hankensbütteler kunststoffverarbeitung GmbH & Co.KG – Experten fürs Kunststoffspritzgießen

Von Hans-Martin Barthold | 15. November 2014

Zentrale der hankensbütteler kunststoffverarbeitung (Foto: hankensbütteler kunststoffverarbeitung)

Zentrale der hankensbütteler kunststoffverarbeitung (Foto: hankensbütteler kunststoffverarbeitung)

Es ist ein Freitag 13:00 Uhr. Ich erlebe, was es heißt, sich für eine Ausbildung in der hankensbütteler kunststoffverarbeitung entschieden zu haben. Die Personalchefin und Ausbildungsleiterin Daniela Lutterloh begrüßt die Auszubildenden aller Berufe und Ausbildungsjahre zum wöchentlichen Azubi-Treffen. Die Atmosphäre ist locker, beinahe familiär, dennoch sachlich und konzentriert. „Schon die Azubis sollen einen Einblick in das gesamte Unternehmen erhalten“, erklärt die Personalchefin das Ziel dieser regelmäßigen Zusammenkünfte. Jeder soll von jedem wissen, die Kaufleute von den Abläufen und Problemen der Gewerbler wie umgekehrt.  Ziel ist die so wichtige Optimierung an den Schnittstellen. Deshalb werden hier auch keine theoretischen Diskussionen geführt, immer geht es um ganz konkrete unternehmensspezifische Fragestellungen. Heute ist es ein gerade vor wenigen Tagen abgeschlossenes Audit, das Daniela Lutterloh in der Kantine des Hankensbütteler Unternehmens zur Besprechung für Fragen des Qualitätsmanagements nutzt.

Doch zuvor eine kurze Nachhilfe für alle die, die sich in der niedersächsischen Tiefebene nicht so gut auskennen. Hankensbüttel ist ein idyllischer Ort am Südrand der Lüneburger Heide. Die gilt für die meisten auch heute noch als Sinnbild für naturnahes Leben, eine unberührte Landschaft, bodenständige Menschen und urige Dörfer. Dieser Mythos geht bekanntlich auf den Heimatdichter Hermann Löns zurück, der nahe Walsrode unter einem riesigen Findling begraben liegt. Er hat die Bilder von blühendem Heidekraut, niedlichen Heidschnucken und den wettergegerbten Gesichtern ihrer Schäfer tief im Bewusstsein der Menschen verankert. Inzwischen verfügt die Lüneburger Heide freilich auch über moderne Events, eines der bekanntesten der Snow Dome im eineinhalb Autostunden entfernten Bispingen. Dort ist Schneesicherheit bei jedem Wetter garantiert. Sogar an heißen Sommertagen heißt es immer: Ski und Rodel gut, Snowboard und Schlittschuh fahren ebenso.

Hohe Kundenansprüche an Qualität und Termintreue

Spritzgussmaschinen in der Produktionshalle (Foto: hankensbütteler kunststoffverarbeitung)

Spritzgussmaschinen in der Produktionshalle (Foto: hankensbütteler kunststoffverarbeitung)

Heide und High Tech ist dagegen eine Assoziation, die zu verbreiten sich noch immer schwer tut. Dabei hat moderne Technik bereits vor vielen Jahren Einzug in die Heide gehalten. Die hankensbütteler kunststoffverarbeitung etwa wurde schon 1973 gegründet. Heute ist sie in der Automobilindustrie und unter deren Zulieferern eine feste Größe, nach der Gründung einer Tochterfirma im mexikanischen Querétaro, der technoplastics automotive de méxico, im Übrigen nicht mehr nur in Deutschland. Und wenn es noch eines Beweises für den Einzug der Moderne in der Heide bedarf, dann liefert ihn Aline Henke. Die Tochter des Firmengründers führt in dem mittelständischen Familienunternehmen mittlerweile die Geschäfte.

