Freiwilligendienste, Work & Travel, Au Pair, Praktika und Co. – Nach dem Abitur ein kreativer Zwischenstop

Von Hans-Martin Barthold | 15. Mai 2013

(Karikatur: Christoph Freisem)

(Karikatur: Christoph Freisem)

Zur olympischen Disziplin hat er es noch nicht geschafft. Doch stellt der gymnasiale Schulalltag inzwischen Anforderungen ähnlich denen im Zehnkampf. Da müssen in ganz unterschiedlichen Fächern Klausuren geschrieben werden, da wird gesellschaftliches Engagement erwartet, da sollen Hobbys gepflegt und sportliche Ambitionen nicht vernachlässigt werden, da gilt es schließlich, mit der Studien- und Berufswahl eine weitreichende Lebensentscheidung zu treffen. Und was die Planungen für die Zeit nach der Schule angehen, auch wenn es gut gemeint ist, immer sind die ewig gleichen Fragen zu beantworten, von Eltern, Freunden, Bekannten, Lehrern, Berufsberatern, Ausbildern. Antworten, die man noch nicht hat, die zu finden man Zeit und Muße bräuchte. Doch bis zum Abitur geht es Schlag auf Schlag, da bleibt kaum Zeit zum Luftholen. Im Übrigen weiß jedermann, dass eine tragfähige Berufsentscheidung mehr ist, als sich zwischen morgendlicher Dusche und anschließendem Frühstück nur ein paar Informationen einzuverleiben. Einen Beruf auszuwählen, ist eine hoch komplexe Entscheidung, sich im praktischen Arbeitsleben wenigstens punktuell ausprobieren zu können, eine wichtige Möglichkeit zur Vergewisserung.

Viele Abiturienten entscheiden sich deshalb nach den Abiturprüfungen erst einmal zu einem Break. Sie wollen keine Berufsentscheidung übers Knie brechen. Sie wollen nicht auf bloßen Verdacht hin eine Ausbildung beginnen. Sie wollen sich auch nicht drängen lassen, ein Studium aufzunehmen in der vagen Hoffnung, es werde sich schon als das richtige erweisen. Ein weiteres Argument, an Bedeutung den vorherigen mindestens ebenbürtig, sie wollen nach zwölf Jahren überwiegend theoretischen Lernens endlich mit ihren Händen zupacken und sehen, was sie zu (er)schaffen fähig sind. Sie wollen den Kopf frei bekommen, sie wollen zu sich selbst finden. Dafür gibt es zahlreiche Möglichkeiten, in heimischen Gefilden ebenso wie im Ausland. Wir haben die wichtigsten am Schluss dieses Artikels zusammengestellt. Immer geht es auch ums Mitarbeiten, nie aber erschöpft es sich darin. „Unser Ziel ist eine neue Lebenserfahrung, die den Teilnehmern hilft, sich selbst besser erkennen zu können“, beschreibt Anna Veigel, bei der deutschen UNESCO-Kommission Leiterin des Freiwilligendienstes »kulturweit«, dessen Zielstellung. An diese Erfahrungen erinnerten sich die meisten Teilnehmer ein Leben lang.

Intensive Selbsterfahrung erleichtert Berufswahl

Anna Veigel, Leiterin des Freiwilligendienstes „kulturweit“ (Foto: Deutsche UNESCO-Kommission)

Anna Veigel, Leiterin des Freiwilligendienstes „kulturweit“ (Foto: Deutsche UNESCO-Kommission)

