Michael Sommer – Mit Herz und Verstand bis an die Spitze des DGB

Von Hans-Martin Barthold | 15. November 2014

Michael Sommer – Zwölf Jahre lang Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (Foto:

Michael Sommer – Zwölf Jahre lang Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (Foto: Wikipedia/Heinrich Böll Stiftung)

Zwölf lange Jahre, bis zum letzten Mai, stand Michael Sommer an der Spitze des Deutschen Gewerkschaftsbundes. So war es in allen Gazetten zu lesen, auf allen Fernsehkanälen zu sehen und in allen Radiosendern zu hören. Doch bis auf die Angabe der Zahl an Jahren beschreibt diese Nachricht die Wirklichkeit nur unzutreffend. Denn Michael Volker Sommer, wie sein vollständiger Name lautet, hat dem DGB nicht vorgestanden, er hat ihn geführt, besser wohl noch als Mannschaftskapitän geleitet, aktiv und mit einem klaren Ziel. Nach unserem Gespräch bin ich mir sicher, die Rolle des Grüß-Gott-August wollte dieser Mann ebenso wenig geben, wie ihm die Leidenschaft fehlte, im seichten Talkshowgeplapper zum gefeierten Salonlöwen aufzusteigen. Aber auch zum Antihelden mag er sich nicht stilisieren lassen. Gesellschaftliche Termine gehören zum Amt eines ersten Vorsitzenden nun einmal dazu, sie dem Anlass entsprechend mit Anstand wahrzunehmen auch. Turnschuhe und abgewetzte Jeans überließ er anderen. Kontrapunkte setzte der Gewerkschafter Michael Sommer stets auf der Inhaltsebene – dort freilich ebenso unüberhörbar wie nachhaltig.

Zu den Scharfmachern im Lande gehörte der Mann mit der faltengefurchten Stirn und den markanten Augenbrauen dennoch nicht. Selbst seine politischen Gegner anerkannten ihn als einen Gesprächspartner, der sich stets auf Sachprobleme und deren Lösung konzentrierte und der der Versuchung persönlicher Verunglimpfung Zeit seines Berufslebens widerstand, mochte die Diskussion noch so hitzig und die Versuchung entsprechend groß sein. Gleichwohl war Michael Sommer immer ein Mann, der Sachthemen auf den Punkt und für eine öffentliche Debatte wirkfähig zuzuspitzen vermochte. Und er war auch einer, der sich nicht scheute, Verantwortung namentlich zu benennen. Zur politischen Leisetreterei taugte er nicht. Doch wusste er spätestens nach einer allerdings nur kurzen Stippvisite bei den Sektierern der SEW während seines Studiums an der Freien Universität Berlin, dass es menschenverachtend ist, kontraproduktiv sowieso, die Logik der eigenen Erkenntnisse, wie stringent sie auch immer sein mögen, anderen mit dem Vorschlaghammer ins Hirn hämmern zu wollen. Seine Schlussfolgerung: „Wenn du gesellschaftliche Strukturen verändern willst, musst du die Herzen der Menschen erreichen.“

Handeln statt reden

Michael Sommer nannte die Dinge stets beim Namen (Foto:

Michael Sommer nannte die Dinge stets beim Namen (Foto: Wikipedia/Smial)

So etwas, ist Sommer überzeugt, kränke Menschen im günstigsten Fall, im schlechteren aber führe es zu persönlichen Verletzungen und hinterlasse Narben, deren Schmerzempfinden jederzeit aktiviert werden könne. „Auch wenn die politischen Anschauungen weit auseinander liegen, egal ob arm oder reich und unabhängig davon, ob einer über den Hauptschulabschluss verfügt oder einen Doktortitel trägt“, sagt er, „muss die Würde des Einzelnen unantastbar bleiben.“ Dieser moralische Imperativ wurde zu Sommers persönlichem und beruflichem Kompass. Er leitete ihn in all seinen zahlreichen Funktionen, zuletzt auch an der Spitze des DGB. Wer ihm den wie ins Herz pflanzte? Die Antwort kommt schnell, der Mann mit den breiten Schultern muss nicht erst lange nach Formulierungen suchen. „Es war meine Mutter“, erzählt er, „eine warmherzige, im tiefsten Innern sehr politische Frau. Die hat mir das einfach vorgelebt. Sie brach Politik ganz selbstverständlich auf das Zusammenleben von Menschen aus Fleisch und Blut herunter.“

