Herzlich willkommen …

… liebe Leser! Hallo liebe Schüler, Eltern, Lehrer und alle, die auf die Welt der Arbeit und Berufe neugierig (geblieben) sind!

Funktioniert der Ausbildungs- und Arbeitsmarkt noch? Grundsätzlich ja, aber immer öfter mit Aussetzern. Da klagen Krankenhäuser über den Mangel an Ärzten und die Unternehmen über zu wenige Lehrstellenbewerber. Da suchen Kitas händeringend nach Erziehern und Schulen fehlen tausende Lehrer. Sogar die Verwaltungen fürchten inzwischen um den Beamtennachwuchs. Wie kann das sein? Gewiss, es gibt Unternehmen, die die Zeichen der Zeit zu deuten wissen. Freilich sind eine bloße Optimierung des Personalmarketings und der Einsatz irgendwelcher psychedelisch eingefärbter Mentalcoaches zu kurz gesprungen. Die Probleme liegen tiefer. Warum erinnern sich Geschäftsführer und Vorstände nicht der Marktgesetze, auf die sie sich sonst bei jeder Gelegenheit berufen und an die sie uns als ihre Kunden in eigener Preisgestaltung doch tagtäglich erinnern? Für knappe Güter muss man tiefer in die Tasche greifen oder andere Incentives bieten. Und wo die Nachfrage groß ist, sollte man die Produktion hoch fahren. Aber weder die Ausbildungsvergütungen noch die Gehälter in den genannten Berufen steigen. Und die Zahl der Medizinstudienplätze wird weiterhin nicht erhöht. Wir plädieren deshalb für schnelle Nachhilfe in Sachen Marktwirtschaft statt der versuchten Einführung neoliberaler Umverteilungspläne. Für alle, die verstehen wollen, was sich da gerade abspielt, sei unser erster Beitrag samt Kommentar empfohlen. Wer mathematisch und naturwissenschaftlich interessiert ist, findet in unserer Rubrik „Bericht über …“ eine gute Übersicht zur ersten Orientierung. Kontinuierlich auf der Suche nach Absolventen vieler dieser Studiengänge ist die Stiftung Warentest. Wir waren in Berlin und haben uns angeschaut, was sie dort machen und welche Qualifikationen sie dafür benötigen. Unter die Lupe genommen haben wir dieses Mal die Berufe der Hebammen, Elektrotechnikingenieure und Beamten. Wie immer finden sie in unseren Berichten Informationen, die andernorts wegen Platzmangels, aus Unkenntnis oder auch mit Bedacht unter den Tisch fallen. Bleiben Sie uns gewogen. Bis zur nächsten Ausgabe im Mai verabschiede ich mich als Ihr

Hans-Martin Barthold


Zum Thema …

Occupy Frankfurt – Demonstration am 22. Oktober 2011 vor der Zentrale der Deutschen Bank (Foto: Wikimedia/Blogotron)

Gesellschaft im Abstieg: Wenn Bildung und Fleiß nicht 
mehr belohnt werden

Die Arbeitswelt verändert sich dramatisch. Schon heute ist jeder fünfte Arbeitnehmer atypisch angestellt, also befristet, geringfügig, in Teilzeit, als Leiharbeiter oder Werkvertragler. Die Reallöhne sind auf das Niveau von vor zwanzig Jahren gesunken. Jeder vierte Arbeitnehmer malocht im Niedriglohnsektor ebenso wie sich 25 Prozent der Hochschulabsolventen bereits in einem Arbeitsverhältnis wiederfinden, für das sie überqualifiziert sind. Umgekehrt geht es für viele Unternehmen offensichtlich nicht mehr ohne all das. Denn im Zeitalter höchstmöglicher Renditeerwartungen der Shareholder scheinen auch sie gezwungen, ihre Strukturen und Geschäftsbeziehungen auf Kante nähen zu müssen. Für den Einzelnen aber zahlen sich in dieser Gemengelage Bildung, Fleiß und Können immer seltener aus. Was kann man tun? Resignieren? Aufgeben, noch bevor alles begonnen hat? Nein, auf keinen Fall! Aber am Beginn aller Lösungen stehen die richtigen Fragen, Analysen und das Verstehen. Der Soziologe Oliver Nachtwey hat sich in einem beachtenswerten Essay dieser Mühe unterzogen. Er ist überzeugt, wir leben, lernen und arbeiten in einer Abstiegsgesellschaft. Was das heißt, haben wir für Sie zusammen getragen.   Mehr >

 