Manchmal so sehr, dass es Menschen wie Benedikt Hofmann gar nicht mehr los lässt. Er ist in diesen Tagen wieder auf dem Weg nach China. Nach einer bei der Deutschen Rentenversicherung in Berlin erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten, während der er über die Teilnahme am Zusatzunterricht zugleich die Fachhochschulreife erwarb, wollte er so weit weg von zu Hause wie nur irgend möglich. „Ein anderes Motiv hatte ich nicht“, blickt er zurück. »kulturweit« erfüllte ihm seinen Wunsch. Der gebürtige Stendaler erhielt einen Platz als Assistenzlehrer für Deutsch an einer Schule in Ningbo/China. Zwar hatte er vor seiner Ausreise in einem zweiwöchigen Intensivsprachkurs ein paar Brocken Chinesisch gelernt. Doch in Ningbo angekommen, stellte er schnell fest, dass das nicht einmal für den Einkauf reichte, denn die Leute in der für chinesische Verhältnisse unbedeutenden Fünf-Millionen-Stadt sprachen nicht Hochchinesisch, sondern einen unverständlichen regionalen Dialekt. Also blieben nur Englisch sowie Hände und Füße. Aber bald schon klappte es auch mit der örtlichen Mundart. „Weil ich ganz dicht am Puls dieses Landes sein wollte“, erzählt er, „habe ich während meines Aufenthaltes auch ein Zimmer im Schülerwohnheim genommen und nicht im Hotel gewohnt.“ Ungeplant, dennoch ein hilfreicher Nebeneffekt, Benedikt Hofmann weiß nun auch, dass er zum Lehrer nicht geboren ist. Er wird International Business studieren – in China, in Ningbo.

Melanie Ritz: Freiwilliges Soziales Jahr im HELIOS-Krankenhaus Gifhorn (Foto: privat)

Melanie Ritz: Freiwilliges Soziales Jahr im HELIOS-Krankenhaus Gifhorn (Foto: privat)

Was sich beim Stendaler Hofmann eher zufällig ergab, war für Melanie Ritz erklärtes Ziel. „Ich wusste zwar, dass ich in einem medizinischen Beruf arbeiten wollte“, erzählt sie. Doch sei sie sich unsicher gewesen, den hohen Ansprüchen einer Tätigkeit im Krankenhaus auch standhalten zu können. „Denn ich hatte zuvor nur wenig Berührung mit Themen wie Krankheit, Leid und Tod.“ Deshalb entschied sich Melanie für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Gifhorner Krankenhaus. Die Erfahrungen sind positiv, der Platz an der Krankenpflegeschule für die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin mittlerweile sicher. Für das behutsame Heranführen auch an schwierige Aufgaben durch die erfahrenen Fachkräfte ist sie ebenso dankbar wie sie vom Austausch mit den anderen FSJ-lern profitiert hat. Die mit dem FSJ gefüllte Auszeit, nimmt Melanie Ritz einen häufig geäußerten Einwand auf, sei für sie kein verschwendetes Jahr gewesen. „Mehr noch als über den Beruf habe ich über mich selbst gelernt“, zieht sie ein erstes Fazit. „Ich weiß jetzt besser als zuvor, was ich physisch und psychisch leisten kann.“

Hohe Anforderungen in ungewohnter Umgebung

Elisa Klement verband beides. Sie stillte ihr Fernweh und prüfte gleichzeitig ihre Berufsüberlegungen auf Praxistauglichkeit. Die Abiturientin vom Theodor-Heuss-Gymnasium Göttingen entschied sich für den Freiwilligendienst „weltwärts“. Ein afrikanisches Land war ihr Wunsch, es wurde dann Südafrika. Dort empfingen sie die strahlenden Augen der Kinder aus dem Township von East London. Für die organisierte sie zusammen mit zwei weiteren Dienstleistenden Sportstunden, dort fand sie abseits von „weltwärts“ auch ihre große Liebe. Die Stelle bekam sie über ihren heimatlichen Sportclub, den ASC Göttingen. Ingo Dansberg und Marc Franz verantworten dort das „weltwärts“-Programm. Dafür bewarb sich Elisa und wurde genommen. „Die erste Woche war ein Kulturschock“, berichtet sie von ihren Erfahrungen, „die Gegensätze zwischen Arm und Reich habe ich nur mit Mühe ertragen können.“ Man lerne mit der Zeit damit umzugehen, daran gewöhnt habe sie sich bis zum Schluss nicht. „Durch das Eintauchen in eine völlige andere Kultur, bin ich heute allerdings toleranter und gehe manche Dinge viel gelassener an“, zieht Elisa in der Rückschau ihres Südafrikaaufenthaltes dennoch ein positives Fazit.

