Hochschule für Bildende Künste Dresden – Studium zwischen Reflexion und Anwendung

Von Andrea Weippert | 15. November 2017

Zur Autorin: Andrea Weippert ist Pressesprecherin der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Zuvor studierte sie an der Ludwig-Maximilian-Universität München Kunstgeschichte, Theaterwissenschaft und Volkskunde.

 

Aufbau der Jahresausstellung 2017 (Foto: Robert Vanis/HfBK Dresden)

Aufbau der Jahresausstellung 2017 (Foto: Robert Vanis/HfBK Dresden)

Es gibt Menschen, die bereits als Kinder beschlossen haben Künstler zu werden. Oft  sind sie in einem kunstnahen Umfeld aufgewachsen, haben Ausstellungs- oder Bühnenbesuche, musikalische Praxis, Atelierluft und künstlerische Lebenswelt „mit der Muttermilch“ aufgesogen. Was aber, wenn man diese Rahmenbedingungen nicht hat? Wenn man, wie heute politisch korrekt formuliert wird, in einem „bildungsfernen Milieu“ groß wird? Was, wenn Eltern so gar keinen Bezug zu Kunst, Musik, Literatur oder Theater haben und die Kenntnisse dessen, was Kunst sein könnte, sich vorwiegend auf Inhalte aus dem Kunstunterricht beschränkt? Was, wenn man es liebt, sich schöpferisch zu betätigen, aber gar nicht weiß, was ein Kunststudium überhaupt ist und wohin das führen kann? Was, wenn man in Regionen wohnt, in denen man zeitgenössisches Kunstgeschehen und die realen Manifestationen nur begrenzt verfolgen kann und weder über Geld noch qualifizierte Ratgeber verfügt, um geeignete Veranstaltungen auszusuchen und anzusehen?

Was, wenn alle davor warnen: vor Unsicherheit, finanziellen Unwägbarkeiten, Perspektivlosigkeit, vor unberechenbaren und unüberschaubaren Märkten, vor Theatersterben, Investorenkunst, globalisierten Märkten und der brotlosen Kunst im Allgemeinen? Wir kennen solche Nöte – und bieten Hilfe an. Seit 2011 führt die Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK) den sogenannten „D_ART Workshop“  durch, um jungen Menschen Einblick in die Dresdner Kunstakademie und alle Dinge rund um das Arbeitsfeld Kunst zu ermöglichen. In einwöchigen Seminaren, die die Studiengänge der HfBK Dresden spiegeln, lernen die Teilnehmer die Spezifik eines künstlerischen Studiums kennen – und gleichen dabei Ideal und Realität ab. Einerseits geht es beim Dresden Art Workshop (D_ART) darum, mit potentiellen Studieninteressierten ins Gespräch zu kommen und Hochschulalltag erlebbar zu machen.  Andererseits bietet die Hochschule damit die Möglichkeit einer ergebnisoffenen Orientierung.

Hinter die Kulissen schauen

Im Atelier der Theatermaler (Foto: Andreas Etter/HfBK Dresden)

Im Atelier der Theatermaler (Foto: Andreas Etter/HfBK Dresden)

Womöglich war die Orientierung  vor einigen Jahren noch einfacher. Man studierte Bildende Kunst, oft mit einer Spezialisierungsrichtung wie beispielsweise Malerei, Bildhauerei. Man wählte Neue Medien oder Design in unterschiedlichen Ausprägungen. Heute aber ist die Studienlandschaft differenzierter, gibt es Studiengänge wie Art in Context oder Transformation Design, man kann Transdiziplinarität studieren oder Raumstrategien. Die Erfahrungen unserer Workshops lehren uns, wie wichtig es für Studieninteressierte ist, hinter Begrifflichkeiten zu schauen. Dies gilt nicht nur für Studienrichtungen, deren Inhalte sich nicht sofort anhand der Bezeichnung erschließen. Auch bei den „klassischen Disziplinen“  haben sich die Definitionen und Grenzen verschoben. Die Vorstellung darüber, was ein Studium der Malerei umfassen kann, ändert sich bei den meisten Teilnehmern im Verlauf unseres Workshops rapide.