Das Beispiel war so überzeugend, dass Sommer mit dem Inhalt auch gleich die Methode übernahm. „Den tiefsten Eindruck hinterlässt Du, wenn Du (vor)lebst, was Du sagst.“ So hat er es gehalten, beruflich und privat, bis heute. Und Sommer hat nicht vor, daran etwas zu verändern. An der Wiege aber ließ sich der spätere berufliche Erfolg noch nicht absehen. Seine Mutter sei eine sehr kluge Frau gewesen, erzählt er, reich aber war sie nicht. So musste er nach Gymnasium und Abitur schauen, wie man ein Studium finanzieren kann. Ein unbefristeter Arbeitsvertrag bei der Post mit Einsatz in der Briefzustellung, dem Paket- und Schalterdienst gab Planungssicherheit. Blieb noch die Frage des Studienfaches zu entscheiden. Pragmatisch blickte Sommer auf seine Lieblingsfächer der vergangenen Schuljahre zurück. „Mein Interesse und meine besten Ergebnisse lagen bei Gemeinschaftskunde und Deutsch“, lautete die nüchterne Analyse. Dass man damit eigentlich nur Lehrer werden konnte, akzeptierte der gerade Neunzehnjährige, wie man das in diesem Alter allerdings oft macht, ohne die Konsequenzen in allen Details durch zu deklinieren.

Theorie als Mittel zum Zweck

Kampagne für Betriebsratswahlen – Michael Sommer verlor nie den Kontakt zur Basis (Foto: DGB)

Kampagne für Betriebsratswahlen – Michael Sommer verlor nie den Kontakt zur Basis (Foto: DGB)

Überhaupt standen zunächst die Arbeit und das Geldverdienen im Mittelpunkt, das Studium lief eher am Rande mit. Eines aber war Sommer von Anfang an klar, eine berufslebenslange Perspektive sollte der Job bei der Post nicht sein, wurde der Studienabschluss deshalb früher oder später unumgänglich. Doch dann trafen mehrere Entwicklungen zusammen, die den Weg des jungen Michael Sommer nachhaltig bestimmten. Ein studienbegleitendes Pflichtpraktikum in der Schule ließ einen nachdenklichen und verunsicherten Studenten zurück. Passten seine Begabungen wirklich zu einem Beruf, in dem man täglich mit Kindern und Jugendlichen und stets mit Gruppen umgehen musste? Dazu ließ die Germanistik, besser vielleicht der starre Formalismus einer Literaturwissenschaft, sein Herz schon seit geraumer Zeit nicht mehr so schnell schlagen. Er vermisste die Auseinandersetzung mit Inhalten und welche Auswirkungen die auf die Gesellschaft sowie den Einzelnen hatten. Die Sorge, wegen des damals allgegenwärtigen Extremistenerlasses und seiner kurzzeitigen SEW-Mitgliedschaft eventuell gar keine Anstellung als Lehrer zu erhalten, tat ein Übriges.

Ein Stipendium der gewerkschaftseigenen Hans-Böckler-Stiftung eröffnete dem seit seinem ersten Arbeitstag gewerkschaftlich organisierten Studenten Sommer überraschend eine Perspektive, auch wenn ihm diese Zusammenhänge erst viel später bewusst wurden. Dort traf er viele Gleichgesinnte. In jedem Fall gab ihm die mit dem Stipendium verbundene größere finanzielle Unabhängigkeit Zeit und Raum für die dringend erforderliche Konzentration aufs Studium. Denn mit diesem Stipendium in der Rückhand konnte er seine Arbeitszeiten im Postdienst auf nur noch wenige Wochenstunden reduzieren. Inzwischen hatte er vom Lehramtsstudium mit den Fächern Deutsch und Politik auf den Diplom-Abschluss in Politikwissenschaften gewechselt. Seine Doppelexistenz als Arbeitnehmer und Student mochte Michael Sommer gleichwohl auch jetzt nicht verleugnen. Theorie als Selbstzweck blieb für ihn eine tote Wissenschaft. Erst in der Anwendung entfaltete sie ihr Potential und wurde für ihn lebendig. Das spiegelt sich folgerichtig in seiner Diplom-Arbeit. Deren Thema: „Privatisierung des Postpaketdienstes“.

