LSW Wolfsburg – Für die richtige Spannung sorgen

Von Hans-Martin Barthold | 15. Mai 2015

Netzmonteur in luftiger Höhe (Foto: LSW)

Netzmonteur in luftiger Höhe (Foto: LSW)

„Wir sind Energie“ ist der Slogan der LSW, weit sichtbar auch auf der Beflaggung vor dem Firmengelände: Zur LSW gehört die LSW Holding mit ihren beiden Tochterunternehmen LSW Energie und LSW Netz. Für einen mittelständischen Betrieb mit knapp 600 Mitarbeitern sind die Zahlen beeindruckend: 180.000 Haushalte beliefern die LSW Wolfsburg mit Strom, Fernwärme, Wasser und Erdgas. Dafür unterhalten sie ein weitverzweigtes Netz an entsprechenden Leitungen, alles zusammen über 10.000 km, an Umspannwerken, Druckregelanlagen, Umformstationen und Netzleitstellen. Damit versorgt die LSW die Menschen in der Region sicher mit Energie. Der wichtigste Grundstein ihres Erfolges sind freilich ihre Mitarbeiter, knapp 600 an der Zahl. Deren Qualifikationen immer auf dem neuesten Stand zu halten, treibt die LSW deshalb einen hohen Aufwand.

Das ist unternehmerisch auch überlebenswichtig, schauen doch die Kommunen und Landkreise auf einem bis ins Detail regulierten Markt bei der Vergabe der entsprechenden Konzessionen mittlerweile sehr genau hin und ist der Wettbewerb unter den Energieversorgern mit hohem Ergebnisdruck äußerst intensiv. Schließlich sorgt die Bundesnetzagentur mit der Vorgabe ambitionierter Qualitätskennzahlen dafür, dass die entsprechenden Ergebnisse sich unmittelbar auf die Netznutzungsentgelte und damit den Gewinn auswirken. So werden an die Mitarbeiter in Planung und Berechnung ebenso wie beim Bau neuer sowie dem Betrieb und der Wartung bereits bestehender Anlagen hohe Anforderungen gestellt. Alle Anlagen müssen störungsfrei laufen, Tag für Tag. Das Ziel für alle: Versorgungssicherheit – immer und an allen Orten..

Energieversorgung ist modernes High-Tech

Marvin Ebert in der Schaltzentrale (Foto: LSW)

Marvin Ebert in der Schaltzentrale (Foto: LSW)

Für den aus Gifhorn stammenden Marvin Ebert scheint das eher Lust als Last. „Hier werde ich mit allem gefordert, was ich beruflich einmal gelernt habe“, sagt der ehemalige LSW-Azubi und jetzige Elektroniker für Betriebstechnik. Der Stolz, sich gegenüber den täglichen Anforderungen immer wieder neu und mit Erfolg behaupten zu können, ist nicht zu überhören. Marvin Eberts derzeitiger Arbeitsplatz ist die Nachrichtentechnik als einer der wichtigsten Bereiche für ein optimales Netzmanagement. „Das Netz stabil zu halten“, erklärt er, „ist inzwischen eine hoch komplexe Angelegenheit.“ Immerhin gelte es, die Einspeisungen ins Netz mit den Entnahmen in der Balance zu halten. Und das bei einem permanenten Zubau dezentraler Stromerzeugungsanlagen im Zuge des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG). „Elektronik hat mich schon während der Schulzeit interessiert“, erzählt Ebert, „von Bekannten wusste ich, dass die LSW ein guter Ausbildungsbetrieb sind.“ Beruf und Arbeitgeber passten einfach zusammen.

Das kollegiale Umfeld empfindet der junge Gifhorner als angenehm, die beruflichen Aufgaben seien spannend. Man erstarre nicht in irgendwelchen Routinen. Und so ist denn sein Entschluss für eine berufsbegleitende Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker vor allem in fachlicher Neugier und dem Willen, steigenden technischen Ansprüchen auch zukünftig gewachsen zu sein, begründet. Aber denkt er nicht auch an die Karriere? „Ja schon“, sagt er mit entwaffnender Offenheit. Doch das werde sich irgendwie ergeben. „Ich sehe bei den Kollegen“, so seine Erfahrungen, „dass der Arbeitgeber Leistung belohnt.“ Das habe sich im Übrigen schon in der Ausbildung und bei der anschließenden Übernahme gezeigt. Nach dem Realschulabschluss 2009 an der Fritz-Reuter-Realschule in Gifhorn hieß es allerdings zunächst einmal, Mobilität und Stehvermögen zu zeigen. Denn die LSW-Ausbildungswerkstatt für Elektroniker befindet sich im 35 km entfernten Wittingen. Die Metaller beginnen ihre Grundausbildung in der Ausbildungswerkstatt Fallersleben. Danach werden sie im gesamten Versorgungsgebiet eingesetzt. Die Kaufleute wiederum werden in der Zentrale in Wolfsburg, aber auch in Fallersleben und Gifhorn ausgebildet.

