch schneit.

Businessmoderator Stephan Pregizer (Foto: Stephan Pregizer)

Businessmoderator Stephan Pregizer (Foto: Stephan Pregizer)

So ist eine thematische oder zielgruppenspezifische Spezialisierung üblich, gleichwohl nicht in Stein gemeißelt. „Man versteht dann die Signale von Gästen und Publikum besser“, sind Pregizers Erfahrungen. Daniela Sadri ist überzeugt, dass man nicht jeden Abend in der Disco bis in die frühen Morgenstunden feiern müsse, um eine Veranstaltung für Achtzehnjährige moderieren zu können. „Es reicht, ihnen mein Interesse an ihrem Leben glaubhaft zu machen.“

Für manche Formate aber gibt es ohne Zweifel Schallmauern. Die Zeit eines Tigerenten Club-Moderators hat ganz natürliche Grenzen. „Sie endet, wenn ich für die Kiddies aus der Grundschule nicht mehr der große Bruder sein kann“, so Arkonas Erfahrungen. Missen möchte er die Zeit dennoch nicht. Schließlich, ist er überzeugt, seien Kindersendungen und -veranstaltungen für einen Moderator das, was das Fußballinternat von Bayern München für künftige Bundesligaprofis wäre, nämlich die ultimative Trainingsmöglichkeit. Das provoziert die Frage nach der Karriere eines Moderators. Oder gibt es die nicht? Doch, aber sie definiert sich anders als für bürgerliche Berufe, ganz sicher nicht in Hierarchiestufen, in denen Manager und Ingenieure denken.

Offener Zugang sorgt für große Konkurrenz

Aus Sicht der Radiomoderatorin Daniela Sadri besteht Karriere als allererstes darin, ihre Hörerinnen und Hörer rundum zufrieden zu stellen. Für einige Kolleginnen und Kollegen mögen Sendungen zur Primetime, ein Wechsel zum Fernsehen oder auch die Übernahme redaktioneller Führungsfunktionen Ziele sein. Für sie selbst ist es eher die inhaltliche Weiterentwicklung: immer mal wieder andere Themen oder andere Sendeformate. Für Stephan Pregizer, er arbeitet freiberuflich, ist die Sache einfacher. „Erfolgreich bin ich, wenn ich genügend attraktive Aufträge erhalte.“ Malte Arkona, ebenfalls Freiberufler, formuliert es ähnlich. Für ihn war es Karriere, als er nicht mehr von Casting zu Casting tingeln und sich nicht mehr für einzelne Projekte andienen musste, sondern seit die Personalverantwortlichen auf ihn zukommen. Die Gründung einer eigenen Produktionsfirma, wie sie Stefan Raab, Thomas Gottschalk oder Jörg Pilawa haben, bedeutet schließlich den Aufstieg in die Ivy League. Zum Preis des unternehmerischen Risikos gewinnen diese Topleute Gestaltungsfreiheit und brauchen sich nicht mehr in von anderen vorgegebene Formate einzufügen.

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Malte Arkona (Foto: wildundleise)

Vor der Karriere steht allerdings der Einstieg in den Beruf. Und da führen viele Wege nach Rom, denn der Zugang ist völlig frei. Weder Studium noch Ausbildung sind erforderlich, wohl aber der Nachweis, dass man es kann. Aber wie soll jemand beweisen, erfolgreich mit Publikum umgehen zu können, wenn er oder sie noch nie eines hatte? Beharrlich suchen, lautet die Devise. Schulfeste, Abiturfeiern, Modenschauen, Tanzstundenbälle, Sportveranstaltungen, Gelegenheiten gibt es genug. Daniela Sadri, ehemalige Pharmaziestudentin, verfügt wie viele Radiomoderatoren über eine klassische journalistische Ausbildung, Stephan Pregizer ist gelernter Kaufmann, war zuletzt Geschäftsführer eines internationalen Wirtschaftsverlages und Pressesprecher eines amerikanischen Telekommunikationskonzerns, Malte Arkona spielte Klavier, trat schon während der Schule im Theater auf und steht auch jetzt noch gelegentlich in Opern und Musicals auf der Bühne.

Auch ohne Festanstellung hohe Berufszufriedenheit

Ohne ein Demotape ist eine Bewerbung bei Bremen Vier wenig aussichtsreich. Davon bekommt die Junge Welle von Radio Bremen, der kleinsten Sendeanstalt in der ARD, inzwischen zehn bis zwölf jeden Monat. Die Zahl der Anfragen ohne solche Arbeitsproben liegt deutlich höher. Aber lange nicht alle, die sich berufen fühlen, sind auch geeignet. Und selbst auf die, die den Sprung schaffen, wartet nur in seltenen Fällen ein Arbeitsverhältnis in Form einer festen Anstellung. Der Alltag ist meist eine freie Mitarbeit – mit dem Vorteil, selbst entscheiden zu können, für wen man wann und wie viel arbeitet, aber auch dem Nachteil, eventuell nicht immer die gewünschten Einsätze in der für das wirtschaftliche Auskommen genügenden Anzahl angeboten zu erhalten. Für viele bleibt die freie Mitarbeit lebenslang. In Rundfunk und Fernsehen werden Moderatoren häufig als sogenannte feste freie Mitarbeiter beschäftigt. Deren Gehalt und soziale Absicherung sind mit denen ihrer angestellten Kollegen vergleichbar und häufig sogar in speziellen Tarifverträgen festgelegt.

Dass der Moderatorenarbeitsmarkt überdurchschnittlich wettbewerbsintensiv ist, davon berichten auch Stephan Pregizer und Malte Arkona. „Der bange Blick auf die Quote am Tag nach der Ausstrahlung macht schon Druck“, so die Erfahrung des einen. „Die Honorarverhandlungen werden schwieriger“, berichtet der andere. Und auch bei Bremen Vier hat man einen Blick auf die Hörerreaktionen. Dessen ungeachtet, und auch wenn die Unmittelbarkeit des Feedback Berufsanfänger oft überrascht, nicht selten sogar persönlich trifft, so ist die Identifikation mit ihrem Job doch überraschend groß. Keiner der Gesprächspartner übt Kritik, hat Änderungswünsche oder steht kurz vor dem Burnout. Im Gegenteil. „In diesem Beruf bin ich ganz und gar bei mir angekommen“, formuliert Stephan Pregizer stellvertretend für viele seiner Zunft.

 


Daten, Fakten & Links
(Stand: 31.04.2013)

Berufstätige Moderatoren: aufgrund vielfältiger Zugangsmöglichkeiten zum Beruf des Moderators liegen keine Daten über die Zahl berufstätiger Moderatoren vor.

Ausbildungsmöglichkeiten:

Gehaltsspiegel: Gehaltsangaben liegen nicht vor. Zu beachten ist, dass viele Moderatoren freiberuflich tätig sind und projektbezogene Honorare aushandeln.

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