Für viele Interessierte gibt es zusätzlich diverse Hürden, von denen ich zwei exemplarisch herausgreifen möchte. Zunächst die Selbsteinschätzung. Familie und Freunde sind in ihren Urteilen trotz ehrenwerter Motive häufig wenig hilfreich. Sie bewerten die Resultate des kreativen Tuns mit den Augen der Liebe. Kunstlehrer können gute Berater sein, doch viele haben nicht die Möglichkeit des regelmäßigen Austauschs mit Kunstakademien. Ihre Unterstützung muss daher oft lückenhaft bleiben und kann interessierten Schülern nur begrenzt  weiter helfen. Aus diesem Grund bietet die Dresdner Kunsthochschule seit drei Jahren Weiterbildungsseminare für Kunstlehrer an. D_ART Teacher (DresdenArt Workshop for Teacher) möchte Kunstpädagogen aus der schulischen Praxis und aus Kunstschulen mit der Kunsthochschule zusammen bringen.

Kunstlehrer als Multiplikatoren

Jahresausstellung der Klasse von Prof. Honert (Foto: Arina Essipowitsch/HfBK Dresden)

Jahresausstellung der Klasse von Prof. Honert (Foto: Arina Essipowitsch/HfBK Dresden)

Kunstpädagogen gehören zu den prägenden Persönlichkeiten für nachwachsende Künstlergenerationen, die Freude und Neugier auf zeitgenössisches Kunstschaffen und angewandte künstlerische Berufe eröffnen und fördern können. Ihr Tätigkeitsfeld an den Schulen fand in den vergangenen Jahren oft wenig Wertschätzung. Aktuell scheint sich die Debatte neu zu beleben. Angesichts immenser gesellschaftlicher Herausforderungen erhofft man sich von den künstlerischen Fächern an den Schulen positive Impulse. Das ist einerseits erfreulich, andererseits darf man hinsichtlich der Motive des neuen Interesses auch skeptisch sein. Ob daraus tragfähige Reformen von Bildungsinhalten erwachsen, werden wir sehen. Durch den intensiven Austausch mit den Lehrern während der Workshops können wir den Teilnehmern Impulse für deren eigenes künstlerisches Tun vermitteln. Sie erhalten in gewisser Weise neue Energie, die sie in den Schulalltag zurück nehmen. Zugleich können wir ihnen Handreichungen mitgeben, um künstlerisch begabte Schüler bei Studieninteresse besser begleiten zu können.

Eine weitere Hürde ist in vielen Fällen die mangelnde künstlerische Praxis. Für viele Studieninteressierte scheint es schwierig, einen stimmigen und individuell geeigneten Weg der künstlerischen Übung zu finden. Während beispielsweise für Musiker technische Anforderungen klar benannt und ein definierbares Repertoire erarbeitet werden kann, sind vor allem für die bildkünstlerischen Studiengänge Aspekte wie Eigenständigkeit, Intensität, Konsequenz oder Reflexionsvermögen nicht so leicht kategorisier- und erlernbar. Eine Hospitanz bei einer Malerin, einem Bildhauer oder Medienkünstler ist durchaus möglich, aber wie findet man das? Praktikumsplätze am Theater oder beim Film sind  nicht einfach zu erhalten,  jedoch empfehlenswert und für den Studiengang Theaterausstattung, den man an der HfBK Dresden studieren kann, sogar Studienvoraussetzung. Kurse an Kunstschulen oder sogenannte Mappenkurse können hilfreich sein – oder auch nicht!

Überschaubare Strukturen und lichtdurchflutete Ateliers

Studierende des Studiengangs Theaterausstattung beim „Brühlschen Rennen“ (Foto: Andreas Etter/HfBK Dresden)

Studierende des Studiengangs Theaterausstattung beim „Brühlschen Rennen“ (Foto: Andreas Etter/HfBK Dresden)

Ein weiterer Aspekt im Kontext der Studienwahl ist nicht zuletzt auch der Ort, an dem man studieren möchte. Vielfach ist der Wunsch irrational, oft ist er vom Zufall bestimmt. Hier ist eine gezielte Recherche nützlich. Immerhin sind die Fächerkombinationen der Kunsthochschulen sehr unterschiedlich, ihre Profile erzeugen sehr spezielle Klimas und nicht zuletzt sind die Größe der Hochschule als auch die regionale Prägung von großer Bedeutung. Die Dresdner Hochschule für Bildende Künste gehört zu den mittelgroßen deutschen Kunsthochschulen, mit knapp 600 Studierenden an drei Standorten bietet sie Überschaubarkeit und vor allem sehr bemerkenswerte Räumlichkeiten. Das stadtbildprägende Gebäude an der Brühlschen Terrasse beherbergt den Studiengang Bildende Kunst mit großen lichten Ateliers und zahlreichen Werkstätten.