Mehr als 90 Prozent der in Hankensbüttel und Querétaro produzierten Teile werden in die Automobilindustrie geliefert. Die Palette reicht von Karosseriebauteilen über solche für den Motorraum, das Interieur, die Autoelektrik, Fahrzeugdiagnostik, bis hin zu Kappen und Clips. Produziert wird rund um die Uhr im Dreischichtsystem. Termintreue und höchste Qualität stehen bei Kunden, die wie die Unternehmen der Automobilindustrie just-in-time fertigen, über allem. Das muss den 91 Mitarbeitern am Rand der Heide, noch einmal so viele sind es in Querétaro, niemand erklären. Auch die Azubis lernen das schnell. Schließlich haben die Hankensbütteler Kunststoffexperten bei ihren Kunden einen exzellenten Ruf und den mag niemand aufs Spiel setzen. „Wir sind Verfahrensspezialisten“, bringt es Aline Henke auf den Punkt, „unsere Kompetenz liegt vor allem in der Beherrschung der Fertigungsprozesse.“

Händchen für anspruchsvolle Fertigungsprozesse

Personalchefin und Ausbildungsleiterin Daniela Lutterloh (Foto: hankensbütteler kunststoffverarbeitung)

Personalchefin und Ausbildungsleiterin Daniela Lutterloh (Foto: hankensbütteler kunststoffverarbeitung)

Das ist weniger einfach als gedacht. Denn die engen Toleranzen der Passgenauigkeit einzuhalten, bedarf es großer Erfahrung im Umgang mit den Werkstoffen. Innenraumteile müssen schwer entflammbar sein, Teile für den Motorraum unterliegen zusätzlich hohen Anforderungen an Festigkeit, Hitze- und Säurebeständigkeit. In der Mehrzahl erhält die hankensbütteler kunststoffverarbeitung Aufträge für sogenannte Zeichnungsteile. Dabei liefert der Kunde die Konstruktionspläne, die Fertigungsspezialisten in Hankensbüttel entscheiden über die Produktionsprozesse, entwerfen und bauen die entsprechenden Spritzgussformen und Vorrichtungen. „Nicht selten werden wir aber vom Kunden schon frühzeitig vor Beginn der Konstruktion beratend eingebunden“, erzählt Aline Henke stolz.

Eine solche Feedback-Kultur pflegt das Unternehmen auch in den eigenen vier Wänden. So sind die Auszubildenden aufgefordert, ihre Ausbilder regelmäßig zu beurteilen, wie umgekehrt die Ausbilder den Auszubildenden deren Leistungsfortschritte oder eventuelle Wissenslücken zeitnah und damit nachvollziehbar spiegeln. „Unser Vorteil sind kurze Reaktionszeiten“, beschreibt es Daniela Lutterloh. „Wir können sofort reagieren und so verhindern, dass sich Dinge erst in die falsche Richtung entwickeln.“ Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Die Quote der Ausbildungsabbrecher jedenfalls liegt bei null, an Prüfungswiederholer vermögen sich auch langjährige Mitarbeiter nicht zu erinnern. Dennoch bleiben Aline Henke und Daniela Lutterloh mit beiden Füßen auf dem Boden. „Unsere Auszubildenden müssen nicht zu den IHK-Besten gehören“, formulieren die beiden Frauen ihre Ausbildungsphilosophie.

Gesucht sind Bewerber mit dem Willen zum Erfolg

3D-Messeinrichtung in der Qualitätskontrolle (Foto: hankensbütteler kunststoffverarbeitung)

3D-Messeinrichtung in der Qualitätskontrolle (Foto: hankensbütteler kunststoffverarbei- tung)

Worauf Daniela Lutterloh aber Wert legt, ist, dass jeder ihrer Schützlinge den Willen hat, das Limit seines ganz persönlichen Leistungspotentials erreichen und ausschöpfen zu wollen. Da lässt sie wenig Kompromissbereitschaft erkennen. Aus dieser Perspektive betrachtet sie auch die Zeugnisse der Bewerber. „Sie sollten den Möglichkeiten des Einzelnen entsprechen“, sagt sie. Im Klartext: Entscheidend ist nicht die Summe der Noten, ausschlaggebend ist vielmehr, dass das Zeugnis den Willen zur Leistungsbereitschaft erkennen lässt. „Begabte zwar, aber faule und undisziplinierte Bewerber können wir hier nicht gebrauchen“, fasst es Aline Henke zusammen. Bei flachen Hierarchien wie denen in ihrem Unternehmen müsse sich schließlich jeder selbst motivieren können. „Natürlich wissen wir, dass Auszubildende noch keine Meister sein können, aber der Wille zu guten Leistungen und zur Übernahme von Verantwortung sollte erkennbar sein“, begründet die Personalchefin Lutterloh ihr Vorgehen. Das ist kein Selbstzweck. Die Auftraggeber aus der Automobilindustrie stehen unter hohem Kostendruck, eine Sparwelle jagt die nächste. Da bestehen unter den Zulieferern nur die Besten.

