Lehrstellensuche – Der steinige Weg zum Ausbildungsvertrag

Von Hans-Martin Barthold | 15. August 2013

Die gute Nachricht zuerst. Die allermeisten Schulabgänger haben in diesem Jahr eine Lehrstelle gefunden. Und viele sind überzeugt, dass ihnen das bei einem guten Ausbildungsbetrieb gelungen ist. Freilich erlebten zahlreiche Bewerber auf dem Weg zum Ausbildungsvertrag auch Dinge, die Anlass zu Irritationen boten, um es neutral zu formulieren. Das ist die weniger gute Nachricht. Über beides wollten wir mehr wissen und haben deshalb die Schüler des diesjährigen Abiturjahrgangs gebeten, uns über ihre guten und schlechten Erfahrungen auf dem Weg zur Lehrstelle zu erzählen. Wir redeten mit Schülern, die vor zwei Wochen ihre Ausbildung begonnen haben und solchen die bisher nichts fanden und noch immer suchen. Wir fragten selbstverständlich auch bei den Unternehmen nach. Denn auch die Meinung der anderen Seite scheint uns wichtig.

(Karikatur: Christoph Freisem)

(Karikatur: Christoph Freisem)

Wir haben daraus zwei Briefe gemacht, einen an Personalchefs und einen an Euch als die nächste Bewerbergeneration. Dem ersten liegt der authentische Bericht einer Schülerin zugrunde, der zweite basiert auf unserer Umfrage. Wir hörten vieles Schöne, manches Betrübliche und einiges zum Schmunzeln. Wir lernten Schüler kennen, die trotz sechzig Bewerbungen keine Lehrstelle fanden. Wir trafen aber auch einen, der sich nur ein einziges Mal bewarb – und die Lehrstelle beim größten Ausbildungsbetrieb der Region erhielt. Vielen Dank an die, die sich beteiligt und uns geholfen haben. Vielleicht bewahrt das den einen oder anderen vor ärgerlichen, vor allem aber vermeidbaren Fehlern. Wir werden aus naheliegenden Gründen im Folgenden keine Namen nennen, weder von Personen noch Unternehmen. Schließlich geht es uns nicht darum, irgendjemanden zu gefährden oder an den Pranger zu stellen.

 


Sehr geehrte Personalchefs!

Ich bin frisch gebackene Abiturientin, Notendurchschnitt 1,7. Nach insgesamt 32 Bewerbungen, 8 Tests, 6 Vorstellungsgesprächen, 3 Assessment-Centre, 4.000 Bahnkilometern und 50 Stunden reiner Reisezeit in nur drei Monaten habe ich einen Ausbildungsplatz erhalten. Ich habe mich durchgesetzt. Ich zähle damit zu den erfolgreichen Lehrstellenbewerbern. Mein Fazit nach dieser Zeit fällt dennoch zwiespältig aus. Mein erster Eindruck: Sie denken ausschließlich an sich und Ihr Unternehmen. Ich weiß, das erwartet man von Ihnen. Schließlich werden Unternehmen gegründet, um Gewinne zu erwirtschaften. Und das geht halt nicht ohne leistungsfähige Mitarbeiter. Dass Arbeitskräfte aber auch Personen sind, die zwischenmenschlichen Respekt verdienen, das haben mich leider nur wenige Ihrer Kollegen spüren lassen. Meistens war das Gegenteil der Fall. Etwas zugespitzt formuliert, Sie verhielten sich gar nicht selten so, als sei das Angebot eines Ausbildungsvertrages eine Gnade.