Das Gebäude aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert beeindruckt nicht nur durch die Architektur und die markante Glaskuppel, unter der sich der Ausstellungstrakt der Hochschule, das Oktogon, befindet. Allein schon die schwere Haupteingangstüre lässt Studieninteressierte und Besucher erahnen, dass Baumeister Constantin Lipsius den Moment des anspruchsvollen Eintritts in einen solchen Ort bewusst inszeniert hat. Neben dem imposanten Hauptgebäude sind in einem weiteren elbnah gelegenen Areal, der Pfotenhauerstraße, die Bildhauerateliers und –werkstätten untergebracht. An einem weiteren Standort, der Güntzstraße, sind die Studiengänge Bühnen- und Kostümbild, Restaurierung, Theaterausstattung und KunstTherapie angesiedelt. Dort befinden sich auch der Hörsaal, Seminarräume, die Bibliothek, Werkstätten, Labors und das Labortheater.

Hochschule mit dem Reichtum einer langen Geschichte

Studierende des Studiengangs Bühnen- und Kostümbild bei praktischen Arbeiten (Foto: Andreas Etter/HfBK Dresden)

Studierende des Studiengangs Bühnen- und Kostümbild bei praktischen Arbeiten (Foto: Andreas Etter/HfBK Dresden)

Der großzügige Innenhof des Gebäudes an der Güntzstrasse ist im Juli eines jeden Jahres Schauplatz des großen Sommerfestes. Hier präsentieren sich die Theaterstudiengänge mit einer phantasievollen Schau, die in die Jahresausstellung aller Studiengänge eingebunden ist. Den Genius loci, jenen besonderen Ortsgeist, der an allen Kunsthochschulen  unterschiedlich ausgeprägt ist, sollten Studieninteressierte in ihre Überlegungen ebenfalls unbedingt einbeziehen. Zum Dresdner Ortsgeist gehört nicht nur die bemerkenswerte Architektur aller drei Gebäude, sondern auch die historische Prägung, die nicht zuletzt durch die DDR-Geschichte eine ganz unverwechselbare Facette beinhaltet. Gerade gegenwärtig flammt die Auseinandersetzung um Fragen von Ost und West wieder auf. Eine Kunsthochschule, deren Hauptgebäude in der Mitte der Stadt Dresden angesiedelt ist, bleibt natürlich von den aktuellen gesellschaftspolitischen Entwicklungen nicht unberührt.

Auch auf dem Feld der Kunst wird immer wieder geradezu erbittert über Deutungshoheiten gestritten. Selbst annähernd dreißig Jahre nach der Wiedervereinigung sind künstlerische Positionen mit DDR-Vergangenheit in der globalen Kunstwelt noch nicht selbstverständlich angekommen. Dies produktiv zu reflektieren ist eine bemerkenswerte Chance, die auch Kunststudierende tangiert. Die geografische Nähe zu den Ländern des ehemaligen Ostblockes macht zudem sehr besondere Beobachtungen und Erfahrungen möglich und führt zu spezifischen Einflüssen. In Zeiten globalisierter Mainstreams in der Kunst sind regionale Prägungen in der Zwischenzeit kein Negativum mehr, sondern schulen im Gegenteil den Blick für die notwendige Diversität. Gerade in einer Stadt wie Dresden haben Kunststudierende die Möglichkeit, in historische Brüche und Verwerfungen, Erstarrtes und Anarchisches, Bilderbuchidylle und kontroverse Diskussionen einzutauchen.

Freie und Angewandte Kunst unter einem Dach

Labortheater (Foto: Robert Vanis/HfBK Dresden)

Labortheater (Foto: Robert Vanis/HfBK Dresden)

Die Hochschule für Bildende Künste Dresden spiegelt in Vielem ihr Umfeld. Die lange Historie (1764 gegründet – mit einer Vorgängereinrichtung aus dem 17. Jahrhundert) ist ein sehr stabiles Fundament, vor allem für die „klassischen Disziplinen“ der Bildenden Kunst. Zugleich ist natürlich genau dies auch die Reibungsfläche, an der sich Neuerung entzünden muss. Von Beginn an war dieser Studiengang einer der profiliertesten des Hauses und bis heute ist er mit 13 Professuren einer der größten in Deutschland. Prägend in der jüngeren Geschichte war zweifellos auch die Fusionierung der einstigen Königlichen Kunstakademie mit der Hochschule für Werkkunst nach dem zweiten Weltkrieg. Freie und die Angewandte Künste waren nun unter einem Dach vereint. Bereits zu Beginn der fünfziger Jahre wurde der Studiengang Bühnen- und Kostümbild neu am Haus angesiedelt.

