AGIMUS GmbH – Die Vorausdenker

Von Ralf Utermöhlen und Hans-Martin Barthold | 15. August 2016

Die AGIMUS GmbH wurde im Jahr 1991 gegründet. Ihre Geschäftsidee war die der Beratung von Unternehmen im Bereich des betrieblichen Umweltschutzes. Diese Marktlücke erwies sich als vielversprechend. Schließlich wuchsen in jener Zeit die einschlägigen Anforderungen an die Betriebe rasant. Mehr noch, die neuen gesetzlichen Vorschriften zur Abfalltrennung, dem Gefahrstoffwesen sowie zum Immissions-, Boden- und Gewässerschutz trafen zahlreiche Firmenleitungen völlig unvorbereitet. Viele, insbesondere viele Mittelständler, mussten das entsprechende Knowhow deshalb von außen zukaufen. Das war die Chance für AGIMUS. Heute hat sich das Unternehmen zu einem „Full-Service Consultant“ in den Bereichen Umweltschutz, Energie- und Ressourcenmanagement, Nachhaltigkeit sowie Arbeitssicherheit gemausert.

Ralf Utermöhlen (Foto: AGIMUS)

Ralf Utermöhlen (Foto: AGIMUS)

Typische Projekte bei AGIMUS sind die Einführung von Umwelt-, Arbeitssicherheits- oder Energiemanagementsystemen, die Gestaltung von Systemen zur Verbesserung der Ressourcen- und/oder Energieeffizienz, die Senkung der Abfallkosten, dem Aufbau einer Nachhaltigkeitsstrategie und natürlich der Vorbereitung von Genehmigungsverfahren. Am Anfang jedes Auftrages stehen zwei Aufgaben. Zunächst müssen die Kundenwünsche aufgenommen werden. Dem schließt sich eine sorgfältige und von den Kundenwünschen strikt getrennte Analyse der Kundensituation sowie der gesetzlichen Bedarfe an. Gar nicht selten ergibt sich hier bereits die erste Beratungsnotwendigkeit. In vielen Fällen übernehmen die Mitarbeiter von AGIMUS bei den Kunden anschließend die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Funktionen des Abfall- oder Immissionsschutzbeauftragten sowie der Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Hohe Kundenzufriedenheit Maß aller Dinge

Für zwei von drei Kunden arbeitet AGIMUS bereits seit mehreren Jahren, für einige schon von Beginn an. Auf so viel Vertrauen ist die Mannschaft in der Firmenzentrale am Braunschweiger Alten Bahnhof stolz, werten sie es doch als Beweis guter Arbeit. Die meisten der zwanzig Mitarbeiter sind Naturwissenschaftler und Ingenieure, die jüngeren oft mit einem Abschluss als Umweltingenieur. Doch auch zwei Juristinnen gehören zum Team. Tatsächlich ist kaum ein Bereich rechtlich so dynamisch wie der des Umweltschutzes und der Arbeitssicherheit. Ein internetbasiertes Rechtsvorschriftenverzeichnis ist die erste voll digitalisierte Dienstleistung von AGIMUS. Dieses Verzeichnis bedarf kontinuierlicher Pflege. Schließlich vergeht kaum ein Tag, an dem nicht wenigstens eine neue Rechtsvorschrift oder Ausführungsverordnung dazu kommt.

Wer bei AGIMUS arbeiten will, benötigt vor allem Interesse und Verständnis für organisatorische Abläufe sowie Fertigungs- und Umwelttechnologien. Ingenieure und Naturwissenschaftler passen zu diesem Anforderungsprofil besonders gut. Ein immer stärkeres Gewicht bekommt darüber hinaus aktuell die Nachhaltigkeitsproblematik. Damit rückt ein weiteres klassisches Querschnittsthema in den Fokus, das nicht nur technisch gedacht werden kann. Deshalb trägt man sich bei AGIMUS schon länger mit dem Gedanken, demnächst irgendwann auch Geistes- und Sozialwissenschaftler einzustellen. Gleichwohl bleibt die Bedeutung technisch-naturwissenschaftlichen Fachwissens ungeschmälert. Mit Blick auf die zahlreichen Kundenkontakte müssen sich freilich eine gute mündliche wie schriftliche Ausdrucksfähigkeit, ausgewiesene Sozialkompetenzen und die Fähigkeit, Wissen vermitteln zu können, hinzu gesellen.