Dazu ein Kommentar: BAföG – Die Schwindsucht des guten Willens

Wer noch nie die Bilanz eines Offenbarungseides gesehen hat, besitzt jetzt die Gelegenheit dazu. Es braucht nur eines Blickes in den vor wenigen Wochen klammheimlich veröffentlichten BAföG-Bericht der Bundesregierung. Um es kurz zu machen, es ist ein Blick in den bildungspolitischen Abgrund. Wohl selbst der Ministerin war das peinlich. Deshalb keine Pressemitteilung, keine öffentliche Erklärung. Doch weder die politische Opposition noch die Unternehmensverbände, auch nicht die Gewerkschaften und die betroffenen Studierenden erheben ihre Stimme. Aus Desinteresse, Kalkül, mangelnder Solidarität oder schlicht Neid ? Rainer Hoppe kommentiert.   Mehr >

 

Berufe unter der Lupe …

Mutter mit ihrem neugeborenen Kind (Foto: Wikimedia/Tom Adriaenssen)

Hebammen: Die Starthelferinnen

Sie lieben ihren Beruf und erleben ihn als einen der schönsten der Welt. Zugleich aber verlangt er ihnen alles ab. Schichtdienst, Wochenendarbeit, eine hohe Verantwortung. Doch das Strahlen von Müttern und Vätern über ein gesundes Kind entschädigt für vieles. Gleichwohl sind die Rahmenbedingungen, unter denen Hebammen arbeiten, besonders. Mehr als jede zweite Hebamme übt die Tätigkeit als Freiberuflerin aus. Sieben Tage die Woche, rund um die Uhr, auf eigene Rechnung, aber auch auf eigenes Risiko. Obwohl die Nachfrage nach Hebammen derzeit groß ist, hält sich die Zahl der Bewerber um einen Ausbildungs- oder Studienplatz in engen Grenzen. Immer öfter bleiben deshalb Stellen unbesetzt, immer öfter gehen Mütter bei ihrer Suche nach einer Hebamme für die nachgeburtliche Betreuung leer aus. Spätestens ab 2020 wird der Zugang zum Beruf nur noch über ein Studium möglich sein. So hat es jedenfalls die Europäische Union entschieden. Ob das die Lücken schneller füllen hilft und die Hebammen auf Augenhöhe zu den Ärzten bringt, bleibt abzuwarten. Mehr finden sie in unserem  Bericht.   Mehr >

 

Übertragungsleitung in Lund/Schweden (Foto: Wikimedia/Nixdorf)

Elektrotechnikingenieure: Für die richtige 
Spannung sorgen

Wie wenig in einer modernen Gesellschaft noch ohne Strom geht, fällt erst auf, wenn er ausfällt. Deshalb dürfte den Ingenieuren der Elektrotechnik bis auf weiteres die Arbeit nicht ausgehen. Doch ist es kein Job für jedermann. Mathematik und Physik sind die Fundamente, ohne deren sichere Beherrschung es keinen Erfolg in Studium und Beruf gibt. Klar sein sollte Studienanfängern auch, dass der Abstraktionsgrad in allen Ingenieurwissenschaften hier am höchsten ist. Arbeiten Maschinenbauingenieure mit technischen Zeichnungen, die noch etwas von den Konturen der Maschinen und Anlagen erahnen lassen, bleibt Ingenieuren der Elektrotechnik meist nur ein abstrakter Schaltplan. Der Lohn der Mühe ist ein Arbeitsfeld, das kaum einen Wirtschaftszweig oder eine Unternehmensabteilung auslässt. Wir haben mit Elektrotechnikingenieuren aus ganz unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen gesprochen. Lesen sie, was sie uns erzählt haben.   Mehr >

 

Diensteid auf das Grundgesetz (Foto: Wikimedia/Bundeszentrale für politische Bildung)

Verwaltungsbeamte: Generalisten mit dem Blick fürs 
Spezielle

Sie arbeiten in Kommunal-, Landes- und Bundesverwaltungen. Sie sind es, die den Beschlüssen der jeweiligen politischen Entscheidungsgremien Alltagstauglichkeit verschaffen. Sie sorgen damit für das Funktionieren der sozialen Infrastruktur einer Gesellschaft. Sie müssen die Ansprüche des Einzelnen mit denen der Allgemeinheit kompatibel machen. Das sind ebenso interessante wie  anspruchsvolle, wenn auch nicht immer einfache Aufgaben. Beamte, gleich ob im mittleren, gehobenen oder höheren Dienst sind deshalb Organisatoren, Rechtsanwender und Berater, in einem Wort Macher. Freilich reicht das als Berufseignung noch nicht. Immer arbeiten sie direkt oder indirekt als Dienstleister für die Bürger. Zugleich aber sind sie gegenüber ihrem Arbeitgeber, der bei ihnen immer noch Dienstherr heißt, stets zur absoluten Loyalität verpflichtet. Diesen Spagat müssen sie beherrschen. Was sonst noch, finden sie in unserem Bericht.   Mehr >