Heute kann er dank eines eigenen, gut ausgestatteten Labortheaters sowohl eigene als auch Projekte ausgewählter Gäste realisieren und präsentieren. Darüber hinaus kooperiert er mit zahlreichen regionalen, nationalen und internationalen Partnern. Mitte der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts integrierte die HfBK eine Fachschule für Theateraustattungsberufe und bildet in diesen „Gewerken“ seitdem auf Hochschulniveau aus. Das stellt eine europaweit einzigartige Erweiterung der entwerfenden Disziplinen dar. Maskenbildner (Siehe dazu auch: „Maskenbildner – Meister der Illusionen“ – http://www.berufsreport.com/maskenbildner-meister-der-illusionen/) , Kostümgestalter, Theatermaler und Theaterplastiker sind kongeniale Partner für die Praxisprojekte. Gerade diese sehr vielfältigen Studienrichtungen sorgen für Staunen und Begeisterung bei Studieninteressierten, weil den meisten nicht bewusst ist, wie breit das Studienfeld und spätere Berufsspektrum  ist. Wer einen konkreteren Rahmen seines künstlerischen Tuns bevorzugt, technische Aspekte und eine enge Verflechtung von Entwurf und Umsetzung sucht, der findet in diesen Studiengängen spannende Perspektiven.

Restaurierung und KunstTherapie

Beim Restaurieren einer Wand (Foto: Andreas Rost/HfBK Dresden)

Beim Restaurieren einer Wand (Foto: Andreas Rost/HfBK Dresden)

1974 wurde schließlich das Studium der Restaurierung an der Hochschule angesiedelt. Die bemerkenswerte Qualität des Studiengangs Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut war schon zu DDR-Zeiten international bekannt. Und auch heute gehört die HfBK Dresden zu den in dieser Fachrichtung führenden Hochschulen, die sogar die Möglichkeit zur Promotion bietet. Der Studiengang arbeitet in Forschung und Lehre u.a. mit der Technischen Universität Dresden und der Bergbauakademie Freiberg zusammen. Fachklassen erlauben eine Spezialisierung auf die Bereiche Wandmalerei und Architekturfarbigkeit, Malerei auf mobilen Bildträgern sowie Bildwerke und Raumausstattungen. Bemerkenswert ist allerdings, dass sich in dieser Fachrichtung ein Wandel vollzogen hat. War die Restaurierung einst eine Männerdomäne, so studieren das Fach heute überwiegend Frauen.

Aus Sicht der Hochschule ist es wünschenswert, dass sich diesem vielseitigen und auch naturwissenschaftlich anspruchsvollen Studium auch wieder mehr junge Männer zuwenden. Wie im Studiengang Restaurierung lässt sich in den anderen Studiengängen ebenfalls beobachten, dass die Zahl männlicher Bewerber zurückgeht. Der jüngste Studiengang ist KunstTherapie. Er wird postgradual angeboten und hat das Ziel die jedem Menschen innewohnenden kreativen Energien, Selbstheilungskräfte und  Selbstverantwortung zu stärken. Er verbindet die Disziplinen der Bildenden Kunst mit therapeutischen Verfahren. Im klinischen Kontext ist kunsttherapeutische Arbeit inzwischen fester Bestandteil der Therapieangebote und speziell im soziokulturellen, interdisziplinären und interkulturellen Raum gewinnt die Kunsttherapie zunehmend an Gewicht.

Hochschule, für die der Weg das Ziel ist

Maskenbildner bei praktischen Übungen (Foto: Andreas Etter/HfBK Dresden)

Maskenbildner bei praktischen Übungen (Foto: Andreas Etter/HfBK Dresden)

Das älteste Standbein der Hochschule ist, wie bereits erwähnt, die Bildende Kunst. Der Studiengang kann auf sehr bekannte Professoren sowie Absolventen aus Geschichte und Gegenwart zurückblicken. Im Übrigen spiegelt es die historischen Brüche am deutlichsten wieder. Caspar David Friedrich, Canaletto oder Gerhard Richter sind Namen, die geläufig sind. Doch zahlreiche Künstler, die zur DDR-Zeiten an der Hochschule studierten oder lehrten bleiben vielfach nach wie vor unbeachtet. Eine Debatte um Qualitäten und Wiederentdeckungen jenseits der Kommerzialisierung – auch im Kontext der Entwicklungen anderer ehemaliger sozialistischer Staaten – birgt ein bemerkenswertes Potential. Für die heutigen und künftigen Studierenden und Lehrenden sind diese Aspekte wichtig, zugleich ermöglichen sie ganz wesentlich eine Orientierung an globalen Bewegungen unserer Zeit.