Analysieren, strukturieren, präsentieren, überzeugen

Das, was oftmals nicht zu den Stärken von Technikern und Naturwissenschaftlern gehört, benötigen beide für einen Job bei AGIMUS  in besonderer Weise. Wer sich nicht gut ausdrücken kann, wer Scheu hat, beim Kunden etwas zu präsentieren, wer nicht in der Lage ist, einen sauber gegliederten, verständlichen Bericht zu schreiben, der ist beim Braunschweiger Umwelt und Arbeitssicherheitsspezialisten fehl am Platz. Hin und wieder gilt es auch, vor größeren Gruppen einen Vortrag zu halten, eine Fortbildung oder gar ein ganzes Seminar zu organisieren. Beides gehört ebenso wie Inhouse-Schulungen direkt bei den Kunden zum Leistungsportfolio von AGIMUS. Bleibt der Hinweis auf ein Letztes. Umweltschutz, Arbeitssicherheit als auch die Nachhaltigkeitsproblematik sind allesamt typische Querschnittsthemen. Kein Wunder, dass man bei AGIMUS großen Wert auf eine breite Allgemeinbildung und ausgewiesene gesellschaftspolitische Interessen legt.

Bis auf zwei Mitarbeiterinnen im Sekretariat besitzen alle AGIMUS-Mitarbeiter einen Hochschulabschluss. Ausbildungsplätze in einem der traditionellen Ausbildungsberufe bietet AGIMUS deshalb auch nicht an. Bei einem entsprechenden, derzeit allerdings noch nicht absehbaren Bedarf, würde man wohl auf eine partnerschaftliche Verbundausbildung setzen. Weiter fortgeschritten sind die Überlegungen im Hinblick auf das duale Studium. Hier erwägt man, schon im nächsten Jahr mit einem entsprechenden Studienplatzangebot auf den Markt zu treten. Aber noch ist auch das nur Zukunftsmusik und nichts beschlossen. Womit AGIMUS indessen bereist jahrelange Erfahrungen besitzt, sind studentische Praktika. Schwerpunktmäßig kommen die jährlich drei Praktikanten von der benachbarten Technischen Universität und der Hochschule Ostfalia. Aber auch weiter entfernte Hochschulen haben schon ihre Visitenkarten abgegeben, etwa die aus Göttingen, Lüneburg, Hildesheim, Weimar oder dem sächsischen Freiberg.

Praktikanten gerne gesehen

Praktikanten erhalten einen umfassenden Einblick in alle Arbeitsprozess des Unternehmens. Ihre Aufgaben liegen insbesondere in der Recherche, bei Assistenztätigkeiten für die Seniorberater sowie in der Bearbeitung von klar eingegrenzten Projektdetails. Von Beratungsleistungen sind sie selbstverständlich ausgenommen. Das wäre nach Meinung der Geschäftsleitung dem Kunden gegenüber unseriös ebenso wie es die studentischen Praktikanten überfordern würde. Für manch einen erweist sich das Praktikum als Brücke in den ersten Job. Ein Drittel der aktuellen Stammbelegschaft, darunter auch einer der Geschäftsführer, begannen als Praktikanten, kamen nach Ende des Studiums wieder – und blieben. Wer seine Chancen für einen Arbeitsplatz noch einmal steigern will, schaut zwischendurch noch einmal zur Themenfindung und Betreuung seiner Bachelor- bzw. Masterarbeit vorbei. Auch als „Zweitprüfer“ haben die AGIMUS-Leute inzwischen ausreichend Erfahrungen. Offen stehen die Türen ebenfalls Fachoberschülern, die eine Stelle fürs obligatorische Jahrespraktikum suchen.

Alle anderen Hochschulabsolventen schauen entweder nach einer konkreten Stellenausschreibung oder bewerben sich initiativ. Der jährliche Einstellungsbedarf bewegt sich angesichts des kleinen Teams freilich in einem schmalen Korridor. Um die Auswahl kümmern sich ganz unkonventionell die Mitglieder der Geschäftsführung, alle keine Personalspezialisten, wie man freimütig zugibt. Auf die andernorts so wichtigen Formalia werde nur geringen Wert gelegt, versichert man glaubhaft. Im Fokus stehen stattdessen die stellenspezifischen Fachkenntnisse und unbedingt eine integere Persönlichkeit. Der Lebenslauf muss nicht stromlinienförmig sein, sondern darf ruhig über Abweichungen und Brüche verfügen. Viel wichtiger ist, das eine wie das andere glaubhaft erklären und die daraus gezogenen Lernfortschritte beschreiben zu können. Für die Einstellungsgespräche hat natürlich auch AGIMUS ein kleines Repertoire von Standardfragen. Ansonsten aber gilt Individualität in allen Bereichen.