Das spricht, anders als manch einer vermutet, ganz offensichtlich viele Bewerber an. Über einen Mangel kann Daniela Lutterloh jedenfalls bislang nicht klagen. Timmy Savin von der Oberschule im benachbarten Wesendorf bewarb sich vor zwei Jahren. Zuvor hatte er sich im Rahmen sogar zweier Schulpraktika in der hankensbütteler kunststoffverarbeitung sehr genau umgeschaut – und sich dann für eine Bewerbung zur Ausbildung als Verfahrensmechaniker entschieden. Ähnliches gilt für Clemens Schulze. Der angehende Industriekaufmann schätzt die Übersichtlichkeit des Unternehmens. „Hier bekommt man schnell den Überblick, wie alles womit zusammenhängt“, erzählt er. „Es ist nicht so spezialisiert wie in Großbetrieben“, weiß der Abiturient des Fachgymnasiums Wirtschaft Gifhorn aus zahlreichen Gesprächen mit anderen Auszubildenden. Und er schätzt diesen Vorzug.

Persönliches Coaching statt anonymer Personalwirtschaft

Firmenchefin Aline Henke präsentiert Schraubenkopfabdeckungen (Foto: hankensbütteler kunststoffverarbeitung)

Firmenchefin Aline Henke präsentiert Schraubenkopfabdeckungen (Foto: hankensbütteler kunststoffverarbeitung)

Genau hinzuschauen und individuell zu differenzieren, zieht sich in Hankensbüttel durch alle personalwirtschaftlichen Maßnahmen. Für praktisch begabte Bewerber bieten Aline Henke und Daniela Lutterloh Ausbildungsmöglichkeiten mit zweijähriger Ausbildungsdauer und reduzierten theoretischen Anforderungen zum Maschinen- und Anlagenführer sowie zum Fachlageristen an. Leistungsstarke Abiturienten mit Interesse an der Betriebswirtschaft wiederum haben die Möglichkeit auf ein duales Studium, das an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Lüneburg mit dem Bachelor of Arts abschließt. Nicht in allen Ausbildungsberufen (siehe Unternehmenssteckbrief am Ende des Artikels) besteht jedes Jahr Einstellungsbedarf. „Wir nehmen unsere Verantwortung gegenüber den jungen Menschen sehr ernst“, gibt die Geschäftsführerin Henke zu erkennen, „und bilden deshalb nicht über Bedarf aus.“

Freilich ist die Ausbildung auch beim Mittelständler am Rande der Heide mit der Facharbeiterprüfung noch lange nicht abgeschlossen. Die Anforderungen wachsen in jedem Beruf beständig und immer schneller. Deshalb wird Weiterbildung beim Hankensbütteler Kunststoffspezialisten großgeschrieben. Doch auch hier setzt man auf den persönlichen Einsatz. „Mitarbeiter dafür monatelang freizustellen, haben wir als Familienunternehmen leider keine Möglichkeit“, bedauert Aline Henke, „denn wir brauchen jede Hand und jeden Kopf.“ Die Kursgebühren für berufsbegleitende Lehrgänge aber übernimmt sie selbstverständlich und teilweise auch ohne Rückzahlungsverpflichtung. Ohne große Worte gilt hier sehr bodenständig Vertrauen gegen Vertrauen. Aline Henke kennt die Menschen aus ihrer Region, die Heidjer! Und sie mag sie – nüchtern bis zum Understatement, stets auf die Sache konzentriert, aber zugleich immer mit viel Herz.

 


Unternehmenssteckbrief
(Stand: 01.10.2014)

Firmengründung: 1973.
Sitz der Unternehmenszentrale: Oerreler Straße 8, 29386 Hankensbüttel.
Niederlassungen: Querétaro/Mexiko.
Mitarbeiter: insgesamt 150.
Umsatz: 9 Millionen €.
Ausbildungsmöglichkeiten:

  • Fachkraft für Lagerlogistik
  • Fachlagerist/-in
  • Industriekaufmann/-frau
  • Maschinen- und Anlagenführer/-in
  • Verfahrensmechaniker/-in für Kunststoff- und Kautschuktechnik, Fachrichtung Formteile
  • Werkzeugmechaniker/-in

Duales Studium:

  • Bachelor of Arts in Betriebswirtschaft

Bewerbungen: bis zum 28. Februar eines jeden Jahres.
Schülerpraktika: ja.
Kontaktmöglichkeiten: d.lutterloh@hk-automotive.de
Internet: www.hk-automotive.de

 

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