Elisa Klement: Freiwilligendienst „weltwärts“ in East London/Südafrika (Foto: privat)

Elisa Klement: Freiwilligendienst „weltwärts“ in East London/Südafrika (Foto: privat)

„weltwärts“ zu gehen, sei kein Urlaub und schon gar keine Erholung, beschreibt Marc Franz vom ASC Göttingen die Anforderungen an die Teilnehmer bewusst realistisch. Das gilt uneingeschränkt auch für alle anderen Dienste. In den Projekten sei Verlässlichkeit und engagiertes Zupacken gefordert. „Aber natürlich“, da ist sich Franz mit Anna Veigel einig, „geht es auch darum, eine neue Kultur, Menschen und Organisationsstrukturen kennenzulernen und sich in diesen fremden Beziehungsgeflechten zu behaupten.“ Elisa Klement scheint das in Südafrika ebenso gut gelungen wie Benedikt Hofmann im Reich der Mitte. „Aber“, sagt sie, „jeder Bewerber sollte sorgsam prüfen, wie viel Fremde er aushält.“ Und auch, in welcher Tätigkeit er sich erproben möchte, ob er lieber mit Kindern, Erwachsenen oder Alten arbeiten wolle.

Persönlichkeitsentwicklung im Zeitraffer

„Ich habe mich während meines Freiwilligendienstes stark verändert“, stellt Elisa fest. „Ich bin viel besser organisiert und sehr zielorientiert geworden. Ich weiß jetzt, dass ich hin und wieder Rückzugsmöglichkeiten und Ruhephasen brauche, damit mein Akku nicht leer läuft.“ Das erleichtere ihr die erfolgreiche Organisation ihres gegenwärtigen Studiums Gesundheits- und Sozialwesen an der Fachhochschule Nordhausen in hohem Maße. Zeit verschenkt? Nein. Dafür viel Glück und Selbstbewusstsein getankt. Noch immer sieht sie sich auf dem Schulhof stehen, von vierzig fröhlichen Kindern, die sie einfach nur begrüßen wollen, umgerannt. Als sie wieder steht und den Staub abgeschüttelt hat, lachen sie alle gemeinsam. Manchmal vermisst sie diese unmittelbare Lebensfreude.

Dienstleistender an der Deutschen Schule in Bariloche/Argentinien (Foto: Deutsche UNESCO-Kommission)

Dienstleistender an der Deutschen Schule in Bariloche/Argentinien (Foto: Deutsche UNESCO-Kommission)

Bei der Limburgerin Amalia Palmieri lagen die Dinge ein klein wenig anders. Nach ihrem Abitur am Beruflichen Gymnasium der Adolf-Reichwein-Schule wollte sie sich für eine begrenzte Zeit im Naturschutz nützlich machen. Dabei kam ihren Vorstellungen eine Tätigkeit am Artenschutzzentrum Leiferde am nächsten. Also bewarb sie sich um ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ), wurde genommen und ist sehr zufrieden mit dieser Entscheidung. Mit ihrem danach geplanten Studium der Vor- und Frühgeschichte hat die Arbeit in Leiferde nichts zu tun. Amalia Palmieri ist dort überwiegend in der Pflege von Vögeln eingesetzt. „Ich musste mich das erste Mal in Arbeitsstrukturen einfinden. Das ist trotz einer neuen Umgebung weit weg von zu Hause mit unbekannten Arbeitskollegen gut gelungen“, schildert sie ihre Erfahrungen. „Diese Lebenserfahrung möchte ich nicht missen.“ Deshalb empfinde sie den Zwischenstopp zwischen Abi und Studium als überaus sinnvoll. Im Artenschutzzentrum Leiferde erhält jeder FÖJ-ler Verantwortung für ein Projekt, Amalia die für das Storchenfest. „In Deutschland kennen wir lediglich den Weißstorch, aber das ist nur eine Storchenart von weltweit vielen“, hat sie im Artenschutzzentrum gelernt. Ihre Idee für die Besucher deshalb, mit aus Holzplatten gefertigten Attrappen diese Vielfalt zu präsentieren. Neben dem Lob der Zentrumsleitung für ihr handwerkliches Geschick erhielt sie auch von den Besuchern viel Anerkennung.