Beste Ausbildungsqualität

Jaqueline Dobrick (Foto: LSW)

Jaqueline Dobrick (Foto: LSW)

Doch nicht nur im gewerblichen Bereich (eine Liste aller Ausbildungsberufe ist im Unternehmenssteckbrief am Ende des Artikels enthalten) bieten die LSW eine überdurchschnittliche Ausbildungsqualität. Gleiches gilt für die kaufmännischen Berufe sowie das duale Studium der Betriebswirtschaft. In den Bestenlisten der IHK Lüneburg-Wolfsburg tauchen deswegen stets auch immer wieder Azubis der LSW auf. Im vergangenen Jahr waren es wieder zwei Elektroniker für Betriebstechnik. Zu diesem erlauchten Kreis zu gehören, hat auch Jaqueline Dobrick beste Chancen. Die Wolfsburgerin mit Abitur am Theodor-Heuss-Gymnasium schloss ihre Ausbildung zur Industriekauffrau im Sommer des letzten Jahres ab. In der mündlichen Prüfung erzielte sie ein Ergebnis von 100 Prozent! Ihre Erklärung für so viel Erfolg? „Ich durfte schon als Azubi mitarbeiten“, erklärt sie, „und deshalb wusste ich einfach, wie notwendig die unterschiedlichen Wissensgebiete sind, auch wenn einem nicht jedes Fachgebiet gleich gut liegt.“

Die Erfahrungen von Jaqueline Dobrick sind kein Zufall. „Wir integrieren alle unsere Azubis entsprechend ihrem jeweiligen Ausbildungsfortschritt so früh als möglich in die alltäglichen Arbeitsprozesse“, beschreibt Personalchef Harald Behrends das Ausbildungskonzept der LSW für alle Berufe. Doch nicht genug damit. Schon seit langem praktizieren die LSW das Patenprinzip. Jeder Azubi erhält einen konkreten Ansprechpartner. Weiterhin durchlaufen die Azubis nahezu alle Abteilungen, mit denen sie später einmal beruflich Kontakt haben könnten. So sind beispielsweise die Industriekaufleute für einige Wochen auch auf den Baustellen und in den Werkstätten. „Für Kundengespräche ist es gut zu wissen, wie die Strukturen in unserem Unternehmen sind und wie was zusammengehört“, erinnert sich Jaqueline Dobrick noch gerne an die Tage mit den Kollegen im Blaumann.

Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft zählen

Personalchef Harald Behrens (Foto: LSW)

Personalchef Harald Behrens (Foto: LSW)

Es gibt einen letzten Erfolgsbaustein für die hohe Ausbildungsqualität der LSW. Alle Azubis nehmen am LSW-eigenen Betriebsschulunterricht teil. Hier werden die Inhalte des Berufsschulunterrichts auf die speziellen Belange unseres Unternehmens übertragen. Dafür greifen die LSW-Ausbilder auf ihre jahrelangen Erfahrungen zurück. Die sind bereits bei der Auswahl der Nachwuchskräfte wichtig. Personalchef Behrends. „Wir suchen nicht nur nach Bewerbern mit Superzeugnissen. Wir wünschen uns Menschen mit Potential und dem unbedingten Willen, die gestellten Aufgaben gut meistern zu wollen.“ Ob es in Mathe eine 2 oder eine 3 sei, ob jemand den Realschulabschluss oder das Abitur besitze, rücke erst anschließend und abhängig vom jeweiligen Wunschberuf ins Blickfeld.