Dabei ist es doch ein Geschäft auf Gegenseitigkeit: ich brauche eine Ausbildung und anschließend einen Arbeitsplatz in einem Beruf, für den ich gut geeignet bin und an dem ich Freude habe, Sie können ohne gute Mitarbeiter keine Gewinne erwirtschaften. Eine Lehrstelle zu erhalten, habe ich neben Zeit und Kosten sehr viel Engagement aufgewandt. In der wichtigen Abiturvorbereitung habe ich aufs Ganze gerechnet über zwei Wochen Unterricht versäumt. Nicht zu reden von den Präsentationen, Vorträgen und Aufsätzen, die neben Klausurvorbereitungen und Referaten zusätzlich zu erstellen waren und ebenfalls viel Zeit in Anspruch nahmen. Manche von meinen Mitschülern riskierten wegen zu vieler Fehlstunden in einigen Fächern sogar die Bewertung. Und auch mir haben die Bewerbungsaktivitäten einige Nachkommastellen im Abi-Zeugnis gekostet. Das soll kein Vorwurf sein. Ich will damit nur sagen, dass es den meisten Bewerbern ganz gewiss nicht am erforderlichen Einsatzwillen mangelt.

Fehlender Respekt vor den Bewerbern

Doch lassen Sie mich von vorne beginnen. Trotz meines guten Zeugnisses hielten einige wenige Betriebe meine Bewerbung bis heute keiner Antwort für würdig. Bei anderen Betrieben war die Eingangsbestätigung leider auch schon das letzte, was ich hörte. Wenn Sie eine Erklärung für ein solches Verhalten haben, bin ich sehr neugierig. Ich habe sie nämlich nicht. Ein einziges Unternehmen erläuterte in seiner Eingangsbestätigung den Ablauf seines Auswahlverfahrens. Ein einziges von nahezu dreißig! Alle anderen präsentierten sich als Black Box. Gewollt oder nur aus Gedankenlosigkeit? Bei Unternehmen mit mehreren Filialen war vielfach völlig unklar, ob zentral oder von jedem Standort selbständig ausgewählt wird. Aber was mich am meisten geärgert hat, auf die Aussagen vieler Personalleute konnte man sich nicht die Bohne verlassen. „Wir möchten Sie beim Assessment-Centre unbedingt wiedersehen“, hieß es mehrfach. Und genau so oft habe ich nie mehr etwas gehört.

Überhaupt hatte ich manchmal den Eindruck, Auswahlverfahren sind vor allem Showveranstaltungen. Ist es realistisch, schon von einem Lehrstellenbewerber eine unternehmerische Vision zu erwarten? Ich bin nicht auf den Mund gefallen, aber ich möchte nicht bloß rumlabern. Ich kann konzentriert und gut lernen/arbeiten, wie meine Zeugnisse und viele außerschulische Tätigkeiten zeigen. Ich bin ehrgeizig und engagiert. Ihre Auswahlentscheidungen lassen mich allerdings vermuten, Sie suchen keine soliden (Mit)Arbeiter. Wie Dieter Bohlen bevorzugen Sie die Selbstdarsteller, deren Mund nicht einmal beim Tod der eigenen Oma still stehen würde. Und ich spreche von Ausbildungsberufen, die keine Verkaufsberufe sind und in denen man nicht im Kundenverkehr tätig ist. Ich habe mich zwar schnell auf diese Situation eingestellt, was blieb mir auch anderes übrig. Ich frage sie allerdings, was hat das mit Kompetenz und Qualität zu tun?

Gesucht: Heißluftschwätzer statt solider Arbeiter

Noch etwas ist mir aufgefallen. In den Medien hört man es jeden Tag, man liest es in Stellenausschreibungen und auch in den Vorstellungsgesprächen ist es häufig Gesprächsthema. Ich meine die Schlagworte Flexibilität und Mobilität. Zeigt man sie, ist man bereit, auch weiter weg von zu Hause eine Stelle anzunehmen und kann das gut begründen, haben die Betriebe plötzlich aber tausend Bedenken und nehmen am Ende doch lieber den Bewerber von nebenan. Da fühle ich mich ganz schön vera…

Nur zwei Unternehmen riefen mich an und erklärten mir, weshalb sie mir keinen Ausbildungsvertrag anbieten wollten. Hier konnte ich endlich einmal zurückfragen. Das hat mir sehr geholfen, nicht beim nächsten Mal erneut am gleichen Fehler zu scheitern. Die anderen hatten ihre Standardformulierungen von wegen der Vielzahl der Bewerber und so. Aber irgendjemanden haben sie ja eingestellt, trotz der Vielzahl der Bewerber. Weshalb hat man sich nicht für mich entschieden? Dafür muss es Gründe geben. Ich wäre sogar bereit gewesen, über meinen Berufswunsch noch einmal nachzudenken, wenn mir einer erklärt hätte, dass meine Voraussetzungen dafür nicht reichen. Bei den immer gleichen nichtssagenden Sätzen der Ablehnungsschreiben rührt man freilich weiter mit der großen Stange im Nebel.