 

Talk about Job – Gespräch über Beruf und Karriere mit …

Universität Witten/Herdecke 2006 – Christel Bienstein hält die Festrede zum zehnjährigen Bestehen des Departments Pflegewissenschaft (Foto: Sabine Reschke/UWH)

Christel Bienstein: Die Grande Dame der 
Pflegewissenschaft

Von Marl, wo alles begann, bis nach Witten, wo vor kurzem alles endete, ist es nur eine halbe Autostunde. Ganz anders der Weg von der Krankenpflegeschülerin zur Professorin für Pflegewissenschaft. Der dauerte viele Jahre. Aber nicht allein Fleiß und Ausdauer, ohne die dieser Weg niemals möglich gewesen wäre, nötigen Respekt ab. Genauso beeindruckend sind die fachlichen Fußabdrücke, die Christel Bienstein in ihrer Disziplin hinterlässt. Zwar erfolgte die funktionale Professionalisierung von Pflege schon früh. 1836 gründete Theodor Fliedner die erste Ausbildungseinrichtung. Doch blieb die Pflege lange Zeit nur Anhängsel der alles dominierenden ärztlichen Heilkunst. Dass gute Pflege einen eigenständigen Beitrag zur Gesundung von Patienten leistet, blieb eine lange Zeit unberücksichtigte Erkenntnis. Die ersten Pflegestudiengänge fanden sich an US-amerikanischen Universitäten ab 1910. In Deutschland dauerte es dagegen bis in die neunziger Jahre. Ganz vorne mit dabei Christel Bienstein. Noch ist nicht alles erreicht, noch bleibt vieles zu tun. Christel Bienstein aber geht frohen Mutes. „Ich kann gut loslassen“, sagt sie von sich. Wer mehr über diese Frau und ihren Weg wissen will, findet es hier.   Mehr >

 

Unternehmen und Hochschulen aus der Bewerberperspektive …

Der Klassiker für alle Verbraucher (Foto: Stiftung Warentest)

Stiftung Warentest: Die Prüfer vom Verbraucher-TÜV

Seit über fünfzig Jahren schon ist Stiftung Warentest die Stimme der Verbraucher.  Ihre Ingenieure, Natur- und Wirtschaftswissenschaftler testen vom Waschmittel über Kühlschränke, Kameras, Fahrräder, iPhones, Kopfhörer, Unfallversicherungen, Finanzprodukte und Kindersitze alles, was es auf dem Markt zu kaufen gibt. Und alles, wofür der Kunde sich einen Qualitätswegweiser wünscht. Die Daten ihrer Testkollegen anschließend so zu versprachlichen, dass es jeder begeistert liest und sofort versteht, ist Aufgabe der Redakteure, etwa sechzig an der Zahl. Das eine wie das andere sind spannende Aufgaben und erfordern da wie dort absolute Genauigkeit. Schließlich geht es für die Hersteller und Finanzdienstleiter nicht nur um Renommee, Absatz und Gewinn, sondern auch um Arbeitsplätze, manchmal sogar um das wirtschaftliche Überleben. Wie solche Tests durchgeführt werden, über welche Ausbildung und Qualifikationen die Prüfer verfügen müssen, haben wir für sie vor Ort recherchiert und in diesem Bericht niedergeschrieben.   Mehr >

 

Bei gutem Wetter findet das Seminar in Bayreuth auch schon mal im Freien statt – Studierende des Studiengangs „Kultur und Gesellschaft Afrikas“ (Foto: Uni Bayreuth/Lili Nahapetian)

Universität Bayreuth: Forum für interdiszipli-
näres und interkulturelles Lernen

Am oberfränkischen Campus Bayreuth wird gelehrt, geforscht und getüftelt. Forschung und Praxis auf harmonische Weise miteinander verbinden: Das war bereits die Gründungsidee von 1975. Heute spielt die junge Universität in Rankings ganz vorne mit. BWL, Jura und die Naturwissenschaften belegen regelmäßig Spitzenplätze. Studierende aus dem In- und Ausland fühlen sich sowohl vom Geist als auch von den Lehr- und Forschungsangeboten der jungen Hochschule angezogen, die als kleine aber feine Campusuniversität den Fokus nicht auf Wachstum legt, sondern sich auf den Ausbau einer Qualitäts-Infrastruktur konzentriert. Der Erfolg gibt ihr Recht. International bestens vernetzt, reagiert die Universität Bayreuth auf gesellschaftliche Veränderungen und Prozesse mit Innovationen, die immer wieder Maßstäbe setzen.   Mehr >