Über die Jahrhunderte und besonders auch die letzten Jahrzehnte waren Neuausrichtungen in Lehre und Praxis für die HfBK Dresden eine große Aufgabe. Und sicherlich sind vielen, auch sogenannten Branchenkennern, weder der Umfang noch die Konsequenzen des Transformationsprozesses für die Kunsthochschulen in den neuen Bundeländern bewusst. An vielen Stellen blieb im wahrsten Sinn des Wortes kein Stein auf dem anderen. Man sagt Künstlern nach, geradezu berufsbedingend mit Fremdem umzugehen und Unbekanntes als Stimulans zu suchen. Doch der Umbau einer Hochschule ist kein künstlerischer und war kein freigewählter Akt, sondern ein überaus mühsamer, vielfach emotional stark aufgeladener Prozess nicht nur für die Lehre, sondern auch für die Verwaltung.

Neugierige Studierende gesucht

In der Lithografiewerkstatt ist ein gutes Auge gefragt (Foto: Robert Vanis/HfBK Dresden)

In der Lithografiewerkstatt ist ein gutes Auge gefragt (Foto: Robert Vanis/HfBK Dresden)

Viele Hochschulen in den alten Bundesländern stützen ihre Weiterentwicklung seit 1990 auf Bekanntes, indem sie das über Jahrzehnte gewachsene, bundesrepublikanische Modell fortentwickeln. In Dresden galt es hingegen, einen Weg zu beschreiten, der die jüngste Geschichte integriert aber sich zugleich in die Community der anderen Hochschulen einreiht. Nach dem zweiten Weltkrieg mussten alle Kunsthochschulen in Ost und West gleichermaßen mit den Trümmern des zweiten Weltkrieges umgehen lernen. Die Situation nach der deutschen Vereinigung war dagegen eine andere. Die vier einstigen DDR-Kunsthochschulen begannen nach 1990 mit einer Ungleichgewichtigkeit, ein Phänomen, das auch für die Universitäten und zahlreiche andere Sektoren der neuen Bundesländer galt. Die allgegenwärtigen Bilder aus Dresden mit wütenden Demonstranten und unzählige Debatten berichten von daraus resultierenden Überforderungen, Zurücksetzungen und damit verbundenen Minderwertigkeitsgefühlen.

Es liegt derzeit vielleicht weniger im Fokus. Doch gerade an unserer Kunsthochschule wird es eindrucksvoll spürbar. Gemeint ist die Wachheit, das geistige Potential und die bemerkenswerte Sehnsucht nach umfassendem Wachstum, welche die junge Kunststudierendengeneration an den Tag legt. Studieninteressierte, die sowohl ein persönliches und künstlerisches Entwicklungsfeld suchen, dazu aufgeschlossen für historische Impulse und aktuelle gesellschaftliche Resonanzen sind, finden in der Dresdner Kunsthochschule einen Ort, der dafür ganz besonders anregend ist.

 


Steckbrief
(Stand: 01.11.2017)

Gründung: 1764 als Kunstakademie Dresden; seit 1947 Hochschule für Bildende Künste Dresden.

Anschrift: Brühlsche Terrasse 1, 01067 Dresden

Studiengänge:

  • Bildende Kunst
  • Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut
  • Bühnen- und Kostümbild
  • Theaterausstattung mit den Studienrichtungen Theatermaler, Theaterplastik, Maskenbild sowie Kostümgestaltung
  • KunstTherapie (Aufbaustudiengang)

Mitarbeiter: 116 (Frauenanteil: 53,4 %).

Studierende: 554 (Frauenanteil: 74,5 %; Ausländeranteil; 16,2 %)

Orientierungsworkshop D_Art für Studieninteressenten: http://www.hfbk-dresden.de/studium/bewerbung/d-art/

Kontaktmöglichkeiten: http://www.hfbk-dresden.de/studium/bewerbung/studienberatung/ansprechpartner/

Internet: http://www.hfbk-dresden.de/

 

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