Nur gute Vorbereitung garantiert Erfolg

„kulturweit“-Vorbereitungsseminar – Begrüßung durch Außenminister Guido Westerwelle (Foto: Deutsche UNESCO-Kommission)

„kulturweit“-Vorbereitungsseminar – Begrüßung durch Außenminister Guido Westerwelle † (Foto: Deutsche UNESCO-Kommission)

In Niedersachsen, wo die Alfred-Toepfer-Akademie alle Bewerbungen um einen FÖJ-Platz zentral steuert, hat Carlo Engstfeld als pädagogischer Betreuer einen guten Einblick in Motive wie Erfahrungen. „Ein Dienst wie das FÖJ bietet nach zwölf Jahren Schule endlich Anwendungsmöglichkeiten“, weist er auf das am häufigsten genannte Argument für die Ableistung eines solchen Dienstes. „Diese grundlegende Arbeitserfahrung wird für alle Berufe wertvoll, egal ob man später Arzt, Fachinformatiker oder Lehrer wird.“ Genauso wichtig aber sei die Bewusstseinserweiterung. Damit meint er die Fähigkeit, ein Problem aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten zu lernen. Mancher Teilnehmer müsse sich freilich erst an Ganztagsarbeit und das geforderte hohe Maß Eigeninitiative gewöhnen, die von den Einsatzstellen gefordert würden. „Den meisten Teilnehmern“, beobachtet er mit Freude, „gelingt das jedoch schnell. Nur wenige Teilnehmer werfen hin.“ Kopfzerbrechen macht ihm eher das Ungleichgewicht unter den Bewerbern. Tatsächlich hat die Mehrheit der Bewerber Abitur und ist weiblich. Männliche Bewerber bilden in fast allen Programmen eine Minderheit, Bewerber mit Migrationshintergrund sind selten.

Unter der Fülle von Angeboten das richtige auszuwählen, ist für jeden Schüler eine große Herausforderung. Als erstes sollte die Zielstellung des Dienstes sehr verantwortlich mit der eigenen abgeglichen werden. Ziel muss sein, eine hohe Übereinstimmung zu erreichen. Sonst besteht die Gefahr einer sich ganz schnell verselbständigenden Kumulation von Problemen. Und das kann fernab der bisherigen sozialen Infrastruktur schnell zu unbeherrschbaren Situationen führen. Die Betreuungsdichte ist ein nächster wichtiger Aspekt. Nicht immer liegt wie etwa bei »kulturweit« Organisation und Durchführung in einer Hand. „Wenn für einen unserer Teilnehmer Änderungen notwendig werden sollten, können wir sofort eingreifen“, beschreibt Anna Veigel ihre Möglichkeiten. Darüber hinaus vernetzt »kulturweit« seine Teilnehmer und führt bereits nach zweieinhalb Monaten ein Zwischenseminar in der Einsatzregion durch. Entscheidet sich der Interessent aber für einen Auslandsdienst mit einer Kirchengemeinde als Träger, ist er in Argentinien oder Guatemala auf sich allein gestellt.

„kulturweit“ – Rückkehr und Abschied (Foto: Deutsche UNESCO-Kommission)

„kulturweit“ – Rückkehr und Abschied (Foto: Deutsche UNESCO-Kommission)

Natürlich gibt es Telefon und Email, häufig aber hat die Entsendeorganisation keine Direktionsgewalt über die Einrichtung vor Ort. Bei Work & Travel verhandelt jeder Teilnehmer sogar völlig selbständig mit den örtlichen Arbeitgebern – über Arbeitszeit, Vergütung, Unterkunft. Und auch für ein Au Pair ist der örtliche Counseler oft hunderte Kilometer weit entfernt, schlecht erreichbar, fühlt sich eher der Gastfamilien als seinen Auftraggebern statt dem Au Pair verpflichtet und ist oft überhaupt nicht erfreut, irgendwelche Konflikte schlichten zu müssen. Prüfe sich deshalb jeder, ob er durchsetzungsfähig genug ist, in einer solchen Situation zu bestehen. Ein letzter Aspekt. Soll sich an den Dienst ein Studium anschließen, kann man sich dafür von jedem Ort der Welt bewerben, Internetanschluss vorausgesetzt. Wer aber eine Ausbildung aufnehmen will, wird zu Auswahltest und Vorstellungsgesprächen nur schwerlich mehrere Male von Australien, Argentinien oder anderen weit entfernten Ländern einfliegen können.