Arbeit die Würde zurückgeben

Michael Sommer – Erklären statt anordnen (Foto:

Michael Sommer – Erklären statt anordnen (Foto: Wikipedia/Deliwestia)

Dabei machte Sommer eine beglückende Erfahrung. Das Arbeiten mit wissenschaftlichen Methoden, bisher eher notwendiges Übel denn Genugtuung, begann ihn plötzlich zu begeistern. Er gewann Einblicke und Erkenntnisse, die etwas mit dem praktischen Leben zu tun hatten. So vermochte er es bislang zwar nicht zu formulieren, aber genau das war es, was er lange schon suchte. Die bisherigen Motivationsprobleme lösten sich in Wohlgefallen auf. Die differenzierten Analysen seiner Diplom-Arbeit sind auch 35 Jahre später noch brandaktuell.  „Das Vorgehen ist immer das gleiche“, fand der Diplomand heraus und beobachtet es noch heute. „Zunächst werden staatliche Aufgaben kommerzialisiert, anschließend entstaatlicht und zum Schluss privatisiert.“ Doch erst mit der Übersetzung dieser abstrakten Analyse in das tägliche Leben der Menschen ist die Sache für Sommer abgeschlossen, wenngleich noch lange nicht erledigt. Denn keiner weiß so gut wie der ehemalige DGB-Vorsitzende, dass in diesem Prozess der Bürger mit Beteiligungsrechten erst zum Statisten und dann zum Objekt wirtschaftlicher Gewinnerzielung degradiert und entsolidarisiert wird.

Auf die Lebensumstände der Menschen zu schauen, Verantwortung zu übernehmen, ihnen eine Qualität zu geben, das hat Michael Sommer Zeit seines Lebens nie mehr losgelassen. Freilich blieb er ein Mann mit Augenmaß. Die Balance zu halten, wurde noch so eine Lebensmaxime des Gewerkschafters Sommer. Weder heroisierte er deswegen die Welt einfacher Arbeit, noch erhob er sich über die, deren Aufgabe es ist, als Wissenschaftler das Woher und Wohin dieser Welt zu bedenken, ganze Bibliotheken von Büchern auszulesen und doch nie eineindeutige Antworten zu finden. Die einen wie die anderen werden gebraucht, ist er überzeugt. Er selbst versteht sich als Mann der Tat. Allerdings als einen mit der Fähigkeit zur wissenschaftsbasierten Analyse. „Das etwa, was ich während meines Studiums bei Gesine Schwan in der politischen Philosophie gehört hatte“, nennt er ein Beispiel, „gab mir später den entscheidenden Impuls in der Debatte um den Mindestlohn.“. Das Schlüsselwort hieß: jede Arbeit hat eine Würde! Und die, ist er gewiss, müsse sich auch in der Entlohnung niederschlagen. Arbeitende Menschen dürften nicht zu Almosenempfängern gemacht werden.

Chancen sind Ergebnis harter Arbeit

Michael Sommer – Gast unzähliger Podiumsdiskussionen (Foto:

Michael Sommer – Gast unzähliger Podiumsdiskussionen (Foto: Wikipedia/Heinrich Böll Stiftung)

Michael Sommer begann seine Berufslaufbahn als Dozent im Bildungszentrum der Deutschen Postgewerkschaft (DPG) in Gladenbach, einer hessischen Kleinstadt unweit von Marburg. Diese Arbeit lag ihm. Denn zuhören und moderieren konnte er mindestens genau so gut wie selbst reden. Eine Fähigkeit, die ihn auch auf allen nachfolgenden Karrierestationen auszeichnete. Er nennt es in der Diktion Albert Schweitzers und mit dem ihm eigenen Understatement Ehrfurcht vor den Menschen. Daneben ist er überzeugt, dass es töricht wäre, das Potential der Mitarbeiter brach liegen zu lassen. Bereits ein Jahr später wurde er Sekretär des DPG-Bezirksvorstandes Bremen, noch ein Jahr darauf Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Hauptvorstand der DPG in Frankfurt. Es folgte, ebenfalls in der Postgewerkschaft, die Funktion als Leiter der Abteilung Vorstands- und Grundsatzangelegenheiten. Weitere fünf Jahre später wurde Sommer Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstandes, anschließend stellvertretender Vorsitzender der DPG, nach deren Fusion mit der ÖTV stellvertretender Bundesvorsitzender der vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di., 2002 schließlich Chef des DGB.

