Kroschke sign-international GmbH – Mit viel Druck für mehr Sicherheit

Von Hans-Martin Barthold | 15. November 2014

Über 300.000 Kunden zählt die Kundendatei von Kroschke sign-international. Der Schwerpunkt liegt im deutschsprachigen Raum. Hin und wieder geht es aber auch etwas exotischer zu. So hat Kroschke seinen Fußabdruck sogar schon in New Yorks Hochhäusern, im Burj-al-Arab-Hotel in Dubai oder im Schweizerischen St. Gotthard-Tunnel hinterlassen. In Sachen Kennzeichnung, das sind Schilder, Etiketten oder andere Signalzeichen, ebenso in Sachen Arbeitssicherheit sowie betriebliche Sicherheit macht dem Unternehmen tatsächlich so schnell keiner etwas vor. Seit nahezu sechzig Jahren genießt das Unternehmen aus der Stadt Heinrichs des Löwen bei all seinen Kunden einen untadeligen Ruf. Mag die Firmengeschichte auch wie die Legenden von amerikanischen Tellerwäschern klingen, die irgendwann nach ganz oben kamen, hier stimmt die Story, Wort für Wort. Kroschkes Wirklichkeit zeigt sich zwar niedersachsentypisch bodenständig und unspektakulär, am unternehmerischen Erfolg aber gibt es keinen Zweifel.

Ein ganz normaler Tag im Verkaufsteam Telefon (Foto: Kroschke sign-international GmbH)

Ein ganz normaler Tag im Verkaufsteam Telefon (Foto: Kroschke sign-international GmbH)

Angefangen hat alles mit einer Prägestelle für Kfz-Kennzeichen. Heute besitzen die Braunschweiger eine der größten und modernsten Siebdruckereien Europas und können sie Schilder und Etiketten in allen gewünschten Variationen herstellen. Dafür setzen die 390 Mitarbeiter neben dem Siebdruck  mit dem Digital- und Thermotransferdruck sowie der Plotter- und Gravurtechnik noch weitere produktspezifische Verfahren ein. Und keines davon, in dem sie nicht höchste Qualität erreichen. Für das Burj-al-Arab etwa stellten sie die Fluchtwegtafeln auf Kundenwunsch nicht im üblichen Grün-Weiß, sondern mit echtem Golddruck her. Über 35 Millionen Schilder und Aufkleber verlassen jedes Jahr das moderne Firmengelände nahe dem Autobahnkreuz Braunschweig Nord, die Hälfte davon nur zwei Tage nach Auftragserteilung.

Produzent und Großhändler

Doch ist es nicht allein die Schnelligkeit, weshalb die Kunden Kroschke vertrauen. Immerhin unterliegen Kennzeichen, die direkt auf Endprodukte, Maschinen  und Apparate aufgeklebt werden, durch Witterungseinflüsse, Schmierstoffe, Hitze und Kälte meist hohen Beanspruchungen. Aber auch unter diesen Bedingungen müssen sie alle gesetzlichen Vorgaben ohne Beanstandungen erfüllen. Um im hart umkämpften Markt bestehen zu können, lässt man sich bei Kroschke die Qualität eine Menge kosten. Ein eigenes Prüflabor garantiert die Einhaltung hoher Standards, das hauseigene Engineering sorgt für die Anpassung der jeweils neuesten Verfahrenstechnologie an die Fertigungsspezifika eines Spezialisten wie Kroschke.

Kroschke – Die Zentrale im Braunschweiger Industriegebiet (Foto: Kroschke sign-international GmbH)

Kroschke – Die Zentrale im Braunschweiger Industriegebiet (Foto: Kroschke sign-international GmbH)

Doch nicht alle 20.000 lieferbaren Artikel produziert Kroschke selbst. Insbesondere in den Bereichen persönliche Schutzausrüstung und betriebliche Sicherheit ergänzen die Braunschweiger ihr Sortiment mit Fertigerzeugnissen anderer Markenhersteller. Freilich weiß die Geschäftsleitung in Braunschweig, das Beherrschen moderner Technologien hier sowie einer ausgefeilten Logistik dort ist das eine, die Motivation der Mitarbeiter das andere. Mehr noch weiß sie, dass das eine vom anderen abhängt, dass der Erfolg eines Unternehmens mit den passenden Menschen, ihren Qualifikationen, ihren Erfahrungen und ihrem Engagement steht – oder fällt. Damit brüsten sich heute viele Unternehmen. Was Kroschke von ihnen unterscheidet? Hier proklamiert man diese Erkenntnis nicht nur, weil es derzeit gerade Mainstream ist, sondern hat sie wirklich verstanden und deshalb im Zentrum seiner Unternehmensphilosophie verankert.