 


Übersicht über „Zwischenstopp“-Möglichkeiten

Freiwilliger Wehrdienst (FWD)
Plätze pro Jahr: bis 15.000
Dauer: von 7 Monaten bis zu 23 Monate (kann während der Probezeit in den ersten sechs Monaten jederzeit beendet werden)
Voraussetzungen: deutsche Staatsbürgerschaft; Mindestalter 17 Jahre; erfüllte Vollzeitschulpflicht; gesundheitliche Eignung
Bewerbungsfristen: jederzeit (Einstellungen erfolgen jeweils zum Monatsersten eines Quartals)
Vergütung: abhängig von der Verpflichtungszeit zwischen 777 – 1150 € pro Monat plus Zulagen
Kosten: keine
Besonderheiten: keine
Internet: https://mil.bundeswehr-karriere.de/portal/a/milkarriere/ihrekarriere/fwdmp

 

Bundesfreiwilligendienst (BFD)
Plätze pro Jahr: ca. 35.000
Dauer: von 6 bis zu 18 Monate
Voraussetzungen: erfüllte Vollzeitschulpflicht; keine Altersbegrenzung
Bewerbungsfristen: bei den einzelnen Einsatzstellen unterschiedlich und dort zu erfragen
Vergütung: Taschengeld (maximal 348 €) und übrige Leistungen wie Unterkunft, Verpflegung und Arbeitskleidung werden zwischen Freiwilligem und der jeweiligen Einsatzstelle frei vereinbart
Kosten: keine
Besonderheiten: Verzeichnis der Einsatzstellen unter http://www.bundesfreiwilligendienst.de/platzboerse.html
Internet: http://www.bundesfreiwilligendienst.de/

 

Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)
Plätze pro Jahr: ca. 47.000
Dauer: zwischen 6 bis 18 Monate (in der Regel 12 Monate)
Voraussetzungen: erfüllte Vollzeitschulpflicht; Altersgrenze ist das vollendetes 26 Lebensjahr
Bewerbungsfristen: bei den einzelnen Trägern/ Einsatzstellen unterschiedlich und dort zu erfragen
Vergütung: Taschengeld und übrige Leistungen wie Unterkunft, Verpflegung und Arbeitskleidung werden zwischen Freiwilligem und dem jeweiligen Träger/der jeweiligen Einsatzstelle frei vereinbart
Kosten: keine
Besonderheiten: das FSJ kann in folgenden Schwerpunktbereichen absolviert werden

  • im sozialen Bereich
  • in der Kultur
  • im Sport
  • in der Politik
  • in der Denkmalpflege
  • in der Wissenschaft (derzeit nur an der Medizinischen Hochschule Hannover)

Einsatz im Ausland ist möglich, wird aber finanziell nicht gefördert.

Internet: www.pro-fsj.de (9   Anbieter finden „Inland“;  9   Anbieter finden „Ausland“);
http://www.ijgd.de/In-der-Denkmalpflege-FJD.106.0.html (9   Einsatzstellen)

 

Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ)
Plätze pro Jahr: ca. 2,600
Konditionen wie beim FSJ
Besonderheiten: das FÖJ kann in folgenden Schwerpunktbereichen absolviert werden

  • klassischer Umweltschutz und Umweltbildung
  • in Ganztagsschulen mit pädagogischer Ausrichtung (derzeit nur in Niedersachsen)
  • im Sport (derzeit nur in Niedersachsen)

Internet: http://www.foej.de (9   FÖJ Träger;  9   FÖJ im Ausland)

 

Europäischer Freiwilligendienst (EFD)
Plätze pro Jahr: ca. 730
Dauer: zwischen 2 bis 12 Monate
Voraussetzungen: Mindestalter 18 Jahre, Höchstalter 30 Jahre
Bewerbungsfristen: keine Bewerbungsfristen (Planungsvorlauf von mindestens 8 Monaten)
Vergütung: Taschengeld länderabhängig zwischen 60 bis 145 €, Unterkunft und Verpflegung frei
Kosten: keine; in der Regel mindestens 10 % der Anreisekosten
Besonderheiten: Aufstellung der Entsendeorganisationen unter der Homepage (sieh unten)
Internet: www.go4europe.de