So messen die LSW den Noten im Sozialverhalten eine ebenso herausgehobene Bedeutung zu wie Nachweisen über außerschulisches gesellschaftliches Engagement. Unentschuldigte Fehltage, daran lässt man keinen Zweifel, akzeptiert man auch bei besten Fachnoten nicht. Die Erklärung dafür ist einfach und einleuchtend. „Unser Produkt ist Energie“, heißt es, „dafür brauchen wir absolut verlässliche und verantwortliche Mitarbeiter.“ Und auch in Punkto Einsatzbereitschaft setzen die LSW hohe Maßstäbe. Für die technischen Mitarbeiter gehören Bereitschaftsdienste außerhalb der täglichen Kernarbeitszeit, also auch an Wochenenden und Feiertagen, zum Berufsalltag. Da müssen die Mitarbeiter bei einer Schadenslage innerhalb von zwanzig Minuten vor Ort sein können.

Innovatives Personalmanagement

Biogaseinspeiseanlage Emmen (Foto: LSW)

Biogaseinspeiseanlage Emmen (Foto: LSW)

Bleiben zwei letzte Dinge. Viele Lehrstellenbewerber fragen heute sehr gezielt nach der technischen Zukunftsfähigkeit ihres möglichen Ausbildungsbetriebes. Die LSW Wolfsburg mit ihren Standorten in Wolfsburg, Fallersleben, Gifhorn, Wittingen, Schladen und Oebisfelde haben da einiges zu bieten. Das betrifft nicht nur ihr weit verzweigtes modernes Fernwärmenetz in Wolfsburg. Die LSW betreiben inzwischen auch vier Biogasanlagen und seit kurzem ein Blockheizkraftwerk in Sülfeld. Auch bei der E-Mobilität ist man mit von der Partie. Über Kooperationsverträge mit verschiedenen Kommunen in der Region erhält das Unternehmen Erkenntnisse über die Ausgestaltung der zukünftigen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Daneben testet man im Rahmen der Studie „eCargo – CO²-Emissionseinsparungen durch den Einsatz von E-Fahrzeugen in Nutzfahrzeugflotten“ den Betrieb eines der bundesweit vierzig Prototypen des Caddy e-BlueMotion.

Die modernste Technik wäre freilich nichts, wenn man nicht auch die Kundenzufriedenheit im Blick behält. So bietet man Geschäftskunden inzwischen über das Onlinekundenportal die Möglichkeit, sich jederzeit über ihre Lastgangdaten zu informieren und zur Optimierung des Energieeinsatzes Verbrauchsvergleiche ermitteln zu können. Freilich gelingt dies alles nur mit motivierten und engagierten Mitarbeitern. Die LSW sind deshalb stets bestrebt, auch personalwirtschaftlich auf der Höhe der Zeit zu stehen. 2013 schloss die LSW mit dem Betriebsrat eine neue Personalvereinbarung. Sie ermöglicht allen Mitarbeitern umfangreiche Gestaltungsmöglichkeiten für die Reduzierung von Arbeitszeiten, die Möglichkeit von Sabbaticals, aber auch Freistellungsphasen für die Betreuung von Kindern oder Pflegebedürftigen Angehörigen. Das verfehlt seine Anziehungskraft nicht. Manche Azubis sind bereits LSW-Mitarbeiter in dritter Generation. „Wir sind ein Unternehmen aus der Region für die Region“, lassen sich die Geschäftsführer Sybille Schönbach und Frank Kästner im letzten Geschäftsbericht zitieren.

 


Unternehmenssteckbrief
(Stand:31.03.2015 )

Aufnahme der Geschäftstätigkeit: 2005.
Sitz der Unternehmenszentrale: 38440 Wolfsburg, Heßlinger Straße 1 – 5
Werkstätten/Niederlassungen: Fallersleben, Gifhorn, Wittingen, Oebisfelde und Schladen.
Mitarbeiter: 597, davon 67 Auszubildende (31.12.2013).
Umsatz: 429,7 Millionen Euro (Geschäftsjahr 2013).
Ausbildungsmöglichkeiten:

  • Anlagenmechaniker/-in
  • Industriemechaniker/-in
  • Fachkraft für Wasserversorgungstechnik
  • Elektroniker/-in für Betriebstechnik
  • Informatikkaufmann/-frau
  • Industriekaufmann/-frau

Duales Studium:

  • Bachelor of Arts in Betriebswirtschaftslehre

Bewerbungen: bis zum 31. Oktober des Vorjahres an personal@lsw.de oder LSW Netz GmbH Co.KG, Bereich Personal, 38442 Wolfsburg.
Schülerpraktika: ja.
Kontaktmöglichkeiten: personal@lsw.de
Internet: www.lsw-netz.de

 

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