„Bei uns geht niemand unter“

Das spüren alle Mitarbeiter, sogar die, die es erst noch werden wollen. Der Wolfenbütteler Julien Kurtius erinnert sich noch sehr genau, wie das war, als er sich kurz vor dem Abschluss der Fachoberschule Wirtschaft bei Kroschke um einen Ausbildungsplatz bewarb. Im Assessment Center saßen ihm zwar alle acht Ausbilder der Firma als Beobachter gegenüber, dennoch war die Atmosphäre eine sehr angenehme. „Die nahmen uns ernst. Das hatte ich bei meinen anderen Bewerbungen so noch nicht erlebt“ erinnert er sich. Und es hat ihn derart beeindruckt, dass er sich nicht lange entscheiden musste, als er wenig später das Angebot für eine Ausbildung als Industriekaufmann erhielt. Bereut hat er es bislang nicht. Im Sommer bestand er die Abschlussprüfung mit gutem Erfolg und wurde mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag als Team Assistant Product Management belohnt. Darauf lässt sich aufbauen, weiß er. Immerhin besetzt Kroschke selbst die Führungsfunktionen, wenn irgend möglich, mit eigenen Leuten.

Doreen Ullrich (r.) und Julien Kurtius (l.) (Foto: Kroschke sign-international GmbH)

Doreen Ullrich (r.) und Julien Kurtius (l.) (Foto: Kroschke sign-international GmbH)

Das gilt freilich nicht nur im technischen Bereich mit Ausbildungsplätzen für Mediengestalter Digital und Print, Medientechnologen sowie Fachkräften für Lagerlogistik, sondern auch in den kaufmännischen Abteilungen und der IT, wo der Nachwuchs für die Berufe Fachinformatiker, Industriekaufleute sowie Kaufleute für Büromanagement ausgebildet wird. Deshalb lohnt es sich, schon als Azubi die Ärmel hochzukrempeln. Gleichwohl ist der Leistungsanspruch bei Kroschke keine Einbahnstraße. Er wird nicht einseitig nur von den Mitarbeitern als Bringschuld abgefordert. Inhaber und Management verstehen diesen Anspruch immer und zugleich auch als Selbstverpflichtung. In diesem Geist fühlt sich die Ausbildungsbetreuerin Doreen Ullrich auch ganz persönlich für den Erfolg ihrer Azubis verantwortlich. „Bei uns geht niemand unter, keiner wird aufgegeben, und sofern nötig, erhält jeder auch eine zweite Chance“, sagt sie und meint es ernst damit.

Persönlichkeit entscheidet

Die Anforderungen an Bewerber um eine Ausbildungsstelle oder einen dualen Studienplatz richten sich streng nach Beruf, Tätigkeitsprofil und späterem Einsatzbereich. „Wir suchen praxisorientierte junge Menschen, die Freude daran haben, das Unternehmen auch zukünftig weiter voran zu bringen“, formuliert Doreen Ullrich etwas salopp die ganz allgemeinen Anforderungen. Dazu gehöre unbedingt und ganz natürlich auch eine gewisse Reife, eine ausgeprägte Persönlichkeit. Fachnoten sind wichtig, geben aber ebenso wenig wie ein bestimmter Schulabschluss den alleinigen Ausschlag. Lediglich die künftigen dualen Studenten müssen, die Industriekaufleute sollten über die Fachhochschulreife oder besser noch das Abitur verfügen. Auch Studienabbrecher sind durchaus gerne gesehen. Ein absolutes ‚No Go‘ sind indessen unentschuldigte Fehltage sowie eine unterdurchschnittliche Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens.

Firmengründer Klaus Kroschke (m.) inmitten seiner Sieger-Azubis/SGIA-Award 2012 (Foto: Kroschke sign-international GmbH)

Firmengründer Klaus Kroschke (m.) inmitten seiner Sieger-Azubis/SGIA-Award 2012 (Foto: Kroschke sign-international GmbH)

Im Ergebnis sollte sich das Bewerberprofil vor allem durch die Fähigkeit zur Anwendung erlernten Wissens, Verlässlichkeit, Interesse, Engagement und ein hohes Maß an Selbständigkeit auszeichnen. Kroschke bildet mit der klaren Zielstellung einer anschließenden Übernahme aus, was bis auf Ausnahmen auch gelingt. Freilich gibt es auch den einen oder anderen Auszubildenden, der sich anschließend für ein Studium entscheidet. Die Übernahme hängt nicht ausschließlich von den Abschlussnoten ab. Eine viel größere Bedeutung besitzen die Beurteilungen der Fachabteilungen, die während der Ausbildung durchlaufen werden. „Es geht uns nicht vorrangig um die Theorie, sondern um das Potential, theoretische Erkenntnisse praktisch umsetzen zu können“, erklärt Doreen Ullrich, worauf das Unternehmen Wert legt.