 

Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst „weltwärts“
Plätze pro Jahr: ca. 3.500
Dauer: zwischen 6 bis 24 Monate
Voraussetzungen: Mindestalter 18 Jahre, Höchstalter 27 Jahre; gesundheitliche Eignung für den Auslandseinsatz; Fachhochschulreife oder Abitur; bei Haupt- und Realschulabschluss zusätzlich abgeschlossene Berufsausbildung; deutsche Staatsbürgerschaft; Grundkenntnisse einer der Sprachen im Gastland; Engagement für das Partnerprojekt der Entsendeorganisation
Bewerbungsfristen: bei den einzelnen Entsendeorganisationen unterschiedlich und dort zu erfragen
Vergütung: 100 € Taschengeld, freie Unterkunft und Verpflegung, Übernahme der Reisekosten
Kosten: keine; gewünscht Spendensammlung für das Partnerprojekt der Entsendeorganisation
Besonderheiten: Entsendeorganisationen unter http://www.weltwaerts.de/weltwaertsGehen/organisationen/eo-list.aspx
Internet: http://www.weltwaerts.de/index.html

 

Andere Dienste im Ausland (ADiA)
Plätze pro Jahr: ca. 13.000 anerkannte Plätze (Hinweis: die erstmalige Anerkennung behält ihre Gültigkeit); infolge der Aussetzung der Wehrpflicht hat der ADiA aktuell stark an Bedeutung verloren (Teilnehmer 2011: 14 Teilnehmer).
Dauer: 2 Monate länger als die Dauer des ehemaligen Zivildienstes, üblicherweise aber 12 Monate
Voraussetzungen: erfüllte Vollzeitschulpflicht; keine Altersbegrenzung
Bewerbungsfristen: bei den einzelnen Trägern/ Einsatzstellen unterschiedlich und dort zu erfragen
Vergütung: keine
Kosten: Entsendeorganisationen erwarten Spenden für das Projekt (etwa über einen zu gründenden Förderkreis); Anreise und Lebensunterhalt sind selbst aufzubringen
Besonderheiten: ADiA kann nur bei Entsendeorganisationen abgeleistet werden, die vom Bundesfamilienministerium anerkannt sind
Internet: http://www.bundes-freiwilligendienst.de/ausland/adia-anderer-dienst-im-ausland.html

 

Friedensdienst
Plätze pro Jahr: ca. 85 bei ASF; ca. 80 bei EIRENE
Dauer: ASF 12 bis 15 Monate; Eirene 13 bis 18 Monate
Voraussetzungen:
ASF: mindestens 18 Jahre, kein Höchstalter; Kenntnisse der Landessprache; Sozialpraktikum von mindestens 2 Wochen
EIRENE: 18 bis 27 Jahre; Englisch- oder Französischkenntnisse
Bewerbungsfristen:
ASF: keine Angaben
EIRENE: Kontaktaufnahme mindestens 1 Jahr vor Ausreisetermin (Beginn der Bewerberauswahl im November)
Vergütung: Taschengeld, freie Unterkunft und Verpflegung, Übernahme der Anreisekosten;
Kosten: Solidaritätsbeitrag von 650 € (ASF); Eirene keine Angaben
Besonderheiten:
ASF: Teilnehmer werden aufgefordert,  einen mindestens 15 Personen starken Patenkreis aufzubauen, die pro Monat jeweils 12 € spenden
EIRENE: Aufbau eines Unterstützerkreises zur Mitfinanzierung des Freiwilligendienstes (in der Regel 250 € monatlich)
Internet: https://www.asf-ev.de/de/friedensdienste/freiwilligendienst.html; www.eirene.org/info-seite/freiwilligendienst-weltweit-0

 

Internationaler Jugendfreiwilligendienst (IJFD)
Plätze pro Jahr: ca. 3.000
Dauer: von 6 bis 18 Monate (in der Regel 12 Monate)
Voraussetzungen: Höchstalter 26 Jahre
Bewerbungsfristen:
Vergütung:
Kosten:
Besonderheiten: Liste der Entsendeorganisationen unter http://www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Freiwilligendienste/Pdf-Anlagen/anlaufstellen-internationalejugendfreiwilligendienste-stand110225,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf
Internet:
http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/freiwilliges-engagement,did=166694.html
und
http://www.eurodesk.tv