Deshalb habe ich eine Bitte: Helfen Sie, dass den nächsten Bewerbergenerationen diese negativen Erfahrungen erspart bleiben!
Mit freundlichen Grüßen!
Eine Lehrstellenbewerberin

 


Liebe Lehrstellenbewerber!

Eure Sommerferien sind zu Ende, das letzte Schuljahr beginnt und mit ihm the same procedure as every year. Als Schüler der Abgangsklassen werden sich viele von Euch um eine Lehrstelle oder einen dualen Studienplatz bewerben. Ich empfehle Euch dringend, bereitet das gut vor. Nur dann wird sich der Erfolg einstellen. Die zahlreichen Gespräche, die wir geführt haben, ebenso die Mails, die uns erreichten, bestätigen das mit Nachdruck. Auch als Abiturient schüttelt man weder gute Testergebnisse noch überzeugende Auftritte bei den Vorstellungsgesprächen einfach mal so aus dem Ärmel. Unterliegt bloß nicht dem Trugschluss, das Abiturzeugnis allein wäre schon der entscheidende Wettbewerbsvorteil. Es könnte ein böses Erwachen geben.

In die Entscheidungsfindung, welchen der Bewerber man am Ende einstellen wird, fließen viele Aspekte ein. Schulabschluss und Zeugnisnoten sind dafür wichtige Indikatoren, aber beileibe nicht die einzigen. Worauf es ankommt ist, dass Euer gesamtes Leistungsprofil mit den fachlichen und persönlichen Anforderungen, die die jeweiligen Berufe sowie die einzelnen Unternehmen stellen, einen möglichst hohen Deckungsgrad erreicht. Das Dilemma dabei, jedes Unternehmen definiert diese Dinge individuell. Was dem einen wichtig ist, spielt bei dem anderen nur eine untergeordnete Rolle. Freut sich der Betrieb A über ein Einser-Abitur, fürchtet Betrieb B im gleichen Fall den allzu schnellen Verlust eines solchen Bewerbers an Hochschule und Studium, eventuell schon vor dem Ende der Ausbildung.

Akribisch genaue Vorbereitung ist der halbe Sieg

Ihr habt es in der Hand, Euren Berufswunsch glaubwürdig und überzeugend erklären zu können. Nutzt diese Gelegenheit. Denn davon hängt alles ab. In unserer Befragung gaben viele Abiturienten selbstkritisch zu, hierauf nicht ausreichend vorbereitet gewesen zu sein. Vor allem wurden sie überrascht, in welch große Zusammenhänge Personalmanager den Begriff der beruflichen Eignung oft stellen. Ein Schüler, der einen Ausbildungsplatz als Fachinformatiker suchte, berichtete, er sei völlig irritiert gewesen, als er im Vorstellungsgespräch gefragt wurde, ob er ein Instrument beherrsche, wie lange er denn schon Klavier spiele, ob er auch schon vor Publikum aufgetreten sei.

Was Klavierspielen mit Programmieren und Systempflege zu tun hatte, erschloss sich unserem Schüler während des Vorstellungsgespräches nicht sofort. Die Begründung des Personalers: das Stehvermögen und die Selbstdisziplin, die man beim Klavierspielen brauche, seien Anforderungen, ohne die auch ein Fachinformatiker nicht auskomme. Auch da gebe es knifflige Probleme, die sich nicht im ersten Anlauf lösen ließen. Fixiert Euch also nicht bloß auf Zeugnisse und Schulnoten, sondern erklärt auch Eure außerschulischen Aktivitäten, bringt sie in einen überzeugenden Zusammenhang mit Eurem Berufswunsch.