Gab es ein Erfolgsrezept für einen so weiten Weg? Sommer stockt. Er macht den Eindruck, darüber noch nicht sehr oft und noch nicht intensiv nachgedacht zu haben. Weshalb auch, es war, wie es war. Und es war gut! Dann aber doch. „Ich hatte Begabungen“, formuliert er nach einigem Zögern, „ich konnte analysieren, kombinieren und die verschiedensten Dinge in Zusammenhänge setzen. Dazu hatte ich das Glück, in allen beruflichen Stationen Menschen zu finden, die diese Talente erkannten und mich förderten.“ Pause. Dann der entscheidende Satz. Er macht deutlich, was Sommer von vielen anderen unterscheidet. „Mein Anteil am Erfolg war, dass ich bei Chancen, die sich mir boten, selbstbewusst mit beiden Händen  zugegriffen habe.“ Er war zu jeder Zeit entschlossen, sich in neue Aufgaben schnell einzuarbeiten, bereit auch, sich das dafür notwendige Wissen anzueignen. Wie man das macht, hatte er im Studium gelernt. Und was er darüber hinaus beherzigte: Das eigene Tun immer und immer wieder selbstkritisch zu reflektieren, ohne sich in Selbstzweifeln zu verlieren.

So kennt man Michael Sommer – Am Rednerpult auf der Maikundgebung in Erfurt (Foto:

So kennt man Michael Sommer – Am Rednerpult auf der Maikundgebung in Erfurt (Foto: Wikipedia/Mummelgrummel)

Erfolg braucht ein Ziel

Der Wechsel an die Spitze des DGB war in der Karriere des Michael Sommer noch einmal ein großer, mit Blick auf die letzten Stationen zuvor freilich logischer Schritt. Es war der Wechsel von der täglichen Gewerkschaftsarbeit in eine politisch-strategische Tätigkeit, so als wenn die Bundeskanzlerin sich entscheiden würde, künftig statt in den wöchentlichen Kabinettssitzungen tagespolitisch praktische Lösungen finden und zugleich für deren Umsetzung Sorge zu tragen, nun als Bundespräsident politische Grundsatzreden halten zu wollen. Die Macht des DGB-Vorsitzenden ist abgeleitete Macht. Er kann die Einzelgewerkschaften zu nichts verpflichten, seine Macht ist die des Arguments. „Ich wusste das“ sagt Sommer, „ich wollte diesen Wechsel, ich wollte nach vielen Jahren an der Basis jetzt das Primat des Prinzipiellen vor dem Aktuellen und ich war gut darauf vorbereitet.“ In einer Zeit, in der die Gewerkschaften es immer schwerer hatten, weil Mitgliederzahlen und Einnahmen sanken, in der das Selbstverständnis von außen und innen immer heftiger infrage gestellt wurde, bedurfte es dazu durchaus Mut. Den hatte Sommer genauso wie einen langen Atem.