Jeder wird gebraucht

Kaum etwas könnte die Bedeutung dieser Fähigkeit besser unterstreichen als die Abläufe im eintägigen Auswahlverfahren. Hier formulieren die Ausbilder die Ergebnisse ihrer Beobachtungen zu den einzelnen Bewerbern im Assessment Center, ohne die Ergebnisse des vorherigen Auswahltests zu kennen. Sollten beide Ergebnisse, was nach Aussagen der Ausbildungsbetreuerin Ullrich selten genug passiert, signifikant voneinander abweichen, setzt man sich noch einmal zusammen, analysiert, beratschlagt und bittet den Bewerber gegebenenfalls zu einem zweiten Gespräch. Erst dann wird der Daumen gehoben oder gesenkt. Spätestens an dieser Stelle sollten alle Bewerber aufmerken. „Wir sind auf keinen speziellen Bewerbertyp festgelegt“, erklärt Doreen Ullrich, „bei uns finden die eher Zurückhaltenden ebenso ihren Platz wie die, die ihr Herz auf der Zunge tragen.“ Man finde für jeden den richtigen (Arbeits)Platz.

Auf Wiedersehen in der Kroschkestraße (Foto: Kroschke sign-international GmbH)

Auf Wiedersehen in der Kroschkestraße (Foto: Kroschke sign-international GmbH)

Lange bevor in der Personalwirtschaft die Bedeutung des Diversity Management entdeckt wurde, praktizierte man bei Kroschke unaufgeregt, aber überzeugt genau das. „Teams leben von der Verschiedenheit jedes einzelnen ihrer Mitglieder“, ist Ullrich überzeugt, „denn am Ende macht’s die richtige Mischung.“ Und man nimmt sich ausreichend Zeit, unter Echtbedingungen zu prüfen, wo es für wen und mit wem es zusammen am besten passt. Deshalb werden die Azubis schon sehr früh in die Arbeitsprozesse eingebunden. „Wir haben nie für die Tonne gearbeitet“, berichtet Julien Kurtius, „ich hatte immer das Gefühl, ich werde auch als Azubi schon gebraucht.“ Auch mit dem Hintergrund dieser Erfahrungen verzichtet Kroschke in allen Berufen auf eine Verkürzung der Ausbildungszeit. Vom Ende her betrachtet erweist sich das für das Unternehmen wie die Auszubildenden als positiv. „Dadurch war ich nach der Ausbildung auf meiner ersten Stelle als Teamassistent sofort voll leistungsfähig“, erzählt der Wolfenbütteler stolz.

Karriere aufgabenorientiert definiert

Man suche deshalb Auszubildende, die leistungsbereit sind, die nicht bei der ersten Schwierigkeit aufgäben, die so lange nach einer Lösung suchten, bis sie eine gefunden hätten, bringt es Doreen Ullrich abschließend noch einmal auf den Punkt. Denn alle Fürsorge, die das Unternehmen seinen Nachwuchskräften biete, bedeute nicht, dass man sie in Watte packen könne. Die Anforderungen an die dualen Studenten seien hierbei übrigens noch einmal eine Stufe höher, da sie zwei Lernorte zu koordinieren hätten, und sich somit sehr gut selbst organisieren müssten. Karrieren gestalten sich bei Kroschke und seinen traditionell flachen Hierarchien eher aufgaben- und projektorientiert. Julien will die nächste Zeit nutzen, seine Talente auszuprobieren – und wird dann  entscheiden, wie sein Weg weitergeht.

 


Unternehmenssteckbrief
(Stand:01.08.2014 )

Firmengründung: 1957.
Sitz der Unternehmenszentrale: 38112 Braunschweig, Kroschkestraße 1.
Mitarbeiter: 390.
Umsatz: ca. 100 Millionen Euro.
Ausbildungsmöglichkeiten:

  • Industriekaufmann/-frau
  • Kaufmann/-frau für Büromanagement
  • Mediengestalter/-in Digital und Print, Fachrichtung Gestaltung und Technik
  • Medientechloge/-in, Schwerpunkt Digitaldruck,
  • Fachkraft für Lagerlogistik
  • Fachinformatiker/-in Anwendungsentwicklung
  • Fachinformatiker/-in Systemintegration

Duales Studium:

  • Wirtschaftsinformatik
  • Betriebswirtschaftslehre, Fachrichtung Industrie

Bewerbungen: online unter: http://www.kroschke.biz/store/default/de/cms/arbeiten-bei-kroschke/online-bewerbungsformular.html
Bewerbungstermine sind für jeden einzelnen Beruf über das Bewerbungsportal einzusehen.
Schülerpraktika: ja
Kontaktmöglichkeiten: personal@kroschke.biz
Internet: www.kroschke.biz

 

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