Kanten sind akzeptiert, Persönlichkeit ist gewünscht

Ehrgeiz ist auch bei AGIMUS gerne gesehen. Das verwundert niemanden. Schon eher die Zusatzerklärung, jedenfalls in dieser unzweideutigen Form. Man erwarte jedoch, heißt es, dass der Mitarbeiter bereit sei, sein eigenes berufliches Fortkommen mit dem des Teams und des gesamten Unternehmens zu verknüpfen. Karrieristen, Job-Hopper und Selbstoptimierer sind deswegen unerwünscht. Solide Arbeit also statt wortreicher, aber inhaltsloser Heißluftschwätzerei, die ehrliche Haut mit Kanten und Ecken statt gelgestylter Windschnittigkeit, heißt die Devise an Braunschweigs Altem Bahnhof. Das sollte keiner als Plädoyer für tumbe Naivität missverstehen. Es geht um eine realistische Erdung und ungekünstelte Offenheit. Bei flachen Hierarchien ist es eine unternehmerisch Notwendigkeit, dass einer dem anderen vertrauen kann.

Auch wenn AGIMUS nicht das Gehaltsniveau von Großkonzernen bieten kann, erhalten die Mitarbeiter doch durchaus attraktive Gehälter. Die orientieren sich an den Gehaltsstrukturen mittelständischer Betriebe und bestehen aus einem Fixum plus erfolgsabhängiger flexibler Komponenten. Dazu erhielten die Mitarbeiter über die gesamten letzten 15 Jahre stets eine jährliche Sonderzahlung. Für die meisten Mitarbeiter aber von mindestens ebenso großer Bedeutung sind die immateriellen Boni. Als da wären eine überaus kollegiale Arbeitsatmosphäre, Festverträge verbunden mit einer hohen Arbeitsplatz- und Standortsicherheit, eine betriebliche Altersversorgung, eine freie Arbeitszeiteinteilung, die Möglichkeit, je nach persönlichen Umständen von Vollzeit auf Teilzeit zu wechseln. Wenn unbedingt erforderlich, wird auch das Home-Office ermöglicht. Langjährigen Mitarbeitern wird die Chance für ein Sabbatical eingeräumt.

Gegenseitiges Geben und Nehmen

So viel Flexibilität sucht Ihresgleichen. Was zählt, sind die Jahresarbeitszeit und das Arbeitsergebnis. Die Flexibilität endet freilich an den Kundenbedürfnissen. Für ihn muss der Mitarbeiter ohne wenn und aber erreichbar sein. AGIMUS erwartet für die von ihm angebotenen Freiräume umgekehrt verantwortliches Entgegenkommen seitens der Mitarbeiter. Und macht keinen Hehl daraus, dass Beratung und Dienstleistung vielfach nicht langfristig planbar, sondern oft reaktiv sind. Wenn ein Kunde in Nöten ist oder für ein laufendes Genehmigungsverfahren ein Bericht schon am nächsten Tag vorliegen muss, dann wird der entsprechende Einsatz ohne Murren erwartet. In einem hoch spezialisierten Beratungsunternehmen wie AGIMUS ist das überlebenswichtig. Kann man in einem Unternehmen von 20 Mitarbeitern auch so etwas wie Karriere machen? Durchaus, auch wenn sie vielleicht etwas anders aussieht als in einem internationalen Großkonzern.

Gute Arbeitsleistungen vorausgesetzt, winkt nach zwei bis drei Jahren die Funktion eines Projektleiters mit großer Eigenverantwortung. Die nächste Stufe wäre die Übernahme der Bereichsleitung in einem der Geschäftsfelder, verbunden mit Personalverantwortung. Die geplante Erweiterung der Geschäftsfelder wird schon bald einen Zuwachs einschlägiger Funktionsstellen zur Folge haben. Daneben gibt es die Fachspezialisten, also Mitarbeiter, die Experten für bestimmte Themen, Geschäftsgebiete oder Dienstleistungen sind, zum Beispiel für das Rechtskataster oder den Seminarbereich. Diese Fachspezialisten sind Führungskräfte ohne Personalhoheit. Ihre größere Verantwortung schlägt sich in der Höhe der Vergütung und eventueller Sonderzahlungen nieder. Die geringe Mitarbeiterfluktuation, auf die AGIMUS verweisen kann, darf am Ende getrost als Bestätigung für die Richtigkeit des eingeschlagenen Weges interpretiert werden. Deshalb: auf geht’s.

 


Unternehmenssteckbrief
(Stand: 01.08.2016)

Firmengründung: 1991.

Sitz der Unternehmenszentrale: Am Alten Bahnhof 6, 38122 Braunschweig.

Mitarbeiter: 20, davon 16 mit einem natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Hochschulabschluss.

Umsatz: 1.640.000 EUR

Ausbildungsmöglichkeiten: z. Zt. keine.

Duales Studium: für 2017 geplant.

Bewerbungen: Anschrift wie oben.

Schülerpraktika: Jahrespraktika für Fachoberschüler.

Kontaktmöglichkeiten: Anschrift wie oben.

Internet: AGIMUS

 

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