Die wichtigsten Grundlagen: er liebte diese Arbeit, er war wie eh und je den Menschen zugewandt, dazu beteiligte er sein Umfeld an den Entscheidungsfindungen, so wie er es immer getan hatte. Er führte mit Aufgaben und Inhalten, auch mit Demut und in dem Bewusstsein, den ihm anvertrauten Menschen, das waren zuletzt über sechs Millionen Mitglieder, verpflichtet zu sein, altmodisch formuliert, ihnen zu dienen. Er zog die moderierende Diskussion dem barschen Basta vor, ohne sich vor der Entscheidungsverantwortung zu drücken. Und für die eine oder andere Entscheidung hat er auch von den eigenen Leuten harsche Kritik einstecken müssen. Das wichtigste aber, er hatte ein Ziel. „Ich wollte den DGB wieder zur Kernorganisation der Arbeit und damit ebenso sprach- wie handlungsfähig machen“ beschreibt er seine Idee. Und ist überzeugt: „Ohne Ideen kannst Du nicht führen, einen politischen Dachverband wie den DGB schon gar nicht.“ Tatsächlich war Michael Sommer keiner, der, in der Politik weit verbreitet, mit dem Mittel der Angst führte. Ungemütlich wurde es in seiner Nähe nur für die Schwätzer. Unverbindliches und damit uninteressiertes Palaver war ihm zuwider und ist es heute noch.

Ohne Wissen keine neuen Erkenntnisse

Michael Sommer – Seine Macht war die Macht des Arguments (Foto:

Michael Sommer – Seine Macht war die Macht des Arguments (Foto: Wikipedia/Mummelgrummel)

Dass die öffentliche Wahrnehmung einer herausgehobenen Funktion in der Politik, wie sie der Vorsitzende des DGB bekleidet, immer auch eine Kehrseite besitzt, Sommer ahnte, nein er wusste das. Der menschlichen wie politischen Vereinsamung widerstand er mit einem stabilen sozialen Umfeld. „Der Job nimmt dich so in Beschlag“, erklärt er, „dass einfach keine Zeit bleibt, Freundschaften zu pflegen. Du bist ganz auf dich selbst zurückgeworfen. Du musst das Denken immer wieder aus dir selbst heraus anstoßen.“ Das zehrt an den Kräften. Da ist es hilfreich, auf intellektuelle Rücklagen  zurückgreifen zu können. Michael Sommer hatte sich auch in der Welt umgeschaut, war in den USA zu einem Forschungsaufenthalt, hatte die damalige Sowjetunion besucht. Beiderorts musste er eigene Verklärungen wie Verteufelungen korrigieren. „Wenn du etwas verstehen willst“, lernte er, „versuche bis auf den Grund zu schauen.“ Das tat er, zu Hause und jenseits der Grenzen. Der Blick über den Tellerrand blieb ihm wichtig. Er wurde Präsident des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB), er engagierte sich im Verwaltungsrat der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO). Freilich sah er auf den internationalen Arbeitsmärkten viel Not und noch mehr Leid, die ihm das unbekümmerte Lachen im Gesicht öfter gefrieren ließen, als ihm lieb war.

Einen wesentlichen Teil seines beruflichen Erfolges verdankt Michael Sommer seiner Fähigkeit, komplexe Sachverhalte klar strukturieren zu können. Er macht keinen Hehl daraus, dass das einer großen Selbstdisziplin bedarf. Er hat sich all die Jahre dafür einer heute schon fast altmodischen Methode bedient, handschriftlicher Ausarbeitungen. „Ich verstehe von der Hand in den Kopf“, erklärt er mir. So hat er seine viele Seiten umfassende Diplom-Arbeit erstellt und erst dann von einem Schreibdienst abtippen lassen. Seine engsten Mitarbeiter wussten, wenn er sich bei öffentlichen Terminen keine Notizen machte, berührten ihn die Inhalte nicht. Was bei seiner notorischen Neugier auf Gott und die Welt etwas heißen wollte. Sich neues Wissen erschließen, seinen Horizont erweitern, das treibt Sommer selbst jetzt im Ruhestand noch an. Auch wenn er inzwischen öfter als früher in sich hinein hören muss. Im letzten Jahr spendete er seiner Frau eine Niere. Für diesen Mut erhielt er viel Lob. Für ihn war es das Normalste der Welt. Wie seine Mitarbeiter, wie die Mitglieder des DGB, so konnte sich auch seine Frau blind auf ihn verlassen. So ist er.

Michael Sommer (r.) und sein Nachfolger Reiner Hoffmann (l.) (Foto: DGB)

Michael Sommer (r.) und sein Nachfolger Reiner Hoffmann (l.) (Foto: DGB)

 


Weiterführende Informationen
http://www.dgb.de/uber-uns/bewegte-zeiten/vorsitzende

 

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