Wichtigstes Entscheidungskriterium: die Arbeitsatmosphäre

Freilich ist die Auswahl der künftigen Azubis ein Saisongeschäft. Und das sieht manchmal wesentlich unspektakulärer aus, als die personalwirtschaftlichen Proklamationen von Politikern und Verbandsvertretern suggerieren. Der Personalalltag ist nüchtern, oft hektisch und manchmal leiden darunter auch die guten Umgangsformen. Als Potentialträger von morgen freudig und voller Neugier erwartet, gar wertgeschätzt fühlte sich kaum einer Eurer nun ehemaligen Mitschüler. Und dabei besitzt genau dieser Aspekt in Euren Augen eine ganz wichtige Bedeutung.

Gewiss, das hohe Bewerberaufkommen stellt auch die Unternehmen vor große logistische Herausforderungen, so wie Ihr Euch erst an die betrieblichen Abläufe und die noch unbekannten Umgangsformen in der Arbeitswelt gewöhnen müsst. Doch wenn es die Unternehmen mit den lauthals verkündeten Ansprüchen ernst meinen, dann müssten sie es genau hier zu zeigen versuchen. Das Arbeitsklima gibt schließlich nicht selten den Ausschlag für den einen oder anderen Betrieb. Einige der von uns befragten Schüler haben dafür sogar einen anderen als ihren Wunschberuf akzeptiert.

Immer wieder auf die eigenen Fähigkeiten weisen

Umgekehrt scheinen auch die Erfahrungen der Betriebe mit den Lehrstellenbewerbern nicht immer nur positiv. Da stellen sich ebenso unvorbereitete wie unmotivierte Bewerber vor, solche  die nicht einmal ihren Berufswunsch erklären können. Den Frust der Betriebe darüber halte ich für gerechtfertigt. Gleichwohl entschuldigt dieses Erlebnis keine arroganten, rüden, manchmal sogar rotzigen Umgangsformen, wie es auch für Bewerber kein Anrecht auf Faulheit gibt. „Ich wurde richtig runtergeputzt“, hörten wir leider nicht bloß einmal. Tatsächlich setzen manche Unternehmen Stressinterviews noch immer ganz bewusst ein. Dabei hofft man im Vorstellungsgespräch so sehr auf ein Gegenüber, dass einen stark und nicht klein macht, jemanden der einem hilft, das zu präsentieren, was man gut kann, und keinen, der nur nach meinen Schwächen sucht.

Ich wünsche Euch solche Personalmanager. Freilich entnehmen wir den Schülerberichten, kann man genauso gut auch immer noch den anderen Personalern begegnen, denen, für die alle Bewerber faul, doof und lernunwillig sind. Nehmt es sportlich. Versucht auch Sie von Euren Vorzügen zu überzeugen. Ab und an scheint es sogar zu gelingen. Macht ruhig einmal den Versuch, Euch in diese Menschen hineinzuversetzen. Die haben auch ihre Niederlagen. Schließlich sind die Personalabteilungen in jedem Unternehmen nur interne Dienstleister. Die eigentlichen Entscheidungen fallen in den Fachabteilungen, gar nicht selten gegen die Empfehlung der Personalexperten. Im Übrigen sind Personalentscheidungen stets Kompromissentscheidungen. Eure in diesem Wissen gründende Souveränität nimmt auch dem Personaler einiges von dem Druck, unter dem er steht.

Konkrete Absprachen treffen

Immer wieder wiesen uns die Bewerber auf zentrale Kritikpunkte hin. Etwa die Intransparenz der Auswahlverfahren. Natürlich ahnt jeder, warum sich jemand nicht in die Karten schauen lassen möchte. Dann ist man nämlich allen Erklärungen für sein Handeln enthoben. Deshalb fragt immer nach: was ist der nächste Schritt, wie geht es weiter, wann wird die Entscheidung fallen, wann erhalte ich Nachricht? Bleibt dabei höflich und zugewandt, aber bestimmt, damit man Euch nicht mit irgendwelchen lapidaren Floskeln abwimmeln kann. Und Unternehmen, die es trotzdem versuchen, würde ich sofort von meiner Liste potentieller Ausbildungsbetriebe streichen. So viel gesundes Selbstbewusstsein solltet Ihr haben. Kein Unternehmen bekommt heute noch die fertigen Fachkräfte in Geschenkpapier und mit einer Schleife versehen gratis vor die Tür gestellt. Unter Wert verkaufen müsst Ihr Euch nicht (mehr)!