 

Internationaler kultureller Freiwilligendienst »kulturweit«
Plätze pro Jahr: ca. 400
Dauer: 6 oder 12 Monate; Ausreisetermine im Frühjahr und im Herbst eines jeden Jahres
Voraussetzungen: 18 bis 26 Jahre; Englischkenntnisse und Kenntnisse einer der Landessprachen; gute gesundheitliche konstitution
Bewerbungsfristen: April (Ausreisetermin im Frühjahr des Folgejahres), November (Ausreise im Herbst des Folgejahres)
Vergütung: Taschengeld, Zuschüsse für Unterkunft, Verpflegung und Reiskosten
Kosten: Teilkosten für Unterkunft, Verpflegung und An-/Abreise
Besonderheiten: Liste der Entsendeorganisationen unter http://www.kulturweit.de/de/akteure.html
Internet: http://www.kulturweit.de/de.html

 

Work & Travel
Dauer: 1 bis 12 Monate (im Einzelfall auch länger)
Voraussetzungen: Mindestalter 18 Jahre, Working-Holiday-Visum
Bewerbungsfristen: jederzeit
Vergütung: ortsangemessener Lohn für Gelegenheitsjobs
Kosten: von Land zu Land unterschiedlich (Australien fordert den Nachweis einer finanziellen Rücklage von mindestens 3.000 €)
Besonderheiten: Vorbereitung individuell oder durch professionelle Agenturen (kostenpflichtig)
Internet: http://www.working-holiday-visum.de/

 

Au-pair
Dauer: bis zu 12 Monate (in den USA immer 12 Monate)
Voraussetzungen: je nach Gastland 17 bis 30 Jahre, Führerschein, Sprachkenntnisse, Vorerfahrung in der Kinderbetreuung
Bewerbungsfristen: je nach Entsendeagentur unterschiedlich (in der Regel aber ca. 1 Jahr vor dem gewünschten Ausreisetermin
Vergütung: Taschengeld, Unterkunft und Verpflegung
Kosten: Vermittlungsgebühr, Reisekosten abhängig vom Zielland
Besonderheiten: eingeschränkte Vermittlungsmöglichkeiten für Männer;
zertifizierte Au-pair-Agenturen unter http://www.guetegemeinschaft-aupair.de/
Internet: http://www.rausvonzuhaus.de/wai1/showcontent.asp?ThemaID=3701#dtoc_top

 

EduCare in America
Dauer: 12 Monate
Voraussetzungen: wie Au-pair; nur für Frauen
Bewerbungsfristen: 4 bis 6 Monate vor dem gewünschten Ausreisetermin
Vergütung: etwas geringer als Au-pair
Kosten: je nach Agentur unterschiedlich
Besonderheiten:
Internet: über einzelne Agenturen

 

Das Praktikumsprogramm der Internationalen Medienhilfe (IMH)
Dauer: keine Festlegung
Voraussetzungen: Mindestalter 20 Jahre, Medienerfahrung erwünscht
Bewerbungsfristen: jederzeit
Vergütung: keine Angaben
Kosten: keine Angaben
Besonderheiten: Die Internationale Medienhilfe (IMH) vermittelt Praktika bei deutschsprachigen Publikationen und Rundfunkprogrammen, die außerhalb des geschlossenen deutschen Sprachraums produziert werden.
Kontaktaufnahme für weiterführende Informationen unter praktika@medienhilfe.org oder Tel.-Nr. 030 – 56731559
Internet: http://www.imh-deutschland.de/page/index.php?rubrik=0005

 

Raus von zu Haus
Es handelt sich hier um eine Übersichts- und Vermittlungsplattform.
Die Programmübersicht bietet Informationen über Entwicklungsdienste, Auslandseinsätze für Ehrenamtliche, Workcamps, Au-pair, Praktika im Ausland sowie Jobangebote im Tourismus.
Die Last minute-Börse offeriert kurzfristige Projektangebote.
Abgerundet werden alle Informationen durch gut recherchierte Länderinfos.
Internet: www.rausvonzuhaus.de

 

 

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