 

Miteinander leben – Voneinander lernen (Foto: AWO-Bezirksverband BS)

AWO-Bezirksverband Braunschweig: Mehr als nur 
ein sozialer Dienstleister

In Managementseminaren würde der AWO-Bezirksverband Braunschweig wohl als Beispiel herhalten für das, was in der einschlägigen Literatur als Gemischtwarenladen bezeichnet wird. Tatsächlich reicht das Leistungsspektrum der knapp 3.500 Mitarbeiter von der vorgeburtlichen Beratung Schwangerer, über Kindertagesstätten und Jugendhilfeeinrichtungen, der Familienberatung bis hin zu Altenpflegeheimen. Und die Einrichtungen verteilen sich von der Heide bis zu den Hängen des Südharzes, von Peine bis nach Helmstedt. Für die Geschäftsführung des AWO-Bezirksverbandes folgt dieses Angebot allerdings dem eigenen Selbstverständnis. Man möchte mit seiner Arbeit zum Zusammenhalt der Generationen beitragen. Da ist die Präsenz in der Fläche und vor Ort unentbehrlich, da muss fachlich ein Rädchen ins andere greifen. Die Berufsgruppen, die dafür dringend gebraucht werden sind insbesondere Altenpfleger, Erzieher und Sozialpädagogen. Was sie machen und was man von ihnen erwartet, haben wir für sie erfragt.   Mehr >

 

Bericht über …

Naturwissenschaften (Foto: Wikimedia/Misc.)

Das passende Studienangebot (3): Studiengänge 
mit mathematikorientierter DNA

Endlich mal eine gute Nachricht für Studienplatzbewerber. In den Fachrichtungen, die wir dieses Mal vorstellen, sind Zulassungsbeschränkungen so selten wie Eisberge am Äquator. Egal, welchen Studiengang man sich in den Natur- und Ingenieurwissenschaften ausgesucht hat, der Studienplatz ist von ein paar wenigen Ausnahmen abgesehen eine sichere Bank. Doch nicht nur das. Auch die Absolventen sind derzeit gesuchte Objekte auf dem Arbeitsmarkt. Manche gar können gegenwärtig gleich unter mehreren Stellenangeboten wählen. Das klingt doch gut. Oder? Freilich sollte diese doppelt positive Botschaft nicht zum Übermut verführen. Denn ohne Mathematik und Physik, teilweise auch ohne Chemie und Biologie geht in allen Studiengängen wenig. Ohne Neugier und technische Interessen ebenso. Darüber hinaus dauert es, bis man im Studium die arbeitsintensiven Grundlagenlehrveranstaltungen hinter sich gelassen hat und zu den anwendungsorientierten Fächern vorgedrungen ist. Doch dann kommen die, die wissen wollen, wie etwas funktioniert und wie man es noch besser machen könnte, voll auf ihre Kosten. Schauen sie, was sich für Möglichkeiten bieten.   Mehr >

 

News aus der Welt der Berufe …

+++ Stipendien für Medizinstudium in Bulgarien +++ Duales Studium in der Versicherungswirtschaft +++ IT-Management (Informatik) +++ Bundesagentur für Arbeit vergibt Stipendien +++ Ingenieurpsychologie +++ So geht es beim TOEFL-Sprachtest zu +++ Schlechter Arbeitsmarkt für wissenschaftlichen Nachwuchs +++ Workshop „Journalist werden, aber wie?“ +++  Uni Würzburg: „Satellite Technology – Advanced Space Systems“ +++ Stipendien für Arbeitsmarktforscher vom IAB +++ Technische Universität Cottbus: „Cyber Security“ +++ „StepStone-Gehaltsreport“ mit neuesten Zahlen +++ Welfenakademie Braunschweig: „Management und Führung“ +++ Universität Paderborn: „Applied Neurosciences in Sports & Exercise“ +++ Online-Wegweiser „Duales Studium“ +++ Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen: „Mediziningenieurwesen“ +++ Ostfalia Hochschule Wolfsburg: „Material + Technisches Design“ +++   Mehr >

 

Veranstaltungskalender für Berufswähler …

+++ Hochschulinformationstage +++ Berufsinformationsveranstaltungen +++ Bildungsmessen +++ Überbrückungsmöglichkeiten +++ Berufseinstiegsmessen +++   Mehr >

 

Archiv

Hier finden sie die Themen und Beiträge der vergangenen Ausgaben.   Mehr >