Als weiteren Kritikpunkt vermissen viele Bewerber die Analyse Ihres Entwicklungspotentials und bemängeln die stattdessen stumpfe Erhebung von aktuell schon vorhandenen Qualifikationen. Aber Ihr seid bei jedem Vorstellungsgespräch Teil des Geschehens und vielleicht schafft Ihr es ja, mit ein paar Beispielen Eure Entwicklungsfähigkeit darzustellen. Gelingt Euch der Nachweis, sich schnell neues Wissen aneignen zu können, dann habt Ihr einen wesentlichen Schritt nach vorne getan. Also nicht wie die Maus vor der Schlange in Ehrfurcht erstarren, sondern sich immer auch selbst einbringen, nicht überzogen, aber selbstbewusst.

Und immer wieder überzeugend erklären

Ein wirkliches Ärgernis sind zu guter Letzt die Mitteilungen über den Ausgang des Verfahrens. Da waren viele, die sich bei uns meldeten, sehr verärgert. Und auch ich finde, an diesem Punkt versagen die Unternehmen auf der ganzen Linie. Viele Schüler erzählten uns von ihren unerfüllten Erwartungen, sich durch ein konkretes Feedback verbessern und weiterentwickeln zu können. Doch dazu muss man erst einmal wissen, woran die Bewerbung in diesem oder jenem Unternehmen gescheitert ist. Und genau hier drücken sich fast alle Unternehmen, verweigern sie sich ohne auch nur das kleinste Entgegenkommen. Die vorgestanzten schriftlichen Absagen reihen eine Plattitüde an die andere und triefen vor geschäftlich formulierter Empathie, erschöpfen sich in nichtssagenden Allgemeinplätzen. Das erstickt jede Entwicklungschance im Keim. Ich habe leider keine einzige Idee, was man hier als Bewerber machen könnte.

Gibt es eine Möglichkeit, es dazu erst gar nicht kommen zu lassen? Sich auf Gedeih und Verderb anpassen bis zur totalen Verleugnung?  Nein und noch einmal nein. Angepasste mögen vielleicht Karriere machen, zu wirklichen Leistungsträgern werden sie nie. Ohne Träume keine Pläne, ohne Pläne keine Ziele, ohne Ziele kein Erfolg. Und vor den haben die Götter bekanntlich den Schweiß gesetzt. Am Anfang Eures Erfolges steht deshalb die fundierte, aber zugleich mühevolle Berufswahl. Die überzeugende Erklärung des Wunschberufes, für Personalmanager das A und O jeder Bewerbung, gelingt Euch dann fast wie von selbst.

Und ja natürlich, Kompromissbereitschaft wird verlangt. Die Devise „Alles oder nichts“ ist nirgendwo unangebrachter als im Berufsleben. Wenn das Ziel nicht auf dem geraden Weg erreichbar ist, dann aber vielleicht über den ein oder anderen Umweg. Und natürlich gilt es, Bodenhaftung zu behalten. Der Personalkörper jedes Unternehmens ist ein soziales Gefüge. Beim Eintritt ins Berufsleben werdet Ihr ein Teil davon, aber Ihr seid nicht das Ganze. Nur weil das Abiturzeugnis in Eurer Personalakte liegt, wird man Euch nach der Abschlussprüfung nicht gleich die Stelle des Geschäftsführers anbieten. Davon unberührt bleibt ein Letztes. Habt als Bewerber ein gesundes Selbstbewusstsein. Ihr müsst nicht auf jede Leimrute springen, die man für Euch auslegt. Habt Geduld, bis Ihr den Betrieb gefunden habt, in dem es nicht nur fachlich, sondern auch menschlich passt.

In diesem Sinn: Auf geht’s!
Hans-Martin Barthold